Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 12 (22.3.1865)
- Date
- 1865-03-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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197 198 Z. 1. Anträge zur Amendiruag irgend eine» Theile» dieser Kon» stitutio» können nur in der General-Konvention gemacht werde». 8- L Solche Anträge können nur von einer DistriktS-Großloge, von dem Rath» der Ekenim. oder von wenigsten» drei Repräsentanten zur General-Konvention au-gehen. 8- 3- Zeder solcher Antrag soll der General-Konvention schriftlich vorgelegt werden; er soll dann in wenigsten« zwei Sihnngeo der Ge« neral-Konventioa verlesen werden, und wenn derselbe durch eine Ma, jorität der anwesenden Mitglieder der Konvention angenommen worden ist, so soll er dem geknickten Berichte über die Verhandlungen der Konventton einverleidt werden, »nd zur endlichen Verfügung bis zur oäch« sten jährlichen General-Konveiitivn liegen bleiben.׳ Wenn dann zwei Drittel der aiiweienke» Mitglieder zu Gunsten de« Vorschlags stimmen, so soll derselbe für angenommen erklärt, zum Gesetz des Ordens erhoben und ein Tbeil der Konstitution werden. Inland. F. Wien, 18. März, Abends. Zch sende Ibnen diese Zeilen unter der tressten Erschütterung. Heute Morgen« um halb zwei Uhr bauchte Mannheimer seine edle Seele an«. In ihm verlor da« gesammie gebildete Israel einen seiner würdigen Vertreter und unsere Gemeinde, wo der V!klärte durch volle vierzig Jahre als ReligionSlebrer und Prediger mit seltener Aufopferung und Hingebung wirkte, ruft: בבורי מעלי הפשיט ויסר עטרת ראשי Zn Mannheimer wnrde eine jener kraftvollen und sruchtreichen Bäume gefällt, dessen blühende Zweige sich weit hinaus in die Gemeinden des gelammten vaterländischen ZudenthumS sich erstreckten und wir jagen nicht zu viel. wenn wir behaupten. daß alle Verbesserungen, welche seil vier Dezennien in Oesterreich auf synagogalem Gebiete stattfanden, zum großen Tkcile das Werk Jsak Noa Mannheimers find. Sein Andenken sei gesegnet! X. Wien, 19. März. Ohne Zweifel haben Sie bereits Nachricht erhallen von dem schweren, unersetzlichen Verluste, der nnfere Gemeinde getroffen hat. Unser Mannheimer war schon seit längerer Zeit leidend, vor drei Wochen warf ihn eine Lungenentzündung ans« Kranlcnlagcr, von dem er fich nicht erheben sollte. Nachdem sich Freitag eine Ruhe eiiistellte, die ihn derart eukräftete, daß er schon 24 Stunde» vor« her aus den Tod gefaßt war, gefiel es dem unerforschliche» Rathschluß des Allmächtige» ihn gestern um 2 Uhr Morgens aus einem langjährigen Wirkungskreise i» ein besseres Jenseits abzurusen. Wohl selten hat der Hiiikrilt eines Mannes solch allgemeinen schmerzlichen Eindruck hervorgebracht; wir verehrten in Mannheimer ebenso das geistliche Ober- Haupt, den würdigen Vertreter der ersten deutsche» Gemeinde, als den Mann der ausopserungSsähigen Humanität. der unerschütterlichen Red« lichkeit und sreimüihige» Geradheit und Offenheit. Wer die Zustände Alt-Oesterreichs kennen lernte, wo eine Polizei in ihrer hohen Weisheit fich nicht entschließen sonnte, ei»:m der berühmt,sten Kanzelrednrr den Titel eines Predigerzu gestatten, der wird es ermessen, was e« hieß, unter so verrotteten Zuständen dem bleiernem Drucke, der damals alle Geister fesselte, enlgrgenzntrrten und mit bewunderungswürdiger Uner« schrockenhenheit an heiliger Stätte für die niedergtlrelencii Rechte der Glaubensbrüdcr in die Schranken zu treten. Und als die Frühlingssonne der Freiheit zu lächeln begann, wie feurig sprach da Mannheimer als Abgeordneter des ersten österreichischen konstitutionellen Reichstages für die gänzliche Abschaffung der schmählichen Judeosteuer. So wird der künftige Geschichtschreiber nicht bloS Mannheimer eine hervorragende Stelle in der fortschrittlichen EntwicklungScpoche der jüdischen Liturgie auweisen, sondern auch als mannhaften Kämpfer für dir politische Gleichberechtigung seiner Brüder wird Mannheimer stet« «inen Ehrenplatz einnehmen. In den letzten Jahren haben ihn schwere Schicksalsschläge — da« Ableben seiner Gattin und seines SobneS Theodor — niedergedrückt; doch war e« ein heiterer Lichtblick, als fich im Herbste 1863 zur joleunen Feier de« siebzigsten Geburtstage« Freund» und Verehrer au« der Nähe und Ferne vereinigte», um dem würdigen Greise ihre Verehrung zu bezeigen. Von Mannheimer al« Kanzelredner zu sprechen, wäre überflüssig. Sein Wort besaß jene beseligende Zauberkraft, durch die da« menschliche Herz und die Seele eutsrffelt von der irdische» Hülle »mporgehobea wird ia de» Schoß der Gottheit. Der Derewigt, hat bi« kurz vor seinem Tode mit der gewohnte» Berufstreue und der selteuen Mruscheuliebe, die ihn charakterifirten. seiuem Amtr vorgestaode». Die innigste Theiluahm» gibt fich bei alle» Mitglieder» der Kultu-geweindr kund. — Eine große Familie ha« da« theuer, Oberhaupt verloren. War er doch der liebevolle Vater aller Bedrängten, eia treuer, warmer Freund Aster, die nach Recht und Wahrheit strebte» k Da« Leichenbegänguiß findet morgen Vormittag um S Uhr Katt . und ich werde nicht ermangeln, Ihne» hierüber anssührlich zu berichte», ß 6-r. Szegedin, im März. Die in der Nummer s dieses j Blatte« gebrachte Mitteilung über da« Ergebniß der hierortigeo VorstantSwohl ist dahin zo berichtigen. daß zum Gemeinde-Präses Herr 1 Simon Autländer, zu Vorstehern die Herren Moriz Weiner. M. H. § Politzer, Jakob Reiher, Anton Scheinberger und zum Kassier Herr Sa« lomon Holzer mit absoluter Slimuienmebrbtit gewählt worden find. W L. Gr. Kanifza, Purim. Was gibt'« Nene« ia Großg Kanizsa? Kein Abgeordnetenhaus, keine Jndustrie-AuSstestung. keiue A Börse, kein Hosburgkheaier und doch de« Neuen i'o viel in Gr. Kanizsa: U Die Andächttgen drängen sich auch an Wochentagen Früh 8 und Abends in da« Gotteshaus; was willst dn »och wehr! — U Unglaublich, aber Ihr Herr 6-Korrespondent hat es in Nr. 10 Ihre« K geschätzten Blattes ausgesprochen. Ein Gedränge Früh und Abend« zur |j Synagoge iii Gr. K. und o tu persönlicher Messia«, wo weilst d» so 8 lange? ES will mich in der Thal bedünken» als wäre Ihr Herr Kor« U responLenl mit den Lokalverhältnisse» wenig vertraut. M Und welch ein Widerspruch! welche schwache Verdienste für UN- || serc so verehrten Funkiionäre, Nabbincu und Kantoren, wenn da« Ge- W dränge alltäglich wäre! Doch will ich es an Gegenbeweisen nicht fehlen 8 lasse». Unser strebsamer Synagogenvorstand ließ ein neues Portal an- 8 fertige» mit den anfschrisilichcn drei Worten: 1ה השער לה׳*. der W Nachsatz צדיקים יביא! בי konnte man beim besten Willen nicht ris- 8 kiren — um nicht die Belsitze gänzlich zu enlwerlhen. U Wahr ist es. daß die Vorträge unseres sehr geachteten Herrn D Rabbiner — aber leider mir allmonatlich — Besucher in die Syna-W goge sührcn, während die Glcckcnlönc unsers ebenso geschätzten Herrn W Kantoren astsabbathlich Andächtige i» die Synagoge locken; man lockt A aber dabin, wohin der natürliche Trieb fehlt. — Was gibl'S noch Neue« W in Gr. Kanizsa? Unser wackerer Vorstand der ח״ק ließ ein Register E unseres Friedhofes (welches Schreiber in frühere» Jahre» in Anregung | gebracht und Las Vorwort dazu schrieb) anseriigen und bekundet hierp mit eine schöne Pietät gegen die in Gott Ruhenden. Ich sente Ihnen A eben ein Ercmplar des Registers. — Was noch NcneS? Der imposante | Empsang unserS geliebte» OberkantorS Herrn Leon Karlschmaroff ist freilich nicht mehr neu. bleibt uns aber »mmerhin denkwürdig. Gestern j| überreichte ihm unser verdienstvoller Ehor-Direkior , Herr I. P. Bla», 8 einen sehr werthvollen silbernen Pokal und wird er allenthalben mit k Ausmerlsamkeiten überhäuft. Wer hört ihn, und ist nicht sein Freund? 1 W. Ltcinamanger, lo. März. Sei, dem 18. Jänner 1.J.K als dem Tage der Wahl de« Herrn Dr. Leopold Noklonstein ,um Rab. k biner unserer verwaisten Gemeinde, bi« zu dem 6. März als dem Tages; des ftstgtsetzttn Einzuges unseres nunmehrigen vielgelievten Oberrod-8 biner« hat unsere wackere unermüdliche Ge1»ei»Levorstehu»g eiueu hartei, kj und leider traurigen Kampf zu bestehen mit einigen von Haß nud Par-k teisncht aufgestachelten Jüngern de« blinden Fanatismus, doch an dem | gesunde» und biedern Sinne unserer durch das allgemeine Vertraue«^ zewählie» Borstehung, prallten all die giftigen Derleumdungea untl ehrenrührerischeu Anklagen , die gegen de» Mann noserrr Wahl geschleu- ■ dert wurde», spurlos ab, und trotz -aller von Innen und Außen kom-K nienden Kabbalro, Jutrigurn und hinterlistigen Machinationen faud dit A Jnftallirung des Herrn Rabbiner« Dr. Leopold Rollonsteio hier am . 8. März l. I. feierlichst statt. — Abgesehen von de» einzelne» Em-Z psangSvorbereltungen will ich hier bloS die wichtigeren Momente des «e-D eignißreichen Tage« hervorhebeo. — Um lv Uhr Morgen« traf Her»^ Dr. Leopold Nollousteiri. dem «ine Deputation bizur Grenze de«Ko«K miiater rnigegengeeil« war. in Begleitung eine» »»übersehbaren Wagrii-I zuge« hier ein. An »er Pforte dr« Gctte«hause« empfing iha di» TeuuA velvorstehung mit einer kurzen Ansprache, und er wurde da»» vo» der-8