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Ben Chananja · 1865-05-03 · 18 (3.5.1865) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
18 (3.5.1865)
Date
1865-05-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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297;298 Stamme nach Medien gebracht und mit den dortigen Einwohnern so sehr amalgamirt, daß nur noch schwache Spuren von ihnen die alte und neue Geschichte aufzuweisen vermag. 150 Jahre später ereilte die zurückgebliebenen zwei Stämme Jchuda und Benjamin — die den gemeinschaftlichen Namen ״Juda" führten — ein gleiches Sc^idfai Jedoch bewahrte Juda, in dessen Brust der Lichtfunke der göttlichen Religion nie völlig erlosch, selbst nach dem Verluste seiner statlichen Selbstständigkeit jenen gesunden Sinn, der sich immer zu neuem Lebe» entfaltete. Der Stamm Juda, dessen Nachkommen wir sind, konnte im wogenden Ocean der Völker nicht untergehen, sondern erhielt sich bis auf den heutigen Tag, und wird sich ewig fort erhalten, gleich jenem ewig unvergänglichen Worte, dessen Träger und Pfleger eS ist. Während der babylonischen Gefangenschaft zeichneten sich jüdische junge Leute durch chalbäische Bildung und StatSklugheit so sehr auS, daß sie den einheimischen StatSmännern den Rang ablicfen. Daniel, Chananja, Mischael und Azarja spielten am babylonischen Hofe eine bedeutende Rolle. Und obschon wir in den Fragmenten unserer Geschichte nur wenige solcher Männer verzeichnet finden, so kann eS doch als gewiß angenommen werden, daß außer den geuannien noch viele Juden in Babylon gelebt haben müssen, die durch Geist und Bildung besonders bervorragten. Wie der in Dlüthen prangende Daum von lausend und aber tausend grü- »ende» Pflanzen umgeben und der Farbenpracht der Blumen > umstrahl! wird; ebenso mußten den genannten hervorragenden Männern noch viele andere sich angereihet haben, die, wenn auch nicht sie erreichten, ihnen mindestens nachstrebten. Die nach der Befreiung des Volkes durch CyruS in Babylonien zurückgebliebenen Juden waren in religiöser Beziehuug von ihren Glaubensgenossen in Palästina abhängig. Die Entscheidungen, Bestimmungen und Verordnungen der ״Synagoga Magna“ waren für die babplonischen, sowie für die palästinensischen Juten gleich maßgebend. Daher auch während der ganzen Zeitperiode der ״Synagoga Magna“ und noch einige Zeit nachher ans religionSwissenschaftlichem Gebiete keine weitere Thätigkett in Babylonien sich kundgibt, so wenig, als selbst in Palästina außer der ״Synagoga Magna“ anderweitige Lchrhäuser bestanden. Im zweiten Jahrhundert vor der gegenwärtigen Zeitrechnung wurden sowol in Palästina, wie in Babylonien mehrere Lehrhäuser eröffne», in denen das religionSwissenschaftliche Studium emsige Pflege gesunden, und welche später immer klarer auS dem Dunkel, in welches ihr Entstehen sich hüllt, hervortrelen. Die baby- Ionischen Lchrhäuser und Schulen standen mit denen in Palästina in enger Verbindung. ES werden von der Tradition mehrere Gelehrte namhaft gemacht, die auS Babylonien nach Palästina und von hier wieder nach Babylonien reisten, um die dortigen Schulen zu besuchen. Hillel, der Aeltere, der ungefähr 100 Jahre vor der Zerstörung deS zweiten Tempclö blühte, reiste von Babylonien nach Palästina, erwarb sich hier den unsterblichen Ruhm eines Begründers deö Gesetze- (Snkka 20 a) und gründete eine seinen Namen führende Schule ״ביח הלל״, in der gleichsam der Zettel deS kostbaren Gewebes angesertigt wurde, den die Nachkommen« den Geschlechter mit reichem, buntem Eintrag anSstattetrn. s Nach ihm ungefähr 100 Jahre war eS wieder Nathan, der! Babylonier, und wieder am 100 Jahre später R. Chija, j der sich ebenfalls den Namen deS BegründerdeS Gesetze- | erwarb (Ibid. 20 a). Aber auch auS Palästina, namentlich ß nach der Zerstörung deS zweiten Tempel-, als Verfolgungen E und Bedrückungen das GesetzeSstudium in Palästina er- | schwerten, reisten mehrere Gelehrte nach Babylonien, um daselbst dem religionsgesetzlichen Studium obliegen zu können. So reisten z. B. R. Jose (Jcbamoth 102 a), R. Eleazar den Samua und R. Jochanan Ha-Sandelar (Sifre Parschath! Reich), die im zweiten Jahrhundert nach der gegenwärtigen! Zeitrechnung lebten u. a. m. nach Nezibin (in Babylonien),; wo schon seit langer Zeit eine religionSwissenschaftliche Schule I bestand und jetzt unter Leitung deS R. Jehuda ben Baihira florirte. (Sank. 32 b.) Und wieder später (um daS Jahr 220 nach der gegenwärtigen Zeitrechnung) reist Rad nach Babylonien und wird daselbst Oberhaupt der berühmten Akademie zu Sura. Um diese Zeit aber blühten schon meh-! rere solche Akademien in Babylonien, namentlich in Nahardea, welcher Samuel im dritten Jahrhundert Vorstand; zu Pumbadita, welche nach der Zerstörung deS zweiten TempelS daS Asyl vieler Gelehrten war, und endlich die in Sura,/ die in der Blüthezeit RabS sich zn solchem Glanze erhob, 'i daß sic die übrigen weit überstrahlte. Unö jedoch interessirenss für dieses Mal diese gelehrten Akademien nur in foffrnc, | als sie gleichsam den starken Stamm bilden, aus welchem^ daS lieblich grüne Reis der ״Institution der popu-ß lären Vorlesungen" hervorgesprossen. In Babylonien waren aber auch wirklich populäre Vorlesungen im eigen»-j lichen Sinuc deS Wortes im Schwünge. Sie hießen Kalla*) :E Braut, und der Sabbath, an welchem diese populären Vor-j? lesungen gehalten wurden "״שבת דכלה der Sabbath den Braut (S. Rasch,, Chollin 49 a jh ,,2 .;״מרישיבלהBif| sehr'solche Vorlesungen in Flor waren, welche Theilnahme^ ihnen geschenkt wurde, von Seite der Gelehrten sowol, alSr auch von Seite deö Volkes, wird auS Folgendem deutlich s hervorgehen. R. Deba, der Sohn deS Abbai (3. Jahrhuu׳ dert) versäumte am Sabbath der Kalla, um dieser willen, die pflichtgemäße Lesung deS Gesetzes, sie ans den folgendes Sabbath verschiebend. Weshalb Chija. der Sohn de- Rad,! ihn tadelte, indem er darauf hinwieS, daß ja die normal«; Lesung deS Gesetzes keinen Aufschub leidet (Berachoth 8b.)j — Von dem großen Zuspruch von Seite deS Volkes zeuge» die darauf bezüglichen Sprüche im Talmud, von welchen wl! nur folgenden erwähnen, weil in ihm nicht wenig Humor sich spiegelt. Er lautet: אברא דכלה דוריקא Im Verlaufe der Zeit wurden die zwei Monate EluI und Nissan für diese Art Vorlesungen festgestellt, damit! auch auS weiter Ferne daS Volk herbeiströmen könne, demselben Antheil zu nehmen. Diese Vorlesungen wurden^ ebenso von einem Vorsteher, der den Namen ריש כלה״*| führte, geleitet, sowie die streng wissenschaftlichen VortrLgeU *J Nach Audera Pta aal/ir rufe», ntnnra; bann ab» ad$U ich »« scho» lieber dem aradischca קאלה sormo gleichfttllra. S. Ff«• tagii Lexicon Antbico-Latinum >. v. קול. - '

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