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Ben Chananja · 1865-04-19 · 16 (19.4.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
16 (19.4.1865)
Date
1865-04-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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265 diese Versammlung beseelte, höchst bezeichnend sind. Gleich am Ausange der ״Sprüche der Väter" wird uvS berichtet, daß sie zum Wahlspruch hatte: ״Stellet viele Schüler auS." Dieser Wahlspruch deutet unzweideutig darauf hin, daß die ״L^nagoga Magna“ die religionSwifsenschaftliche Verbreitung und die Bereicherung der nationalen Literatur als eines ihrer Hauptziele betrachtete. Und Simeon der Gerechte, eines der letzten Mitglieder dieser grroßcn Versammlung führte noch denselben Wahlspruch, indem er sagte: ״Auf drei Säulen beruht die (sittliche) Welt: auf Lehre u. s. w. — Wir sehen nun, wie der große Geist Esra'S und dessen gemeinnützigeS Streben, die nationale Literatur zu entwickeln und zu vermehren und die rcligionöwissenschaftliche Erkenntniß unter seinen Glaubensgenossen zu verbreiten, noch unter den letzten Mitgliedern der ״Synagoga Magna“ in ungcschwächter Kraft fortwirkte. (Schluß folg!.) Aeusrerungen über die ״jüdisch-theologischen Gutachten des Rabbiners Dr. Hochstädter in EmS in Nr. S und 10 des ״B. CH" Bon Oberrabdiner Kahn. In dem in der Note mitgclheiltcn Schreiben de» Herr» Des H. wird auch uiciner erwähnt, als solchen, der ein Gutachten abgegeben hätte. ״uiit lvrlcheui aber (.£>,rr Kollege ec.) »ach bestem Wisse» und Gewissen nicht ganz übcrcinstimincn sonnte." Da nach dieser Aeußeruiig es den Anschein Hai, als hätte ich in drr eigentliche» Sache, die Herrn Dr. H. vom Gerichte zur Begulachlnng vorgelegt wurde, ein Gutachten abgegeben, und zwar cdensalls auf Verlangen der Gerichtsbehörde, was aber beides nicht der Fall ist; — da ferner hierbei Rabbiner der stabilen altortho- Lore», sowie der neuorthodoren Richtung in Verbindung gebracht werten, und selbst Hier Dr. H. in seiner auf die Spitze getriebrnen Kasuistik in deren Fußlapf.n getreten ist. — es hiernach cbensalls scheinen lönnte. als flöße ich in ein und dasselbe Horn mit denselben: — — ׳'c ׳'üble ich mich zu folgenden Miliheiluiigrn und Nenßerungcn im ״B. Eh." gedrungen: 1. Wortlaut des an mich ergangcntn Schreibens. ״Koblenz, 11. Oktober 1864. (Iw. Hochwürde». In der Unterstellung. daß es Ihnen bekannt ist, wie gegenwärtig die Verhältinffe unserer Gemtuide stehtn sder Konflikt z'.ischeu einzeliitn Mitglietern des Vorstandes und den» Rabbiner, Herrn Ben Israel, wird liier in schaise» Worten geschildeet, welche Schilderung ich besser auSlaffe) — möchten wir Sie mit einem Vorgänge, welcher am zweiten Neujahrstage in unserer Synagoge stattsand, bekannt machen." ״Zwei Mitglieder des Vorstandes erlaubten sich au diesem Tage unsere Kanzel, welche, wie alle Gegenstände in der Synagoge, an diesem Tage weiß behängen ist. mlt einem schwarzen Schleier zu bedecken, als Symbol einer Traurranlrgung wegen Verwaisung der Kanzel, indem flr (die Vorsteber) dem Herrn Ven Israel das Predigen in der Synagoge und aus dem Frirdbofe untersagt habe»; di,sr Handlung rief «ine große Indignation während des Gottesdienste« in unserer Gemeindr hrrvor. der Schleier wurde von mehreren Anwesende» abgerlffen, aber aus Befehl des Vorstände« u'-der ausgelegt, und wenn derselbe nicht neuerdings wiedrr abgenowmen worden wäre, so würde d>r größte Skandal io unserer Synagoge sorg,kommen sein." ״Es steht übrigens fest. daß der Toltesdienst durch eine solche Susrezulig gestört wurde, weswegen sich viele Repräsentanten und Mitglieder bewogen fanden, diese Slöruug der StaiSbehörde anzuzeigen." ,Wir bemerken Ihnen nun beiläufig, daß wir uu« in dieser Sache bisher ganz n-ulral verbaltev haben, aber denn doch jetzt einsehen, daß «ing,schritten werden muß, da wir nicht zugeben könnr», daß unsere Synagoge al« Gemeinplatz entwürdigt wird." 8 ,Wenngleich r« sich iw Verlaufe der Untersuchung heraus-rklen wird, daß »iiserr Kanzel mit dem schwarzen Schleier belegt ward, ledig« lich io der Abfich«, den Herrn Den Israel zu ärgern und den Spott drr ganzen Gemeinde hervorzueufen. — so gebrauch,» di, zwei Mit, glieder des Vorstandes jetzt die Ausrede, daß sie e« nur deswegen ge« than, weil ste damit Trauer verkünden wosttea wegen riuer Thoraroll«. die vor ungefähr drei Wochen au» der heil. Lade grfalleu ist, und ihnen dieses zu thnn von einem Rabbiner gesagt worden war." ,Der bessere Theil der Gemeinde, welcher ein solche« Treiben Mlt Entrüstung anstehl, möchte der Stat-behörde den Beweis in die Hände geben: 1) Laß e« ein jüdisch-religiöser Gebrauch iß, am Rosch-Haschana die zu bedeckenden Gegeaftäudr in der Synagoge mit locksier Decke zu belegen, und 2) kein \ jüdische« Gesetz vorschreibt, dir Kanzel oder einen an- Lern Gegenstand schwarz zu bedecken, wenn eine Lborarolle aus der heit. Labe fällt." ,Und möchte» wir Sic hildurch ebenso angelegentlichst, al« freuiidschaftlichst bitten, un« baldigst und wo möglich uoigchend eia amtliche« Ältest aussertigen zu wollen." ״Das Fallen der Thorarost, hat seinen Grund in der unrichtigen 1 Stellung de, Gelegenhlit einer EideSabnahme, die einige Tage vorher in der Synagoge ftottgefunden Kat. ohne da» damit Herr Ben Israel ß in irgend einer Beziehung steht." § ״Wir hoffen auf die Genehmigung unserer Bitte und zeichnen § mit aller Hochachtung." ES folge» die Unlerschristen von S Mitgliedern, unter denen einige, dir mir sei» vielen Jahren alscbr intelligente und Wahrheit-- liebende Männer bekannt waren, und mit denen ich schon mebrmäl« fj in sehr wichtigen Angelegenheiten — unsere politische und religiöse | Stellung betreffend — in Verbindung stand. — In Rücksicht schon auf! diese ehrrnwerlhen Männer. noch mehr aber auf das ungebübrlichr. | durch leine Weife z» rechtfertigende nun geschilderte Benehmen der 8 beiden Dorstaiidsmilgtieder gegen ihren Rabbiner, gab ich au-nahmS- | Welse, da ich bisher prinzipiell nie an Behörden mich gutachtlich | äußerte — LaS folgende Gutachten ab, daadrr auch b einsach ist, § baß cS fast von jedem vernünftigen Laien abgegeben werde» kann, da E ja die zu bcaiitwortrnden Feagrn rbrnio einfach find. p Außerdem war die Vermuihiuig drr Herrcn Pelenlrn. daß mir '- das Benehme» ihres Borstandes gegen den Heern Be» Israel bekannt sei, eine nchlige, da ich in Bad Eins vieles hierüber vkrocinuien habe, g und auch eilte Annonce in der ״Allgemrineii Zeitung d-S IudentbumS" A von Scilrn des VorstanlcS in Beziehung aus Vornahuitn von Trauun- | ge» in dortiger Lyuagoge durch srcmde Kopulanie», beweist hinlänglich | teil feindseligen Standpunkt zwischen vem Vorstände und Lew Rabbinee f und daß jener bieten zu kränken bestrebt war. | 2. jj Wortlaut des von mir abgegebenen Gutachtens. p ״Aus Ihre. in Ihrem Schreiben vom 11. d. M. an «ich ge- Z richteten Ansrageu erwiedere ich. wie folgt: $ ״Z u 1). E« ist eine alte jüdische Sitte, die an dem isearliti-D scheu NeujahiSfestt und VersöhuungStage in der Synagoge zu bedecken׳ f| den Gegenstände (heilige Lade, Almemor, Pult de« Borbeter«, ja sogar | die Pulte der Privateu, und Kanzeln, seitdem solche io der Eyaa» zöge angebiacht find) mit weißen Decken zu behänge», resp. zu bele- W gen. welcher Usu« da« Reiuwerden von Sünden und dir Versöhnung durch Buße und Sinnesänderung dem Israrliteo verflnolicheu soll, und J srtne Begründung in Bibel und Talmud hat." | ״Zu 2) E« ist mir keine jüdische D-rschrist bekannt, nach wel- - chcr dir Kanzel oder «in anderer Gegenstand in der Synagoge mit einer ׳ schwarzen Decke belegt werde» müßte, wenn «ine Thorarolle au« t« heit. Lade oder auf soustige Weise zu Boden gefallen ist, uud glaubt | ich, Laß Niemand eine solche Vorscheisl im Talmud und Katuistik »achfj zuweilen im Stande sein wird. — E« wird von einigen jünger» So-

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