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Ben Chananja · 1865-05-10 · 19 (10.5.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
19 (10.5.1865)
Date
1865-05-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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819 320 Schwab, verfass,» de« Werke«: ,Land und Leute m Ungarn-, der die «wähnte Fabel seinen Lesern al« historische Wahrheit aultischt. keine«, fall« berufen ist. über jüdisch-historische Spezialitäten zu schreiben. Wenn Sie aber, Herr Redakteur, auch da« Kapitel de« genannten Werke« gekeseu hätten, welche« speziell von den Juden handelt, hätten S«e nicht nur die Ignoranz, sondern auch die Gehässigkeit und Intoleranz de« Herrn Schwab nach Gebühr hervorgehoben, obschoo derselbe ganz ent« schieden für die Juden,manzipatioo plaidirt. Wenn aber die ungarischen Juden so beschaffen wären, wie sie Herr Schwab schildert, würden sie die Emanzipation wirklich nicht verdienen. Al« charakteristisch hebe ich hervor, daß zehn Spalten der Abhandlung den ungarisch,jüdischen Räubern ge, widmet find!! Im Uebrigen überlasse ich die Würdigung der famosen Abhandlung, aus die ich hiermit nur aufmerksam gemacht habe» will, berufeneren Federn. D. K. Pest, 2. Mai. Die hiefige Gemeindevertretung gibt bei jeder Gelegenheit die schönsten Beweise ihrer humanen und edlen DenkungS» art, vornehmlich aber in der Förderung wohllhäliger und liebevoster Zwecke. So haben wir unter anderen menschenfreundlichen Werken derselben zu berichten, daß wie alljährlich auch während der eben verflos» senen Peßachfeierlage nicht nur zahlreiche arme Familien und Soldaten, sondern auch eine große Anzahl unbemiltcllcr Studirender mit Mazo« versehen und außerdem 16 LchramlSkaudidalen mit vollständiger Kost bedacht worden. — Der durch seine Liebe zur Schule und zur Jugend, sowie durch seine Gelehrsamkeit rühmlichst bekannte Herr Dr. Josef Hauser. Präses der isr. Schullommiffion, »st leider seit einigen Wo, chen bedenklich erkrankt und in allen Schichten der Gemeinde, unter allen Parteien derselben, zeigt sich die wärmste und rührendste Tbrilnahme für Len verehrten kranken und au« jedem Munde hört man den Wunsch, daß ihm der Allmächtige zum Wohle der hiesigen Gemeinde wieder die Gesundheit schenken möge. Leider ist der Gesundheitszustand in Pest kein erfreulicher, und unter den vielen Sterbesällen haben wir hier den frühzeitigen Tod der Gemalin des verdienstvollen und allgemein geachteten Herrn Moriz Wahrmann als einen solchen zu berichten, der auch in weitern Kreisen das tiefste Beileid Hervorrufen wird. Am 30. April wurde diese junge und verdienstvolle Dame in Anwesenheit von vielen tausenden Trauernden zu Grabe getragen, bei welcher Gelegenheit Herr Oberrabbiner Meise! mit herzergreifenden und rührenden Worten die Verdienste der Frühdahingeschiedenen würdigte. In kurzer Zeit erscheint von dem Direktor der israelitischen Mu» sterhauplschule Herrn A. Lederer eine ״ErziehungSlehrc für israelitische Lehrer und Ellern", die sich ihres reichen Inhaltes wegen in den Familienkreisrn Eingang verschaffen dürfte, da es bis allher an einem derartigen Werke waugclte. A. Z. Strafe, 8. Mai. DeraNgemeili geachtete Präses der hiesigen isr. Kulu-gemeinde. Herr Ignaz Deutsch hat sich, nachdem er durch einen Zeitraum von zwölf Jahren diese KultuSgemeinde sowol. wie auch deren HumanitälS. und BildungSanstalten in ebenso gewissenhafter als erfolg, reicher Weise geleitet und vertreten ha». durch seine Familienverhält- Nisse veranlaßt gesunden, auf diese Ebrenstelle zu resigniren. Unter Füh, rung des pro». Vorstehers Herrn Josef Hirschmann verfügte sich gestern eine Deputatiou de« Vorstände« in die Wohnung de« Herrn Ignaz Deutsch, um »hm eine Adresse zu überreichen, in welcher im Namen der Gemeinde da« Bedauern über seinen Rücktritt und der Dank für sein verdienstvolle« Wirken uud für die zahlreiche» und bedeniendeu malerielleu Opfer, dir er mit seltener Munisizen; zu jrrer Zeil uud bei jrder Gelegenheit der Gemeinde und ibren Anstalten gewidmet bat» ausge« drückt uud zugleich der Beschluß mitgetheilt wird, daß sein Porträt für den Eitzung«saal augeschafft und er für die Dauer seine« Leben« zum Ehrenpräsibenteo der KulttiSgeweiude eruanot wird. Auf die durch de» Führer der Deputation an ihu gerichtete Ansprache, die dem Gefühl, de« Danke« und der Achtung der KultuSgemeindr für idrru nun zurückgetreten,» Präse« tu würdiger Weis, Ausdruck verlieh, erwidettc Herr Ignaz Deutsch, daß ihn dir Anerkennung, die ihm feine Glanberisge, meindr für sein beschridror«. aber immer von dem besten Willen degleitete« Wirken zollt, hoch rrsreur, daß er, wena auch fern von hier, die Gemeind» uud ihre Anstalte» stet« im Herzen bewahren und ihr Wohl zu fördern niemal« aushören werde, uud empfahl der Gemeinde, auch ferner in brüderlicher Eintracht und in Frieden die wichtigen und heiligen Aufgaben zu lösen, die der Zweck ihre» Bestände« sind.') 8. Neubecse, 26. April. Unser Vorstand hat de» Beschluß gefaßt, eine neue Synagoge zu bauen. Da aber die Mittel der Se» weinde viel zu gering find, wird die so oft bewährte Wohlthätigkrit unserer GlaudenSgeooffeu io Anspruch genommen werden. Zu diese« Zwecke werden mehrere Mitglieder der Gemeindevertretung eine Rund reite unteroekmcn. wozu mit dankenSwerther Liberalität von den Direktionen der DampfschiffiahrtS-Gesellschoft und StatSeiseobahuen Fr«, karten zur Dersügoag gestellt wurden. Rühmeod ist auch zu erwähaev daß zu deu Reisekosten die dortigen Handelshäuser Leop. Reizer. Au Reizer u. A. je 50 fl. beisteuerten. <K PakS, 1. Mai. Nachstehende« Schreiben, welche« de hiesige Rabbiner unterm 27. Februar d. I. io deutscher Sprache ua Schrift an den jüdischen Gemeindevorstand in Sleiuamangrr richtet, ist viel zu charakteristisch, als daß ich deffeu Mitiheilung unterlasse: . könnte. Das Schreiben lautet: ״Löbl. Dorstehung! Die Kundmachuo in öffentlichen Blätter», daß Rabbiner E. Rockenstein durch meine Pro icktion in Ihrer Gemeind, angestellt wurde, läßt mich fürchten, miß; verstanden worden zu sein, waS mich veranlaßt, meiu Voriges deutliche, zu wiederholen. Beuanntr Person wurde vor langer Zeit von m»r vortheilhaft protegirt, aber nlcht autorisirt. Sein uachheriger Lebenswandel sowol im Amte in Agram, als in Privatum in Pest, wenn auch solchen Schmähungen, wie אביבית und ח׳ שבח u. bgl. m. ich nie Glauben schenkte, selbst den Anforderungen meiner Amtsgenoffeo al« Augenzeugen in Füred kein geneigtes Ohr leihen wollte; de.1ooch werde ich mich wol bütcn, einen Menschen, dessen Betragen zu solchen Zumu« lhungen Veranlassung gab, einer Gemeinde als Rabbiuer anznempfehten. u.n wieviel weniger die Stelle meine« unvergeßlichen Onkel« und Lehrer« זצ״ל zu besetzen. Zur größer« Ueberzeuguiig, daß dieser Mann nicht frommen Gcmüthrrn Deriranrn einflößen kann, ricth ich Ihnen, Erklärungen über dessen Charakter in benannte», Orlschaslen bei redlichen, nicht saiiatifielen Männern einzuholcn. Joöl lknger. Oberrabbiner." Offenbar hatte Herr Unger die Absicht, die Gemeinde zu Steinamauger gegen Rock,»stein kinzilnehiuen; wie man sagt, hatte er die Nebenadsicht, einen seiner Schwiegersöhne dahin zu bringen. Beide« mißlang ihm vollständig. Nichtsdestoweniger ist ,S den orthcdoren Umtrieben geliingen, in Steinamanger ei» chaßidäischeS Minjan-Konvenlikel zu provoziren, und der Rabbiner in Großmagendorf im Preßburger Komiiate hat die heilige Mission übernommen, in Stetnamangee die Flamme der Zwietracht zu schüren, und es dahiu zu bringen, daß das Beispiel der zerklüfteten Stublweißenburger Gemeinde daselbst befolgt werde. — MaL», 1. Mai. Wie meine unschuldige Notiz unsere Herren Vorsteher so sehr in Harnisch bringen konnte, ist mir unbcgreiflich. Ich habe ja unsere Hillelianer nicht al« eine große Partei geschildert; auch gereicht e« dem Herrn Oberrabbiner Fischer gar »licht zur Uiiehre, von denselben eben nicht verehrt zu werden. Daß fle sich selbst für orlhodorer halten, als den Rabbiner, beweisen sie auf die uozweideutigste Weis, dadurch, daß sie dir Synagoge meiden. Welche vo» Rabbiner besucht wird! Daß die verehrte» Herren Borsteber für balach. Gorträge io viel Pietät hege», ist erfreulich. Halachisch wäre der a« großen Sadbalhe gehaltene Vortrag gewesr». wenn er sich über die vor dem Peßachseste vorzunehmendeu, aber den hiesigen jüdischen Han« fraueu Gottlob genau bekannten Luilrationeu verbreitet hätte. Der wirklich gebaltenr Vortrag war aber nicht halachisch, sondern rin pilpuistische« Ererzillum. welche« »ach dem Urtbeilr aller gebildeten Juden nicht in die Synagoge gehört. Für ein solch,« Minimum von Reform find auch wir Maküer schon ziemlich reif! ') S. die Beilage. Ich gestatte mrr bei dieser Gelegeubeit, de» ׳ verehrten Herrn Ignaz Deutsch für die Großherzigkeit zu danken, mit welcher er die »bm von mir seit einer Reihe vo» Jahren bei oft wiederholten Anlässen im Namen bedrängter Familien unterbreitete« Bitten zu ersülle» bereit war. Herr Deutsch gehört zu den Reichen io, uiigarlsche», Israel, deren Mutusizeuz auch a» dl, jüdische Literatur nicht vergißt. Seine gebiegenen Ei»üchten und leine edlen GesiuitUiigen werden wol auch in Z>1k״nst de» jüdischen Angel,geuheiien zu Gute kommen. מי יתן וירבו במוחו בישראל! Ls«.י

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