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Ben Chananja · 1865-05-31 · 22 (31.5.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
22 (31.5.1865)
Date
1865-05-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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874 873 T. Wkm, im Mai. Die Miltheilung, daß «an den Sarg dr« verstorbenen Rabbiner« ju 93lfm! uob brn brl Qrograbbinrn von Frankreich io die rtfptflisrn Synagogen trog, ha« io gewiffea Krriseu brr hiesigen Gemeinde gewaltig« Sensation hervorgerusen, da brr So« trag, Mannheimer« Sarg io den Tempel zu bringen vob vor bi« heil. Lad« zu stelleo, io jrorn Kreisen für «io« kühne Reform de« woderoeo Judeolhuw» gehalten worbe (während R. Hai Gaon im II.Zahrhuo» brrt dir Beobachtung diese« bereit« besiehendea Gebrauche« rwpsiehlt: Tur Zore Dea 344. Drgl. Pe'er ha Dor Nr. 77. Red.). Die hiefigen Berichte Ihre« Lm.-Korrespoubeuten scheinen in böherm Maße begründet zu sein, als Ihr ,..-Korrespondent zugebeo will. Die Anstrengungen und Hoffnungen der Orthodorie nehmen wirklich von Tag zu Tag weitere Dimenfiooen an. Die Ertravagavten träumen von einer Derwandlung de« städtischen Tempel« in rinr ״Schul" nach dem Borbildr der neuen Synagoge in der Schiffmaon-gaffe. Dir Gemäßigteren »ersteigen sich nicht so weit; der Anstellung eine« neuorthodoreu Romantiker« sehen aber auch sie mit Zuversicht entgegen. Der Bulschowiher Zarchianer war vor Kurzem hier, um nicht nur im Zuiereffr dr» Weingeschäste« seine« Vater«, sondern auch in dem Guggeuheimer« die erforderlichen Schritte zu thun. Auch von der Anwesenheit mehrerer anderer Rab« binen hörte ich in letzter Zeit reden, nnd wenn auch eia Werk über die Reisen der Rabbinen sich den Rankr'schen ״Reisen der Päbste" bei weitem nicht an die Seite stellen könnte, so würde doch auch die Darstellung der Reisezwecke der Rabbilieu ein unschätzbarer Beitrag zur jüdischen Geschichte sein. Der Krakauer Rabbiner besuchte dieser Tage die Rcsibenz, um seinem Freunde., dem Herrn Hoswechsler Deutsch"), gegen die DeSavoiiirung de« Lemberger Vorstände« Affistcuz zu leisten. Herr Schreiber hielt bei dieser Gelegenheit eine Derascha über da« Er« laß- und Jubeljahr, deren Veröffrnllichung ihm jedenfall« die Ausnahme in die grolcgislhe Gesellschaft sichern würde. Der erste Theit der ortho« boren Bibelübersetzung ist erschienen, und dem R. Hillel in Szikßü zur Begutachtung eingesendrt worden. P. tyeft $ 23. Mai. Zn dem Augenblicke, in welchem ich diese Zeilen schreibe, ist da« Ereigniß, da« ich Ihnen mitlheile, nur noch Wenigen bekannt; ich kan» also nicht berichten, daß e« Sensation ge» macht hat. Daß e« aber ungeheure Seuialioo wachen wird, läßt sich mit Bcstiaioitheit Vorhersagen. Heute Nachmiitag« soll der Bürgermeister der k. Freistadt Pest im S>tzung«saalc der Pester ReligionSgemcinde er» schienen sein, wo eben da« WahllritungSkomuL vrrsammelt war, um da» Skrutiiiium zu vollsnhren. Die Herren waren von dem Besuche höchlich überrascht. Zhre Ueberraschung stieg aber zu einem, mit dem Schrecken verwandten Äesühle, als ihnen der Herr Bürgermeister eröffnete, ihr« Mission wäre zu Ende, nnd der ganze Wahlaktu« müßte sistirt werden. Dir Eröffnung geschah im Austragr de« k. ungarischen Slatthaltereirathe«. Mehr wurde mir nicht gesagt, mehr kann ich daher auch nicht de, richten. Die neue» Statuten unserer Gemeinde find im Drucke rrschie, uen. Zn der vorletzten Nummer de« in ungarischer Sprach« erscheinenden sreisinnigru protestantischen Kirchen» und Schulblaltc« ist ein Rezensent de« neuesten Etraußischen Werke« ungehalten über Dr. Geiger, weil dieser dir Kühnheit hatte, Strauß al« Apologeten de« Stifter« der christlichen Religion zu bezeichnen. Kollin, 22. Mai. Ihr geschätzte« Blatt, sowie sämwtkichr Blätter, di« sprj'fisch jüdische Zuterrffen vertreten, berichten nicht nur über jeden Fortschritt, dea die Gleichberechtigung unserer Glauben«» brüder im Zn« nnd Auslände macht; sie registrirrn auch von Fall zu Fall, wenn Juden selbst in den rutserntesten Ländern durch Ehren und Wür» den ausgezeichnet werden, und dieau« leicht begreiflichen Gründen; wir glaubten dah.r blo« unserer Korrrspoudenteopstichl nachzukommen, wenn wir über die Wahl eine« Mitgliedes unserer Gemeinde iu den erst in jüngster Zeit lreirtrn Brzirk«au«schuß rrseriitr», wrder wollten wir die« zur ״allgemeinen Keuotaißaahme" bringen (al« hätte» wir für uosere Berichte Gesetzeskraft beansprucht!) noch gaben *) Derselbe hat sich der neuen Gesellschaft iu Loodou iu der Hoffnung augeschloff,a. daß et den Bemühungen derselben gelingen werde, im Süden Palästina« ,inen ueuro Libanon ourzugrabea, und di, Augabeu de« unfehlbaren R. Mose« Svfer zu rechlseriigeo. wir de» Fall al« ״beispiellos" dastehend an. wir hatte, i, aller Demvrh unseren Berich» mit der Klausel ״unser,« Wisse,«" »fr# sehen. Weu» nun Ihr ^.-Korrespondent in H,rmanmirst,r..rlue, zwei# te» derartigen Fall zu bericht,« hatte, so hätte die« ganz ruhig i» ״Be, Ehananja". aber vich» uu« ״gegenüber" geschehen köao,,! wir hätten ihm noch selbst die Priorität zugestandeo. und wünschte», derselbe hätte täglich von gewählten jüdischen Bürgermeistern uub Dezirksauß» schössen zu berichten! unsere Schuld ist r« wahrlich nicht, weu» ״R ״ kitaa" (!T) und sein Bürgermeister un« ganz uobekaoate Größen find. Wir find durchaus nicht gewillt, uo« mit Ihren 3.»Korrrspondra«ea in H. M. in eine Polemik einznlaffen, wollten jedoch nur konstatireu, baß jeue Korreipondenz nicht-weniger, al« in einem freuoduachbarliche. Style gehalten war. E. Prag, 23. Mai. Herr Dr. Steill hat in der Meiseljyua« goge dem Andenken.Abraham Linroln« al« הסיד אומות העולם einen Nachruf gewidmet. (Zn den nordamerikauischrn Synagogen wirb dem verewigten Präsidenten da« ״Kaddisch nachgesagt." Red.) — Der Ober» jurist R. Samuel Freund, Milunterzeichner de« famosen ״Meffia«» Dekret«" hat gelegenheitlich einer Grabrede auSgeführt, ,« fei nicht nolhwrndig, an einen persönlichen Messias zu glauben. Wenn olle Völker der Erde an einen einig-einzigen Gott glauben werden, sei es ipso dir Meffia-zeit gekommen, überhaupt scheint Rabbi Sam. Freund iu letzler Zeit gewaltig liberal geworden zu sein. Rapoport halte in der Trauer« rede übrr den seligen Mannheimer geäußert, daß er mit Mannheimer« Aussaffung der MeffiaSlehre im Prozeß Kompert sich nicht einverstanden erklären könne. Rabbiner Sam. Freund gab jedoch sein Mißfallen über diese Aeußerung R.'S unverholeu kund! 8. Hollcschau, im Mai. Da Sir vor Kurzem über unsere Gemcindezustände berichtet haben, erlaube ich mir, einer Stiftung zn erwähnen, über welche noch in keinem Dlacte berichtet wurde. Der Ur» Heber derselben hieß Herz. Ec widmete rin eigene« Hau« zu einem Beth Ha-Midrasch, schenkte demselben sünf Thora-Rosten, eia Pracht» volle» Parochelh, ein silbernes Kele Kodesch, und lrgirte ein dedruteu» de« Kapital, von dessen 5X Znterrffen drei Rabbiner besoldet werden, die ihre freie Zeit im Bcth Ha-Mitrasch mit dem Studium de« Tal» mud« ansfüllen müssen. Zn diesem Znstitute wird auch täglicher Tot» teSdienst abgehalten, welchem die orihodoresten Gemeindeglirder bei» wohnen. Gleichwol nimmt Niemand Anstoß daran, daß hier keine Pij» jutim gesagt werden. Da auch dir Ehaßidim in Polen und Ungarn die Pijjutim aus ihren Synagogen verbannt haben, so gibt e« doch gewisse Punkte, in denen sich Orthodorie und Reform berühren. ל. Putnok, im Mai. Ecurr israelitischen Hebamme wurde v. Mseiten« des katholischen Geistlichen untersagt, in christlichen Fa» milien ihre Kunst auszuübcn. Dieselbe ist durch diesen Akt christli» cher Liebe brotlos geworden und wäre interessant zu erfahren, ob der Bischof dieses Sprengel«, al« Borgesetzter diese« Geistlichen, von dieser inhumanen Handlungsweise Kenntniß hat. Schulwesen. Mkökoltj, 24. Mai. Wenn nach Diefterweg die Schulen überall so viel werth find, al« ihre Lehrer, und umgekehrt, d>e Lehrer so viel al« ihre Schulen; io müssen dir hiesigen Knaben« und Mädchen» Hauptschulen, sowie deren Herren Lehrer, asten an sie gestesttea Ausorde« rungen auf da« herrlichste entsprechen. — Al« Beleg dessen wöge die Dankadresse angesehen werden, welche der geehrte Schulvorstand «umit# telbar nach den jüngst abgehalten,» Prüfungen an da« ganze Lrhrper» sonal und den Schuldirektor richte«, und darin die Leistungen de« einen, wir de» aubern höchst anerlenneud hervorhob und belobte. — So au# genehm nun diese Auszeichnung dir Betreffenden und sonstigen Lehrer» und Schulfreunde berührte; ebenso onaageoehm und unerquicklich ist hinwieder vielen da« nachträgliche Gewahren, daß utchtSdestowraiger einer der Heeren Lehrer, der mit zu den tüchtigsten zählt, einem andern wirb Platz machen müsse». Möchten die geehiten Herr,» Echulvorstrher io ihre» nachah» wnugiwürdigrn muftergilrige» Eifer für da« Wohl brr Schule sich'«

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