Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 9 (1.3.1865)
- Date
- 1865-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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147 148 Jlldlvtdveu mit ihren Vorschlägen Gehör und in ihrem eigenen Derbalkea ohne Zweifel Nachahmung fanden. Von großer Allgemeinheit war derselbe jedenfalls, daS ist auS den bekannten Erjähinngen im Buche Daniel deutlich zu ersehen. Don einer Organisation deS KultoSwesenS oder einer legislatorischen Thätigkelt hinsichtlich der KultuSbestimmungen ist unö zwar nichts bekannt, aber sie darf doch als vorhanden vorausgesetzt werden. Denn wenn auch die Grundprin, zipien auö den Verhältnissen von selbst hervorgingen nnd zum Bewußtsein kamen, so läßt sich dieses doch sicher nicht bei der ganzen Bevölkerung in seiner vollständigen Klarheit annehmen und in den speziellen Fällen war daö Bedürfniß der Anweisung und Belehrung eine Sache der Nothwendigkeit. Andererseits ist man zu der Annahme berechtigt und gezwungen, daß doch Alles nur Anfänge, nur Keime waren, auS welchen vielleicht nach und nach ein wohlgeordnetes Ganze, wie von selbst, hervorgegangen wäre. Da trat aber ein Ercigniß ein, welchem in der Geschichte der Juden — wie von jetzt an die Devölkernng mit Recht benannt wurde — eine neue Aera begann: d. i. die von den Profeten verheißene Rückkehr. (Schluß folgt.). Zii-isch-thcologischcs Gutachten. Do» Rabbiurr Dr. Hochstädter iu Bad Qm«. I. lieber die angebliche Heiligkeit einer Kanzel in der Synagoge.*) SU« ModilitU zu einem stet« heiligensynagogaleaZwtck [תשמישי קרושה] lind nach fc<n biblischen und robbinii'ch.» Grund, säßen de« Jutenlhum« nur zu beirachlen die heil. Lade!ארי[ הקרש] (Tabcrnaculum, vrgl. hierzu II. Mos. 25, 10 bi« 22), worin die •) Der verehrte Herr Verfasser richtete bei Einsendung diese« Artikels folgende« Schreibeo an u»S: Geedrier H.,r Kollege! I» d.m leidigen Konflikt, welcher gegenwärtig zwi'chen der iliaetlliiche» Ge» meiiideverwaliung und ibrei» Rabbiner zu E o bl en z vorwalie, »nd der wrder dem Judenlhume überhaupt, noch unserem Stande i»sbrso»derr zur Ehre gereicht, wurde ich durch Verminlung des Paiqueia de« kö». preußischen Herrn Oderprokurator« vor da« dortiae Zachipolizeigericht aus den 1k d. M. vcrgrladrn, um ״als Sachverständiger- «»,>» Gut׳ achten hierüber abzugeben. Es fanden näuilid» in der jüngste» Zeit von btldea streitigen Parieiea mehrere, keineswegs zu d>ll»ge»bc Demon» stra «i ourn statt, bi« zuletzt io Folge einer D׳ n»n z ׳ a lton dir An« klage gegen den KiilluSvorstand erhoden wurde: Er bade durch da« Auslrgeu eine« schwarzen Flors auf das Biickbrrtichc» der Kan» zrl, dttseo!angeblich) gehetltgirn Gegenstand, sowie auch d,e Feier dezweiten israelitischen NenjahrSiagc« ״!nvf'.fci, somit etiien befchims pfenden Unfug an«gesübrt. welcher nach dem preußilcheu Siiatge. setze w«t einer namhaften Ge fän gu ißüra s e zu adudei, sei! Da ich oun bei dieser Gelrgenheit einerieit« drei dir-fallstge Gutachten uoserer Herrn Koliegeo zu Bonn. Kreuznach uuv Trier »erlesen hörte, mit welchen »ch nach meinem besten W'ffeu und Ge» wissen nicht ganz üdereinstimmen konnte, und ander״»!« Herr Dr Ledmann au« Mainz sein Gutachten hierüber «elegravdisch (1) witthrilte, welche» von der sonst bei Hyperorlhororeo stet« bereit gedal» tenru Behauptung המנהנ עיקר ה ר.«^2ח -t-wich: df.ru.r da« vom Herr» Kollegen Dr. Schwarz au« Köln — welcher eben» sali« al« Sachverständiger anwesend war — >m kedmann'schen .Israel»- »eröffeullichtr Referat .gegen jegliche Jostrumeutaldegleiiung-, weil solche al« eine חוקת המים i» betrachten [al« wäre dir ,de» waltge מגהיםח (f» Talmud 8. Traktat Arachirn 10 8 11.) Iw Tempel z» Jerusalem nicht älter denn alle christlichen Orgeln!) öffentlich »ee« lesen wurde; so sehr ich mich veranlaßt, mcia kurz und bündig w üod» lich abgegebene« Gutachten durch solgeodr. nachträglich schriftliche A»«eiaaudtrsrtzung z, erörler» und zu »eiössrntlicht,. heiligen auf Pergament in uralter Form — b, h. ohne Vokal« und Bccentzkichen — geschrieben׳« Gesetzrollea [תוהה Pentateuch) aufbewahrt werden und die etwaigen Gewänder derselbeu jNNLVQ. חיק); dann höchsten« noch die Pnltplatte [)ש^ח). woraus diese heilig, Schriftrolle bei der Thora.Vorlesung zu liegen kömmt, iusofrrae keiue ständig, Deck, [סהיסא] darauf befestigt ist. Dies, müssen darum, wen, flr unbrauchbar geworden find, ״verborgen {|נננ1י]” und dürfen zn kei« nem andern Zwecke benützt werden. Keineswegs aber gilt da« von dr» anderweitea Gegenständen der Synagoge, wie z. Vvon Bet. und Lehr» stöhlen ,c. K-, welche höchsten« al« Hilf«wobilieu betrachtet wer« den, deren man sich zeitweise bei Ausübung religiöser Pflichten bedient [תשמישי מצוה) und Li, darum, so sie nicht mehr hierzu gebraucht werden, gleichsam .verschleudert- [מרקיי) oder mindesten« zu andern Zwecken verwendet wrrorn dürfe» (Talmud 8. Traktat Megtlla 26, b; und Maiaiouide« Ritualkoder .von der Geietzroll,- X. 4 und .von den Schaufäden III, 9; so auch alle andern jüdischen Rtiualkodice«.) E,n Predigistiibl oder rin, Kanzel, die al« solche weder, di, Bibel noch der Talmud kennt, ist in dieser Bezieduna noch minder wichtig, al« die Beistühle, weil da« tägliche und öffentliche Gebet ge» mäß der rabbinlschen Entwicklung de« Jndenthum allrrding« zur Pflicht gemach» wlirde, wa« bei der freiwilligen öffentlichen Predigt nicht,in« mal der Fall ist. Ja selbst die Tribüne, welche all, 7 Jahre בשנת השמיטהן) am Hüitenfeste im Tempel zu Jerusalem für den jeweiligen König ober Priestersürste» behufs der öffentlichen Vorlesung desselben au« der deuteronomilchen Gei'etzrokle errichtet wurde (vrgl. hierzi, V. M. 31. 10 bis 43 und Mischna Tr. Sota 7, 8) besaß nach rabbinischer Anficht keinerlei Heiligkeit (vrgl. hierzu R. Salomo I zcchalis [רש-י) Kommentar z. v. St. בהם.שים ],N הבומות קרישה im Talmud B. Tr. Mtgilla 32, a) — um so weniger «ine Kanzel! Damit soll jedoch die zum svnogogalen Bedürfnisse grwordeue Predig,instiiukion keineswegs gering geschätzt sein. Allein da« wahre JudiNihuin in sei:».-»« reine» Eiuneiisglauben billig» keine Hei» lig-nveredruiig und keinerlei Bilderdienst. E« briet nur den einzige« Gott an und »hm ist Larutt« blos da« göttliche Wort, wie solche« in der Urschi,st ausdewahrt ist, heilig! E. Zur Entwicklungsgeschichte des jüdischen Neujahrsfeste-. Der im Mosaischen Gesetz, (NI. 23. 23 25 ״yd IV. 27. 1) angeordueie jährliche ״G e v ä ch t n t ß 1 a g- [)'.יים הומר) wurde damal« zwar nicht al« Nriijalirssist gestiert, denn man;ähjie — al« neut Er» löiung-'Aera — di, Jahre vom Früdlingsmona» [הרש האביב) 61« Auszugs der Kinder Jisraels au- Aegypten an (1. II. M. 12. 2 und V 16. 1); und tirse Zeitrechnung daurrte fort bi« nach drr Wie» dertiiiwanteriing der Jehudim in« hrilige Land, wo »heil« da« erste Opfer von den E»1g,wa»d,rleu auf dem n,verbauten Altar und «heil« die erste Vorlesung au« der Thora durch den .luurigen Gesetz, schreib,r Si'rain Gegenwart de« ganzen Bolke« an dem Mosaischen Gelächinißiage Kai,gesund,״. (S. Ei'ra S, l. und 6. und Rech. 5, 2.) 3u Folge dessen wurde die wabrscheinlich .uralte- Z.ilrechnuug. vom Hrrdstmoua, [ירח האיתנים) (vrgl. hierzu l. Könia. 8. 2) dkgin« ueud. in Jirael einheimisch (s. Mkiibelssohn« hebr. Kommentar ,״ III. M. 23. 24); obgleich sich noch im Talmud <8. Tr. Rosch.tiaschaua 10. uuv ll) Komroverse über die Schöpsungszrit - ob sie iw Frühling oder im Herbst begonnen — befindet. J.ideß ist selbst im Mosaischen Gtietze brr .G e k ä ch l o i ß»a gnicht — wie di» drei sogenanlite» Wall,adr,«feste [שליש ר^ים] svrgl. V M. 8.11.10.) - zur Freud, (.עדזד"») best-mm:^ sondern isst vielmehr, wie^ schön fein Name [[121ר) audeuiei, znm dankbaren Rückblick auf den abgrlausenen und btt* leudru Hinblick auf den kommenden Zeitabschnitt de« ländlich,« Jadre«. (vrgl. hierzu II. Ab. 23. 16 und 34—22 im Talmud I. Tr. Ro'ch-dakchaua I, 2.) Da« war nnn dir milwirkeode Ursache, daß nach Abschluß der heiligen Schriften uofer, Schristgelehrtea [וסריס□! de» Mosaischen .ErinnerungStagzugleich al« ,in zur Buße und Andacht bestimmte« Neujahrssest [ראש השטח) feierte» und in ihrer fiu»- bildliche» Sprache al« himmlische« Gerichtstag [ין□ הרין] dar«