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Ben Chananja · 1865-04-05 · 14 (5.4.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
14 (5.4.1865)
Date
1865-04-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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237 238 also Bedürfnisse, die dieselbe Gemeinde in früherer Zeit nicht empfand, und diesen Bedürfnissen muß Rechnung gelragen werden. Wir gratu» lireo der Prrßburger Orthodorie zu dieser Konzession. Wie fie die» selbe mit den Grundsätzen ihre« Lehrer« und Meister« in Einklang bringen, will ich nicht untersuchen. 3br Gegner ha» jedenfakl« die von ihm angeführten Worte de« R. Mose« für sich, nach welchen diejenigen, die nichihebräifch« Bücher lesen und in einer reinen Sprache predigen, nicht Rabbiner sein dürfrn: Ehalham Sofer zum Choscheo Mispat Nr. 197. Andererseits ist e« aber rin erfreuliche« Zeichen der Zeit, daß dir Preßburger Orthodorie nicht nur in der Prari« , sondern auch in der Theorie zu Akkomodationen ihre Zustucht nimmt. Kurze Notizen aus dem Gebiete der Literatur. 15. Wegen der methodischen Anordnung sowol, al« wegrn der sehr ansprechenden Ausstattung ist als höchst gelungen zu bezeichnen: Methode facilc pour apprcndre l’hcbreu, conteuant des priör<׳s et actiuns de graces a l'usage des jeuncs israelites. Par L. Blum, professcur. Paris, 1864, L. Blum, rue Saintc-Croix de la Bretonncrie 14. 8. 32. Da« Büchlein ist in vier zweckmäßig aneinander gereihte Leklionen getheilt. woraus verschiedene Gebete und Lobsprückr folgen. S. 16 ist nicht יחלו, sondern יחלו zu punktireu. Eine sehr willkommene Zugabe werde» Diele» dir Noten gesetzten Accente sein; diese Zugabe ist NaumbourgS Semiroth Israel entnommen. Der Preis diese« ElcmentarbüchleiuS ist 50 Cent. Abnehmer von lOO Erem» plaren erhalten 40, Abnehmer von 12 Eremxlaren 1 Eremplar gratis. 16. Später als gebührlich, empfehlen wir: Geschichten einer Gasse. Novellen von Leopold Komp er t. Bcrli», Verlag von Louis Göschel. 1865. 8. 1. Bd. 283. III. 2. 23b. 356. Die Titel der hier gebolene» Novelle» sind: Die Zahrzeit; die Scelenfängerin; Gottes Annehmcrin; die Nnqeu der Mutter; Ehristia» und Lea; die beiden Schwerter; der Karsnnkel. Der Herr Verfasser erklärt in der Vorrede, daß die ״Geschichten" dem deutschen Volke erzählen sollen, ״wo« diese ״Gaffe" einst an Leid und Freut,, a» Drangsal und Ausrichtung umschloß; ihre Gestalten nud Naturen, so treu wiedergegeben, als ich vermochte, sollen daithu», nnier welchen Kämpfen und Wehen das Licht des Morgens nach so langer Nacht für sie angebrochen ist; mit welchen Gesüliltn. Anschauungen, Widersprüchen und Dlffonnanzen sie hart au der Schwelle stehen, die in das Thor der Gegenwart führt, einer Brrjülignng entgegen, deren letztes Ergebniß noch nicht abzusehen ist." Das jüngere Geschlecht der jüdischen Leser wird die anziehenden Geschichten natürlich mit anderen Gefühlen lesen, als diejenigen, welche den Mit» tag de« Leben« bereit« hinter sich haben. Wo Letzteren NeminiSzenzen au« der eigenen Jugend ontgegentreteu, muß erstere« von ganz neuen Gestalten und Anschauungen überrascht werden. Und da die bisherige jüdische Geschichtschreibung sich überwiegend dem politischen und literatur» historischen Stoffe zuwendete, werden die vorliegenden Novelle» al« Schilderungen de« jüdischen Volksleben«, für jüngere jüdische Geschicht«» srenlide eine wahrhast instruktive Lektüre sein. Folgende Bemerkungen dürsten vielleicht nicht unwerth sein, von dem geist. und gemüthvosten Verfasser bei einer etwaigen zweiten Aus« läge seiner Novellen berücksichtigt zu werden. 2m 1. Dde. S. K wird gesagt, daß der Fasttag der Königin Esther schon mit TageStämme» rung beginnt. 3» Wahrheit ist aber zwischen diesem und den anderen Fasttagen in dieser Rücksicht kein Unterschied (O. Ebajj. 564); da« Fa. sten de« VersöhnungSlage« und de« S. Ab sängt bekanntlich sogar am vorhergehriiden Abende an. Die Szene de« Schulhalteii« Bd. 2 S. 13, 14 entfernt fich von den liturgischen Satzungen und Einrichtungen gar zu sehr. Er kann einer mit der Synagoge vertrauten Sarab kaum in den Sinn kommen, ohne ״Minjan" ״Schulhalteu" zu wollen. Wa« S. 7 über da« Kaddijch gesagt wird. entbehrt aste« Grunde«. Dasselbe ist weder in der Sprache de« alten Zion« abgesaßi. noch ist e« als Gebet der ״Waisen" ein wesentlicher Bestandtheil de« täglichen GotirSdieuste«, noch schreibt 1» die Sage den Engeln zu; vielmehr wird den Eogeia sogar da« Verständniß diese« Gebete« adgesprochen sToß. Ber. 3, a. Schlgw. ועיני ן)• E. 137 wird Kojettin nach Böhmen verlegt, und S. 168 wird die« wiederholt. Wa« 6.339 über die ssetentägig, Iraner gesagt wird, ist unrichtig und sollte in einem deutschen Werke selbeinem wenig unterrichtet,n Zndea nicht in den Mond gelegt werde». 3n den Questea beißt e« umgekehrt: R. Grrschom. ״die LeoLtr de« zerstreutenZsrael«", trauerte um seinen verstorbenen Sohn» der de» Glauben der Väter verlassen batte. Samson Bloch hat in sekoem hebr. Uebersetzung der Zunz'schen Biografie Anw. 31. di, hierauf bezüglich״ Siesten angeführt und beleuchtet. Da«, vom Herrn Verfasser angeführte Mißverständniß war asterding« verbreitet; die Kundige» thrilten dal« selbe aber auch in späteren Zeiten nicht, wie au« Ture Zahab znm 3ore Dea 340, 2 erhellt. Zum Schlüße möge noch eia Bidenkeo hier einen Platz finden. Nach der Anschauung de« Herrn Verfasser« sollen die vorliegenden Gr» schichten es erklären, ״worum der Boro de« Familienflnne« und der Zu» sammrngchörigkei» noch immer so voll und unerschöpfl fließt und wie e« gerade dieser geheimnißvolle Zug war, der da« deutsche Volk. Liesen treuesten Hüter und Pfleger der Familie. au« der sein Schönste- und Größtes entsprang, bestimmen konnte, offen, herzlich uud brüderlich die Arme für diejenigen zu öffnen, dir gleich ihm am lohende» Feuer de« heimatlichen Herde« ihren liebsten Sitz haben- Der Poet darf,« viel» leicht sagen, wa« der Politiker ironisch lächelnd ablrhnen wird: dieser Zug innerer Verwandtschaft war am Ende da« rnlscheidrude Moment!" Nach unserem Dafürhalten kommt e« weter dem Poeten, noch dem Politiker als solchen, wcl aber dem Geschichtsforscher zu, die Emanzipation der deutsche» Juden nach ihren historischen Motiven zu würdigen. Aus da« Familtenleben wird aber derselbe diese» mächtigen Fortschritt der beut» scheu Gesetzgebung am wenigsten zurücksührea wollen. Zur ,Zeit, al« »ach Rieht da« deutsche Familieulrbeu iu der höchsten Blüthe stand, war die Lcul'cke Nation ׳,reit entfern», die Zudeu .zu emanzipireu. Der Impuls zur Iudencmanzipation ist nicht von Deutschland, sondern von Frankreich au-gegangen. Trotz der 3»mgkeit des Leutscheu Familien» lebenS wurden iu Frankreich die Kosten de« jüdischen Kultu« bereit« vom State, getragen, als hervorragende Wortführer de« teulschen Leberalismus, wie Notleck, gegen dir bürgerliche Gleichstellung der Zudea onkämpsten. Dem deutschen Dichter jüdische« Glauben« mag e« schwer fasten, die ,'einem Stamme und Glaube« in seinem Datcrlande gewor» deue Gereckligkelt als eine erotische Pflanze zu betrachten. Die abgr» lan'ene geschichtliche Entwicklung kann aber natürlich dadurch nicht ge» ändert werden. Trotz dieser Differenz in der historischen Auffassung find wir mit Vergnügen bereit, dem DarstellungStalente de« Herr» Berfas» ser« die wolverdiente Anerkennung zu zolleu. Wir wünschen den auch von dem Verleger schön und geschmackvoll auSgestalteten ״Geschichten" die weiteste Verbreitung und dem Herrn Verfasser Lust und Liebe zur weiteren Pflege seine« Literaturzweige«. Literarischer Kolbo (כלבו), xxxv. 3n Nr.S und 11 dieser geschätzten Blätter glaubt Herr Dr. SB. Wiener den Wiener Erulanten Ehanoch Levi חני הנוך סנ״ל# mit dem Verfasser von unedirt gebliebenen RGA. ,c., der vor 1689 gestorbe» und dessen Sobn Hirsch 1699 In Frankfurt a. M. wohnte und di» Wrrkr Grrson Aschkenafi« zum Drucke ordnete, zu idrutifiziren. Ich er» taube mir daher, denselben auf Resp. 120 im Abodat Ha-Gerschoni aufmerksam zu machen, au« welchem zu entnehme» ist, daß der berühmte הגי חנוך סג״ל gerade in dem Augenblicke al« Gersoa Aschkenafi fich zur Reue nach seinem neue» RabbinatSsitze Metz oaschickte. also eben nach dessen Erilirung au« Wien einen Ratbiuatssitz inue hatte, der von der Route. welche letzterer nach diesem seinem Bestimmungsort» nahm, weitab lag. ״Wäre dir« nicht der Fast, sagt Aschkenafi, würde ich H a u a u al« den zwischen uu« iu der Mitte gelegenen Ort zu unserer von ua« beiden gewünschtru Zusammenkunft gewählt haben!" E« zeigt dies wok deutlich, Laß der Wiener Erulaut Ehanoch Levi, der fich, wie Herr Dr. W. in Nr. 11 ausührt, al« solcher iu Fürth niedertieß, nicht mit dem von Aschkrnasi mit len größten rabbinischen Ehrentiteln genannten R. Ebaggai Ehanoch Legal identisch sein könne.

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