Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-04-05 · 14 (5.4.1865) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
14 (5.4.1865)
Date
1865-04-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543234--4166-2548113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

231 232 auSlkgling, welche mnn eine filosoftsch,jüdische nennen kann. PlatoS Ideen wurden in die Bibel hineingetragen, was bei der symbolischen Auslegung, zu der Anfänge schon in Palästina vorhanden waren, auch gar keine Schwierigkeiten hatte, denn die symbolische Deutung gewahrt einen so weiten Spielraum, daß der Scharfsinn freilich auf Kosten der Wahrheit ans der Bibel daS heranölesen kann, waS nicht darin steht. Wir besitzen zwar aus jener Zeit nur sehr wenige Schriftwerke, vielleicht weil die literarische Thätigkeit nicht sehr groß war, vielleicht auch, weil das meiste durch die späteren Verfolgungen und in dem Brande der großen alerandrinischen Bibliothek untergegangcn ist; aber wir be« sitzen einen Theil der Schriften eines ManneS, der füglich als der würdigste Repräsentant jener GcisteSrichlung bczeichnet werden kann. Dieser Mann ist — Philo, von dem Kritiker Asarja dei Nosii Jedidja genannt. Eö koste! mich Ueberwindnng, nicht ausführlich über diesen als Mensch, als Filosvf und alö Jude so hoch stehenden GlanbenSbruder mich auszusprechen. Dei der beschränkten Zeit muß ich eS mir für heute jedoch versagen und nur auf einige Bemerkungen mich beschränken. Zwischen dem Aleraudrincr Filososen Philo und unserm deutschen Filososen Mendelssohn bestehen so viele Achnlichkeiten, daß eine Vergleichung derselben und Unter« suchung deS MrundeS dieser Aehnlichkeiten von großem In« leresse sein würde. Beide repräsentiren in einem hohen Grade, man kann fast sagen ausschließlich, die GeisteSrichtnng ihres Volkes in ihrer Zeit, ja beide sind gewissermaßen ihre Ur« 1 Heber, beide geben diesen Geistesrichtungen in ihren Bibel-! auSleg,!ngen einen bestimmten Ausdruck, beschäftigen sich also ' beide mit Erklärung und Auslegung der Bibel. Beide ge- Horen als Filososen ihrem Zeitalter an, hören aber darum | nicht auf, als treue Bekenner ihres Glaubens, als eifrige! Desolgrr deS jüdischen Gesetzes und als sich hingcbcnde Brü«! der ihrer Glaubensgenossen zu leben und zu wirken. Beide j leben in einer Zeit von Verfolgungen und falschen Beschul-! digungcn, treten für Juden und Judenthum mit Wort und Schrift zur Verthcidigung aus. Beide erstreben und erlangen zwar kein äußeres Ansehen verleihendes Amt, aber beiden wird von der Mit« und Nachwelt Achtung und Ancrkennnng ihres Wissens und ihres Charakters zu Theil. Zwischen bei« den bestehen aber auch große Verschiedenheiten. Liegt ja zwischen beiden Filososen ein Zeitraum von nicht weniger, alö 1800 Jahren! Um so mehr muß man sich über einen Unterschied wundern, der in vielfacher Beziehung sehr de« zeichnend ist: Mendelssohn war em Meister der hebräischen Sprache, Philo, der 1800 Jahre früher lebte, scheint nicht einmal die Bibel in der Ursprache vor sich gehabt oder doch bei seinen Auslegungen gebraucht zu haben, sondern lediglich dir griechische Uebersctzung derselben. Daß ihre Geiste-« richtungen verschieden waren, braucht nach diesem nicht einmal angedeutet zu werden. Der Hellenismus, wie man auch die Filosofie der alerandrinischen Schule zu nennen pflegt, ist sonach nichts anderes, als der Versuch einer Vermittlung deS JudenthumS und der griechischen Filosofie, welche in der damaligen Zeit daS eigene Denken erfüllte, der Art, daß diese als in jenem schon enthalten dargestellt wurde. DaS ist auch bei der symbolischen Auöleguug stets der Fall. Man ist sich deS Gegensatzes bewußt und sucht ihn dadurch aus« zugleichen, daß man die Ideen mit einander verschmilzt und mittelst abweichender Deutungen den ursprünglichen Inhalt anders versteht, als er früher verstanden worden ist. <S ch l » ß folgt.) Korrespondenz. Ausland. 1/ J. New - Vvrk, im November. Ich werde Ihnen nun di, allgemeinen Gesetze in Bezug auf untergeordnete Logen mittheileo. Dieselben tauten: l. Don der Aufnahme von Mitgliedern, z. 1. Niemand teil in eine Loge anfgenouimen werden, der das : rinundzwonzigste Lebensjahr »och nicht erreicht ha«. Es muß das Aut« nahmSgeslich in jedem Falle schriftlich von eiiiem Mitglied, der Loge gemacht werden mit Angabe des Namens, AlicrS, Wohnortes und Gr« schäfte« de« Kandidaten, begleitet mit dem vollen EiniriilSgcldr. §. 2. E« soll sodann ein KomikS von drei Brüdern ernannt werden, welche« zur Pflicht hat. Len Kandidaten zu besuchen und sich genau nach seinem Eliarakter, GeinndheilSzusiand und seinen sonstigen Deihälinissen zu erkundigen und bei der nächflfolgenden Bersammlung \ Bericht darüber zu erstatten. §. 3. Kein Vorschlag zur Aufnahme als Mitglied kann zurückgenommen werden, nachdeni das Komilü darüber Bericht erstattet har §. 4. Auch ist es die Pstichl eines jeden Bruders der Loge, so :> weit er rS vermag, AnSlunst üd>r einen Kandidaten zu geben. §. 5. Die Loge soll nach Anhöruiig eines vollständige» Könnt«!- ׳• Brrichies über die Ausnahme der Kandidaten ballotiren. Drei schwarze f! Kngcln weilen einen Kandidaten ab. §. 6 Wiedererwäguiig einer Dallotage kann nur dann stallsinden. w-nii rrbebliche Gründe Vorhände» sind, die der Loge genau vorgelegl werden müffe», n»d isi solche längstens bis zur nächstsolgenden Bersanilntling;»lässig. Dir zwcile Valloiage ist in allen Fällen endgüll >g §. 7. Kein abgewieiencr Kancual soll vor Ablauf von sechs Monair» vom Tage sriiur Abwnsung an. in einer Loge wieder vorgeschlagen werden. Wenn ein Kandiral abgrwiesen wird, sollen alle Logen innerhalb des DistrilleS sofort davon in Krnntniß grsctzt werdrn. ß. b. En, Ordrnebruter. welcher Mtlglird einer andrrn Loge zu werdrn wünsch!. soll e»le Adgangskarre von seiner Loge (welche Karlr nicht über zwölf Monalr alt fein darf). bei der belreffenden Logt rinreiche»; dieselbe soll eiiirni Komilü von Dreien übrrgrden nnd in seber andern Beziehung über feine Ausnahme edrnso verfahren werden, wie! im Faste eines andern Kandidaten doch soll es neun schwarzer Kugeln bedürfen, um einrn Ordensbruder abzulvrisrn. (Forlsetzung folgt.) j 0. 11. Elcvckand (Nord-Amerika), im März. 2» hiesiger - Stadt ist der Hanptsstz dc- ״a t tg rm e i n, n ungarischen Ullter׳! stüpungSVereins«, welcher bei Ucbnng seiner Wohlthatrn reinen j Unlrrichlrd tc« Glaubt״» kennrt. Der Verrii, brstehl seit achtzehn Mo-! »alt» und zäblt in den verschiedenen Glatru und Städten 105 ungaj rilche Mitglieter. Der Gründer trs Verrins und leffen erster Prüfe«.! Herr Morl, Black, ist am 21. Srpleuiber 1R64 mit Tode adgr«! gangen, und wurde von de!« ganzen Bereine ausrichtlg detrauert. Der gegeuwäriigt Verrinspräsrs ist Herr De. HoroWitz. DreSIa«. Ende März. De. Samuelsohn ist so sekundlich, un« auch diesmal den 2abre«bcrichl über die Religions-Unterricht«»»׳ stall der DeeSlaner Synagogengemeinde zuzusenden. Außer ihm wirken an der Schule die Lehrer Ascher und Micharli«. Der Unterricht in drr hrbräischrn Formrnlrhre ist auch für di« weibliche 2»grud obligat. 2n der höchsten Knabenklaff, wurden bei zwei wöchentlichen Dldelstundra durchgeaommen: Da« 2. und 3. Buch Most«; Zesaj. 31—66. In einer wöchtnilichrn Stunde wurde außerdem kursorisch gelesen: Richter, 1 I Sam. 1—20. Dir würden Herrn Dr. Samnelsohn mit vielem Ber-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.