Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 19 (10.5.1865)
- Date
- 1865-05-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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321 322 B. Rima-Szombat, Sode April. Der io dieseo Blättern zu wiederholten Malen genannte Losonzer Rabbiner Singer weigerte sich dieser Tage, eine Trauung io der Synagoge vorzunehmeu; di« Brautleute und ihre Verwandten, — einer der Beistände war der rühm« lich bekannte Vorsteher Schneiedl, — begaben sich hieher, und unser Obrrrabbiner, Herr MaiSner, nahm dir Trauung vor, ohne jedoch die Stola annehnit» zu wollen. Diese, sagte er, gehört dem Losonzer Rabbiner?) Z. Altofen, im Mai. Sine arme Frau aus dem Sümegher Komitale, tan, zwei Söhne in einem Alter von 8 und 10 Jahren nach Jorr Dea 203, 2 »och nicht in den BuiidNbrahamS aufgencnimca waren, fand in unserer Gemcinde tie Unterstützung. welche sie anterSwo vergeblich gesucht hat. Der Mohrl, Herr Jakob Leipniker, Notar der SHevea Kaldischa. hat die Operation mit gewohnter Meistcrschast voslzoge». Der Sprlalarzt, Herr Dr. Janowitz, hat den Kindern die möglichste Sorgsalt gewidmet, und Herr Oderrabbi Hirsch hat der hlls-bedürsligcu Mutter seinen einflußreichen Beistand angedrihen taffen. E. Prag, 30. April. Der Mil Recht brlieblc ״Jklustrirte israr. litische Bolkslaienber" für das Jahr 5620. — es ist dies der 14. Jahrgang, — wurde von dem verdienstvolle» Heran-gtber PaschelcS soeben versendet. Der iiiterrffanlc Inhalt der ״Gallerte von jütischen Denk- Würdigkeiten", die zweckmäßige Sinrichtiing des Kalenders und der billige Preis — 36 kr. — sind vollkommen geeignet, diesem Dolksbnchc eine» weiten Leserkreis zu sichern. Daß tie ״mnthmaßlichc Witterung" noch immer eine» Platz in demselben einiiimmt, wird freilich kein Pernünfliger billigen. öl. Brünn, im Mai. In unserer KiilluSgemeiiidc beginnt es nun reger und levendiger zu werden. Man fühlt oedenllich in allen Gemeiiideinstiliilioiie» eine» frischer» Odem wehe» und kräsligercS Leben pulsiren, nnd dies gibt sich dcsonderS kniid aus den einer KillluSgemcindc zunächst liegenden Gebieten: Kultus und Nntcrrichr oder Gotteshaus und Schute. Wir wollen heute üder GotieSbauS und Kultus berichten und nächstens von der Schule. Der hiesige Tempel wurde früher einmal nich« mit Nnrecht ״Alt-neu" Schule genaniit. weil in demselben Altes und Neues nicht etwa aufgelöst in friedliche Harmonie, sondern in greller Dissonanz neben, und ulltrreinander ging-, so Orgelklang und Shorgesang neben Summe» und Brummen, Schreien und Plaudern. Hinwkglassung der Pijutim »eben Beibehaltung der מערבית, Reiniguilg der GcbctSsorineln neben Beibehaliung der Jchi Razon vor und zwischen dem Schofarblasen, das Kol Nidreh ,e. Abschaffung der der Mizwolh-Versteigerung »eben Beibehaltung der für Spendengelöb« niffe zu erkaufenden Mlscheberachs. Jetzt beginnt eanders zu werden, der neue Vorstand geht mit Siser daran, den Forderungen der Neuzeit Rechnung zu tragen und die Altneue Synagoge in eine» neuen Tempel zu verwandeln. Auf Antrag der Kultussektion ist bereits so manches entfernt und wird hoffentlich noch so manche- Abgelebte entfernt werden. Zuerst fiel der Jekum Purkan, der einerseits wegen de« aramäischen Dialektes unverständlich und anderseits wegen daauf die seit mehr denn 800 Jahren erloschenen Würde der Resch Gelolha, Resch Kallah k. sich beziehenden Gebete« gewiß unzeitgemäß war. Ich kann nicht umhin, hier eine kleine Anekdote milzuiheilen. Sin sogenannter Lamdan fragte mich mit Verdruß: Warum man denn jetzt diese« schöne Gebet, worin der Segen für das Haupt der Bräute ersieht wurde, nicht mehr verrichten will. Noch lange schüttelte er ungläubig den Kopf bei meiner Erklärung, daß hier weder von Braut noch von Bräutigam, sondern von den Schulhäuptern zu Surah und Pumbaditha ,c. die Rede ist. Wir führen die« nur au, um zu zeigen, wie zähe man an unver« standenen Formeln seühält. Statt dieses nun entsernteu Gebete« wird hier vom Rabbiner ein deutsche« Gebet für dir Gemeinde, angr« schlossen an da« für den LandeSvater und fürs Vaterland, gesprochen. Nur ist un« hierbei unbegreiflich, warum denn der eine Theil diese« Gebete« mit dem Gesichte gegen die offenen Lade und der andere mit dem Gesichte gegen dir Geweiude gewendet, gesprochen werden muß? Sollte man dem lieben Sott, die Personen, für die man betet, erst zeigen müssen? Ferner wurden die unnützen lästigen MischeberachS für ') Da« von Ihnen verlangte Gutachten wird in Kurzem er, scheinen. Red. die zur Thora Gerufenen und da« ,war nutzbringende, ober dir Weise der Tboravorlesong paralyflrendr Speudenerpreffrn vulgo Schnöder», aufgehoben und letzter,« blo« für außerordentliche Fast, und für die hoben Feste gestattet. Allein einige am vergangenen Peßachfeste vorgrkommenrn Srtravaganzen. wo einige zur Thora Gerufene diese z» einer Demonstration gewiß höchst unpassende Gelegenheit ergriffen, um ihre Opposition gegen den Vorstand und gewisse Vereine zu zeigen, hat bereit« den Vorstand überzeugt, daß in dieser Beziehung gänzlich auf« geräumt werden müsse. Diejenigen also, welche in Hinkunft von einer wahrhaften HerzenSergießung, nicht aber von eitler Prablsucht oder gar durch Pression von Außen getriebrn, eine fromme Spende ma» che» wollen, werden sich unmittelbar an die fromme» Vereine selbst wenden und werten e« wcl verschmerzen könne», daß ihre Güte und Großherzigkeit nicht durch die Posaune de- Mischeberach - Recitator«, SchameS genannt, in die Welt biueingerufen wurden. Am vergangenen Peßachtage wurde endlich auch מערבית ad acta gelegt. Auch für die Herstellung der Rübe und Ordnung während de« GolleSticusteS ward durch die Sreirung eines au« 24 Mitgliedern br» stehenden Tempel-Kommissariates gesorgt. Zu jedem Gottesdienst, kom« men einige dieser jungen Leute, die durch das Abzeichen einer David«« leier als Kommissäre zn erkennen sind, um, wie man von der David-« leier sagt, de» leisesten Hauch einer Unruhe zu fühlen »uv ab,»wehren. Hoffentlich werden wir zur Zeit noch von so manchen Abänternngeu in der hier gewöhnlichen Liturgie und von so mancher Abstellung der Uebclständc zu erzählen habe»; doch erlaube» wir uns, den Vorstand י aufmerksam zu machen, daß er sein Augenmerk nicht blo« auf Kürzung > nnd Vereinsachuilg de- GolleSdiensteS. sonderu auch auf die Verherrli« chung desselben und auf Erhöhung der Andacht richten soll. Als da« beste Mittel hierzu erweist sich hierzu tie Siiisührung von Liedern und Gebeten in der Muitersprache. Für jede« wichtige Moment beim Gottcsdicnste. für jedes besondere Fest sollte ein Lied oder ein Gebet in der Muttersprache den Ausdruck der uns beseelenden Gefühle bildru. Warum sollte nicht besonder« der Sintritt eine« jeden Festes, sowie der des Sabbaths Lurch die Sabbatblieder, Lurch ein der FesteSitre entspre« j chendes Lied geweiht und gehoben werden? S« ist den, menschlichen; Gefühle höchst peinlich, an besonderen Festzeitrn mit den gewöhnlichen 1 AlltagSgedanken vor Gott zu treten; wen» man die erhabenen gemüth« lichen Feste mit dem auch für Werktage üblichen Maarivgedele beginn«, so muß man sich wie in Werkiagsklcidung Vorkommen. M:r festlicher Stimmung, mit festlichen Gesühlen und Gebeten, wie in festlicher Kleidüng will man an solche» Tagen vor Gott treten; zu diesem Zwecke entstanden ja di, Maarovi« , Pijutim, Kol Nidreh »., nur sind diese aus vielen Gründen nicht mehr zeitgemäß. Nimmt mau un« aber מערבית und wird wahrscheinlich auch ב^ 2ררי nehmen, so gebe»' Sie meine Herren Vorsteher un« einen entsprechenden Ersatz dafür, Herz« und Seele erhebende deutsche Lieder und Gebete. Seantworiung einiger in Nr. 14 -es 6״. LH." gestellter Fragen. Ad 1). S« finden sich allerdings iw Talmud und Midraschim Personen, die in Freundschaft mit einander verbunden waren. So Ichei» neu die Märtyrer R. J-aiael b. Slisa und R. Simon b. Gamalirl nach dem Midrasch Eie eskera (Deth Ha-Midrasch edit. Jellinrk 2 Th. S. 66.), innige Freunde gewesen zu sein. Siu Freund R. Simrou b. Gamalirl« II. war offenbar R. Jakob Karschai, welcher ihm so treffliche Dienste geleistet, al« R. Nathan und R. Melle e« darauf angelegt hatte», ihn seiner Naffiwürde zu entsetze» (Horajoth 13. d.) Diesem R. Jakob b. Karschai vertraute auch «. Simeon b. Gamalirl dea Unterricht seine« Sohne«, de« nachmal« f» berühmten Naffi R. Jehuda I. an (Jeruschalmi Eabbsth 10, k.) — Zwischen R. Jehuda Ha-Naßi und R. Joße b. Shalesta bestand sicher« lich rin sreundschasiliche« Verhältniß; denn der Naßi nahm in der Regel den Aulspruch R. Joße« für di, Halacha al« maßgebend an, nnd al« er einmal au«aahw«weisr der Ansicht R. Jehuda« beipflichtra wollte, beklagte sich der verwöhnte R. Joße darüber vir über eine Unbill (V*« ßachi« 100, R.) R. Joßeb. Shalesta scheint auch identisch mit«.Joße