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Ben Chananja · 1865-05-24 · 21 (24.5.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
21 (24.5.1865)
Date
1865-05-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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351 352 vlrt hat, trotz vielfacher an ihn von allen Seiten ergangenen Sinsforderungen, im Amte zu verbleiben, nicht zu bewegen war, seine Resignation znrückznnebmen, haben Sie wol ge« hört. Er bleibt nur noch so lange im Amte, bis die Neu» wähl von 9 Mitgliedern in die Repräsentanz an die Stelle der AuSscheidenben ersetzt ist. Diese Neuwahl findet in den letzten Tagen des MonatS Mai statt und ist für die fünf, tige Verwaltung der hiesigen Gemeinde von nicht geringer Bedeutung, nicht nur rücksichllich deS zu ernennenden Vorsitzenden, den die Mitglieder der Repräsentanz auS ihrer Mitte wählen, sondern auch rücksichtlich deS Systems, an dem in der Folge bei der Verwaltung fcstgehalten werden soll, und deS Tenors, der einer KultuSgemeinde zu« kommen soll, die alö solche die Institute des Kultus in ihrem vollen Umfange leiten, und daher nicht nur genaue Kenntniß derselben, sondern anch lebhaftes Interesse dafür haben muß. Leider zeigt sich bis jetzt eine große Gleichgültigkeit für derlei Dinge bei den meisten und gerade bei den wohlhabendsten Mitgliedern unserer Gemeinde. Analeklen aus den gutachtlichen Werken des tt. Moft$ Softr. Don Dr. M. Zipfer. Oberrabbiner zu Rechuitz. (Schluß.*) VI. Zn jedem Scheibebriefc kommt folgende Formel vor: Die meine Fron war von jeher מן קדמת רנא• Nun wird gewöhulich iu der hebräischen Sprache da« Vorwort מן mit dem folgenden Worte >usamme11gesproche». wobei da« Nuu dem folgenden Konsonanten assi» Liilirt und durch Dagesch auSgrdrückl wird. Demzufolge wurde auch iu einem Scheidebriefe מקדמת דנא» in zusammenziehender Form, gebraucht. R. Mose« Svfer (ibid. Nr. 49) erklär» denselben für ungiltig (סימול)• Hören wir seine Gründe dafür. Bekanntlich hat da« Wörtchen מן >m Hebräischen eine doppelte Bedeutung, entweder zeigr e« eine Trennung, Entfernung sowol zeitlich als räumlich au und gilt als Bor« wort (von); oder vertritt e« die Stelle eine« ComparativS (1מיר,יחרון und wird mit ״als״ auSgedrückl. Nun stellt R. MoseS Soser die gram» maiikalischr Regel auf, daß da« vollständige מן stet« nur als Bor« wort, nie aber als Eomparativ gebraucht werden kann, während da« tiufache Mem in beiderlri Bedeutung stehen darf. Da nun, so lautet seiue Beweisführung, in einem Scheidebriefe jede Zweideutigkeit zu ver» meiden ist. so kann darin die Formel מקדמת דנא . die auch die Dedeutung eine« ComparativS znläßt, nicht gebraucht werden; bei dem Wörtchen מן hingegen, welche« nur eine Entfernung onzeigt. fästt diese Zweideutigkeit weg. R. Mose« Sofer nimmt nun seine Zuflucht znr Konkordanz und den Wurzeln von Kimchi, die ihn jedoch hierbei im Stiche lassen. Er scheint fich jedoch fcinrr Sache uicht gewiß zu sein, ob flch nicht einmal in der Bibel ein Comparativ mit מן vorsände, doch wuthig ruft er endlich au«, daß die« weder gesehen noch gesunden vird (לא יראה ולא ימצא) Daß R. Mose« Sofer nur mit Gering« chätzung auf die Kenutniß fremder Sprachen hinsah, oder gar dieselben I« verwirren anempfohlen. ist von seinem Standpunkte au-, wenn auch licht zu entschuldigen, so doch einigermaßen erklärbar; aber schwer muß >och der Borwurf der Uukenntniß der Bibel auf einen solchen ialmudi« cheu Heroen fasten. Wir wollen hier ach» Stesten zitiren, wo flch der?owparariv mit מן vorflndet: Am. 6, 2. Chagg. 2, S. Ruth 3, 10. Vred. 4. S. S. 4. Dan. 2, 30. 8. 3. 1t, 13. Die Formel מן קדמת דנ& kömmt zwar in den chaldäischen Bibelstücken und Targum vor, toi« Daniel 6, 11. Jonathan zu I. M. 5, 31. 28. 19. 36, 30. «brr ebenso kömmt auch dir zusammenzirhendr Formel מקדמת רנא vor. vir Esra 5, 11. Jonathan zu L 3JJ. 36,20. Ja sogar, wo e< einen Eomparativ bedeut»», wir iu obigrr Stell» (Ruth 3, 10) gibt der Targum mit: 'מן קדמא. «u« all dem ist zu rrseheu. daß keio Natrrschied obwaltet zwischen מן oder מ und daß beide glrichartig zu grbrauchrn find. VH. I, Nr. 170 such« R. Mose« Sofer da« Wort אלמנה mit Bezugnahme aus rior Talmudflellr (Kelhuboth p. 10. d.) zu erkläre,. Wir wollen an« diesem Gutachten den Vewri« lieferu. wie oft an« de« klriuflen Jrrlhum ,in» Meng, anderer zu entstehen pflegt. In drr zitieren Talmudflellr heißt r« wi, folgt: Sine Jungfrau erhält zur Morgeagabe (60 200 (כתובה«, «in» Witwe nur 100. Hirrauf stellt der Talmud di, Frage: Wa« bedeutet אלמנה? Worauf R. Chauina au« Bagdad erwidert: מנה WJJ, «eil fie 100 rrhält. Nun wird weiter dir Frage gestellt. Wir lömw» aber diese« Wort iu dir Bibel, da diese Siueich. tnng eine spätere rabbinische ist? Hierauf stellt R. Mose« Sofer iu obigem Gutachten folgende Fragen auf: 1) Warum wird nicht eben au« diesem Umstande, daß diese« Wort in der Bibel vorkömm», dir Lehre drdnzirt. daß die Morgengobe einer Witwe eine biblische Einrichtung sei? (S. Tos. zur Stelle). 2) Warum wird auch ,in Witwer אלמן genannt? 3) Da jede Frau nach dem Tode dr« erstru Manne«, also im Wiiweiistaude, 200 erkält und erst bei Schließung einer zweiten Ehe ihre Morgengabe auf 100 rrdnzirl wird, so sollte fie erst in der ,weiten Ebe diesen Namen führen? 4) Wir läßt fich die Stelle: Israel ist kein (אלמן) von dem Herrn (Jer. 51, 5) erklären, da Israel hier bildlich einer Frau dem Herrn grgenüber zu vergleichen wäre? R. Mose« Sofer gibt hierüber folgrnde Erklärung. Die Wurzel obigen Worte« ist מן. welche Speise, Nahrung bedeutet, der Man» ist der Ernährer de« Weibe«, wie wieder die Frau die Zuberriterin der Speisen für den Mann ist. Beim Ableben de« einen ThrilS wird drr andere seine« Nährer« deraubt, dahrr die Dorsetznng der verneinenden Partikel אל. Nach dieser Erklärung sollte eigentlich der Mann אל״מנה, beraubt seiner Zuberri» terin, und die Frau אלימן beraubt ihre« Ernährer« heißen. Daher, so schließt N. Mole« Sofer. sah sich der Talmud veranlaßt, diese Benrnnuug von ihrer iu der zweiten Ehe zu erlangenden Morgengabt abzuleiieii, worin zugleich die Hinweisung liegt. daß sie eine andere Ehe schließen darf. Drr eigentliche Name einer Witwe jedoch war ursprüng» lich ׳אל-מן,,Mannlose", daher die Stelle in Jer. 51, 5. gerechifertigt. Unsere Lescr werden ganz gewiß über diese sonderbare Sregese de« gelehrten Rabbi verwundert sein; aber noch mehr, wenn wir ihnen den Jrrlhum nachwrisen» in welchen obige Talmudstelle R. Mose« Sofer geführt. Der Ausdruck der erwähnten Mischna, daß eine Witwe zur Morgrngabe 100 erhäl», ist nicht präzis, da r« noch andere gar nicht vertieiralet gewesene Frauenzimmer gibt, die ebenfalls nur 100 haben. Als Gegensatz zur Jungfrau, die 200 bekömmt, müßte der Ausdruck כעולה stehen. Diese Anfrage stellte eigentlich der Talmud ימאי אלמנה Warum wählte die Mischna den Ausdruck Witwr? Darauf erwidert R. Ehauina aus Bagdad: מנה , weil sie eben 100 erhält, d. h. des Wortspiels halber hat die Mischna diese» Ausdruck gewählt. Der ,weite Fragesteller: אלמנה דכתיבא באוד״תא wußte schon den eigenr. licheu Sinn der früher» Stellt nicht mehr und scheint diese Frage einer andern Zeit oder einer andern Schule anzugehören. E« war mithin ganz und gar nicht die Abflcht de« R. Chanina, da« biblische Wort אלמנה zu erklären, dessen Deutung klar ist, t« hat אלת zur Wurzel und bedeutet die Berstummte oder Derlaffenr. weil im Haust dr« Tode« jede Freude verstummt und dir allein Zurückgelaffeur anch Niemaudeu hat, dem sie die Gefühle ihre« Herzen« mitlheilen kann. Wird ja schon die Stellt: סתת סיך לאלת (Spr. 31, 7) vom Midrasch auf Witwen und Waisen bezogen. Uebrigru« mögen dir Leser dieser Abhandlung dirselbe uicht al« einen Ausfluß meiner Mißachtung gegen dir Mauen de« sei. Sofer aosehen; ich selber, der blo« einmal bet einer Durchreise da« Glück hatte, den Berrwigten persönlich kenueo zu leruru, hege die tiefste Achtung gegen seine talmudischr Gelehrsamkeit, aber darin besteht ja der Ruhm de« Judenthum«, daß e« kein Autorität«.Dogma aoerkrönt, vor welcher Lehre auch rin R. Mose« Sofer fich beuge« muß. Korrrspondr»). Ausland. L. J. kKeW-Dork, im November. (Fortsetzung drr allgemeine» Gesetze. *) Don Klage» uvd Verhöre». Z. 1. Sine Loge, dir in Erfahrung bringt, das ei» Bruder gend einer Loge flch eine Verletzung drr Grundprinzipien de« Orden«, *) S. die vorig, Nummer. ') S. dir vorig» Nummer.

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