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Ben Chananja · 1865-05-10 · 19 (10.5.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
19 (10.5.1865)
Date
1865-05-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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bea eine eigene ihr Vorgesetzte ״getrennte Intelligenz" habe, der die Sphäre vachstrebe. Und daraus glaubte man die Schlußfolgerung zu ziehen, daß eS eben so viele ״getrennte Intelligenzen" (Engel) geben müsse, als eS eben Sphären gibt. Und da die aristotelische Astronomie ungefähr 50 Sphären annahm, so dachte man sich mithin auch 50 Sphärengrister. Und nach Angabe Josef Albo'S (Jkkar. II, 12.) glaubten jüdische Gelehrte hiefür auch einen talmndischen Beleg zu finden in den Worten: ״Fünfzig Pforten der Intelligenz wurden erschaffen in der Welt." °) — Doch kam man bald von dieser Zahl ab und eS bildete sich die herrschende Ansicht, daß eö nur 10 Sphärengeister gebe, welche sich in folgender Weise vertheilen: Eine ״getrennte Intelligenz" für die täglich sich umdrehende Sphäre, eine zweite für die Sphäre der Firsterne, je eine für die 7 Planetensphären, und endlich die zehnte und letzte Intelligenz, welche man den ״thätigen Verstand" oder auch den ״Formengcbcr" nannte, für die sublnnarifche Welt. Diese Zehnzahl wurde bald eine solche stereotype Annahme, daß selbst der berühmte Filosof der Araber, Jbn-Roschd, obschon er die Sphäre der Firsterne mit jener der täglichen Umdrehung idcnlifizircnd, im Ganzen nur 8 Sphären zählte, dennoch hierin mit einstimmte. °) In dieser Annahme von 10 Engeln oder Jntelligcuzcu begegneten sich die jüdischen Filosofen mit den Kabbalisten (״zehn Sefiroth"). Und obschon man biblische Stellen fand, in denen tausende Engel erwähnt werden (Ps. 68, 18. Daniel 7, 10.), so nahm man mindestens 10 Kategorien von Engeln an, für die man auch 10 biblische Namen fand.'") II. Der zweite Beweis für das Dasein der Engel geht ebenfalls von einer Bewegung 0.110, und zwar von der menschlichen Seelenthätigkcit, die man sich auch als eine Art Bewegung dachte, da alles Erkennen in der menschlichen Seele zuerst bloS der Potenz nach vorhanden ist und später erst zur Wirklichkeit übergeht. Diesen Uebergang nun von Potenz zur Aktualität dachten sie sich als eine Bewegung. (Vrgl. Emuna rama II. Hptst. 1. Beweis für das Dasein der Engel.) Jede Bewegung setze ein Bewegendes voraus, und da ferner immer nur Gleiches durch Gleiches bewirkt wird"), so könne diese geistige Bewegung innerhalb der menschlichen Seele nur durch einen reingeistigen Motor außcrhalb der Seele bewirkt werden. Diese reingeistige Wesenheit, deren Mission eS nun ist, in den menschlichen Seelen die geistige Potenz in eine Aktualität zu umwandeln, sei der Letzte der zehn Engel, der von unS bereits obengenannte ״thätige Verstand" (שבל הפועל arab. אלעקל אלפעאל.) ■) Roich-h-schaila Fol. 81 a und 91 a המשים שערי בינה נבראו בעולם. j So sagt Mose Narboni im Kommentar juni Makessid von* בן רשד וכל הסילוסיסום מורים שהשבל הסוער בלוזי.Ga,°l׳Ä1 מניע לגלגל רק שהוא עשירי לשכלים הנפרדים. ") Nach Mamuiiis Iei'rdr da-Tbrra II. 7. sind eS folgend,: .חיוה הקרש. אופנים. אראלים. השמלים. שרפים. מלאכים אלהים. בני אלהים. כרובים. אישים. Andere weiche» r»» dieser Reih, »folg, ad. L.B. מםכה אצילות (kdil. 2ell»1. Auewabl t. 3); ebenso wird dort אלהים nicht unter den ^»geluamen geiäbli »nd an deffen Stelle!שנאניב gk"dt. ") Man machte lirs durch folgende» Gleichniß tlar. Wenn der Schreiner einen Kaüeu veeserligl. wer iß dann ,igenilicher Bewirt,r desselben? Nicht der Lchrelner selbst, sonleen nur die Form r<« KastiNS, die er im Geiste teug — so u>>,d immer Gleiche» durch Gleiche» bewirkt. More II. 4. — Ebenso heißt es ״n Emuna rama iS. 60): מציאות הספינה'בשכל בעל מלאכת הכפינההיאסבת מציאותה — Wik bemerken hier geleg, »ilich, daß auch die dekannle Beltauplung Maiuilliit». aus der Stelle:׳ השמים מספרים כבור אילei die B e, seelthcik der Hniimelskörper erwiesen (More II, S.j, schon von Emnna rama S. 43 anSgesproch.n wurde. - Die Widerlegung dieser Belege« siehe de» Äleda, Pforte 2. - Diese Lehre v dem שכלדפועל, die kn ber Filofoste der Araber ebenso wie der Scholastiker elue höchst bedeut- 8 same Rolle spielte"), ist im Grunde nur durch eiu mißver, 8 standeneS Moment der aristotelischen Seelenlehre entstanden. U Wol spricht diese auch von einem ״thätigen Verstände" N {tovq fToiquMög, de Anima m, 5.), doch keineswegs in ß dem Sinne, als wäre dies ein außerhalb des menschlichen | Geistes auf diesen influirender vovq. Vielmehr hat nach Ari- § stoteleS die menschliche Vernunft ursprünglich von Gott ihre I Bestimmung erhalten, sich durch Selbstthätigkeit zur Objekt!- 8 vität zu entfalten. Ganz anders dachte sich dies die arabische s Filosofie. 13) Sowie — ihrer Ansicht nach — jede Sphäre 1 neben dem ihr innewohnenden Intellekt auch noch eine auf I sie einwirkende ״getrennte Intelligenz" hat, ebenso habe die menschliche Seele, die eine Sphäre im Kleinen, sowie jede Sphäre ein Mensch im Großen ist, eines von Außen auf I sie einwirkenden geistigen Wesens nöthig. — Wie ferner I einer jeden Sphäre eine Sehnsucht eigen ist, der sie bc- 1 wegenden geistigen Wesenheit gleich zu werden, ebenso besitze 8 auch die menschliche Seele, namentlich die des Weisen, eine | mächtige Sehnsucht, dem thätigen Verstände sich anzuschliei ßen, ja ganz eins zu werden mit ihm, waS man | התאהרות עם השכל הפועל nannte ") und darin man das höchste Ziel I der jenseitigen Seligkeit fand. g Nach Kusari I, 87. haben die Araber den thätigen | Verstand mit,dem Engel Gabriel, der im Koran, Sure I, ß 87 auch רוה אלקרם und שריד אלקוי genannt wird, identi- § fizirt. Maimuni (More II, 6) und ihm folgend Josef Aldo (I. 6. II, 11) lassen ihn-ebenso mit dem talmudischen שר fj העולם eins sein. Abraham Jbn-Daud (Emuna rama ed. .§ Weil S. 58) sagt hierüber: Unkundige dürften eine Ent- 8 weihung darin sehen, wenn wir den thätigen Verstand, der | die in unS liegenden Vernunstanlagen entwickelt, - nach dem Beispiele der Araber, den ״heiligen Geist" nennen; allein § längst vor den Arabern ist dies von nnsern Peofeten gejj schehen, denn die Schrift sagt (Hiob 32, 8.): ״Wahrlich, z es ist ein Geist im Menschen, doch erst der Hauch deS f Allmächtigen (ונשמת שרי) ist es, der sie vernünftig 1 macht." — (Denkt hier Abr. Jbn-Daud vielleicht an daS arabische שריד אלקוי?) fj III. Doch gehen wir endlich zum dritten Beweise über. 8 Derselbe geht von der dem gebildeten Leser gewiß bekannten Ij Emanationötheorie aus. Diese beruht bekanntlich auf Ij dem Gedanken, daß die Vielheit der Dinge nicht nnmittelbar | von Gott auSgegangen sein könne, da von dem Einfachen wieder nur Einfaches entstehe, so daß man sich zu der Annahme genölhigt glaubte, von Gott sei in der That nur eine einfache,^ reingeistige Intelligenz emanirt worden, und von dieser soff dann eine zweite, und so zog sich die geistige EmanatiouS- | kette fort, bis sie endlich bei dem zehnten Gliede stehen blieb, welche-, wie wir hier schon wieberholemlich gesagt, der thä- 'ן tige Verstand, oder auch der ״Formengeber" genannt wird § (ואהב אלצור s. SchmölderS Documenta pbil. arab. pag. 33.) | Wol bemerkt Jehnda Ka-Levi (Kusari IV, 25.) sehr Z richtig, daß diese EmandalionStheorie etwas so Nebelhafte-, I SchaltenanigeS sei, daß man sich zu derselben wahrscheinlich | nur darum bekannte, weil griechische Filo sofen siege- | '*) Brgt. biteüber Tennemauu, Gesch. d. Fitosoße 4. Bo. S. 448 Ä Alle arabische» Fitoi'ofcn. von Id». Lina bi« Idn-Roschd zg waren in der Ansicht besangen. daß der arilioleliscke vovt .ס*«זןו>0ד< Mira« außerdaib brr Serie Befindlicheie«. babrr kars e« un< nicht : bmnji&Mi, »rii» wir Maiminii (Wert II. 18.) taae» böten:?&' השב ׳. דסועל על רעח אריסטו והנמשכים אהריו אשר הוא נפרד “) Der jüdische Dichier Jinannel!»omi. bei seiner Wanderung fl durch Paradies und Hölle, mff, den aradiichen Filoiosr« Al-ffarabt in « drr Hölle an: | ישם אבונצר יומו רד. יען אמר כי דתאהדות השבל | האנושי עם השכל הופרד הוא מהבלי הזקנות. ו

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