Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 13 (29.3.1865)
- Date
- 1865-03-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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213 ten, daß man ihnen zu Hilfe komme. Bagdad hat ihneu eia gutes Beispiel gegeben. Ein von unS gewählter Lehrer hat mit den von unS und einigen Einwohnern ihm gewordenen HilfSmiteln an den Ufern des Tigris eine Schule gegründet; die Bücher und daS Material dieser französischen Schule wanderten mit den Karawanen durch die Wüste. Eine jüdische Kolonie richtete von Malabar ihre Blicke auf unS, verlange eine Schule, und solchergestalt sind unsere Brüder in Asien und Afrika bereit zu ihrer Wiedergeburt. Der Zeitpunkt ist gekommen, daß ein Hauch über sie gehe, damit die erstarrten Fähigkeiten erwachen, die unfruchtbaren Geister sich znm Nutzen Aller verwerthen, die intellektuellen und sittlichen. Reichthümer aus der geöffneten Mine hervorgehen, zum Nutzen selbst derjenigen Völker, denen die Israeliten inkorporirt sind. Israeliten! Waö wird zu einem so sehr wünschenswerthen Resultate erfordert? Geld, viel Geld! Wir unterhalten bereits sieben Schulen, und wir wissen, was diese kosten! Jede derselben fordert ein Lokal, Material, Bücher in hebräischer, arabischer, französischer, spanischer, italienischer, englischer Sprache je nach dem Bedürfnisse der bezüglichen Gegend. Der oft verehelichte Lehrer reist auf unsere Kosten überS Meer, empfängt seinen Gehalt, cwartet Alles von unö: und unsere Hilfsquellen sind unzureichend! Und nun, nachdem Ihr von unserm ganzen Streben unterrichtet seid, Ihr Israeliten der ganzen Welt, Jsraelilen von Europa und Amerika, die Ihr so viele Vortheile genicßet, könntet ihr die Mitwirkung zu einem Werke versagen, dessen Ziel so fest bestimmt, dessen Nützlichkeit so glänzcnd, dessen Ergebniß so fruchtbar ist? Ihr, theure Brüder von Frankreich, England, Italien, Holland, der Schweiz, Deutschland, Algier; Ihr, Brüder in den vereinigten nordamerikanischen Staken, auf den Antillen, in Australien und Indien, könntet Ihr Euch weigern, Euren Namen zu dem größten EmanzipationSwerke zu gesellen, welches jemals in Israel versucht wurde? Ihr, theure Schwestern, die Ihr eS versieht, große Spenden hervorzurusen, könntet Ihr Euern Beistand dort versagen, wo eS sich darum handelt, diesen kleinen Mädchen Schulen zu öffnen, die so weit entfernt sind, Eueren eigenen Töchtern zu gleichen? Organisiret alle Subskriptionen, rufet neue ZweigkomitäS der Alliance inS Leben, erwärmet den Eifer der Eurigeu, eifert die Indifferenten an! Jede im Oriente oder in Afrika neueröffnete Schule wird ein Herd der Emanzipation und der Aufklärung, jedes Buch deö Abendlandes, aus welchem von diesen Kindern bnchstabirt wird, eine Schule der Zukunft sein. Katholiken und Protestanten haben ihre Fuudationen, ihre Missionäre, ihre Bücher, ihre unerschöpflichen HilsSquellen, und verwenden enorme Summen, um nach dem Geiste, der sie beseelt, und zu dem Zwecke, den sie sich vorsetzen, für die Verbreitnug ihrer Ideen zu wirken; und das Judenthuin sollte fast gar nichts thun? ES könnte einigen 214 f iSg großmüthigeu Personen zu thun überlassen, was Gegenstand;3 der Anstrengung und der Ehre Aller sein sollte? Israeliten! Die von unS gegründete Alliance wird A daS Werkzeug Eurer Freigebigkeit sein; sie kennet die Mittel, j Eure Opfer anzuwenden und fruchtbar zu machen. DaS j Werk der Schulen verschmäht auch die kleinsten Opfer nicht, f ES wendet sich an daS ganze Judenthum, und eS ist am ,] ganzen Judenthume, dem Aufrufe zu entsprechen.*) Paris, j 1. März 1865. Ad. Crämieur, Advokat, vormaliger j Minister, Präsident; L. I. König Smarter, korresponbi-; rendeS Mitglied der Akademie, Vizepräsident; Eug. Ma- W nuel, aggregirter Professor der Universität, Vizepräsident; ■j N. Leven, Advokat, Sekretär; V. Saint,Paul, vor, j maliger Danqnier, Kassier. j RlmL'8 EröjsimiMorlrag am College de Jrance. | Gehalten am 1. Februar 1865. J (Schluß.")! Ucbcr die hervorragend moralische Tendenz der bibli- -H scheu Poesie hätte ich Ihnen noch viel zu sagen. Da ich ff jedoch heute gedrängt bin, zu Ende zu kommen, will ich Z mich auf zwei mir wichtig scheinende Bemerkungen beschrän- U ken. Zuvörderst bemerke ich, daß die indo-europäische Poesie W daS goldene Zeitalter in den Anfang der Zeiten verlegt, 1 und solchergestalt eine succesive Degeneration der Welt ver- H kündet. Die biblische. Poesie verlegt daS goldene Zeitalter | an daS Ende der Zeiten, und verkünde! solchergestalt den f ununterbrochenen Fortschritt, die Verfektibilität deö Menschen- 4 geschlechteS und dessen endliche Vollkommenheit, iudein sie H dem Menschen daS ferne Ziel zeigt, zu dessen Erreichung er ff sich anstrengen soll. Ein berühmter Schriftsteller sagte vor 1 Kurzem: Der Menschheit thut Noth, daß sie die Erde als;1 daS gelobte Land, die Welt als Jerusalem besitze. Wohlan j denn! ES ist dies die ganze Tendenz der biblischen Poesie, J vorzüglich die dcS Profetenthuuiv. Der Schriftsteller, auf Ä den ich anspiele, ahnte nicht, daß er mit den angeführten A Worten fast buchstäblich wiederholte, waS die alten allegori- W schen Kommentare der Synagoge, genannt Midraschim, U hierüber gelehrt haben. Man fragt nämlich daselbst: Wie | fcim daS kleine Land Palästina alle seine Kinder fassen? 1 Antwort: Jerusalem wird so groß sein, wie Palästina, und U Palästina so groß, wie die ganze Erde.') i *) Möge dieser Ausruf die beabsichtigte Wirkung nicht versebleo! j Aus die ungarischen Leser des ״Ben Ehanaoja. wünschen wir drmsrl» D bei! auch eine von dessen verehrten Urhebern nicht beabsichtigte Wirkung. I Wenn die Elite der Pariser jüdischen Intelligent '* kür rhrr Pflicht | und Aufgabe hält, den asiatischen und afrikanischen Stamm« und Glan- A benSgenossen die Segnungen europäischer Kultur juzuführea, und all | Pflanzstätten dieser Kultur Volksschulen j» gründen; so wird sich die l« Elite der jüdischen Intelligenz in Ungarn, vor Allem io Pr fl, wol in nicht gar ferner Zukunft bewogen fühlen. zur Bildung des heranwach׳ W senden jüdischen Geschlecht«« in den Komitaten SzathmLr, Szabolc«, | Bibar. ZeiupILn. Süro«. Abauj da« Ihrige beizutragen. Dir Brün« ij düng eine« jüdische,! Kultur-Vereine« thut dem ungarischen Israel W dringend Noth, hoffentlich wird sie nicht mehr lauge auf sich warte» , A lasse». .Le temps presse, 108 lenteura aont coupabloa“, sagen di» M Leiter der Alliance in Pari«. ׳ Red. H "1 S. dir vorige Nummer. ■ [J§ ') Der Herr Verfasser scheint auf Sifre |U $ Q. 1, 1, (fd. v| Friedmaun 65, a); Zalk. zu Zakar Nr. S75 aniuspiele». W