Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 8 (22.2.1865)
- Date
- 1865-02-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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137 133 Judeu-Ghetto« inJtrafau und Lemberg. Gegen die Beseitigung derselben sträubt fich bekanntlich der Magistrat in Lewberg auf da« rntschiedeuste. E« steht nun zu hoffen, daß hiermit die letzten Spuren wtitekalterlicher Intoleranz in Oesterreich verschwinden werden. (SB. £1) §. Pest, 10. Februar. Der Wohlthätigkeit-vereiu Konkordia hat seinen JahreSau«wri« veröffentlicht, welcher von dem DereinSpräse«, Herrn Karl Loui« Po surr, uoterzeichnel ist. Jo dem abgelaufenea Jahr, standen 1321 Individuen au« dem Vereine unter ärztlicher De, Handlung: 251 Männer, 388 Frauen, 682 Kinder. Vollkommen genesen find 13t0. Al« DerrinSärzte wirken die Doktoren Jos. Traub und Wilh. Helfer. Zu Konfiliea wurden berufen die Doktoren: Hermana Haie», selb, Johann Dükay, Jgn. Hirschler, Philipp Groß. Da« VereinSvermögen beträgt 4717 st. 0. K. Pest, 19. Februar. Die LehrervereinSangelegenheit, welche bereit« mit vollen Segeln der Erledigung zusteurte, ist Plötzlich auf eine Sandbank ausgefahren, von der sie möglicherweise gar nicht mehr wird flott gemacht werden könne«. v. Dcßprim, 19. Februar. Die die Vergangenheit ber hiefigeo jüdischen Gemeinde betreffenden Angaben Ihre«?-Korrespondenten find nicht genau. Die ersten jüdischen Familien ließen sich in hiesiger Stadt in den achtziger Jahren nieder. Sie standen unter dem Schutze de« Bischof« Birü, welchem fle auch Schntzgeld zu entrichten haiteu. Nach Verlauf von zwanzig Jahren zählte die Gemeinde 40 Familien, und hatte ein gemielhele« Betlokale. Später erbaute ihnen der Ober» gcspan Gras Zichy eine Synagoge und Wohnungen für die Kultus« beamten. Für die Nutznießung Hallen sie 80 fl. jährlich zu zahlen. Im Jahre 1834 kaufte die Gemeinde diese Gebäude für 12,000 fl. Die Synagoge stürzte am NrujahrSlage 5623 (1863) ein. Auf derselben Stelle wurde die neue Synagoge erbaut, welche jedoch einen bedcnleud größern Raum einnimmt, als ihre Vorgängerin rimiahm. Plan und Ausführung rühren von dem Bester Baumeister Zitlerbart her. — Vcßprim, 17. Februar. Dem Verdienste seine Kronen! Die Vorsteher der hirfigrn Gemeinde, — die Herren Alcrandcr Rapoch, Wolf G. Weiß, Marli» Manowill, Moriz Grün, Bela Weiß und Wolf Kran«. — hatten bei der Erbauung unserer Synagoge mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, daß sic ihre Ausdauer wirklich würdig macht, in die Jahrbücher ihrer Gemeinde mit goldenen Buchstaben ,in« getragen zu werden. Die ueuc Synagoge betreffend, ist dieselbe 19 Klafter lang, 6 Klafter hoch und ist im byzautinischrn Style gebaut, mit Schiefer gedeckt und mit Mosaik au-gelegt. Drei Thüren führen in die sehr geräumige Vorhalle, o»S welcher man zu beiden Seiten mittelst sreitragender Steinlreppen in die beiden Franengallecien gelangt. Die Synagoge hat ungefähr 500 Männer» und ebenso viele Frauensitzr. Beide mit bronzenen Palustern verzierte Galeriern werden von 16 gußeisernen, filber- und goldbronzirten Säulen getragen. Da« Aron ha- Kodesch, nach dem Muster de« Pester gearbeitet, ist in Oel marmorirt. Der Schulchan wird durch eine Verschiebung in eine Kaiizel vrrwondelt. Die prachtvolle Malerei wurde von dem hiesigen Maler Auer nach einer Düsseldorfer Zeichnung auSgeführt. Auf die mühevollste und zugleich anipruchlosestr Weise hat der gebildete Gemeindenotär Heller bei dem Svnagogrnbaue und bei dem darauf brzüglichrn Rechnungswesen mitgewirk». P—k• Temlin, 15. Februar. Die hiesige Gemeinde hat fich reorganistrt und am 12. d. M. eine Vorstand«wahl vorgenommen. Gewählt wurden die Herren: Abr. L.on und Beruh. Herzrl zu Vorstehern auf drei Jahre. Für die Dauer eine« Jahres wurden gewählt die Herren: Kalm. Kohn und Mor. I. Herz»! zu Syuagogenvätern; dir Herren; Kopl Fleischt. Simon L. Herzl, Jak. Hirschl, Wild. Kohn und Jakob Mayer zu Beirätben. Gewiß wird die Wirksamkeit der gewählten Herren nur eine ersprießliche fein. Ein Vereiu für Krankenpflege (Bilkur-Eholim) hat fich vor Kurzem gebildet. Der Talmud-Thora. Verein hat mehrere arme Schüler mit Len erforderlichen Schulbüchern versorgt. Der in Nr. 3 d. BI. erwähnte Major heißt: Peter Jo auuovich; dieser bat zum Synagogeudau gespendet. Ld. KapoSvür, im Februar. Hobe Geistesbildung und ein edler biederer Eharakler haben sich zu jeder und vornehmlich in unserer forigrschritienen Zeit die Sympathie der Menschen er» worbe». Da« Ableben de« wegen seine« biedern Ehartkter«, sel»ee Klugheit und seiner au allen Armen und Bedrängt,» ohne Unterschied de« Glauben« geübten Mild» und Wohklhätigkeit in allen Kretsen be» likbt und hochgeachtet geweseueu Moriz Spitzer hat »m letziverffos. srnen Sommer eine derartige Trauer über unsere ganze Bevölkerung au«grgoffen und eine so allgemeine Theilnahme erreg«, daß seinem Be« gräbniff, käst all, Ortsbewohner und viele der Umgegend beiwohnte», so daß da« Lcichenbegüngaiß eine« der selteuflen Art im hiesigen Orte war. Allgemeine Trauer, wenn auch im mindern Grade, erregte auch der plötzliche Tod der wegen ihrer hohen Geistesbildung und ihre« sanften mildlhäligen Herzen« geacktetea, 27 Jahr, alten Frau Rin» Rei«, geb. Spitzer au« Baja, Gemaliu de« geachteten Gemeindemlt» gliede« Herrn Felir Rei«. Ja unserer geschäftSlosrn Zeit, in wrkchrr der Wohlstand der jüdischen Gemeinden in bedauernswerther Weise abnimmt, wird der Gemeinde und ihren Institutionen durch den Verlust wohlhabender und wohlthätiger Mitglieder eine empfindliche Wunde geschlagen, dir nur durch eine bessere materielle und geistige Vereinigung der Gemeinde« kräste, durch größere Ausbildung und Ausdehnung de« Dereinewesea« gelindert werde» kann. Wir begrüßen daher mit Freude da« Zustande» kommende« ״Au« hilf« Vereines״ und da« Fortbestehen de« ״Fronen» verein,«." Dieser hat außerdem, daß er während der fünf Jahre ieine« Bestehens übrrokl geholfen, wo Hilfe nolhwendig war, noch zum Bau de« Temprl« eine nicht unbedeutende Summe beigrsteuert und den neuen prachtvollen Traubimmel auf seine Kosten anferligrn kaffe». Zu wüuscheu wäre nur, daß die Zahl!einer Mitglieder sich mehre und der Fraucnverein d>: Vereinigung oller Frauen der Gemeinde wäre, da würde dieser Verein da« zehnfache zu leisten im Stande sein. — Wa« wir aber am sehnlichsten wünschen, wäre da« endliche Zustandekommen eine« unsere geistige» und moralischen Zustand, fördernden Vereine«. Ein Lescvrrein, von dem schon so oft gesprochen wird, mit fester Grundlage, wäre eine sezenbringrnde Institution für die Zukunft uu» serer Gemeinde. — Wo« die andern Grmeiiideanstalteu betrifft, will ich nur noch von der Schule sprechen. Dies, leistet Vorzügliche«, da ihr drei tüchtige Lehrkräfte vorsteben, die mit dem Rabbiner als Echuldi» rek.'or in freundschaftlichster Beziehung stehen und in musterhafter Har» monie zusammr,,wirken. Die 4. Klaffe besteht zwar jetzt noch proviso» risch, wird aber hoffentlich bald, da uusere Gemeinde, und Schulvorstehlitig von dem besten Gristc beseelt Ist. d-finiliv geregelt und sicher gestellt wcrdcu. Al« wohllbätige Spenden köuiien wir bi« jetzt für den Winter Herr Adolf Kohn. der 20 fl. zur Bekleidung armer Schulkinder hergab, nennrn. Schließlich erhalten Sie, ehrwürdiger Herr Rrdakteur. die schristliche Einpsangrb.stäiiguiig der Lehrerwilwe Fischer über die ihr von der Redaktion de« ״Ben Ehananja" ziigekommenen 189 fl. ö. W. (mit den 10 st. von dem Herrn Jsr. Back in Füuskirchen) und ihre» tiesinuigsten Dank an Sie, edler ehrwürdiger Herr Redakteur, und au alle edle Cprnder nahe und fern. Die Witwe ist also hirrdurch und durch die Nähmaschine, welche ihr die hiesige israrlitische Gemeinde an» schaffen ließ, so zirmlich gegen die Noth geschützt; wir .müssen daher solche Berichte, wie in der jüngsten Nummrr der ״Nenzeil" nach wel» chen diese Witwe mit ihren 6 Kindern dem Hungertod, preiSgegrbea find, al« unwahr zurückweise«. L. Groß K ankzfa» im Februar. Ende diese« Monat« beginnt unsere Gemeinde drn Neubau eine« Zinshause«. um damit später za gründendea Legaten ,in, Sicherheit zu gieten. Da« Erdgeschoß ist be» reit« dem Zeniraltelegrafeuamte zugrsagt, welche« zwölf Apparate auszustellen ha«. Der Zudrang zur Eynagogr ist, seitdem Herr Kartschmarosf seine Mrtillstimwr ertönen läßt, wahrhaft herzerhebeud. Eia hiesige« jütische« Mädchen, an welchem man ungewöhnliche« Gesanglatent rnttrckt hat. wurde zur künstlerischen Ausdiltuug nach Wien ge» sendet. Die Fra» Nanette Gutmann hat für den diesjährige» Be» darf der küniiigen Künstlerin 800 fl. gesammelt. — Grosswardeln, im Februar. In Bezug auf die Ihn», von Makü zugekoniniene Berichtigung gestalte ich mir die Bemerkung, daß nach dem Zi-lulare der diesigen Obrrdirrktioa rem 28. November v. I.. Z. 1668, in diesem Cchuldistriktr wirklich nur di, T,m,«varer, Araber, H. M. Dstsürhrlyer und Trcßwardriner jüdische» Schuir» be»