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Ben Chananja · 1865-04-26 · 17 (26.4.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
17 (26.4.1865)
Date
1865-04-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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fett jtantor onftr« ©tmeinbt, Herr Castro, nach Madrid berufen wurde, v« zwei Knaben ia den Bund Abraham« aufzuarhmen und von der Königia den Orden Karl« Hl. erhalten hat. Herr Castro ist Mitglied de« Institute« d'Afrique und DizrprLfideot der Souvoteur« äs in Gironde. Unsere Journal« melden diese Auszeichnung mit großem Beifall; aber auch eia andere« Mitglied unserer Gemeinde ist Ritter diese« Or» den« geworden. Herr Theodore Bloc, einer der hervorragendsten Jndu» striellen. der fich uw die Industrie der spanischen Kolonien große Der, dievste erworben hat; möchte doch diese« schöne Land bald wieder uusern GlaubrnSbrüdern geöffnet werden! Inland.? Wien, 14. April. Don dem jüdischen Komponisten Kohn ist in Spina« Hofwustkalienhandlung eine Elegie erschienen, die den Derehrern de« verewigten Mannheimer gewidmet ist. Kompetente Männer versichern, daß da« Musikstück ein höchst gelungene« ist.? Wien, 14. April. Trotz seiner zahlreichen Verehrer und seiner zahlreichen Verdienste kömmt also Jrllinek doch nicht in die Stadt. Hingegen wird er glänzrnd entschädigt: Man schickl ihm eine Dankadresse, weil er den Gefühlen der Gemeinde bei den um Man», heimer abgehalienen Trauerfeicrlichkeiten einen so idealen Ausdruck ver« lieh. Wenn man die« liest und dann an den Konkurs-Beschluß de« Vor» stände« denkt, kömmt Einem unwillkürlich ShakrSspeare« Spruch in den ״Wort bleibt Wort') — noch Hab ich nie gelesen, Daß durch da« Ohr eia kranke« Herz genesen." Ll. Pest, 21. April. Nicht die mittelbare Wahl ist e«, welche den gebildeten Theil unserer Gemeinde schmerzlich berührt, sondern die Ausschließung aller derer von Gemeindeämtern. welche weniger al« 20 fl. KultuSsteuer zahlen, oder weniger als fünf Jahre inkorporirt sind. Die meisten Doktoren der Medizin und der Siechte sind in den Gcmeindeverband nicht förmlich anfgenommeu worden, wie sie Lcnn nach dem in de» nngarisch.jüdischen Gemeinden allgemeur herrschenden Usus nicht förmlich inkorporirt werben müssen, um Mitglieder der Kultus« gemeinde zu sein. Diese gebildeten Männer, welche zu den Zierden der Gemeinde gehören» und unter denen sich Manche bleibende Verdienste um die Gemeinde und ihre Institute erworben haben, wären nun, wie» wcl sie an allen Lasten der Gemeinde parlizipircn. als ״Chuzim" verhindert, mit ihren Einsichten, Kenntnissen und Erfahrungen da« Wohl der Gemeinde fördern zu Helsen. Da« am 16. d. M. ins Leben getretene SkrutinSkcmitü hat daher nach einer lebhaften Debatte beschlossen, den Gemeindevorstand zu einer Interpretation der Statuten auszusordern, kraft welcher Aerzte und Advokaten nicht von der passiven Wahl ausgeschloffen würden. Solchergestalt haben wir ungefähr ein Lustrum hindurch a» unseren Gemeindestatuten laborirr. um endlich über die kommunale Emanzipation unserer Aerzte und Advokaten deliberircn zu müssen. Hoffentlich wird der Vorstand an maßgebender Seite zu einer den Doktoren günstigen Interpretation der Statuten ermächtigt werden. Im verneinenden Falle dürfte e« so kommen, daß der Wahlakt einen neuen Aufschub erleiden würde. A Lofonz, im April. Ich erlaube mir heute die Theilnahme der Leser des ״B. Eh." für eincn Jünger der Preßburger Jcschiba in Anspruch zu nehmrn. Derselbe sollte als Sohn einehiesigen geachteten GcmeindegliedeS in unserer Synagoge eine» Vortrag halten. Aber der Preßburger Maggid, Herr Fischmanu, schrieb dem Vater de« vorbereiteteu Jünger«. daß unsere Synagoge unter dem Interdikte de« Prrßburger, Gyarmater und hiesigen Rabdiurr« steht, so daß e« dem Jünglinge nur Verdruß und Verlegenheiten bereiten würde, wenn er es wagte, in einer solchen ״unjüdischen" Synagoge einen Vortrag zu halten. Trotz dieser Erpekloration hat unser Rabbiner am vergangenen ״großen" Sabbalhe die übliche Drasch» gehalten, naiv genug erklärend, daß ihm die«, al« seine Eristenz bedingend, in Preßvurg gestattet werde, sei! Da« Schreiben de« Herrn Maggid in Preßbnrg, das ich zu lesen Gelegen, heit hatte, euthilt auch nachdrückliche Ermahnungen, respektive Hetzereien, *) Selbst wenn rs in die Form einer Dankadresse gehüllt ist. Korrespondent. die Franeogallerie ״zu verbessern.' Wie ich vernehme, wird er« hie» fige« Gemeiodegleed folgende Zeilen an den Herrn Fischmana richte«: ״Ehrw. Herr Maggid k Sie fordern den Herrn Kohn auf. »die schöne, frommt Thal" der Frauengallerie.Veränderung ״mit dem größten Eifer, mit Anstrengung und selbst mit Kosteu und Opfer zu erzielen." Da Sie aber wissen, daß die Thürmleio Ihrer Synagoge allen Orthodorrn Dornen in den Augen find; da die Talmudisteu Ihrer Gemeinde die« erst vor Kurzem feierli'ch prollawirt haben: so wollen Sie mit einem guten Beispiele voraugehen, und ״mit dem größten Eifer, mit Austre». guug und selbst wir Kosten und Opfer die schöne uud fromme That erzielen", daß die ärgerlicheu Thürmlein abgetragen werdeu.. Bi« Sie die« vollzogen haben, verschonen Sie uu« mit Ihrem: טול קיסם מבין עיניך, damit wir Ihnen nicht zurusen: טול קורהמביןעיניך! Aus dem Bercghee Komitate, im April. Bon de» San-culotten-Chaßidäern haben Sie schwerlich schon gehört; dieselben find aber erst im Werden begriffen. Die schwächeren Talmudisten einer Ge» meinde unseres Komitate«, wohin sich Nr. 13 des ״B. Eh. verirrt hat. forderten eiaeu reoommirtco Talmudisten auf, Ihre Bemerkung in Be» treff der Beinkleider zu widerlegen. Der Aufgrsorderte holtc phlegmatisch den zwölften Band des babylonischen Talmud aus dem Dücherlastev. schlug Traktat Nidda 14, b. auf, uud zeigte den unbestrittenen Ausspruch R. Papa's, nach welchem eS sogar verpönt ist, Beinkleider zu tragen (מכנסים אסורים)• Damit noch nicht zufrieden, holte er auch den Schulchan Aruch Eben Ha-Ezer herbe,, und belehrte seine Umgebung, daß R. MoseS Jfferles Abschn. 23. §. 6. da« Verbot der Beinkleider sankrionirt. Einer der Anwesenden wußte sogleich zu erzählen, daß viele Chaßidäer in Galizien iuUebereinstimmung mildem Talmud und dem Schulchan Aruch unter ihren Talaren wirklich keine Beiuklcider tragen. Die fromme Schaar beschloß sogleich, auf den Gebrauch der Beinkleider zu verzichten. Der ״Mainzer Israelit" wird ohne Zweifel die Einführung der alten Pantalous vorschlagen, die aus einem Stück Tuch bestanden, welches Hüften, Schenkel und Beine zugleich bedeckte, und deren Gebrauch erst im 6. Jahrhunderte allmälig aufhörte, al« man nämlich ansing, die PantalonS iu zwei Stücke, iu Hoseu uud Strümpfe zu!heilen. Ich werde »icht unterlassen, Sie von der weitern Entwicklung des chaßidäischen SansculoitiSm genau zu unterrichten. Zum Oberrabbiner aller jüdischen Gemeiudeu unsere« Komitate« ist Herr Maier Perle«, bisheriger Rabbiner zu Nagy-Küroly, gewählt worden. Man erwartet mit Zuversicht, daß dieser wohlunterrichtete und scharfsinnige Rabbiner den seit einigen Jahren auch bei uns versuchten Fortschritten der Kultur nicht feindlich entgegentreten werde. Die liebeoSwürdige und geistreiche Rabbinerin mußte sich jedenfalls bereits entschließen, ihre Perücke aus deu Altar des Brregher ChaßidäiSmu« niederzulegen. Da die geehrte Frau Radbinerio steteine Haube trägt, hätte sie nach dem Ausspruche selbst der rigorosesten Kasuisten ihre Perücke ohne Bedenken beibehalten können (Teschuba mc-Nbaba von R. ן Eleazar Fleckeles 1, 48); bei der gegenwärtig iu Oberungarn Herr, schenben Reaktion ist es kein Wunder, daß Herr Perel« nicht umhin konnte, von seiner Gattin da- Opfer zu fordern. Waitzen, 20. April. Der Lehrer Hermann Frühzeitig, der durch 3'/, Zähre die hebräische Sprache an unserer Hauptschule mit größtem Eifer und bestem Erfolge lehrte, sah sich, von einem — wahr, scheinlich in Folge zu großer Anstrengung, die dieser UoterrichtSgegeu. stand bedingt — Brustübrl heimgesucht - gezwungen, seinem Berufe wenigsten« vorläufig zu entsagen. Eingedenk dessen, daß der jüdische Lehrer bei dem >hm nur spärlich zugemeffenen JahreSgehalte m immer, währendem Kampfe mit den ihn unabläffig quälenden NahrnogSsorgen leben muß uud an irgend welche« Ersparuiß gar nicht zu denke» ist. hatte uuser ehrwürdiger und ebenso menschenfreundlicher, al« allseitig gebildeter Rabbiner. Herr Friedrich Ullmann, bi« Güte, in seiner gedir. grneu עובה הגדול »Drascha voll der Kanzel herab da« Wort für den unglücklichen Familienvater zu ergreifen. Und wie immer da« Gute seine Früchte trägt, hat e« fich auch hier bewährt. Andern Tag« bekam Kollege H. F. von uuserm wackern Vorstande dlr Summe voll 80 fi. aukgesolgt. — Auf ähnliche Weise hat euch unser allgemein geachteter Dircktor, wod. I)r. M. Steiner, seine allbekannte Hochherzigkeit au deu Tag gelegt, indem er keine Mühe scheuend, zu gedachtem Zwecke eine Kol»

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