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Ben Chananja · 1865-03-29 · 13 (29.3.1865) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
13 (29.3.1865)
Date
1865-03-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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217 sicht des Zsambtker Rabbiners verfertigte za kaufea. Diese Andeatllug sei genügend. ') Und mm, meine Freunde, beginne ich mit dem, womit ich meine Derascha, die ich Euch am vergangenen Chanukka- Sabbathe hielt, geschloffen habe. Denn leider, seitdem man anfing, in Eurer Gemeinde den Namen Gottes auf eine profane Weise anzurufen; seitdem leider Eure Synagoge im Widerspruche mit dem Gesetze des Schulchan Aruch errichtet wurde; seitdem der Vorbeter und daS Chorpersonal sich auf eine ketzerische, von dem Gebrauche der an den heiligen Ge׳ wohnheiten unserer Väter festhaltenden Juden abweichende Weise kleiden; seitdem sie sich erlauben, bei dem Gesänge von Dibelversen und Psalmen die Vokale auf eine unseren Vätern gänzlich unbekannte Weise auszusprechen: seit dieser Zeit nimmt die Gottesfurcht immer mehr ab.") Dazu kommt noch, daß die Kinder in der Schule unbedeckten Hauptes sitzen.*) Doch bis jetzt habet Ihr meine Worte hinter den Rücken geworfen. Da uns aber von den Herren deS KomitateS der Befehl zugekommen ist, daß in Altem, waö die Religion betrifft, die Anordnungen und Warnungen von mir auSgehen sollen, ohne daß Anderen hierauf ein Einsiuß gegönnt sei, wie dies bei allen Völkern der Welt üblich ist, daß nämlich nur der fungirende Priester anzuorbnen hat, waS im Dethause zu geschehen habe, so daß es selbst einem so geehrten Fürsten, wie Eßierhäzy, nicht in den Sinn kommen kann, die Keckheit zu haben, und zu sagen, ich will dem Priester nicht gehorchen; — und warum sollen wir geringer sein, und unserer Umgebung zum Hohne und Spotte werden, indem Lente, die weder Thora, noch Gottesfurcht im Herzen haben, sagen: wir wollen anordnen, wie der Gottesdienst eingerichtet sein soll, und nicht der Rabbiner, der niemals auS dem Zelte der Thora gewichen ist: Wehe dem Zeitalter, wo Solches geschieht! *) Unsere Lehrer, gesegneten Andenkens, sagen: In wessen Gewalt es steht, zu verhindern, und er verhindert nicht, der wird deshalb bestraft. ^) Und soll ich denn, Gott bewahre, meine Seele und mein Leben preisgeben wegen solcher Menscheu, die daS Volk GottcS aufwiegeln, sich der heiligen Gedräuche unserer Väter schämen, und Gebräuche wählen, die vor dreißig Jahren von Leuten gegründet wurden, deren überwiegende Mehrzahl vom Glaube» abgefallen ist, und die im Volke GotteS keine Nachkommen Habens; — so höret letzt Kinder, meine Geliebten und Freunde, mir zu, damit Eure Seele lebe, und Gott mit unS sei, wie er mit unteren Vätern war, Segen, Nahrungöerwerb und Frieden in Eurem Gebiete sei, und kein Zerwürsniß und kein Geschrei in Euren Straßen vernommen werde.. Solltet Ihr jedoch, Gott dewahre, meiner zu Eurem Besten erhobenen Stimme kein Gehör geben, und Euch, Gott bewahre, wie bisher gegen mich empören; werde ich keinen Augenblick säumen, meine Seele von der Solidarität zu befreien, und die Anzeige beim Komitate zu machen.י) Ich hoffe indeß, daß eö dazu nicht kommen wird. Sind wir ja Alle Brüder und Freunde, und wollen wir ja Alle an der Thora deS Ewigen festhaltea. Und nun, meine Freunde, wäre nicht der Stand Eurer Gemeinde so beschaffen, daß Ihr nicht im Stande seid, den Älmemor in die Mitte der Synagoge zurückzuverlegen, wie unS im Schulchan Aruch anbefohlen ist, hätte ich selbst 100 fl. ö. W. zu diesem Zwecke gespendet, und Heil dem Vorstande, dem eS gelingen wird, dies zu bewerkstelligen. 8) Da aber der finanzielle Zustand der Gemeinde dies dem Vernehmen nach leider nicht gestattet; will ich jetzt davon schweigen. AuS diesem Grunde will ich Euch in diesem Augenblicke auch nicht aufbürden, einen eigenen Geflügel-Schächter anzustelleu, um eS den beiden Schächtern zu ermöglichen, gleichzeitig zur Schlachtbrücke zu gehen*); denn waö die Gemeinde auS Geldmangel nicht auöführev kann, darf derselben von 218 I ihrem Führer nicht aufgelegt werden. Daher verlange ich jetzt nur Dinge von Euch, die Ihr auSführen könnet, denn wer rein sein will, dem wird geholfen. Vor Allem sei der Gottesdienst in der Synagoge so eingerichtet, wie er von jeher und von Ewigkeit'*) in allen Synagogen Israels eingerichtet war, und in solchen Kleidern, deren sich unsere Vorfahren bedient haben.") 1. Weder der Vorbeter noch die Sänger dürfen eine zackige Mütze tragen, welche, wie im Mecholath Machaoajlm bewiesen wird, eine Spur von Ketzerei an sich hat. DaS Schachrith- und Mußafgebet verrichte der Vorbeter mlt verhülltem Haupte, beim Eingänge deS SabbatheS trage er eine Mütze, welche der Mütze deS R. Ascher Donat gleich ist, die von den ältesten Zeiten in Israel üblich war.'*) 2. Die Vokale spreche der Vorbetcr ganz nach der Weise der Aschkenasim auS, ohne an der Aussprache deS Cholam und deS Mlupum etwas zu ändern, wie die Neuerer leider thun.'*) 3. Die Sänger haben bloß zu singen, und kein Wort zu wiederholen, wie sie bisher gethan; auch sollen sie ברוך הוא וברוך שמו nicht sagen, wo dies laut meiner ihnen gegegebenen Instruktion nach dem Schulchan Aruch nicht gesagt werden soll. 4. Beim Eingänge deS SabbatheS fange der Vorbetee frühestens ה׳ מלך an, nicht aber: מומור שיר ליום השבה, was der Gemeinde ohne Zweck zur Last fällt. Dies ist im Buche der Frommen ausdrücklich erklärt, daß der Vorbeter die Gemeinden mit solchen Dingen nicht belästige.") 5. Die GesangSweise (הומה) bleibe die unS Aschkenasim von R. Jakob Levi überlieferte; neue GesangSweisen sind nicht zulaffig. Dieses Verbot findet sich im Schulchan Aruch. '*) 6. Den Vers לך ה׳ הגדולה beim Auöheben der Thora und die Verse beim Einheben derselben sage die Gemeinde, nicht aber der Vorbeter und die Sänger, wie eS von jeher und von Ewigkeit war. Dasselbe gilt von den י״נ מרוה au den Festtagen. '*) 7. Ueberhaupt dürfen die Sänger keine Melodie singen, sei eS bei Kiddusch oder au anderen Stellen, welche nicht in den Zeiten unserer Väter im Gebrauche war. ,7) 8. Einer Stimmgabel dürfen sich Vorbeter und Sänger an Sabbathen und Festtagen nicht bedienen. Alle diese Stücke habe ich dem Vorbeter in einem eigenen Briefe vorgeschrieben. 9. Die Kinder müssen bedeckten Hauptes in der Schule sitzen, damit Gottesfurcht auf ihnen liege. Dasselbe gilt von den Lehrern. Schließlich bitte ich Euch, meine Freunde, meine Stimme zu erhören, damit Gott Eure Stimme erhöre und die Wünsche der Kinder Israels erfülle, Gott in Freuden zu dienen, und Segen und Frieden wird in Eurem Gebiete sein. Dies sind die Worte Eures Freundes, der Euer Bestemit Herz und Seele wünscht, Feiwel Flaut. Rabbiner in Surüny, in der Stadt Neuhäusel und dem Bezirke. Anmerkungen -er Redaktion. ') Die Ausschließung git», wie un« von Jtomoni gemeldet wird, auch dem von dem Wiener Rabbiner Horowitz apprsbirteu Mehle, und verdankt dieselbe dem MeffiaSlürm ihren Ursprung! ’) Worin sich die angebliche Abnahme der Totte-surcht zeige, hätte der Schreiber de» Briefe« näher aogebea sollen. ’) Der Herr Rabbiner Flaut würde sehr kleinlaut werden, wen» er aufgefordert würde, da« Berbot, nobedeckt«» Haupte« zu sitze»:, in dem von ihm so os» angeführten Schulchan Aruch uachzowriseu. 3» Vegeotheilr steht im Magen Abraham 282, 8. ausdrücklich, daß es erlaubt ist, bloßköpsig za stehen und zu sitzen. Wirr« schein«, dürfte in Ungarn die Zeit nicht mehr fern sein, wo dir orth-׳

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