Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 15 (12.4.1865)
- Date
- 1865-04-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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251 brnn mit SllSoahme Ataliah'«, deren Satte» auch bei aller freie» HM» legovg dna« Aeholiche« nicht aufgrdeute« werde» konnte, sind hier unr die Männer der al« regierend bezeichueten Fraue» genannt. Isabel war di» Frau de« Schab, Waschti die de« Achaschwrrosch. Sewirami« aber nach der rabbinischen Auffassung die de« Neburad» gar, wie au« folgenden Stellen zu ersehen ist. ״Wie hieß die Frau Nebucadnezar«? R. Hona sagte, sie habe Schewirab geheißen, nach R. Abin war ihr Name Schemirawuth sSewirami«) nach andern Gelehrten hieß sie Schewiraaw, weil sie in Donner geboren wurde.* * *) Daß dir Semirawi«, welche 2000 Jahr, vor Beginn der g.n.Z. gelebt hat, zur Gemalin NebukadnezarS gemacht ward, ist leichk erklär» lich, denn ersten« wird eine Königin Semirami« fünf Geschlechter d. i. 150 Jahre vor Nitokrie«. der Frau NebukadnezarS genannt'), dann werden die hängenden Gärten, welche eigentlich der Nebukadnezar seiner Frau erbauen ließ, von der Sage der Semirami« zugeschrieben s), so daß ein qui ezuo pro wie von selbst kam. Gehen wir nun zu dem Charakter über, den Semiraminach der rabbinische» Anschauung hat. Semirami« ist gerecht uud gütig. Die jüdischen Vornehmen ver» wenden sich durch ihre Kammerfrau oder Friseurin bei ihr. daß dem Zojachin die Fortpflanzung de« königliche» Geschlechtes ermöglicht werde. sie selbst stellt e« dem Könige vor, weist auf die ehemalige Würde de« Zojachin hin und bewirkt, daß seine Gemalin ihm zugeführt wird.*) Semirami« ist kcnsch und edel. Schab, Sohn de« Kela» jah- und Zitkiah, Sohn Maaffeja« trieben, wie sie in Zenitalem falsche Proscten gewesen waren, auch, in Babylonien Betrug »uv llnzncht, der eine wackelte für den andern Frauen durch die Borspitgelung, der Sohn, den man mit einem Proleten erzeuge, werde selbst ein Proset, und e« sei Gottes Wille. daß sie Proseten gebären. Sie warc» schlaue Betrüger. Wenn eine schwangere Frau cinc» von ihnen fragte: ״sagen Sie mir, ob ich ein männliches oder weibliches Kind zur Welt bringen werde, verhieß er ihr einen Knaben, ihrer Nachbarin aber sagte er, daß da« Kind weiblich sein werde; so mußte ihre eingebildete Pro« feteugabc sich stets bestätigen. Als einst Zidkiah die Königin ScmiramiS für Schab zu gewinnen strebte, berichtete diese es ihrem Geniale Ncbu» cadnczar. N. ließ die beiden Männer hole», stellte ihnen vor, wie strafwürdig und verpönt, die Unzucht nach dem mosaischen Gesetze sei, und sorderte sic aus. zur Bewährung ihres profctischcn Charakters wie Chananja, Mischael und Asariak die Feuerprobe zu bestehen. Als sie ihm cntgeg׳ netrn. daß da» Wunder, wie in dem angeführten Falle. nur bei drei Personen auSgesührt werde, ließ er ihnen den Priester Zosua, Sohn IrzatalS beigesellen, sie wurden ins Feuer geworfen. Zosua ging un» vrrsehrt hervor (Zach. 3. 2.).-die falschen Proseten aber gingen in den Flammen unter (Irr. LS. 2?).7) Stellen habe ich noch hinzuzufügea, daß der Talmud in der ersten Stelle für da« majsoreiijche אדני die scriptio pleno hat. Die Zahl 4 wird übrigen« »och bei einer andern agadtschen Aufzählung von Frauen ge« braucht (Meg. 15. a.) ד Daj. mb. c. 10.מה היתה שם אשתו שי נבוכדנצר ר׳ ר׳ הונא ן<1מר שמירה שמה ר' ן^בין אמר שמירמות שהה ורבנן אמרין שמירעם שמה ע״י שנולדה ברעם. Neuer. Kritiker halten Semirami» für eine Komposition von Lewir ״Taube" ״amis" Mutter, weil SemiramiS als Kind au-gesetzt, aber von den Tanben ihrer Mutter mit den Flügeln bedeckt und mit Milch. die sie ihr mit den Schnäbeln zuführten. genährt wurde. Nach Hona« Ansicht hieß sie blo« ״Thcmira" was wol ״Taube" aber auch ״die Starke*, da« hebe. שמר hat ursprünglich die Bedeutung ״stark sei»"), bedeuten kann, weil sie Göttin des Kriege« war. Zu der Chronik kommt der Name SemiramiS, wie ebensalls schon gezeigt wurde. al« Männername vier» mal vor (1 שמירמות Cbron. 15, 18, 20, 16. 5; 2 Cbron. 17. 8) dir Ansicht, daß in der ,weiten Sylbe mmis da« hedr. רעם liege, ist weder mythologisch noch etymologisch gerechtfertigt. ') Herodol H. c. 142. ‘) S. Pauly klassische« Reallerikon Bd. 5. S. 594. *) Vajikmb. a. a. O. Der Meinungsstreit, ob dem Iojachin seine Frau durch da« Gitrer (קנקלין—carccllae) oder durch die Dach, decke zugesührl wurde, ferner d ir ׳Angabe, daß sie wegen eine« den Be» gattungSakt verbietenden religiösen Hmdcrnlffksich zurückgezogen habe, mögen hier der Vollständigkeit halber angeführt werden. ') Tanclnma cd. Zolkicw 198. b; Jalkut II, 309 und Svn» htdri» p. 92. ». So viel un« von Semirami« io de» rabbinische» Schriften er» zählt wird, legen diese Mitthrilungro dar, und di« Untersuchnng» in wiefern diese Angaben mit der übrigen Mythologie übereingimmen oder nicht, würde hier zn weit führen. Sie wird, wie wie sehen, nur bei ehelichen Verhältnisse» genannt, wie sie auch in der assyrischen Götter« lehre al« Göttin der Lieb« erscheint.') Wir wollen hier nur noch be« züglich der ihr zugeschriebenen Bauten erwähnen, daß. wie die griechi. scheu Schriftsteller von hängenden Gärten, dir Nabbiuen von Palästen, die über Ströme uud zwischen Bergen hängen und von Pharao, San« cherib und Chiram erbaut wurden, Nachrichten gebe».*) Das S r o d. Eine archäologische Studie ron Ignaz Reich, Lehrer des hebräischen und ungarischen Faches an der israelitischen Normalhauptschule in Pest. .אם אין קמח אין תורה 2״m Schweiße deine« Angesichtes sollst du dein Drod essen, bi« du zurückkehrst zu der Erde (1 M. 3, 19)!" — Deu schweren Inhalt dieses Spruche« hat wol kein Volk auf Erden tiefer und schmerzlicher empfunden, al« dir Juden. Au« dem Paradiese der Freiheit und der statlichcn Unabhängigkeit vertrieben» iß» der Jude beinahe zwei Jahrtausende hindurch das bittere Brod der Derbannung im Schweiße seine« Angefichts! ״Seitdem der Gotteötempel in Zerusalem in den Staub gesunken, gab e« kaum ei neu Tag, wo nicht ein Fluch sich bitterlich bewährt hätte!" (Sota 48. a.) Erst mit dem Brodr wird der Mensch zum Menschen. ״Da« Kindletn vermag nicht Vater und Mutter zu lallen, bi« e« den Geschmack de« Weizens gekostet hat." (Sanh. 70, a.) Mit dem Genüsse de« BrodeS richtet das Kind sich aus vom Staube, und mit dem Verluste ״der Stütze des BrodeS" senkt der Greis zur Scholle deu Blick, als suchte er etwas Kostbares (Sabb. 152, »); geht er dem Tode zu! Dasselbe gilt von ganzen Nationen. So lange sich ein Volk von eigenem Boden nährt, steht eS aufrecht uud kräftig da. Seinem Boden cuiriffcn, finkt e« zur wilden Horde, oder zur zahmen Heerde herab. Al« die Schaubrode, ein Produkt de« freien heimatlichen Boden« (Menach 04. b) , im Tempel aufgcschichtet lagen. zeigten sie die Priester de», an de» drei WallfahrtSscsten versammelten Volke, indem sie demselben zurikfcn: ״Sehet, wie Gott euch so lieb hat!" Die Niederlegung der Schaudiode wurde daher auch aus eine glänzende Weise gefeiert. (Men. a. a. O.) Aber auch das zum täglichen Genüsse bestimmte Drod war gleichsam etwas Heilige«: es war da« Symbol der Liebe zur Häuslichkeit und zur Heimat. Schon frühzeitig waren die Hebräer mit der Bereitung de« Brode« bekannt. Während die Karthager von den Römern ״Flammenkuchro- Fresser" genannt wurden, weil ihnen der Gebrauch de« Sauerteige« noch unbekaunt war, verstanden e« die alten Hebräerinnen, ihren Tisch nicht nur mit Drod. sondern auch mit LuruSgebäcken zu zieren. Sara bewirthet ihre Gäste mit Kuchen (IM. 18. 6); die Todtcubeschwörerin zu En Dor setzt ihrem Könige nngrsänerte Drod« vor (1 Sam. 28. 24); Tamar, die Königstochter, versteht e«, ihrem ״kranken" Bruder ״Lewi» woth" zu bereiten, und in einer blanken Pfanne aufzutischen (2 Sam. 13,6.) In der talmudischeu Zeit sah man e« als Zeichen einer herabgekommene» Haushaltung an. wenn da« Hauseinen Brodbedarf nicht selbst erzeugte, sondern da« Getreide oder gar da« Drod auf dem Markte kaufen mußt». Der Talmud gloffirt den 5 M. 28. 66. ausgesprochene» Fluch in folgender Weise: Dein Leben wird vor dir schweben “ tu wirst die Frucht von Jahr zu Jabr kaufen müsse»! Nacht und Tag wirst du in Furcht sein — du wirk grnöthigt sein, dieselbe von Woche ") Diod. II, und Pauly a. a. O. Art. Semirami«. *) Tanchuma cd. Zolkiew S 6. b und 7. a. Chiram'« Palast befand sich nach der dort gegebenen Bestimmung בין אדריא□ לאוקימת zwischen AdriaS und Okrano«, wa« wahrscheinlich besagen will, daß seine Besitzungen sich über da« östliche Mittelmeer auch bi« in da« adriatische Meer erstreckt haben.