Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 20 (17.5.1865)
- Date
- 1865-05-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2542917-2543219-2543240--4223-2548177- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
33S 334 eine Sendung GotteS erfüllt. Darum wird nicht nur die ״separate Intelligent", ändern ebenso jede Kraft in der Natur, jedes Geschöpf in der großen Wesenkette, leblos oder belebt, soferne eS beiträgt zur Erfüllung einer göttlichen Absicht, Engel, d. i. Sendbote GotteS genannt. So heißt der Profit, der hinzieht im Aufträge GotteS, Engel. **) Die vier Elemente sind Engel. Die Sterne selbst, nicht nur die sie bewegenden Intelligenzen, ebenso wie die Eiub i ld uugSkraft und den Verstand des Menschen — die Natur« kraft, durch welche die Pflanze wächst oder das Embryo im Mutterschoße sich gestaltet — eS sind lauter Engel." Wie stark ist die Blindheit der Unvernunft, ruft M., und wie nachlheiliz in ihren Folgen! Wenn du zu Einem von denen, die sich die Weisen in Israel nennen, sagen würdest, daß Gott einen eigenen Engel bestellt habe, um im Schoße deS Weibes die Leibesfrucht zu gestalten, du würdest sicherlich bei ihm Beifall finden, denn er würde darin die Macht und Größe Gottes erkennen. Ja, er würde zugleich glauben, daßdieser Engel ans brennendem Feuer besteht und so groß sei, wie der dritte Theil deS ganzen Universums. Sagst du ihm dagegen, Gott habe in den Samen eine bildnerische Kraft gelegt, durch welche sich diese Glieder formen und zum Menscheu gestalten und daß diese Naturkrast eben ein Engel sei — dann wird er diese Ansicht fliehen, weil er nicht einsieht, wie gerade hierin zumeist die Allmacht GotteS zu bewundern ist, daß überall im Innern der Natur, den Sinnen unwahrnehmbar, die geheimen Kräfte wirken!" (More II, 6.) Diesen wahrhaft schönen Gedanken will aber M. zugleich auch auf die talmudische Engellehre übertragen. Denn wenn eö z. D. heißt: ״Gott wirkt nichts in der Welt, ohne sich mit seinen Engelschaaren zu berathen" a3); oder:! ״Gott hat sein Tribunal zu Rathe gezogen über die Gestal- I tung eines jeden Gliedes im menschlichen Organismus" 24) — so könne das wol nicht, wie die Thoren meinen, im buchstäblichen Sinne zu nehmen sein. Sollte denn etwa der Schöpfer den Rath oder die Mithilfe der von ihm erschaffcnen Wesen nöthig haben? Sondern diese und ähnliche talmudische Stellen wollen nur sagen, daß Gott in der Natur nicht anders alö nach weisen Naturgesetzen und darnach geregelten Kräften — die sämmllich Engel Gottes sind — schaffe und wirke. Dasselbe drücken auch die Stellen auS: ״Ein Engel sei gesetzt über Dieses oder Jenes in der Natur"(מלאך הממונה על אוחו ה1ם״); ober: ״EinEngel könne nicht zwei Missionen verrichten" (אין מלאך אהד עושה שחי שליהות), womit gesagt werden solle, daß jedes Wesen in der Natur, wie daö Feuer, das Wasser, die Luft u. s. w. sein eigenes Naturgesetz habe, das von seiner einmal feststehenden Norm nicht abweichen dürfe. — Ebenso wenn der Talmud die Engel GotteS, die Jakob in seinem Traume auf den Stufen der Leiter auf- und niedersteigen sah, ebenso wie die Stnfen der Leiter selbst, auf die Zahl vier reduzirte, von denen zwei aufwärts und zwei abwärts stiegen 2צ) — so seien hiermit die vier Elemente gemeint, von denen zwei, Lust und Feuer aufwärts, dagegen zwei, Wasser und Erde, immer abwärts steigen. ") Drgl. auch Zbu-Esra, Eint. zum Pentateuch-Kommentar: המלאך בין ארם ובין אלהיו הוא שמלו. .אין הק״בה עושה דבר עד שנמלך בפמליא שלמעלה (" Spnhrdr. 38. b. כביכול הוא ובית דינו נמנו על כל אבר ואבר שבך (״ והושיבו אותו על כנו שני הוא עשך ויכוננך. ״) S. Chul. 9l. b.עוליבם שנים ויורדים שנים וכי פגעי בהדי הדדי הוי ארבעה• — Morr 1, 15. jkLoch bezieht M. diese Engel auf die Prosrteo. So sagt auch Levi b. Gerson ,um 1. B. M. 1V. 7: מלאך ה״. הוא אחר מןהנביאיגם אשר היו בומן ההוא כי הנביא נקרא מלאך ה׳־. Man sieht indeß, auch Maimuni gelangt, ebenso wie Jehuda Ha-Levi, zur Eintheilung in ewige und zeitweilige Engel (More H, 6.: מהבם קיינם ומהבם אבר). Jedoch mit I dem Unterschiede, baß nach Ansicht deS Letzter« Gott zu 1 gewissen Zeiten und für bestimmte Fälle eigene Engel er- 1 schaffe, die nach verrichteter Mission wieder zu sein aufhörea; « während nach Maimuni die zeitweiligen Engel nicht eigen- V geschaffen werden, sondern eS nur Kräfte in der Natur sind, ß die so lange den Namen Engel führen, als sie einen von | Gott beabsichtigten Zweck vollführen helfen. Nur finde zwi- 1 schen den Engeln im eigentlichen und den im weitern Sinne 8 ein weseutlicher Unterschied statt. Die letztern sind willen- 1 und bewußtlose Werkzeuge, die erstern hingegen sind bei AuS- V führung ihrer Sendung mit freiem Willen begabt, wie der D Mensch; jedoch während der Mensch, eben kraft seiner Willen-- | freiheit oft das Gute läßt und das Böse wählt, während der | Engel, trotz seines freien Willens, doch immer nur daS Gute ־< (I. c. cap. 7.) •j Ob dies ein Vorzug für den Engel sei, oder ob nicht i| im Gegentheil der Mensch, gerade weil ihm die Ausübung \] deS Guten so viel Kampf und Ueberwindnng kostet, höher V stehe, alS der Engel — dies ist eine Frage, welche die Re- I ligionöfilosofie zum Gegenstände der Controverse gemacht hat. | Die talmudische» Lehrer stellten den Menschen höher, als den 1 Engel. DaS geht ganz deutlich auS sehr vielen Stellen her- 8 vor.Und Saadia2?) folgt dieser Ansicht. Der Mensch 1 sei Zweck der Gesammtschöpsung. Denn daS im Mittelpunkte g Befindliche sei immer wichtiger, als waS in dessen Peripherie f sich befindet. Dies zeige sich in der ganzen Natur vom Klein- 1 sten bis zum Größten. Die Rippe, die in der Mitte eine- I BlaueS sich befindet, sei die wichtigste im Blatte.*יי) Ebenso | sei eS bei der Baumfrucht, denn in dem sogenannten Kern- § vbst sei der Kern wichtiger, als die denselben umschließende | Frucht, da auS jenem ein neuer Baum gewonnen wird, und! in dem Schalenobst, wie Mandeln, Kastanien u. s. w. sei I doch gewiß daS Innere wichtiger, alö die äußere Schale. | Beim Ei rst der Dotter wichtiger, als daS denselben umgef bende Eiweiß. DaS menschliche Herz, der Sitz der Seele I und der natürlichen Warme, bilde den Mittelpunkt im OrganiömuS deS Menschen, und der ״Sehgeist" (ליוה הרואה; f arabisch heißt derselbe 29•אלרוח אלבאצר) habe in der Mitte I des AugeS seinen Sitz. — Nun befinde sich die Erde im l Mittelpunke der Weltkugel, während die Sphären sie um- | schließen, mithin müsse die Erde Zweck der Schöpfung sein. jj DaS Edelste auf der Erde sei der Mensch, der durch seine | Vernunft Erde und Himmel umfaßt, folglich sei der Mensch I der Endzweck der ganzen Schöpfung und stehe dadurch höher | nicht nur alS die ätherischen Sterne, sondern als die noch f ätherischer gebildeten Engel. I Auch David den Mervün al-Mokamez (im 9. : Jahr.) ist der Ansicht, daß der Mensch, als Mikrokosmos,;׳ daS vollständigste aller Geschöpfe sei und daher einen höher« | Rang in der Wesenketten einnehme, als die Engel; dagegen f 1״ So t B. Ehulin 91. b. חביבין ישראל לפני הקביה I יותר ממלאכי השרת; Bensch, rab. cap. 8.: אם זכה אדם אומרים I 3;לו אתה קרמת למלאכי-ll»« 3c61 cap. 534: 1 גדולים צדיקים | השרת יותר ממלאכי חשרת. וי Smuuot we-Deot IV- Eiul. j יי) (S« ift dir» ein, B׳b-»p»1ng. in welche auch dir ueurre Wiffeiischast einlllmmi. Denn die botanische Physiologie rrfenul in den DIällkru die Atvmung-organe der Pflanzen und nennt dir dir Blätter 1 durch,iebeudeo Nippen die Lungen derselben. '-Legt. den sehr iafleuktiven Aussatz: .Die Lungen der Pflanze»- von Dr. Willkomm. (Gartentaube 1855. S. 36 ff.) . . ") Der .Sehgtlfl- (Spiritus vlsivu», onrito* nrtvfta) ift (in von Len Griechen (Ater. Apheod.. Problem. I. 74) zu den Arabern üdergeqangener Ausdruck. 3» Morr findet sich derselbe zweimal: l. 32 und II, 29.