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Ben Chananja · 1865-04-26 · 17 (26.4.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
17 (26.4.1865)
Date
1865-04-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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280 279 V■;;• *■‘׳־־• ׳■־** ,J::;■•;•i;:׳ Knaben, die da an seinem Grabe stehen, nnd die seines RatheS und seiner Leitung bedürfen, wie könnte ich mich fasten, dies auszudrücken? Weinet um ihn, ihr hartbetroffenen Kinder, ihr habet den besten zärtlichsten Vater verloren. Vor zwei Tagen noch habet ihr, seine warme Hand umfassen können, und sein aufmerksamer Blick war Aufmerksamkeit für Euch. Heute ist daS Auge gebrochen und die Hand ist starr; Euer Vater ist nicht mehr. — Die Vorsehung hat eS so gewollt. — Ehret die Manen Eueres VaterS, indem Ihr suchet, ihm zu gleichen. So scheiden wir denn von Dir, braver Mann, in Betrübniß und Trauer. Bete für die Deinigen, erdete Trost für unS Alle, die wir Dich schmerzlich vermissen." Der Zustand deS Vermögens der Zurückgebliebeneu, sagt man, wäre sehr günstig. In der Thal war Ollcndorffö Stellung in Paris durch eine lange Reihe von Jahren die beste, die deutsche Schriftsteller und Gelehrte haben können. Seine Knaben sind sorgfältig erzogen worden, seine Tochter ist ein wohlunterrichtetes, musterhaftes Mädchen, und Madame Ollendorff, eine intelligente Frau, wird eS verstehen, auS dem literärischen Vermächtniß ihres ManneS einen bleibenden Ertrag zn machen. Das ist ein geringer Trost, doch ist eS einer. Die Lücke in der trauernden Familie und im Zirkel, wo Ollendorff gewirkt hat, ist nicht minder fühlbar. Die 3״njlilution DcrUorfclimgcft“ bei Öen Men öcs ilttcrljjums. Eine Vorlesung. Don Heinrich Dentsch, ReligionSlehrer in Pcst. (Forisctznng.') Zur Zeit SimeonS deö Gerechten trat die ״Jnstitution der Vorlesungen" sannnt den Kultur« und sozialen Verhältnissen unserer Glaubensgenossen im Allgemeinen wieder in eine neue Phase. Doch nicht als wenn der persönliche Einfluß SimeonS der geistigen Strömung seines Volkes diese neue Richtung gegeben hätte. Zu dieser kam der mächtige Anstoß von Außen; aber Simeon war jener Mann, der, die Bedürfnisse seiner Zeit erfassend, die Jnstktutionen deS Volkes den Anforderungen der Zeit anzupassen und zweckmäßig umzugestalten verstand. Simeon der Gerechte, referirt der Talmud (Joma 69) und Jos. Flavins (Antiqu. XI. c. 8, 4—5) machte aus Alexander den Großen, der sich auf seinem Zuge nach Jerusalem befand, um die Jsraeliten für ihre den Persern bewährte Treue zn züchtigen, durch sein Achtung gebietendes Aeußere, noch mehr aber durch seine weisen Vorstellungen einen solchen mächtigen Ein« druck, daß der junge Held sich ihm nicht nur gnädig bewiesen, sondern auch alle Bitten ihm gewährt hat, die er für sein Volk vorbrachte. ES liegt die Vermuthung nahe, daß sämmtliche nationalen Institutionen, welche unter dem Schutze der persischen Herrschaft ausblühten, und gleichsam ebenso viele Manumente der persischen milden Negierung bildeten, durch Alerander aufgehoben wurden, damit jedes politische *) S. die rorijjt SRumnur. Band, welches daS israelitische Volk an die Perser knüpfte, für immer gelöst sei. So mochte eS geschehen sein, daß auch die ״Synagoga MagDa“, die ihr Entstehen dem ArtarerreS verdankte, von Alerander aufgehoben wurde. Ob er aber auch ein anderes ähnliches Institut an deren Stelle treten ließ, wollen wir diesmal um so weniger eruiren, als eS, genau genommen, nicht zu unserem Thema gehört. Dagegen glauben wir bemerken zu müssen, daß mit Alerander die grie« chische Sprache und durch diese griechischer Geist mit nach Palästina kam, und auf die Anschauungen des israelitischen Volkes einen tiefen Eindruck machte, sowie ehedem, unter chaldäischer und persischer Herrschaft, die chaldäische und perfische Sprache und deren Geist eS thaten. Führt doch schon der ausgezeichnete Schüler SimeonS deS Gerechten den griechi« schen Namen ״AntigonoS", waS hinlänglich beweiset, wie sehr sich schon damals unter den Israeliten Neigung zum Hellenismus zeigte, der unter dem Volke in so rapider und progressiver Weise zunahm. daß durch denselben, um ein Jahrhundert später, nicht nur die nationalen, sondern auch die religiösen Interessen deS jüdischen Volkes an den Rand deS Abgrundes gebracht wurden. Ist eö nun gewiß, daß mit Alerander die griechische Sprache in Palästina cindrang, so wird unS nicht befremden, was unö mehrere Geschichtschreiber einstimmig berichten,׳ daß nämlich in dieser Zeitperiode sogar die Gesetzeövorlesungen in Alexandrien in griech. Sprache gehalten wurden. Daß nun in einer solchen Zeit Vorträge, deren Zweck Verbreitung allgemeiner Bildung unter dem Volke war, in keiner andern, als in der Volkssprache gehalten wurden, ver« steht sich von selbst. Die Sprache indeß, als äußeres Mo« ment, übt aus das Wesen und den Inhalt eines Vortrages keinen weitern Einfluß. Untersuchen wir daher den Geist der in dieser Periode stattgefundenen Vorlesungen, in denen sich der geistige Gesichtskreis unserer damaligen Glaubensgenossen spiegelt. Antigonos, Schüler und Nachfolger SimeonS deS Gerechten trug seinen Schülern einen Lehrsatz vor, der nach dem Zeugnisse unserer Tradition zwei verschiedene Sekten, die sadnzäische, boetknsäische inS Leben ries. Antigonos lehrte nämlich: ״Seid nicht wie Knechte, die dem Herrn dienen, in der Absicht, einen Lohn zu empfangen, sondern seid wie Knechte, die dem Hernn dienen ohne Absicht, Belohnung zn empfangen, und lasset Ehrfurcht vor Gott auf euch sein!" (Spr. der Väter 1, 3.) Zadok und DoethoS, Schüler deS Antigonos mißverstanden die Worte ihres Lehrers, und glaubten aus denselben schließen zu können, daß eS weder Belohnung noch Bestrafung nach dem Tode gebe. (Aboth di R. Nathan 5.) Wir wollen eS hier ununtersucht lassen, wie Zadok und BoethoS auö dem oben angeführten Spruche ibreS LehreS diese gefährliche Lehre nebst allen ihren Kon« sequcnzen schöpfen konnten, glauben aber die Vermuthung auösprechen zu dürfen, daß die Lehre deS Antigonos, welche unS die Mischna wol nur in der Form eines Lehrsatzes vorführt, daS Resultat eines oder mehrerer Vorträge sein müsse. Wie hätten auch anders zwei Schüler ans einem ein« zelnen abgebrochenem Spruche ihre- Lehrer-, der, ihrer Anffassung nach, mit dessen übrigen LebenSanschauungen in

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