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Ben Chananja · 1865-04-05 · 14 (5.4.1865) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
14 (5.4.1865)
Date
1865-04-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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236 236 nab jeder Bemerkung über des Dorgang. Daß aber jüdische Eltern m der Wahl der Schule, welcher Ke ihre Kinder anvertrauen, oft nicht mit d,r gebührender Borficht zu Werke gehen, ist «ine ebenso betrübende, al» unleugbare Thatsoche. Stettin, 12. Mär,. (Srimeur ha« dem Mißbehagen, welche» jeder Jude beim Lesen de» Paffu«; »Sie wachen ,» wi, die Jude», die ihren Messias gekreuzigt" empfindet, mit kräftigen Worte» Ausdruck gegeben, wa« um so daokenSwerther. al» da» ehemalige Mitglied der provisorischen Regierung noch immer nicht den Muth verloren, trotz de» Drucke» de« EäsariSwu« und der Preßverhältniffe Frankreich«, den käiserlicheu Autor zurechizuweisen. Wenn jedoch Herr Eröwieur die Aeußerung Napoleou« aleine unglückliche Eingebung bezeichnet, so können wir eben jene de« Herrn Erüwieur: »Die jüdische Religion, sowol in den Ländern, wo sie be» reit« ihre Gleichstellung mit andern Religionen errungen, al« in jenen, wo fie noch gegen Beschimpsnng und Bedrückuug zu kämpfen hat, erwartet ihren Messias״ alkeine glückliche b-zeichnen. Auch wir fragen: Wie konnte Ciümieur diese Phrase niederschrciben? Die jüdische Religion als solche braucht, kennt, erwartet keinen Messias, pfs$ ישראל צריכין לתלמודו של משיה לעתיד לבוא und ihre Bekenner? ein jüdisches Plebiszit in Frankreich, Nordamerika, Holland, Belgien lind andern Ländern würde ein gegeniheilige« Resultat liefern. Eine große immense Majorität würde mit einem entschiedene» »Nein" antworten. Ohne e« zu ahnen, ist Herr Erümieur in da« Lager der Hildesheimer und Konsorten eingezogen, und hat eine sehr bestrittene Behauptung als Dogma ausgestellt, aus welchem leicht, als aus dem Munde eines jüdischen KonfistorialratheS kommend, manche Journalisten und Land» tagS-Abgeordnete politische« Kapital schlagen könnten, um jene Zustände in gewissen Königreichen und Länder», wo die Juden zwar im Prinzipe vor Jahren bereit« emanzipirt, in Wirklichkeit jedoch nicht einmal das aktive Wahlrecht haben, dauernd erhalten zn wollen.*) Brody, im März. Die hebräische Journalistik wird mit einem neuen Organe vermehrt werden. Titel: עבדי אנכי! Redakteur: B aruch Werber. Da« Blatt erscheint wöchentlich in Lemberg. Preis; 5 fl. ö. W. für den ganzen.Jahrgang. Die Salilmthgeselllchaft. m. M. H. Diesehebräische Flugblatt ist eine Novität, die wirklich verdient, daß wir ihr unsere heutige Uttterhaltung widmen. Das Blau enthalt nichts Geringeres, als — einen Protest der Preßburgrr orthodoren Talmudisten gegen da« Ihnen hinlänglich bekannte Lew ha׳Jwri! Der Szikßüer R. Histcl, der in diesem Augenblicke im nördlichen Ungarn mit so glänzendem Erfolge als Kol- Porteur dieser orthodoren Schrift reist, daß dem Bernehmeu nach bereit« eine zweite Auflage derselben vorbereitet werden muß, wirb von dem vorliegenden Protest, nicht wenig und nicht angenehm überrascht sein: Es ist ein Blitz auheiterm Himmel! Welche Wirkung wird der Blitz auf diejenigen ausübcn, dir er treffen sollte? Geschwächt wird diese Wirkung jedenfastS durch den bedeutsamen Umstand werden, daß der Protest gar keine NawenSliulerschriflen trägt. Dem Heiligen von Szikßü steht es mitbin frei, seinen Anhängern zu sagen: »Meinet ja nicht, daß die wahren Orthodoren in Preßburg gegen die von mir «mpsohlene und vcrbreilete Schrift ihre Stimme erheben. *) CrLmieur spricht dlo« im Allgemeine» von der Erwartung de» Messias, ohne stch auf dir hierauf bezüglichen Spezialltäieu riozulasse». Der Forderung der Emanzipation kann aber selbst die orlho» dorrste Messias-Erwartung nicht den geringsten Abbruch thun. Mon« tefiorr bekennet sich offen zu dieser Erwartung. obne daß er deshalb aushökill würde, seinem Baterlande mit Liede und von ganzer Seele ergeben zu sein. Die etwalgeu Urheber des von uincrm wackeru Korr«» spondenten erwähnten Plebiszit« werden, — vorausgesetzt, daß fie bibel« kundig find, — wol schwerlich behaupten. daß Brrbeißungen, wir Jrsaj. 2. 2—4. 11, 1—9. schon in Ersüstung gegangen find. Munk bat erst vor Kurzem beevorgehobcu. daß die bibltsche Poefie dagoldrue Zeitalter der Menschheit iu die Zukunft verlegt. Red. Sie find mit wir Eine» Herzen» und Eine» Ginne».!Nur die Pseudo» orthodoren find r», die r« wagen, gegen mich und wriue allein selig, wachenden Bestrebungen Oppofition zu machen." Wa» der Preßburgrr Schloßberg hierauf antworten werde, ,st noch abzuwarten. Ans der Feder eine« Preßburgrr Talmudisten von echtem Schrot und Korn ist der sulwiaaole Protest in keinem Falle gestoffen, denn ein solcher Talmudist weiß weder, wie in Berlin deutsch gesprochrn wird, noch kann e« ihm jemals in den Sinn kommen, auf die Jesuiten und ihre Marimen an, zuspitlea.') Ebenso gewiß ist r«. daß da« Dokument auf Deranlaffung oder doch unter der Aegide des Preßburgrr Gemeindevorstandr» erschienen ist. und neben dem polemischen Hauptzwecke auch die apologetische Ten» dcnz hat, die Preßburger Gemeindeverhäliniffe in einem günstigen Lichte darzustelleo. ES dürfte Ihnen vielleicht bereit« bekannt geworden sein, daß da- Lew Ha-Jwri nicht einen, sondern zwei Urheber hat: Hauptver, faffer ist ein Preßburgrr von Geburt, Namen« Akiba Josef beu R. Jechiel, was mit עיבדי angedeulet wird. Der Ergänzer ist dessen Schwiegervater, der Szikßüer Hillel. Gegen diese beiden Personen ist nun der vorliegende Protest gerichtet. Ersterer wird sehr schonungslos behandelt und al« Lügner, Berleumder und kecker Bube gebrandmarkt. Gelegentlich erfährt der Leser, daß Akiba Josef die Jeschiba zu Nikolsburg besucht, daselbst ״deutsch" gelernt, und fich nach seiner Heimkunft nicht nnr als Deutscher gerirt. sondern auch als deutscher Leichcnredncr produzirt habe- Damals soll er wegen seiner mangelhafien Kcnnlniß des Deutschen ausgelacht worden scizi. Ferner werfen ihm die Verfasser des Protestes vor. daß er, bevor er »ach NikolSbnrg ging, sein Haupt, »ach Weise der Preßburger Bachurim. wie ein Sch'ls gebeugt habe, nach seiner Rückknnft hingegen mit gehobeiirm Haupte einhcrstolzirte. »So", rufen die Preßburger Talmudisten aus, ״hat er seinen Glauben (אמונתו) und seinen Wandel in kurzer Zeit dreimal gewechselt!" Ich erwähne dies ausdrücklich, um Sie darauf aufmerksam zu machen, wie leicht dir Or-!köderen in der Hitze der Polemik dir schönsten Vorschriften des Tal» muds aus den Augen verlieren. Uneingedenk der talmudischen, von allen Poskim angeführten und saiiklionirten Warnung (B. Mezim 58. b) wagen fie e«. dem bußfertigen Akiba Josef seine früheren Berirrungen vorzuwcrfen! Milder als gegen den Schwiegersohn verfährt der Protest gegen den Schwiegervater. Doch wird auch er zurechtgewiescn, und namentlich werden die Romantiker gegen seine Ausfälle und Angriffe in Schutz genommen- Eigenthümlich ist da« Berhältniß der streitendeu Parteien zuR. MoseS Soser, dessen Testament in dem Lew ha׳Jwki ausführlich kowmculirt wird. Der Testator wird von beiden Parteien als Autorität höchsten Range« verehrt, nur in der Anwendung der von R. Mose« ausgesprochenen Grundsätze, ja selbst in der Auffassung manches beriet, den gehen fie auseinander. Ueber di, Thürmlein aus der orthodoren Preß» burger Synagoge sprechen auch die Verfasser des Proteste« ihr Verdau,- mungsuetheil au«, und geben fie öffentlich die Zusage, daß der Rabbiner nicht ruhen und nicht rasten wird, bis di, Thürmlein weggeschaffe sind. Auch iu Detreffde« ״Deutschen" geben fie zu. R. MoseS habe den Magrndorfer Rabbiner Lazar Slraßer seiner Zeit wegen der von demselben gehalteoen deutschen DeraschaS zur Rede gestellt. Niemals, sagen sie aber, hörten wir von R. MoseS, daß zwischen dem reinen Deutsch und dem jütischen Deutsch irgend ein. dem ersteru zum Nachtheile gereichender Unterschied obwalte. Hier offenbar! fich das Bestreben, di, nunmehr auch in der Preßburger Synagoge einheimische Derascha vor dem Forum de« sei. R. Mose« zu lrgitimiren. Hirrin find aber die Preßburger Or« lhodcren offenbar zu weit gegangen. R. MoseS sagt ausdrücklich. daß die Korruption des jüdisch-deutschen Dialekte« im jerusalemischen Tal, mud ihren Grund und ihre Wurzel habe (Ehatham Soser HI. 2. 11.) Sehr richtig fügt der Protest hinzu, daß das jüdische Deutsch in Preß« bürg nicht mehr verstände» werde, so daß die Gemeinde iu rriuew Deutsch belehrt weiden müsse. Die heutige Preßburger Gemeinde hat 0 התכלית מקדש ומטהר הסבה -י« »er hebräischen Gram, matik haben cS die Herren auf dem Schloßbergt noch immer nicht weit gebracht-, auch heiß, סבה nicht Mittel.

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