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Ben Chananja · 1865-04-12 · 15 (12.4.1865) · page 8

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
15 (12.4.1865)
Date
1865-04-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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265 266 ffinrr beiden Bbtffltunßta 650 Mitglieder, nämlich 430 in bir rnänn« lichen und 220 i» der weibliche» Abtheilung. und besitzt eine» Fond von etwa 10,000 Thalern. Der Tag der Generalversammlung i» dir« sem Vereine hatte diese« Jahr ein besondere« festliche« Gepräge, da Herr M. M. Rübe» an demselben sein 2Sjährige« Jubiläum al« Vor« steher di.,'.» Vereine« feierte. Der Titular hat in diesem langen Zeit« raume m? einer bewunderung-würdigen Hingebung und Unverdrossen» beit sein mühevolle« Amt verwalte» und mit einem außerordentlichen Eifer zur Entfaltung und zur segensreichen Wirksamkeit dies,« schönen WohllhätigkeitSvereint« beizutragea. Al« Au-vruck der allgemeinen An» rrleanung seiner außerordentlichen Verdienste wurde ihm an diesem Tage durch eine Deputation ein kolossaler prachtvoller Pokal Namen« der Mitglieder de- Vereine« überreicht, bei welcher Gelegenheit der Wort» sübrer der Deputation einr längere Ansprache an den Jubilar richtete. Au« dem Ueberschuffe der zn dieser Ehrengabe reichlich eingegangeoeu Beiträge wurde ein Legat im Betrage vou eiuigeu hundert Thalern gestiftet, von welchem der Jubilar jährlich an diesem Tage die Renten nach eigenem Ermessen an arme Patienten vertheilen soll. Nach der Generalversammlung fand zu Ehren de« Jubilar« ein Festmahl statt, an welchem sich gegen 200 Mitglieder belheiligten und wobei Herr Oberrabbiner Dr. Wolff eine sehr ansprechende Rede über die Tendenz de« Vereine« und über die Verdienste de« Vereine« hieli. Kopenhagen, 27. März. Die in unserer Gemeinde zu wohl» »hätigen Zwecken gestifteten Legc-ir haben in diesen Tagen einen sehr ersreulicheu Zuwachs erhalten, indem die verwitwete Frau Brigilbe Hartwig, gebocene Israel, zum Andenken au ihren kürzlich verstorbenen Mann P. Hartwig, mrhrere Legale im Betrage von 8420 Thaler» gestislet hat. Von dieser Summe erhält der Krankenpflcgcverein 1000 Thlr., der Gevaiterverein 1000 Thlr., die Gemeinde 5200 Thlr., deren Renten jährlich am Sterbetage de« Genannten an vier würdige Arme in der hiesigen Gemeinde als Beitrag zur Hausmiethe vertheilt werden sollen. Der Rest von 1250 Thalern ist zur Herausgabe einer größer« bibli» scheu Geschichte in dänischer Sprache bestimmt, deren ganzer Verlag der hiesigen jüdischen ReligionSschule zufalleo soll. Inland. Pest, 5. April. (Das neue Statut der israelitischeu Gemeinde.) Die schon so lange schwebende Angelegenheit der hiesige» Judengemeinve ist nun endlich gelöst; die Statuten, nach wel» chen dieselbe organisirl werden soll, find herabgelangt. Wir können nur wünschen,, daß die Befürchlungen derjenigen, welche das Statut über» Haupt ״lchl als genügend betrachten, nicht in Erfüllung gehen möge». Heute Vormittag war eine Deputation der hiesigen israelitischen Gemeinde unter Fübru.:g des Herrn Schoßberger v. Szt. - Tornya beim königl. Statthalter, um demselben den Dank der Gemeinde für da« Statut darznbringe«. Ueder den Inhalt desselben » welche« vorder- Hand erst in drei Eremplaren vorhanden ist, von denen eine« bei der Statthaltern. eines beim P.ster Magistrat und eine« im Archiv der Ge« meinde erliegt, konnten wir rinftweileu blo« einige Bruchstücke erfahren, die jedoch blnreichenden Grund zu der Annahme bitten, daß die neue Ordnung nicht vou den Sympathien der Intelligenz. selbst nicht der konservativen, getragen sei» werde. Der Vorstand wird vou der Gemeinde gewählt. Wähler sind diejenigen Gemeindrmitglieder. welche all» jährlich 5 st. in bir Gemeindekaffe steuern. Das Wahlrecht bedingt aber keineswegs die Wahlsähigkeit. bitte beginnt erst btt einer jährlichen Gemeindesteuer von 20 fl. Die Gesammtheit der Wähler wählt nun im Ganzen 120 Individuen, diese bilden die Repräsentanz der Wähler und diese wählen au« ibrrr Mitte den enger» Geoieinbevorstand, beste» brnd au« einem Präses, ,uns Vorständeu und dreißig Ausschußmilglirderu. Die Wahlen zu den Landtagen in ganz Oesterreich find direkt. Dasselbe ist bei allen Gcmeindewahlen der Fall. Nach den Landtags», wie nach den Gemeinke-Wahlorduungen ist jeder Wähler zugleich auch wählbar. Ader die Pester Jndengemeiude muß einen ganz besonder«, doppelt fillrirendea Apparat haben. Man sollte meinen, saß er mindesteu« bestimmt sei, den Rrichsrath de- Königreiche« Judäa zu bilden. Man kann e« der israrlitischeu Intelligenz unmöglich verdenken, wenn sie sich oppositionell verhält einer Organisation grgenüber, die mit den übrigen Justitutionen der Monarchie — dev AuSnahmSzustaud freilich ausgenommen — gar nicht im Einklänge steht. (Debatte.) L. >2. A. Kjhely, 1. April. Die Chaßidärr habt» bereit« Vorbereitung getroffen, die Manuskripie de« heiligen Redde Motcheh Teiteldaum {ז״צ״ל der Oeff.ntlichkeir zu übergedeo und wird der Rebb, in Ezigrt, «iu Eukel des verstorbenen Rabbi, die Herausgabe ermöglichen. ל. TnroSpatak, 2. April. Die Direktoren ^.rvai I.. Nagy L. und BereS L. werdeu ein Schulblatt in ungarischer Sprache veröf» fenllichrn. Wir machen Schulmänner aus diese pädagogische Erscheinung um so mehr aufmerksam, da das Blatt in ebenso humanem. als!reff» lich pädagogischem Geiste redigirt werde» wird. Szegedin, Srldlvrrla, der fitbaküo». Kurze Notizen aus dem Gebiete der Literatur. 17. Barnch Spinoza« Leben und Charakter. Ein Vortrag von Kuno Fischer. Mannheim 1865. In dem enge» Rahmen eine« Vorträge« faßt der berühmte Brr« faffcr riurn LebeuSadriß de« Deuker«, und wen» auch nicht« wesentlich Neue« in demselben gebracht wird, so gewinnt doch da« Bekannte durch die herrliche Darstellung einen neuen Reiz. Al« Einleitung betrachtet der Verfasser Spinoza in seiner geschichtliche« Bedeutnog, charakterisirt seine sittliche Grundrichtung und zeigt, daß. wenn auch die Mitwelt vor der Lehre des Manne« wie vor einem Medusenbaupt, zurückwich, die Nachwelt und namentlich die deutsche io einer Reihe ihrer edelsten Größen von diesem Vorbilde durchdrungen war. Leffing, Göihe, Schleier« macher und selbst Spinoza« äußerlicher Gegner Jakobi fühlten sich ihm geistesverwandt. Spinoza'« ganze Lebensaufgabe sieht Fischer auf eine» Punkt gerichtet: sich von der Selbsttäuschung und ihren Blendungen zu befreien. Diese Aufgabe war zugleich sein tiefste«. persönliche« Bedürf» »iß. Er hatte begriffen, daß die Wurzel der Selbsttäuschung die Selbst» sucht ist. da« Geschlecht unserer Begieiven, Wünsche und Leidenschaften. So lange diese unser Gemüth gefangen nehme» und verdunkeln, ist t« vollkommen unfähig, die Wahrheit zu erkennen. Da« beherrschende und erleuchtende Motiv in dem Leben und Charakter Spinoza'« wäre daun einzig und alle,« die Liebe zur Wahrheit. Vou diesem Grundgedanken ausgehend. wird da« Leben un« vorgeführ» mit seinen Freuden und Schmerzen, seinem Ringen und Kämpfen; auch der Liede Spinoza'« zu der Tochter seine« Lehrer« van der Ende wird gedacht, doch zeigt Fischer darauf hin, daß nach den neuerdings von van Dloreu veröffenl» lichte» Heiratsregistern diese Liebe in eine spätere Zeit als man gewöhnlich annimmt, fallen muß, da in den Jabren. in denen van Ende Spinoza'« Lehrer war, dessen Tochter Klara Maria noch in ihren Kiuderzahreu stand. Die viele» über Spinoza auSgcsprenglen Gerüchte iu Beircff seine« Tode« weist Fischer als erlogen zurück; man siebt au« allen diesen Gerichten, wie unfähig die Menschen waren. sowol seine Feinde als seine Bewunderer, die Seelengröße Spinoza'« zu ahnen. Die einen machen au« ihm einen elenden Feigling, die andern einen verworrenen Märtyrer." Wie lief der Verfasser in da« Studium Spinoza'S eingedruugen, und welche Verehrung er für ihn hegt» lehrt jede Seite dieser mit Liebe geschriebenen Broschüre. N. f Der Redakteur Herr Franz Tuvora. Hr-W VSS . dessen Gesellschaftsreisen nach dem Oriente sich bis nun mehr als tausend Personen anaeschloffen haben, unternimmt im Monate Mai eine Gesellschaftsreise nach Paris und har den Preis einer Tbeilnchmcrkarte für die Hin- und Rückreise mit sünfundsechzig Gulden sestzcsttzt. Dieser überaus billige Preis wurde erziel«, indem nicht nur die Kaiserin Elisabethbahn. sondern auch die würtemdergischen und badischen Eisenbahnen die Gebühren um 50 Pcrcent ermäßigten. Die Direktion der französischen Ostbahnen aber »och eine weitere Ermäßigung eintretcn ließ und zwar in Würdigung de« Nmstandl«. al« derlei gesellschaftliche Reisen geeignet sind, dir kommerziellen Beziehungen Oesterreichs mit Frankreich zu beleben. Dos ausführliche Reise-Programm wird auf Verlangen durch Gerold'« Buchhandlung in Wien ober durch das Komptoir der kais. ״Wiener Zeitnna" zugeseuder._ ■ Berichtigung. In einem au« S. A. Ujhely dalirteu Artikel in der jüngsten Nummer de« ״Ben Chananja" toll es heißen Ignaz Fischer anstatt Ignaz Führer._׳ frpy*־Da diese Nummer wegen der eintretenden Festtage heute am 10. April erscheint, mußten dir heule eingelaukenrn Korrespondenzen für die nächst, Nummer rnrückqeleqt werben. Inserat. Konkurs. (2-3) Zn der hiesigen isr. Kuliu-gemeiude ist die Stelle eine« Dajjau oder NabbinatS-Affrffor« .zu besetzen, mit welcher ein JahreSgebalt von 400 fl. ■5. W. und freie Wobouug verbunden ist. Bewerber haben ihre החרת הוראה" ihre sonstigen Zeugnisse, sowie den Ausweis über ihr Atter, ihre Keuntniß der ungarischen Sprache und ihre Fawilienver« bäliuiffr ihrem Gesuch, de,,»legen. und bi« ,um 10. August 1863 an den gefertigten Vorstand portofrei eiozusenden. Szrgcdi». 3. April 1865. Der- Vor fand der ifr. Jultusgemeinäe. Leipzig. LomnMo1,»-vrklavon Frau» Vagner. Druck von Sigmund Burger in Lzcgediu.

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