Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 20 (17.5.1865)
- Date
- 1865-05-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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335 336 polemisirte jedoch der Karäer Jefet den-Ali (im 10. Jahrh.) sich stützend auf den PsalmverS: ״Du hast ihn ein wenig nachgesetzt den Engeln."3") Ebenso polemisirt Jbn Esra3 ) gegen Saadia. Dieser sei mit seiner Behauptung von dem Endzweck der Schöpfung durchaus nicht in daS Geheimniß der Wahrheit cingedrungen (לא עמר בור חאמת). Die Engel werden in der Schrift ״göttliche Wesen (אלהים) genannt, ebenso wie die Sterne ״Söhne Gottes" (בני אלהים). Die Beweger der Sterne seien unveränderliche, unfehlbare Wesen, wie sollten nun diese des so vergänglichen Menschen halber geschaffen worden sein? Auch sei es durch astronomische Beweise dargethan, daß ein einziger von den 15 großen Sterj neu 70 Mal so groß sei als die ganze Erke — wie wäre? eS nun anzunehmen, daß daS zahllose Stcrnenheer nur da! sei, um stanl'geborner Geschöpfe willen? Ebenso sei die De- ׳ hauptung, daß der in der Mitte einer Frucht befindliche \ Kern wichtiger sei, als die Frucht selber, weil jener in der j Potenz einen lünstigen Baum in sich trage, ganz falsch —! da Alles, waS bereits in der Wirklichkeit (in 36«») sich be j findet, besser ist. als daS bloS Potentielle. Noch unrichtiger > sei cö, daß der Dotter deS EieS das Wichtigere sei, weil i er die Substanz deS neuen Organismus bilde, da im Gegen-! theil der Dotter nur zur Nahrung dem im Stadium der! Entwicklung begriffenen neuen Organismus diene. Und wenn! endlich der Talmud eö ausspricht, daß der Mensch Vorzug-! licher sei alö die Engel, so seien damit eben nur die zeiti welligen, nicht die ewigen und rcingeistigen Engel, wie Mil chael »nd Gabriel, genannt. Maimnni, der Aristotcliker, ist natürlich ein ent-! schiedener Gegner der Ansicht Saadias. Von Aristoteles i nämlich wissen wir den geraden Gegensatz zu der von uns ן oben dargestellten saadia'schen Meinung. Diejenige Sphäre,! welche in der Peripherie sich befindet, sagte Aristoteles, ist! die bessere, die schlechtere dagegen diejenige, welche um den; Mittel p unkt der Weltkugel sich hcrumlagert. Jenes ist j der Himmel, dieses die Erdkugel, zwischen beiden die Pla- : netensphäre. Der Himmel steht der ersten bewegenden Ursache am nächsten; seine Theile, die Gestirne, sind leidenlose, nicht! alternde und ewige Wesen, welche daS beste Ziel erreicht! haben, ewig in müheloser Thätigkeit begriffen. Eine niedere! Sphäre gegen die Sphäre der Firsterne bildet die Sphäre der Planeten, sie stehe dem Vollkommenen schon weniger nahe. In der Milte der Welt stehe endlich die Erdkugel, am weitesten ab vom ersten Beweger und daher nur im geringsten Maße deS Göttlichen theilhastig. (S. Sckwegler, Ge'ch. der Filosofie S. 71.) Und an diese von Aristoteles vorgezeichncte Bahn hält sich Maimuui. ES wäre thöricht, zu denken, die Sterne und die Engel wären unserthalben geschaffen worden. 3*) Wol sei der Mensch daö Vollkommenste und Edelste ans Erden, doch im Verhältnisse zu den Sternen und geschweige zu den ״getrennten Geistern" verschwinde das menschliche Sein in Nichts. Noch eine andere höchst eigenthümliche Frage beschäs, tigte die ReligionSfilosofie. Wenn wir uns die Engel als ganz körperlose, reingetstige Wesenheiten denken, wie ist eS dann möglich, eine Mehrheit von Engel» anzunehinen? Nur körperliche Dinge oder auch Geister, die im Körper sich befinden, unterscheiden sich gegenseitig und trennen sich dadurch von einander, sie unterliegen mithin der ״Zahl" "j Vrgt. Munt» Manxv», E. 47 ü. ״) P׳nl. Kommen«. Genes. 1.1.: אל תשים לבך אל רברי הנאון שאומר שהאדם,ינכבר מהמלאכים• W,r fenm&un «>>» jfto* dir erste Redakiion de» Prut. .Komment., abaedruckt im O»ar Nechmad 4. Dlumenf. 11. E. 210. ") s. M°r. ui. ,3.: ולא תטעה בנסשך ותחשוב שהנילנלים והמלאכים נבראו בעבורינו. 80) ןa (tQi&piv ttoXlti,!?iijr fy« — l>lefer aristotelische Satz galt da als filosofische Prämisse.) Doch was sollte oder könnte j Geist von Geist trennen und unterscheiden? — Diese Frage wurde ursprünglich gegen die!ndividnelle Fortdauer der ' menschlichen Seele erhoben. WaS sollte Seele von Seele I trennen nach ihrem Scheiden von dem Körper? 33) Jbn-! Badja und Jbn Roschd erklärten sich daher auch wirklich! gegen die individuelle Fortdauer der Seele, sie dachten sich! die Unsterblichkeit als ein Aufgehen aller Seelen in den all« gemeinen ״Erdgeist" (שכל המועל). Und auch Jbn-Sina soll, nach der Angabe Jbn-Roschd'S, die persönliche Unsterblichkeit nur auS Rücksicht gegen den herschenden Volksglauben gelehrt haben.'") — Nun dieselbe Frage anch auf die Mehrheit der Engel bezogen, findet sie sich bei den jüdischen Arabern un« sercS Wissens am ersten bei Maimnni. Er beantwortet dieselbe (More I, 74. »nd II, 4.) durch die Theorie der Ema- Nation. Die Engel unterscheiden sich dadurch von einander, daß der Eine Ursache (עלה), der Andere jedoch nur Wirkung (עלול) sei. Josef Aldo (I. 6. II, 12), mit dieser Anwort sich nicht befriedigend, findet lieber den Unterschied der Engel in den verschiedenen Graden ihrer GotteSerkennlniß. Dies wurde vor Albo auch schon von Levi ben Gerson (Ralbag) gesagt. Die Gesainintordnung des KoSmoS sei von Gott hcrvorgebrackt, doch die sogenannten Sphärengcister stehen nur einem Theile dcö KoSmoS vor. Dadurch kenne jeder Sphärengeist nur die von ihm ausgehende Ordnung. Somit sei ein Sphärengeist von dem andern geschieden so zu sagen durch daö Gebiet, dem jeder derselben vorstehe. — Indessen scheint Beiden, Gerson wie Albo, entgangen zu sein, dab Maimnni selber in Jesode Ha-Thora H, 5. und 6. diese Ansicht ausspricht. Daß die Engel in der heiligen Schrift selbst durch den heiligsten Gottesnamcn, dnrch daS T e t ra g r a m in a to n, bezeichnet «verdcn, wird, ebenso wie von dem Talmud 35), fast von allen NeligionSfilosofen 33) behauptet. Aber ebenso zieht sich anch, voin Talmud3?) angefangen, durch die ganze jübische ReligionSfilosofie übereinstimmend der Gedanke, daß Anbetung der Engel dem Götzendienste gleichzustellen sei. — Die 5.• Grundlehre deS JudenthumS sagt nach Maimuni auS, daß wir kein Wesen außer Gott, nicht einmal die Engel, und selbst nicht als Vermittler, anrufen dürfen (Mischna-Kommentar Synhedr. 63p. 10.) — NachmanideS bezieht daS Gebot im Dekalog: Du sollst keine andern Götter haben auf die Anbetung der Engel (Kommentar zu > Erod. 20, 3., vrgl. auch dessen ״Derascha" S. 15.) — 1 Albo verwirft daher alle Gebetstücke, darin Namen der Engel erwähnt werden38), nimmt jedoch die Kabbala in Schutz, die nur den Uneingeweihten zu Mißverständnissen veranlasse, da in derselben oft Namen vorkoinmen, die man wol für Engelnamen hält, die aber bloS chiffrirte GorteSnamenen seien. Er zeigt daö an den beiden Namen מצ״סץ und כו״זו במו״כסו : dechiffrirt sei der erstere Name nichts weiter als das Tetragraminaton; der andere sei nur eine ") Akeda zu Ruth «der dir Strllr: כי המית יסריך־ ביני ובינך, wo die Getrenntheit drr Srelrn auch nach dem Todr durch die Abstufungen ihrer tSrkeniiiniß erklärt wird. — Gegen dir Ansicht de« Id».Badja und Iba Rolckd schrieb der Scholastik.-Albert der Große rine Schrift unirr bei» Tuet: Llbellus contia cos qui dicunt quod post sepHrationem ״x ouinibus animabus non remanet nisi intellectus et unima un». ") Brgl. Munk, I»e xuids, 1. S. 43S. S. Synhedr. 38, b. ") S. Saabia I. e II. S. Smuua rama 11, S. More U. 41. Raschdam. Komnienl. Teues. >8. 1. Jtkar II, 28. 1״ S Synhrdr. 1.0..- אי הכי נפלת ו ליה? כתיב אל תמר בו — srrnrr das.: הימנותא בירן דאסילו בסרוונקא נמי לאקבילניה ") Der Kommentar ,^nallnr" versucht »doch »ine Apologie de» Pi«mon«: מלאכי הרתמים-