Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 11 (15.3.1865)
- Date
- 1865-03-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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183 184 Inland. Wien, S. Mär,. Boa M. E. Stern erscheist nächsten« dir ״Diviua Komodia", — d. i. Machberet ha׳Tofrt weha.Edeo. dir «in« Nachahmung von Dante'« ״Diviua Komödia" ist. — von Im« maourl b. Salomo au« Rom in deutscher Uebersetzung, und zwar in Rückert'scher Makamenmauier bearbeitet. Mit einer Einleitung von Dr. Ad. Zelliuek versehen, erscheint da« Merkchen al« Festgeschrnk zum 600jäbrigea Geburtstage de« großen Dichter« Dantr« Allighieri, welcher am 27. Mai 1265 zu Florenz da« Licht der Welt erblickt«. Stern'« Uebersetzung wird von Sachkennern alsehr gelungen gerühmt. Zn« Jüdisch.deutsche ist die fragliche M-chberet bereit« von einem ungdrischen Gelehrten übersetzt worden: Don Mose« Eisenstad«. T. Wien, S. März. Bekanntlich spielt da« Lotteriewesen in Oesterreich eine einflußreiche Rolle; wo der Kredit nicht auSreich», muß die Lotterie herhalten. Kein Wunder, wenn die gesellschaftlicheo Kreise so stark asfizirt werden von der modernen Dienerin de« verlockenden Glücke«. Der Haupttreffer, der Herrn Bernhard Pollak jun., dem wohl- ,häligea Unlerstützer de« Beth-hamidrasch zugefalle» ist. soll hier eine Bewegung hervorgebracht haben, die dem verdienstvolle-׳ Institute zu Gute kommen dürste. Allgemein will man nun durch ihätige« Interesse für die erwähute Anstalt sich ein Recht auf die künftigen Treffer verschaffen. Sollte die Bewegung eine dauernde sein, so wäre zwar auf einem Umwege aber doch da« erreicht, wa« den Schweiß der Guten verdient. Jellin.k war, Maubcimer ist noch krank: wären wir doch bald in der Lage, den günstigen Ablauf der Krankheit ManheimerS weldcn zu können. — Franzöfischr Blätter berichten mit Neid der ehrenvollen Erwähnung, die Munk, ״dem deutschen Gelehrten" in Wie» zu Thril ward. Munk stattete in einem bescheidenen Schreiben an Dr. Icllinek seinen Dank ab. 8w. Wien, 7. März. Zhr Berichterstatter über den ,Bereit, zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" glaubt, daß die Leiter de« hiesigen HandwcrkcrvereinS über die bezüg׳ lichcn jüdischen Verhältnisse in den verschiedenen Thcilen der Monarchie nicht genau unterrichtet find, indem sie in ihrem jüngsten Berichte nur die edlen Männer in den großen jüdischen Kemeindeu Ungarn« auffordern, dem in erschrecklicher Weise überhandnchmenden PauperiSmu« durch Hinlritung drr Jugend zu nützlicher gewerblicher Thätigkeit Einhalt zu thun. Ich finde diese Aufforderung sehr gerechtfertigt, da sich dieselbe an die Erinnerung Jakob Kern« knüpfte, der doch ein Ungar war. Wäre derselbe ein Galizianer gewesen, hätte sich die Aufforderung an die Juden Galizien« gerichtet. Für den unter den ungarischen Juden herrschenden PauperiSmu« sprechen leider die hiesigen Nrmeuvereine deutlich genug. §. Wien» 12. März. Da« ultramontane ״Vaterland" findet e« ungeheuer frech, daß drr ״Jude Erümieur" den ״Regenten de« all. katholischen Frankreichs״ zu krilifiren wagt und lamcotirt darüber, daß die Menschheit ״auf asten Gebieten in die Knechtschaft Israel« gerathen ist." Wie man in Oesterreich zu solche» Wehklagen kömmt, begreifen wir wirklich nicht! -- In Mannheimers Befinden ist eine kleine Besse« rung ringetretrn. 8- Pest» 7. März. Da« letzte Heft der ״Archive«" enthält einen Artikel, in welchem die Gründung jüdischer Gemeindrbiblio» tbeken sehr warm befürwortet wird. Der Artikel ist gewiß nicht nur mir. sondern vielen gebildeten Juden auder Seele gesprochen. Die, jenige Gemeinde unsere« Vaterlandes, welche hierin mit gutem Bei« spiele voranleuchleu wird. wird sich um da- Iudenthum bleibend ver. dient machen. Daß ein solche« Beispiel nicht ohne Nachahmung bleiben wird, ist mit aller Zuverlässigkeit vorauSzusetzen. Die Gründung jübischer Gemeiudebibliotbeken ist eine dringende Forderung der Zeit, deren Wortführer zunächst dir gebildeten Rabbinea sein sosttea. Möge ״Ben Ehauanja" recht bald, recht viel von neu gegründeten jü« dischru Bibliotheken zu berichten haben! Pest, im März. Der Dorstaud de« israelitisch - ungarischen Vereine« besteht au« den Herren: Dr. Pollak Heinrich, Präses; Au«, schußmiigliedrr find dir Herren: Barnay Ignaz, Bakouyi Mar, Dr. Barsch Benedikt. Breisach Emanuel, Bleuer Ignaz, Dölcrkey Adolf, Deck Hugo. Dr. Döry Josef. Fenyveffy Adolf. Dr. Feuer David. Traub Anton, De. Groß Philipp, Großman» Ignaz, Grünwald Bernhard, Hanover Moriz, Herz Salomoo, Dr. Hirschler Ignaz, Dr. Ägat Adolf, Soldfahu Karl. Hürsch Karl. Zelliuek Moriz. Kern August, Kemöuffy G. A.. Koheu Ignaz. Keleti Zuliu«, Dr. Kuorwalder Sigmund. Lrituer Marku«, Deutsch Heinrich. Moskovit« Ludwig, Mezei Moriz, Hajduschka Moriz. Dr. Pick Josef, Dr. Reich Hermann, Reich Ignaz, Dr. Rozsay Josef, Rozsafi Josef, Dr. Schöuberg Hermann. Steiner Hermann. Stein N. I.. Stern Mar, Dr. Schwarz Ludwig, Dr. Stiller Bertalan. Schweiger Martin, Teorzer Paul, Goldberger Jakob, Wahrmaon Moriz, Friss Johann, Dr. Weiser Karl, Dr. Vidor Sigmund. Zsengeri Moriz. X. Arad. Da« kordiale Verbältlliß, welche« hier zwischen der jüdischen und christlichen Bevölkerung herrscht, har bei der jüngsten Ge« neralversammlung unserer Sparkasse abermal« einen gläuzendcn Au«» druck erhalten, indem Herr Paul Walisisch zum Dizedirektor dieser Austatt von drr Majorität gewählt wurde. Wir freuen un« über den gesunden Sinn unserer Bevölkerung, die dem Verdienste ohne Rücksicht auf da« Glaubcnsbekenntniß de« Betreffenden die gebührende Achtung und An« erkennung zollt, und daß Herr Paul Walisisch sich um diese« gemein» nützige Institut wesentlich verdient gemacht hat, ist eine auch in weitern Kreisen bekannte Thatsache. Sein bewährte« administrative« Talent wird in dem ihm durch die Achtung und da« Vertrauen seiner Mitbürger er», öffneten größeren Wirkungskreise Gelegenheit bieten, dem Institute. an dessen Leitung er nun einen hervorragenden Antheil nimmt, auch ferner zu nützen, und so. da die Sparkasse zugleich da« einzige Krcdit»Jnstitut «n unserer Stadt ist, der Belebung unserer Handel«-- und Jndustrieverhältniffe förderlich zu sein. Der israelitische HumanitätS-Vcrein hat den Herrn Oberrabbiner Steinhardt zum Ehrenmitgliede und die Brüderschaft für Krankcnpsteze und Lcichenbestaitung ח״ק Herrn Dr. E. Schuster in Anerkennung seiner verdienstlichen Leistungen al« Spitalsarzt zum wirklichen Mitglicde ernannt. Der Herr Dr. Schuster hat die ihm erwiesene Auszeichnung durch ein dem Spitale gewidmete« Geschenk von 100 fl ö. W. erwidert. K. Szegßäpd, 5. März. Da« hrute stattgefundcne Drgräbniß der Frau Babette Berger, geb. Rosenstock, hat in unserem Orte unge» wöhnliche Theilnabme hervorgerufeo. da die Vollendete wegen ihrer trefflichen Eigenschaften. besonder« wegrn ihrer Wohlthätigkeit astge» wein geachtet war. 8—1. Balassa-Gharmath, 3. März. Der zu Gunsten der röm. katholischen, protestantischen und israelitischen Lehranstalten im Ko« milatShauSsaale abgehaltrner Ball bat rin Rcinerträgniß von 130 fl' 30 kr. ergeben, welchein gleicher Weise an die erwähnten Lcbranstatten zur Vcnheilung gelangte. Da« Erlrägniß ist zwar sehr gering, der Ball selbst aber ist ein sprechender Beweis für die Eintracht, die hier unter den verschiedenen Konfessionen herrscht. 8m. Prag, 10. März. Einige Mitglieder unserer Gemeinde gehen mit dem Gedanken um, ein israelitische« Realgymnasium zu gründen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich die« als Fortschritt oder al« Rückschritt bezeichnen soll. Uebrigen« begegnet der Plan im Schoße der Gemeinde einer sehr hestigrn Opposition. E. Lemberg, 8. März. Au« gutunterrichteter Quelle erfahre ich, daß die hiesige Gemeinde gegen da« Auftreten de« Wiener Hof» wechsle!« Deutsch al« Bevollmächtigten der galizianischen Juden öffent» lich protestireu wird. Diesem Proteste sollen sich noch andere Gemeinden Galizienanschließen. Kurze Notizen aus dem Gebiete der Literatur.*) 13. Der Verein ״Nekizr Nirdamim"'*) hat außer der 2. Auflage de- Buchstaben Ales de« Pachad Jizchak und drr 1. Aufläge de« Buchstaben Nun desselben Werke« folgende Schriften verösseutlicht: *1 S. die vorige Nummer. ") Leiter de« Verein« sind: Oberrabbiuer Nathao Adler in Lon« don: Alber« Cohn in Pari«; Professor S D. Luzzatto io Padua; Jos. Zedner in'London; Matthathia« Straschou in Wilna und Rabbiner El. Lipmann iu Lyck.