Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 15 (12.4.1865)
- Date
- 1865-04-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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253 264 zu Woche zu kaufen! Du wirst deine« Leben« nicht sicher sei» 'p du wirst dein Drod vow Bäckerladen beziehen!" (Mensch. 103, b.) — Al« t« »ine Bäckeestraße in Jerusalem gab (Irrem. 37. 21). herrschte de» reit« laodwirthschaftlicher Dersall. Al« Jeremia« im Gefängnisse seiurn Kikkar verzehrte, wußte er die Vorahnung der Verbannung empfinden, wie denn die Schaubrode, deren Anordnung Maiwooide« nicht wotivireu zu können gesteht (Morr 3, 75). aus den nationalen Wohlstand mögen hingrdeulkt haben (S. B. Bathra 25, d.) Wir sprachen bisher vom Brode im Allgemeinen, wir «ollen nun zu den Sprzialitäten übergehen. Daß man im frührsteu Alterthume di« Getreidekörner röstete und in Mörsern (מדובר, ,מבתש) zu zerstoßen pflegte, ist hinlänglich bekann» (Vrgl. ad Aen. 1, 189). Die alten Hebräer bedienteu sich aber nicht nur der Mühlen überhaupt (□וטחן ,רהי; sie hatten Handmühlen (׳(ר' דירא ,רחים ש? יד wie sie im Talmud genannt werden (Men. 68. a; Nidda 60, b), wir solche bi« auf den hrutigrn Tag nicht nur im Oriente, sondern auch in Ungarn, im Zempliner Komitate, im Grbrauche find. Auch von EselSmühlen, Wassermühlen und Wasserrädern ist im Talmud die Rede (Sulla 36, d. Kethub. 39, b. Raschi.) Die Benützung der. Handmühlen war ursprünglich eine ermü» Lende und zugleich ' erniedrigende Arbeit (2 M. 11, 5. 5 M. 26, 6. Nicht. 16, 21. Zesas. 47, 2. Men. 68, a); aber schon in den Zeiten de« Proftlen Jeremias wird da« muntere Geräusch der Mühlen neben de», Jubel de« Bräutigam« genannt (Jer. 25, 10.) Sollte die« nicht zu einem Schluffe ans dir Vervollkommnung drr Mühlen berechtigen? In der lalmudischen Zeit hat sich da« Mahlen zu einer ordrnt. lichcn Profession auSgebildet (Demai 3. 4. Gitt. 61. b.) Es gab eigent-!!che Müller und Mühtrurcinigcr. und Mühlen werden ofi in Pacht gegeben (M. Lar. 10, a. Kibd. 82, a. Kethub. 103, a.) Mancher Rabbi beschäftigte sich mit der Mühle, um Bewegung zu machen lGitt. 67. b.) Um eine bevorstehende Beschiieidung zu signalisire», wurde vor dem betreffenden Hause gemahlen (Sanh. 32, b. Toß.) Nichtsdestoweniger galt das Treibe» der Handmühle für die am mristcn anstrengende Arbeit (Jer. Pea 1. 1.) _ (Forts, solgt.) Replik. In einem Schreiben» wir welchem Munk mich zu beehren und zu ersreurn die Güte hatte, sagt dieser gründliche Forscher in Bezug aus Anm. L in Nr. 11 Lol. 175 des ״B. Eh." wie solgt: ״Auch mir ist ein solcher Ausspruch 1 m Talmud bis jetzt »ich, bekannt, u»d ich konnte denselben auch im Jahre 1850 bei meiner Arbeit über Aboul - Walid mit meinen eigene» Auge» nicht ausfiiide», Doch muß der Satz irgendwo stehen oder doch gestanden j haben; den» Aboul Walid oder 8k. Jona Jbn Ganach führt ihn in j der Borrede zu seiner Grammatik ausdrücklich an: | פשטי' ךקן־א להוד והלכה להור S. meine Notice 8ur!Aboul-Walid. Journal | Asiatiquu Nov. Dcc. 1850. p. 165. odrr den Sonderabdruck p. 143. I Die Sielle flutet sick auch in der hebräischen Nrbersetzung. S. Gold-! derg« Ausgabe des Seser ha-Rikmah p. VIII." So weit Munk. Wer die Stelle nachlirst, überzeugt sich sogleich, daß R. Jona allerdings eineu lalmudischen Ausspruch zu zitirc» glaubte. Den Ausspruch selbst wird man nun wol vergeblich im Talmud suchen. Man könnte dem Gedanken Raum geben, R. Jona habe an den Lanon gedacht: לשון תורה לעצמה לשון הבמים לעצמן (Ab. 3״a 58 b. Ehui. 137, b. S. Jod Maleachi Nr. 354). in diese» Falle würde aber da« Zitat nicht beweisen, was e« beweisen soll, indem dasselbe rein grammatische Tendenz hat. und da« Verhältniß der Halacha zum natürlichen Schrift» sinne nicht berührt. Etwa« näher läge vielleicht der Ausspruch R. J-maeis: בשלשה מקומות הלבה עוקבת מקרא (Sota 16, a); es ist jedoch kaum anznnrbmen. daß dieser Ausspruch dem Zitator vorgeschwebt habe. Nähere Ausschlüsse wären uns!ehr willkommen. . Gegen Anm. 6, welche die Mehrsinnigkeit der Schrift betrifft, bemerkt Prof. Munk: ״Ich habe hier im Sinne der Theologen geivrochcn und a,,deuten wollen, daß ich selbst in ihrem Sinne auf dir tbeologische Auslegung keine Rücksicht zu nehmen habe. und daß sie nicht in meine» Bereich gehört." Schleirrmacher« Arußerung. die ich daselbst ansübrr, ist wir nicht, wir mir von Berlin geschrieben wurde, au« einem ungenauen Zitate, sondern au- Schl, selbst belannr. Seine Worte in einer Drdikation lauten: «Finden Sie. daß ich Schriftstellen hie und da nicht nach dem Sinne de« Originals angewendrt habe, so glauben Sie nur nicht, ich sei etwa settLurzem zu der sogeuannie» moralischen Interpretation Sdergegangrn, die mir vielmehr noch,immer sehr unmo» ralisch vorkommt." Segen Anm. 8 bemerk« Prof. Muuk: »Die sosJ-ncsis Nr. 2» 7. Jahrg. de« ״B. Cb." angeführten Wörter find freilich Abstrakta, aber noch nicht rein spekulativ, und werden meisten« auf innere Tdrile de« menschlichen Körper«, auf בלעת .לב zorückgeführt." L. Korrespondenz. Ausland. k. Hannover. Ende Februar. Inder Generalversammlung de« hiesigen isr. Woblihäligkeitsvereine« vom 19. d. M. kam zuerst dir Ab» rechnung de« verfloffrnrn Jahres zur Vorlage, welche mit einem Ueber» schuß von circa 500 Thaler abschlirßt, und wurde derselben ohne wei» tere Debatte Genehmigung erlheilt. Den zweiten Gegenstand bildete wieder die in vorjähriger Bersammlung schon berathene Srbbegräbniß» Frage. Zu dem vorjährigen Beschluß hatte nämlich der Gemeindeau«» schuß seine Genehmigung nicht erlheilt, vielmehr verlangt, daß Erbbr» gräbniffe e,»geführt werden sollen. Die Direktion de« Wohlrhätigkeit«» verein« glaubte hierauf eingebe» zu dürfen, ohne die Geueralversamm»!:mg zu befragen und diese« gab Beranlaffnng zu einer lebhaften De» batte. Schließlich wurde ein Antrag de« Herrn Kaufmann angenom« men. welcher dahin ging, die Direktion des 'Verein« aufzufordero. noch» mal« mit dem Ausschuß der Gemeinte in Verhandlung zu treten und das Ergebniß der nächsten Versammlung zur Genehmigung vorzulrgra. Schließlich wurde der auSscheidende erste Vorsteher Herr A. Frank weiter» gewählt, ebenso der Inspektor M. A. Behrens, während für den au«» geschiedenen Herrn I. Jüdel Herr A. I. Goldschmidt gewählt wurde. — Der am Stiftungstage des Vereine« übliche Dortrag ward für diese« Jahr Herrn Dr. M. Wiener übertragen. In der Straskammcr - Sitzung zu Stade kam vor Lurzem eine Klage wegen Störung des öffentlichen GottrSdienste« zur Verhandlung. Ein Nademachergesell hatte in dem Dorfe Horneburg am Vorabend de« VersölttiiiiigStageS zur Zeit des Gottesdienste« Lärm vor der Synagoge gemacht und mehrere Andere dazu veranlaßt, er hat alsdann versuch», in die Svnagoge eiiizudringen. wobei er den Handelsmann Aaron Loo» schere, der ihn daran verhindern wollte, ibätlich mißhandelt hat, io Folge dessen die sämmtlichcn Frauen und Männer di, Synagoge ver» lassen haben. DaS Urtheil lautet aus vierwöchrntliche Gesängnißflrafr. Aus der hiesigen BildungSanstalt für jüdische Lehrer, die unter Leitung ihres Direktors des Herrn Dr. S. FrenSdorff immer fegen«» reicher wirkt, werde» am Schluffe diese« Semester« neun Zöglinge ent» lassen. die bei dem noch immer großen Lehrermangel schon vor dem Eramcn von den Gemeinden engagirt sind. Dem Ober-Lommcrzicurath E. Simon ist von dem Könige von Preußen der Kronenorden verliehe» worden. Eine Aiierkenniing anderer Art ist dem Herr» Dr. med. M.yenberg dieser Tage geworden. Derselbe hatte schon seit längerer Zeit aus das immer ciilschietener hervor« tretende Betürsuiß einer Kinderheilanstalt aufnierksani gemacht, und leinen Bcinühuiigcn ist es gelungen, ein Koinitü, aus Le» achtbarsten Mäiiiicrn bestehend, zusammeuzubringen. Nachdem nun allgemein in de« hiesigen Blättern die projekiirte Anstalt als eine zeitgemäße und heilsame anerkann» wurde und gezeichnete Beiträge die Gründung derselben sicher« teil, wurde Herr Dr. Meyenderg einstimmig zum dirigirenden Arzte ge» wählt. Auch in das Frauenkomilü. dem die Neberwachung drr körperli» chen Verpflegung der Kinder zusällt. sind einige jüdische Damen getreten. X. Hannover. im März. Die köngl. Landdrostei veröffentlicht eine Ucbersichl der Eliinabnie» und Ausgabe» der LandrabbinatSkaffe de- LandeSrabdinatS-BeziekeS Haniiover vom Rechnungsjahre 1863 bt« 1864. Wir ersehen daraus, daß die Einnahmen 2029 Thlr. 26 Gr. 6 Pf. und die Ausgaben dagegen nur 1885 Thlr. 3 Gr. 1 Pf. betragen habe»; mithin rin Uederichuß von 144 Thlr. 25 Gr. 5 Pf. bleibt Unter den Ausgaben sindeu sich die Summen 145 Thaler sür Unter» haltungskosten armer Irrsinniger uud 559 Thaler für Uaterstützuagen au Bedürftige. M. Kopenhagen, im März. In den Monaten Jäner und Februar jeden Jahres zeigt sich en unserer Gemeinde een regsamere« Leben, al« in den übrigen Monaten de« Jahre«. In diesen beiden Monaten pflegen nämlich die verschiedenen WobltbäilzkeilSvereine und Gesellschaften, deren r« in unserer Gemeinde verhälluißmaßig ein» beträchtliche Anzahl giebt, dir jährlichen Generalversammlungen abzuhalten, wobei Rechenschaft und Berich« über dir Wirksamkeit im abgelausenea Jahre und über dir Mittel, die zur Verfügung stehen» abgestaitet uud Vorschläge zur Brr» Mehrung der letzteren und zur Erweiterung der erster» eiugebracht und selbst dlSkutirt werden. Daran schließt sich dann gewöhnlich «ine gesellige Unterhaltung oder ein Festessen. wobei ernste und heitere Toaste auSgebrachl werben. Solche Zusammenkünfte uud wa« sonst damit in Verbindung steht, haben da« Gute, daß sie da« allgemeine Interesse für dir betreffenden Vereine und deren Zwecke wach erhalten und be» leben und gewöhnlich sür sie einen Zuwach« an Mitgliedern und Mit» trln zur Folge haben. Unter allen kirr bestehenden WohllhLtigk«it«ver» einen erfreut sich der Kraukrnpflrge.Brrriu der größten öffeut» liche» Ibeiloahmr. Dieser vor 45 Jahren gestiftete Verein zählt in