Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 16 (19.4.1865)
- Date
- 1865-04-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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267 teril&trn. und nur «fl Gebrauch. angeführt, i» solch׳« Falle zu fasten. Ja k'ia'w Falle darf am Nrujahrstagr eia derartiges Trauer» z«ichen, wir dir Bedeckung der Kanzel mit eiaem schwarzen Tuche, gegen dal Gesetz des Usus kuadgegebeu werdeo. Trier. 17. Oktober 1865. ״ Der Oberrabbiaer I. 1kahn. Hiernach wurden nun die in den Noten witgetheilieu Fragen gar nicht zur Entscheidung vorgrlegt, sondrra nur dir im Schreiben Nr. 1 eothaltearu und sehr einfachen, uw eine beabsichtigte Drwoustra» tioa von Seiten drr beiden Vorsteher durch dal Bedecken der Kanzel mit einem schwarzen Tuche am Neajahrstagr zu konstatiren und dessen Einrede hiergegen abzuweisen. Ich kann daher nicht begreifen, warum der verehrte College »nach Wissen und Gewissenmit diesem meinem Gutachten nickt ganz übertiustimmen kann? Kann er denn den von wir angegebenen allgemeinen Gebrauch in Abrede stellen, oder eine Stelle anführen zur Begründung der Angabe de! Dorftehers. oder endlich kann er io Abrede stellen, daß ein derartiges Trauerzrichrn io der Synagoge am Neujahrstag gegen Gesetz und Usus verstößt?? S. Ich komme nun zur Besprechung des jüdisch-theologischen Gut« achtens de« Dr. H.. und wögr der mir besreundetr und von mir hoch« geachtete Herr College dir folgende scharfe Kritik all eine solch« auf« nehmen und betrachten, die nur der Sache, aber nicht srinrr Perso n gilt. Ich gestehe, daß wich diese Gutachten von einem in seinen Schriften und seiner Praris dem vernünftigen Fortschritte huldigenden gelehrten Rabbiner, wie Dr. H., sehr befremdet haben. — (St hätte meines Erachtens bei der Beantwortung der Frage: ob die Kanzel rin heiliger Gegenstand sei? (tote andere Frage über die Entweihung de« Festtage« ist mir vou einem Gerichte unbegreiflich, da solches sich ja hierum nicht zu kümmern hat.) — sich durchaus nicht auf eine spitzsin» dige Kasuistik, ob solche als תשמישי קרושה zu betrachten sei? ein« lassen dürfen, sondern ganz bestimmt und entschieden sich äußern müssen : Die Kanzel ist eine« der wichtigsten Utenfilren in der Synagoge, als solche, auf welcher eine der heiligsten Verrichtungen im Gottesdienste — die Predigt — st-tisindet und der Prediger sich befiudet. Zu diesem Zwecke ist j. ich« ja auch in neuerer Zeit in fast allen neuern Syna» gegen angebracht und find mit großem Kostenaufwande Prediger angestellt und hauptsächlich um zu predigen, wie dies vorzüglich in Koblenz seit vielen Jahren der Fall ist. da diese Gemeinde ihren Rabbiner in Bonn halte und noch hat, zu Lessen Gehalte sie noch eine bedeutende Summe beitragen muß. In diesen Gemeinden wird auch die Predig» von dem bedeutend größten Theile der Gemeinde al« integrirender Theil des GollkStienste« betrachtet, nämlich an den Eabbalhe» und Festtagen, an welchen nach den Bestimwuiigeo der Geweindestalulen gepredigt werden soll. sowie solche« auch in den frühern Zeiten an den beiden bekannten Sabbatben (שבח חשובה והגתל) der Fall war. Ja sehr vielen Gemeindeglirtern ist die Predigt der wesentlichste Brstandtheil de« TotteStieiiste«, da sie nur an den Tagen, wo eine Predigt abge» halten wird, und nur während derselben den Gottesdienst besuchen und wird zu dem Zwecke in manchen Gemeinden der Tag und die Stunde drr Predigt sogar vorher ln den Zeitungen angrkündigt. —. Die Kanzel, von welcher herab da« Wort Gotte« verkündet wird, und dir nur für den diese« verkündenden. hierzu gewählten und befähigten Prediger, bestimmt ist. — wird daher auch von jedem Israeliten al« rin heiliger Evnagozengezenstand — in dem Sinne, wie wir weiter unten diese« erörtern werden — betrachtet, und kein nur eintgermaßen Gebildeter und Verständiger »vird diese Kanzel antasten oder sie profanisireo. E« ist hiernach gewiß al« eine Prosanisiruiig eine« heiligen Gegenstände-, eine gröbliche Beltidigunz de« Prediger« und eines großen Theile«, besonder« de« gebildeten der Semeindeglieter zu betrachten, wenn es fest stehe», daß vorzüglich Verstand-Mitglieder eine selche, wie dir io Rede ütheudr Demonstration sich naben zu Schulten kommen lassen, was zu deurtheilen wir nicht obliegt, worauf r« ater, meine« Erach» teo«. bei dieser gerichtlichen Derhandlung haupsächlich ankam. (Schluß folgt.) 368 Vas S r o i». Eine archäologische Studie von Ignaz Reich, Lehrer de» hebräischen und vvgarisck״n Fache» an der israelitischen Normalhauptschule in Pest. .אם אין קמח אין חורה (Fortsetzung.י) Dir Wasser» und Eselsmühlr unterschied sich von drr Handmühle nur durch die Größe. Die Wassermühle halte einen schweren Block. Mühlenestl genannt, zur Bast«. Auf drwselbrn befand sich ,in langer, hölzerner, da« innere Mühlwrrk umgebender runder Kasten. (אטטרובל — ttqoßlos, f. Burt). mir dem Mühltrichter (משפך), iu welchen vermittelst eiue« oben breiten und unten engen eisernen Gefäßes (אסרכסח) Getreide oder sonstiger Mahlstoff in die Mühle geschüttet wurde (Chag. 3. a.) Zur größer!, Vorsicht wurde dieser Trichter noch von einer weitern, in den heutigen Mehlgewölbern noch üblichen ״Pot« tiug" (קלח) umgeben, um den während de« Mahlens sich etwa zer« streuenden Stoff aufzuoehmen. (B B. 65, a.) Durch den ersten Kasten ging ein lange« Eisen (בו8י2א ררחיא—Mühlstange), um welchen sich der obere Stein (יסלח רכב wahrscheinlich von סלה svaltrn so genannt) auf dem unter» Steine (0' חהחיח) bewegte (5 M 24, 6 2 Sam. II, 21. Job 41, 16.) Im Talmud wird unter Rechajim bald die ganze vollständige Maschine, bald nur der Bodenstein im Gr» gensatze zum Läufer verstanden. (B. Mez. 115, a; Peß. 94, b; M. Kal. 11, a.) Die eigentliche Mahloperation war der heutigen ziemlich ähnlich; selbst dir technischen Ben.nuungrn sind mit einander verwandt. Der zu mahlende Stoff kam au« dem Goß zurrst rn den Aufzug, von > da in den Beutrlkasten, oder den modernen Eylinder, sodann in den sich hebenden und selikenden Säuberet (׳(רקה bis er, durch den Ab» leitet und die Putzmaschine (נסמחא) seinen Weg nehmend, endlich iu die große Polling (ים) al« Mehl fiel (Beza 22, a; 29, a; Sabb. 73, b. Men. 20, b.) Da« Ganze mag die Gestalt einer Wafferpuwpe gehabt haben. Au« dem Getreide wurden auch Schrott- und ®נריצין)0«ז0ג»&ח) verfertiget. Da« in zwei Theile getheilte Weizenkorn hieß הילקא; da« in 3 Theile getheilte: טרניס; da« in vier getheilte: סיטני (Der. 36, a. M. Kat. 13, b.) Selbst Gebackene« wurde abermals in Mehl verwan» delt sMenach. 63, b. Raschi oben.) Außer Weizen- und Gerstenmehl gab e« auch Reis» und Linsenmehl. Der wahrhaft gesunde Brodstoff mußte ausnehmend weiß, trocken, rein von Geruch und lange erhaltbar sein. D»e Siebe. deren r« im Tempel Lreizehnerlei gab, spielte dabei eine wichtige Rolle. Im Tal« mud werden drei Gattungen Mehl (בוריא .(* *סלח ,קמה^)—pania cibariua) und zwei Gatlungeu Kleienסובין .מובסין) ׳) unterschieden (Arach. 30. b. Raschi das.) Die Mehrzahl קמהין .סלחוח dürfte auf mehrere Spezies dieser Gattungen Hinweisen. Außerdem ist von vrr« schiedenen Brovgailungeu Li» Rede (Nedar 49, b. Makhsch. 8, 2.) Die sehr grobe Kleie (סארי) sigurirt in manchen Sprichwörtern. (Meg. > 7. a. B. Mez. 118, a.) Zur Aufbewahrung de« Mehle! dienten iu den gewöhnlichen Haushaltungen irdene Krüge (2 Kon. 17. 12). io bedeu» lendenden Wirthschaftcn große Behälter (Kel. 16, 3.) Der Teig (עיסה—Mischung), au« Mehl, Wasser. Sauerteig. Salz und Kleie bestehend, wird ״pollisch- oder ״Dampel" (המע) fl*' macht, muß gehörig ״Reifgehen, sodann nach Umständen ״auSgrsüllt". überschüttet, d. i. vom Kübel io Leu Trog (משארח) befördert (Kidd. 69, b; Ad. dc-Radbi Nach. 23.) Hier findet die vollständige Mischung statt. (Eduj. 5. 2.),Diese besteht in Ausrribeo, ״über die Hand brechen" (הנבטן). turchstauipfen, abbrecheu oder ״au Staub legen" und Au«- stoßen. Der fertige Teig wird auf dir Tafel (□רף של נהתו) gebracht. Nachdem wird die Form (רסוס) gegeben (Demai 5. 6), da« Brod *) S. die vorig» Nummer. *) lieber den Unterschied s. Makhsch. 6 . 2. Der Au-kruck סלח 2 חטי□. M. 29, 2 beweist. daß auch andere Gelreidegattullgeu ihr Solrth haben konnten, wie r« denn auch 'קמה שעורי gab (4 M. 5, 15.) r