Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 11 (15.3.1865)
- Date
- 1865-03-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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176 ^M&SSßSBBtiSzL. 17S '1'0■''•' ■: י י ’י"+V■ י' 'י־ zugeS auS Aegypten sprechen wollte; dabei gab er aber seineu Worten auch einen typischen oder mefsianischen Sinn.') Indem Thomas von Aqnino in seiner Lumma Theologiae von dem irdischen Paradiese spricht, sagt er in der allgemeinen These: ״Ja Allem, rvaS die Schrift auf diese Weise (d. i. in geschichtlicher Erzählung) mittheilt, ist die geschichtliche Wahrheit für die Grundlage zu halten, auf welche die geistigen Erklärungen (expositiones spirituales) zu errichten sind.«) Die Lehrer der Synagoge sprechen sich noch deutlicher auS. Die Schrift, sagen sie, kann auf siebzigerlei Arten (d. i. auf sehr mannigfache Weise, wie man lateinisch sagen würde: 86xcenti8 moäi8 auögelegt werden^); allein, fügen sie hinzu, niemals darf der heilige Tert seines einfachen und buchstäblichen Sinnes beraubt werden.* *) An einer andem Stelle sagen sie: der einfache Sinn ist eine Sache für sich, und das Dogma ist eine Sache für sich. B) In der That waren die Profeken populäre Redner, die auf öffentlichem Platze zum Volke sprachen. Ihre Reden mußten also vor Allem für ihre Zuhörer einen verständlichen Sinn haben, und ihre Worte mußten auf die Verhältnisse der Zeit und des OrteS angewendet werden können; zu gleicher Zeit machten sie aber Anspielungen aus gewisse Dogmen oder gewisse künftige Ereignisse, zu deren Verständnisse ihre Zeitgenossen noch nicht befähigt waren. 6) Hier auf diesem Lehrstuhle, welcher den filologischen und historischen Studien ge, widmet ist, werden wir unS mit dem einfachen und historischen Sinne beschäftigen; die dogmatische Eregese muß ganz den Lehrstühlen der Theologie und der heiligen Schrift über, lassen bleiben, welche für die verschiedenen religiösen Körper- '1 Dil Wort« de- Hieronymus habe» apologetische Tendenz und lauten wir folgt: ״Hunc Iocum Juliunus Augustus, qui adversum nos, id est Christianos ovomuit, caluminntur et dicit, quod de Israel scriptum est, Matthaeus evangeüsta ad Christum transtulit, ut 6i1up)idtati eomm, qui de gentibus crediderant, illuderet. Cui dos brcvitcr rcspondebimns. 1‘riroum Matthaeum evangelium Hebraeis ]ittcris cdidisso, quas non poterant legere, nisi hi, qui ex Ilcbraeis erant, ergo non propterea lecit ut illuderet ethnicis; sin autcm Hebräern illudere voluit, aut stultus aut imperitus fuit: stultus apertum finxit mendacium; imperitus si non inteltexit de quo haec dicercntur. Stultitiam ipsum Volumen excusat quod prudcnter ordinatequo compositum est: imperitum non possumus dicere, quem ex aliis testimoniis scriptuarum scientiam legis habuisse cognoa- *) Für dea Zweck de« sehr gelehrten und geehrten Herrn Pro, fefforsind dir zitirten Aussprüche gewiß am rrchl«n Orte. Die Ge, schichte der SchristauSlegung lehrt aber, daß schon im christlichen Alter» thume dem Literatfiune Alttestamentlicher Stellen alle Berechtigung ab, gesprochen wurde. Im 10. Kap. de- Brieses Barnabas geschieht die« sogar in Bezug aus die Speisegesetzr: 015 ׳0151 *>;>'*-״a ioxiv ivrol.7 H«ov to Ml TQuytiv, Afw0>jc «f* <r rrrtv/iaz* ütdijtf(. Red. s) S. »Ben Chan." 6. Ihrg. Nr. 44. Dorr. Aden EsraS zum Pentateuch: כי שבעי□ פנים• Diese Worte waren dem Red. de« .Un. Isr." unbekannt. Red. ') Cabb. 63, a. Irbam. 11, b. 24, a. Red. *) Au» dem Talmud ist un« »in solcher Ausspruch nicht bekannt. Der Heer Verfasser dachte vielleicht an die Worte Aben -El׳a« in der Dorred» zum Thorakommentart:.ובעבור חירש דרך הפשט אינכר סרה oder an manch« Aussprüche Nascht'«, S. Zunz Zeitschrift 296. Bloch'« Nascht 4, a. Red. *) Ein« höchst merkwürdige Aeußerung im Munde eines Munk. 'Da« Vorhandensein solcher Anspielungen müßte erst nachgewiesen wer» den. Di« sogenannte moralische Schrifterklärung gibt zu, daß sie dir ׳ Schrift nicht au «legt, sondern manche« h in e inlegt; ihre eregetischen Operationen gehören also mcht hirber. Schleiermachrr hat übrigen« die moralische Schriste'.llürung sogar für unmoralisch erklärt. Red. schäfte« bestehen. Der traditionelle Glaube gehört vor dainnere Forum; er ist in einem gewissen Sinne eine iudividuelle Offenbarung, und ebenso ei« Kriterium der Wahrheit, wie die Vernunft, aber eia reiu subjektives Kriterium. Jeder Gläubige läßt die Ueberlieferung zu, iu welcher er erzogen wurde; er muß aber auch die anderen respektireo. Gott bewahre mich, hier jemals auch uur den geringsten Angriff zu wagen! Ich möchte aber auch nicht, daß mein Stillschweigen für einen indirekten Angriff gegen Ueberlieferungen betrachtet werbe, deren einen Theil ich acceptire, und deren anderer Theil für mich stets Gegenstand frommen Respektes sein wird. Nach dieser Erklärung, die ich für nothwendig hielt, komme ich auf die drei Sprachen zurück, mit denen wir unS zu beschäftigen haben werden. DaS Hebräische, Chakdäische und das Syrische ge, hört zu einer Sprachenfamilie, welche man seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts semitische Sprachen zn nennen Pflegt, weil, wie man sagt, die Völker, welche diese Sprachen sprechen, zur Race Sem'S, deS SohneS Noe'S, gehören. Diese Völker sind: die Assyrer, die Chaldäer oder Babylonier, die Syrer, die Fönizier, die Hebräer, die Araber und die Aethiopier. Die Benennung semitische Sprachen ist getad.lt worden. Mau wendete mit Recht ein, daß die Fönizier und Aethiopier nach der Genesis zur Race Cham'S und nicht zu der Sem'S gehören. Weiter gehende Kritiker, welche in der Aehnlichkeit der Sprachen den sichern Beweis der Racenverwandtschaft erblicken, behaupteten kühn, daß die Fönizier und Aethiopier Semiten waren, und daß der Ver, fasser der Genesis sie auö Jrrthum oder Uebelwollen in die Familie Cham'S verwiesen habe. ES ist dies eine sehr bequeme Kritik, die mehr aus einer gewissen skeptischen Koquetterie fließt, als auS dem Streben, die Wahrheit zu •suchen und zu er, kennen. WaS die Aethiopier betrifft, gab eS unter denselben Semiten und Chamiten. Das Wort AethiopeS >.i den Griechen und daS Wort Kusch bei den Hebräern bezeichnet überhaupt alle den Alten bekannte Völker deS Südens oder der heißen Zone, sie mögen Semiten oder Chamiten sein. Die Aethiopier, welche den Gheez genannten semitischeu Dialekt sprachen, waren ohne allen Widerspruch Semiten: sie waren eine Kol-mie Himyaritischer Araber, welche, nachdem sie über den arabischen Meerbusen gesetzt hatten, sich in Afrika neben den einheimischen Aethiopiern niederließen, welche Chamiten waren und einen chamitischen Dialekt sprachen. In Ansehung der Fönizier ist die Frage etwas verwickelter, ohne daß ich sie jedoch für unlösbar halte. Man muß sich erinnern, daß die Fönizier nach Herodot von den Ufern deS rothen Meer-S (d. i. wahrscheinlich vom Persischen Meerbusen) nach Palästina eiuwanderteu. DieS muß im höchsten Alterthume geschehen sein; denn als Abraham der Aramaer mit seiner Familie nach Palästina kam, wohnten die Kanaaniten bereits daselbst: ״ והכנעני אי בארץDie Kanaanitcn waren damals im Lande", sagt die Genesis (12, 6) ausdrücklich. Die Fönizier ließen sich in der Mitte der aborigenen Völker Palästinas, nämlich der Refaim, Emim, Zuzim, Zamzumim, Awwim nieder, deren Race in der Bibel nicht angegeben ist, die daher Semiten sein, und