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Ben Chananja · 1865-03-22 · 12 (22.3.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
12 (22.3.1865)
Date
1865-03-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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201 202 wojsky eine Trauerfeierlichkeit gewidmet. Der sei. Graf hat da» Holz zum Tempel gespendet» und der Gemeinde überhaupt manchen Beweis seiner Großherzigkeit gegeben. Der Familie Zamojsly wurde iw Tempel für ewige Zeit ein Sitz als Cigeathum eiogeräuwt. Da« Andenken de» Grafen wird in der Tewpelgeweinde stet« ,in gesegnete« bleiben. Literarische Anzeigen. 1. Jahrbuch für Israeliten auf da» Jahr 5025—1865. Fort. sttzuug des R. Klein'schen Jahrbuches er. von I. K. Büchner. 2. Achawa. Jahrbuch für 1865—5625. HerauSgegeben vom Vereine zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer,e. Besprochen vou Oberrabbiner Josef Eahn. Jüdische Jahrbücher» so sie sich die Aufgabe stellen, nicht nur zu unterhalten» sondern auch zu belehren, find als hohe werthvolle und nützliche Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur zu betrachten. Ihre Wirkung zur Belehrung und Veredlung des nicht gelehrten ThcileS der Israeliten ist daher hoch anzurechnen» zumal diese rlwaS nachhaltiger ist. als die der Wochenblätter; dir aber wieder den Vorzug habe», daß sie öfters und regelmäßiger den Leser in Anspruch nehmen. Beide, gute jüdische Wochenblätter (Zeitungen) und Jahrbücher üben in ihrer gemeinschaftlichen Wirksamkeit als sich gegenseitig ergäuzende Erscheinungen einen sehr großen Einfluß auf alle Klaffen der Israeliten aus, deren Verbreitung daher nicht genug empfohlen werden kann. — Beide oben erwähnten Jahrbücher sind ihres reichhaltigen und belehrende» Inhaltes wegen zu empfehlen. Nr. 1 eillhü!: nutzer verschiedenen Gedichten, Nckrologe« folgende sehr gute Abhandlungru: l) Was hat Mendelssohn alsJsraelit aus Israeliten gewirkt?, von De. G. Salonion. 2) Die Verjüngu ng des jüdischen Stammes von'Dr. Grätz. Dieser so bcrühmt gewordene Aufsatz ist hier ohne die geringste Anfechtung abaedruckt »nd verbreitet, und muß man beim Leie» desselben staunen, wie cs im 19. Jahrhundert noch möglich war» dics'r so ganz unschuldig-n Arbeit die Schuld der Beschimpfung der Religion beizulegeu? 3) Geschichte der israelitischen Realschule zu Fr a »ksur l a. M. von Dr. S. Stern, Direktor derselben. Diese Geschichte der Realschule ist von allgemeinem Inlercsse, weil sic einen nicht unbcdkutcndcu Beitrag zur Kulturgeschichte der so einflußreiche» israelitischen Gemeinde FranksurtS liefert, und in dieser Schule mehrere der den׳״'׳,testen jüdischen Gelehrten wirkte», wie die selige» Dr. M. Heß, Johlson, Creutzuach u»d Jost, welche außer ihrer Thätigkcit an der Schnle, auch als Redner bei den sabbathlichcn Andachten gewirkt Kaden. Es ist sehr auffallend, daß Herr Dr. Stern außer Dr. Heß, dessen Verdienste er mit Recht hervorhebt, der andern so verdienten und berühmten Männer auch mit keiner Sylbe erwähnt. — Herr Dr. Heß würde gewiß, wenn er noch beim Leben wäre, diese» ihm allein gespendete Lob von sich abwcisen und i» jedem Falle einen großen Theil de» Gedeihens der Realschule sein:» Kollegen zuweisen. — Beiläufig erwähne ich noch, daß, seit dem Tode M. EreutznachS» Herr Dr. Jakob Auerbach, der bekannte Verfasser Lcr ״kleinen Schul- und Haus-Bibel" als Lehrer der Religion und der hebräischen Sprache an dieser Schule augeflellt ist und vorzüglich wirkt. Wie dieser mein alter und edler Freund mir neulich mittheilte, wird diese Bibel bald in zweiter sehr verbesserter Auflage erscheinen, woraus ich hiermit die Leser de» ״B. CH." aufmerksam mache, da ich aus eigener Erfahrung und dem Urtheile meiner besten Lehrer, die diese Bibel in ihrer Schule eingejührl haben. solche besten« empfehlen kann. — 4) Baruch Auerbach, oder Entstehung und Geschichte eines jüdischen Waisenhauses von Emil Bradliner (Berlin). Diese, sowie die vorhergehende Beschreibung beweisen, wie kleine Anfänge zu großen Resultaten gelangen, wenn Männer von Begeisterung. Willen und Thalkraft an der Spitze stehen und dienen die beiden Beschreibungen gewiß zur Aufmunterung in ähnlichen Unternehmuogen. Endlich 5) Rabbi Israel Balschrm von H. Didebor. Eine sehr interessante Miltheilung, die die polnischen Juden in den frü- Hera Zeiten schildert und ein Stück von deren Geschichte gibt. Wir ersehen hierau«, daß die polnischen Juden unter dem polnischen Reiche -roß» und viele Rechte grooffeu und auch an Bildung »od Kenntnissen den übriger Polen nicht nachstanden. Der Verfasser äußert sich in folgender Weis,: ״Während der blühenden Unabhängigkeit Polen« war der Jude daselbst nicht nur nicht der verächtliche, durch groteske Kleidung und schnatternde Sprache abgesonderte und sonderbare ״polnische Jude", sondern «in iotegrirender Theil de« Volke«, ,io nützlicher und strebsamer Bürger der allgemeinen Achtung flch erfreuend, trotz seiner innigen Anhänglichkeit an der allen Lehre de« Judenthum«. Wir haben e« nun klar auf der Hand, daß der gegenwärtige polnische Jud* nicht da« Er« gcbniß der jüdischen Religion ist. — Don der Zeit an, daß die Juden in Polen (im 18. Jahrhundert) ihre Rechte durch fremd» Herrschaft verloren haben, ... — von der Zeit an dalireu wir auch die moralische Versunkenheit der Juden in Polen. Auf Rabbiner Israel Balsche» kommend, äußert sich der Berfaffer sehr schlagend auf folgende Weis,: «R. I. Balschcm war die Frucht seine«'Landes und dessen damaligen Verfalles; ebenso wie Moses Mendelssohn das Produkt jener Blüthea, zeit der Regeneration des deutschen Geistesleben« und dessen Literatur.*' — ״Wie ein Priester seines Volke« in das alleriunrrste Heiligthum der Weisheit eingrdriingen, fleht Mendelssohn da, seinen Glaubensgenossen die Weise der damaligen Aufklärung und Humanität spendend, und wir ein Fürst de« Schattenreiches steht Israel Balschem unter seinen Brüder» in Polen, sein unheilbringendes Wesen treibend." Diese Mltthcilungcn werden genügen, um das Jahrbuch vou Büchner auch in den kommenden Jahren besten« zu empfehlen. Nr. 2. Dieses Jahrbuch ist von unserm Stein in Frankfurt redigirl und von ihm auch mit eincm herzlichen ״Borwort" in die Welt gesendet. Bon Stein ist dasselbe auch mit schönen B.'umen und Gaben beschenkt und ausgeschmückl. Vorzüglich ist seine ״Schulrede": ״dir Lehrgcgenflände in der Schule des Lebens״, gehalten am NrujahrSlage 5624. AuS der Anmerkung ersehen wir. daß Stein diese Rede vor seinen Zöglingen unter Belheiligung einer Anzahl von Frruaden in seener Anstalt gehalten hat, über das Th-ma: ״Die Erde ist eine ErzieliuugSanflalt für den Menschen." Man muß diese originelle und iiihalireiche Rede ganz lesen, um sie in ihrer Borzüglichkeit kennen zu lernen, weshalb ich auch keinen Auszug aus derselben gebe. 2) ״Auch ein Rothschild." Ein Lebensbild aus den Zwanzigerjahre» Liese« Jahrhunderts״, von Simon Krämer in Allenwicse. Der bekannte Brrsaffcr so mancher schätzenSwerthen jüdischen Erzählungen bewährt auch in dieser sein sprachliche« Talent und liest gewiß Jeder dieselbe mit Befriedigung. 3) ״Zur Geschichte der Juden in Heilbronu" von Dr. M. Wiener in Hannover. Eine sehr schätzenSwerthe Arbeit des berühmten Gelehrten, die auch in weiten Kreisen Beachtung finden wird. Aus solchen Monographicn ersehen wir, wie jede Zeit ihre Judenanfechtungen brachte, und sind sic die beste Lehre für unser jetzt freies Geschlecht, sich nicht zu überheben und nicht von unserer Lehre abzufallea. 4) ״Die Grundsätze der Liebe und Gerechtigkeit im Judenlhume" von ei»em Israeliten. Sehr schön gehalten; obgleich ,in bekanntes, n aßte diese Nnterhaltung einer Jüdin mit einer christlichen Freundin auf diese von großem Einflüsse gewesen sein. 5) ״Ein Programm für unsera Rückblick" von Dr. Rothschi'ld. Eine recht klar und gut geschriebene Schilderung, di, sehr anspricht. 6) ״Zur Geschichte d-r Juden io Bayern" (die jüngsten 50 Jahr»), Largestell« von Simon Krämer, mit Anmerkungen bereichert von Stein. Unstreitig die beste und anziehendste Arbeit io diesem Jahrbuch», die besonder« für die vielen Rabbiner und Lehrer, welche diese Zeit nicht durchlebt und von dem N e o lo gen - Dekret viel zu leiden hatten, vou großem und besonderem Interesse sein muß. Diese gründlich» De« schreibung verdient gewiß in weiten Kreisen verbreitet zu werdea. 7) Di, Frauen Israels״ von Dr. Rothschild, Rabbiner >5 Alztg.») — Der Verfasser sagt in einer Vorbemerkung: ״Die Frau,» ') Diese« ist derselbe, welcher in Nr. 4 der ״Allg. Z. d. I." gegen meine Abhandlung: ״Ueber die Besteuerung der selbstständig״ Frauen" rc. in Nr. 37 Ui ״B. Eh." de« v. I.. oha, Aogad» weine«

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