Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 21 (24.5.1865)
- Date
- 1865-05-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543241--4236-2548191- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
357 368 uab wahrlich der Oinbnicf, bta bitftlbt auf oft» Anwesenden hervorbrachte, wirb eia uoverwischbarer blribeu. Vor allem war e» die gejft» reiche anb gemüthorlle Predigt vasere« »hrw. Oberrabbiner«, de« Herrn M. Hirschfelb, eia» voa den Mersterreben, wie wir Ke von diesem trefflichea kkanzelredner zu hörea grwohat find, welche dieser Feier die vor» zügliche Weihe gab. Die Worte, dir der sei. Mannheimer vor nngesähr 40 Jahren dem um da« Iuvruthum hochverdiealea Israel Iakobsohn an« Seesen nochrief, wendete brr Herr Oberrabbiner jetzt auf Maa und die Charakrerifirung vom Leben und Wirken dies,« edlen Srelsorger« der Wiener Gemeinde konnte in trefflicherer Weise nicht gesche» hrn. Borzügliche« hat auch unser Kantor Herr G. Weiß und einige Dilettanten, die bei dieser Gelegenheit im Synagogenchore milwirkten, für die Hebung der Tranerfeier geleistet. Der Bau unsere« neuen prachlvollen Tempel« geht nun afimälig seiner Doklendung entgegen und haben wir die besten Hoffnungen, daß er für die nächsten hohen Festtage seiner heiligen Bestimmung zugeführt wird. Ofcn, im Mai. Herr Markus Stern, vormals Kantor der hiesigen Gemeinde, besitzt eine seltene Geschicklichkeit in der hebräischen Kalligraphie. Er reist gegenwärtig mit einem Tableau, welchedas 1. Buch der Thora in kunstvolltr AnSsührung aus einem NIalle enthält. Im Z. 1827 überreichte er ein ähnliches, das 5. B. der Thora enthaltende- Tableau, wo'ür er ein feeuiidlicheS Schreiben vom k. k. Obeestlämmerer» amte und von Sr. Majestät ein Geldgeschenk erhielt. Der Herr Stern ist ein würdiger Man», der auch sonst alle Theilnahme verdient. K. MartonyoS, 18. Mai. Der gelehrte und geistvolle Rabbiner Schön hat sich durch dir Predigt und die Traurede, welche er am vcrgangtiieu Sabbaihe nnb Sonnlage in unserer Synagoge hielt, in unserer Mille unvergeßlich gemacht. Der ehrwürdige Rabbi hat der Synagoge einen Waschb.ckrn zum Geschrnle gemacht, und eS unserer kleinen Gemeinte ans Herz gelegt, auch au Mond- und Donnerstagen öffentlichen Gottesdienst avjiihalten. Wir werde» stet« bcfliffen sein, der Ermahnung de« Herrn Rabbiners von Gvün »achzukomuien. Schulwesen. — TenieSvar, im Mai. Den vielfachen Verdiensten unseres Borsteher« ist in folgendem Schrriben eine neue Anerkennung zu Thrit geworden: Nu de» KnllnSvorsteher der israelitische» Gemeinde Herrn Samuel Schar mann in TemeSvar. Aus den Berichten der Direktion der dortigen isr. Musterhaupt. schule hat man vernomnic», daß Sie schon teil einigen Jahren eine Anzahl von türsiigeu israelilischen Schulkindern mit Kleidung und Schulbüchern, dann arme oder von der Schuir fern wohnende Kinder mit Kost vtrsehe» und auf diese Art den Schulbesuch fördern und mit einem bedeutende» Kostenaufwandc aus Eigenem unterstützen. Dir kön. Oberstndittt/Dirrklion fühlt sich dadurch angenehm ver« anlaßt. Ihnen für Ihr verdienstliche- Wirken ihre Anerkennung und den wohlverdient,n Dank im Namen der unterstützten Kinder mir dem Be» merke» auSjudrücken. daß Ihr vorerwähnteverdienstliche- Wirken voa hier aus zur Krniilniß der hohen LaudeSstrllr gebracht wurde. Großwardein. 15. April 1605. Johann H. Kummer, k. Rath. Oberstudieudirektor. X. TemeSvar, '6. Mai. Die jüngste Nummer Ihrer ge» schätzlrn Zeitschrift bring, einen Korrespoiidenzartikel des ״Szcgdi Uiradö" IN Angelegenheit de« SchönschrelblehrerS Marosi, der es sich besonder« zur Ausgabe mach«, da« Fürgeheu de« hochwürdigeu Csanüdcr Bischof« zu verdächtigen und als inhuman und intolerant tarzustillen. Jeder, der da« Wirken diese« edlru Priester« näher kennt, wird gerade vom Gegrnlheile überzeugt sein und ich schätze mich glücklich, in der Lage zu sein, eine neue Lanze für denselben brechen zu können und die Leser diese« Blatte« mit dem wahren Sachverhalte, wie er mir au« drr sicher» steu Quelle bekannt ist. vertrant zu machen. Drr kön. Oberstudieudirektor hat bei seiner letzten Schulvisitatioa in Szegetia an einer kathloischeu Hauptuud mehrere» Elementar» schulen den Lehrer Marosi al« Schönschreiblehrer vorgefundea. eine Einrichtung. bi» mit be» gesetzlichen Dorschristen in Bezug auf bi* Haupt« unb Elementarschulen nicht übereinstimmt, da nach denselbeu au« didaktischen Gründen jeder Klassenlehrer den Schönschreibuuterricht in seiner Klaffe selbst zu erthrilrn ha». Ja diesem Kinne ha» der hoch» würdig, Studienoberdirektor auch an beu k. ung. Etatihaltereirath be» richte» und namentlich auch hervorgehobeu, daß di, Au«lag» vou 450 fl., bi, gegenwärtig für diesen Nnterricht-zweig verwendet werden, der Schule in anderer, nothwendigerer Weis, zu Gute kommen könnt,. Der h. k. ung. Etatihaltereirath hat sich au da« hochw. bischöfliche Ordt» uaria« al« mittlere Schulbehörde mit der Bitte gerichtet, dasselbe möge sich in dieser Angelegenheit mit dem dortigen städtischen Magistrate in Berbindung setzen und die Beseitigung de« Schönschreiblehrer« Marosi fordern. Di« die besagte Angelegenheit in »ithreren Zeitungen di» Runde machte, war e« Sr. bischöflichea Gnaden nicht einmal be» kannt, daß der betreffende Lehrer ein Jude ist. Ich könnte zum Schluffe Beispiele ansühren, di, gerade de» Dewei» lieferu könnten, daß drr hcchwürdige Dilchos alle» Glaubensgenossen gegenüber stet« vom edilsten Geiste der Humanität und der Toleranz erfüllt ist, und ich kann e« nicht nnterlaffen, an den Toast zu erinnern, den Sie, hochver» ehrlcr Herr Redakteur, vor ungefähr zwei Jahren Se. bischöflichen Gna» den in diesem Sinne ausbrachten. Im vorigen Jahre wurde der jüdisch» Mnsterhauptschullehrer Herr M. Freund an dem hiesigen Piaristen» Gymnasium, welches unter der Oberleitnuz de- Esanäder Bischof« steht, als Lehrer der Stenographie bestellt. AIS Nachtrag melde ich »och, daß auch die Lehrerin Fräulein Anna Dogl» die Herren Schulz und M. - Sonuenschei» wegen ihrer vorzüglichen Leistungen von der hochlöblich,u k. Studienoberdirekliou bt! lobt worden sind. O T. A. Ujhcly, im Mai. Die Prüfungen ans dem so viel» fach ongeseindeit» erweiterten hebräische» klnterricht an der hiesigen Musterlchule fanden am g. d. M. statt und waren die Resultate sehr erfreulicher Natur. Um gerecht zu sein, müssen wir die Prüsung an ollen drei Abiheilungen lodend hervorheben, wenn n»S auch der ein» odrr der andere Gegenstand mehr Interesse abgewanu. Die unterste Ab» «Heilung (Lehrer: Direktor Kern) übersetzte brav, di» mittlere (Unter» lehrer Führer) war insbesondere in der Graminalik geschult, rutlich die obere (Klassenlehrer Fischer) zeigte in jeder Beziehung eine tüchtigr Gewandtheit.*) Der Rasch in nt erricht, Inder cb-rn Ablheilnng deoben er» wähnten tüchtige» Lehrer« i» hochdeutscher Sprache rationesl vcrgetragen. bat recht günstige Resultate geliefert, doch wen» wir die gänzliche Au«, schließung de- BinrunteriichlcS, dieseherrlichen KommenlareS selbst in diesem Semester mit Bedauern vermissen. so sprechen zur Genüg, die Ausichlen gewiegter Pädagoge» für »!>«. Wir wünschen dem Nnterneh» meu als Glied dieser Gemeinte Glück, da u»S wahrhaft daran grlegen ist, den jüdische» Geist zu pflege» und der Jugend dir Dahn zu erschließen, welche zur wahren Kenntniß unserer gölillchen Religion führt, doch bedauern wir die Zerklüftung, die durch Au «schl ießuug (respektive freiwilliger Nichtbethriligung) einzelner Lehrer von diesen Nachstunt,n im Lehikörper wachgerusru worden ist. VaranS, im Mai. Ein Iulimat der hohen ung. Stalthalterei systemisirt zwei Lehrerstellen, eine mit 50V fl. und eine mit 300 fl. ö. W. au der neu zu errichienttii Volksschule hierselbst. Der Streit zwischen der Gemeinte und einem hiesigen Lehrer liegt drr Behörde vor und wurde von der KomitaiSbehörde für Zempliu die Angelegenheit ad acta gelegt. J. 8 Waag-Nettstadtl, 18. Mai. Wie selten ein, s«. meinte >11 uusrrrm Bai,klaute dürste di» hiesige auf die Pflanzstätte der Kultur und Bildung ihrer Heranwachsenden Geueration stolz sein. Hier besteht uämlich rinr Haupt- und Uiiierreolschulr mit 4 gemischen, 3 höher» Knaben- und r höher» Märcheuklaffen. Lehrer, vou den«« 7 jährlich 572 fl. Gehalt beziehen, wirken uuier der Leitung de« einstigen geseiertru Lberlehrrr« vou Prrßaitz, de« rühmlich bekannten Pädagogen *) Borgetrogen wurde in der untern Attbrilnng: Uebersetzuog au« dem 1. Buche Moscheh; mittlere Adlbrilung: Da« L Buch Moschetz nebst Ioi'ua in steter Berdiudung mit hetiäuchrr Grammatik; ober» Abihrtlung: Da« 3. Buch Mrlcheb, da« Buch der Richter und der erste Tbeil de« Buche« der §ö,»ge; Naichilommrniar zum »eften Buch Mo» scheh; so auch hebräische Sprach« nnb kiylübungrn. Res.