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Ben Chananja · 1865-02-22 · 8 (22.2.1865) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
8 (22.2.1865)
Date
1865-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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132 131 Welche Gerrugthuung für die Manen deS verstorbenen Rabbi zu Körmend, daß gerade aus Preßburg und Rechnitz, woher seine heftigsten Gegner entstanden, ihm auch die ge« wattigsten Dertheidiger hervorgehen sollten. (י1זאל“יס יבקש נרדף) Wik gegen den Rabbiner zn Körmend, ebenso hart verfuhr Kallir gegen den Religionsweiser zu Güfsing, der stch in doppelter Weise vergangen zn haben scheint. Bei einem zwischen seiner Tochter nnd ihrem Manne obwaltenden Prozesse »ahm derselbe mit Nichtbeachtung einer Vorladung deS diesigen RabbinatS seine Zuflucht zur gerichtlichen Behörde und ließ seinen Schwieger'ohn, der ein Rechnitzer war, in den Kerker werfen. Dann soll er seine Befugnisse als ReligionSwciser darin überschritten haben, daß er sogar über rituelle Angelegenheiten der Frauen (.דיני נדד) Entscheidungen crthrilte. Kallir legte denselben mit Zuziehung der RabbinatSkollegien zu Eisenstadt nnd Deutsch-Kreuz förmlich in den Bann, wenn er sich nicht binnen dreißig Tagen einer neuen Prüfung entweder zn Preßburg oder Eisenstadt unterzöge. In seinem Schreiben an die Güssinger Gemeinde äußerte er sich, wie folgt: ״Wir haben euch schon mehrmals darüber zur Rede gestellt, warum ihr euch einen Neligionöweiser um 12 2/י Groschen halte!, da ihr euch in viel desfern Umständen, als die Gemeinde zu Könnend, befindet, dle zwei Gulden wöchentlich zahlt." Diese zwei rabbinischen Beschlüsse scheinen KallirS letzte AmtSsnnltioncn in Ncchnitz gewesen zu sein, weil er bald darauf den hiesigen Posten verließ. Indes obwol Kallir, wie auS diesen Umständen hervorgeht, fanatisch und versolgungSsüchtig sich zeigte, waS ganz natürlich in dem damaligen Zeitgeiste lag, und anders gar nicht erwartet werden konnte, so legte er anderseits dennoch Beweise der Toleranz nnd einer mildernden Anssassungöweise in der Handhabung deS Zeremoniengcsetzcö sehr oft in seiner Amtsführung an den Tag. So äußerte er sich unter andern in Betreff deü Branntweines am Paffa-Feste, daß dieser als זיעה בעלמא zu betrachten sei, über welche sebr verfängliche Aeußerung Landau in keine weitere DiSkussion sich einlassen will. (Noka-B'j. II. Th. 64 ,63 א־׳ה) Kallir verließ Rechnitz nach einer dreizehnjährigen AmtSführung und folgte einem an ihn ergangenen Ruse nach Kolin, wo er am Sabbath-Nachmu 541 — 1781 seine Antrittsrede hielt (Chavat-Jair S. 77.) DaS Datum 540 auS Kolin (Noda-B'j. II. 48 אה״ע), wie auch Fürst'S Angabe 1782 (Bibliotheca II. 164) ist irrthümlich. Bald nach seinem RabbinatSanlritte in Kolin wurde sein Werk (*<*יוזדש על ססהיב!) zum zweiten Male in Prag aufgelegt. Seine Korrespondenz mit Landau setzte er um so fleißiger fort, da er jetzt in dessen Nähe weilte. Nach einigen Jahren (1786) berief ihn die damals in großem Ansehen gestandene Gemeinde zu Alt-Ofen, welchem Rufe er jedoch nicht folgte. Mit seiner früher״ Gemeinde zu Rechnitz stand er noch weiter in einem freundschaftlichen Briefwechsel. Im Jahre 1799 scheint er sogar daselbst einen Besuch abgestattet zu haben, wie auS einer mir vorliegenden Anweisung über ein ihm zu machendeS Präsent hervorgeht. AuS einem vom Jahre 1790 datirten Briefe mehrerer hiesiger Gemeindemitglieder an ihn geht hervor, daß man gesonnen war, Kallir, im Falle sein Nachfolger hierorts, R. Aron Holitscher, der um diese Zeit der ganjeu Bidet nur männlich vorkommt. Der so richtige Grundsatz v°a 2bu ®כל שאין בו רוה היים זכרהו ונקבה! :״ן io״» bi« cdenio wrnig <ur Rrchtsertigiiiig dienen. weil dies nur dann zu gelte» da», n-o ,in xvouk'comwuuy in der Bibel sich voeßntet. keine«- weg« aber kann e« uns?rstaiiri sein, auch bei je»,» Hauptwort«», wo da« Geschlecht durckgänaig rulweler weiblich otee männlich »st, nach nnseeer Willkür dalr dirje« bald jene« Geschlecht zu »ehuie». Hierbei sollte eil, Rabbiner mebr Achtung und Pictäi gegen die h. Sprach« der Bibel, al« gegen seine Borgänger habc». S. Ab Zar», 23. b. Rasch» zur Mischna: כי טובים דודיך לשון זכר. nach Paksch hätte kommen sollen, seinen hiesigen Posten aufgibt, nach Rechnitz wieder znrückzuberufen. Im Jahre 1792 gab Kallir Draschoth unter dem Titel: הוח יאיד הדש herauS, auS dessen Vorrede wir einen großen Theil unserer Daten gezogen. Seine darin gelehrte Moral ist tief religiös und gotteöfürchtig, jedoch ohne wissenschaftlichen Gehalt. Ein großer Theil ist Trauerreden über daS Ableben vieler ansehnlicher Rabbiner seiner Zeit gewidmet nnd bietet mancheS Interessante über die damaligen Zustände deS IndenthumS dar. Unter vielen Andern betrauert er darin dte Nabbinen Arje Löw, Verfasser des שאנה אדיה, Mayer Darbi zu Preßburg, Gerson Pölitz zu NikolSburg, Ascher Lemmel zu Eisenstadt, Saul zu Amsterdam. Am 15. Cheschwan 562—Oktober 1801, segnete Kallir daS Zeitliche in seinen! 61. Lebensjahre. ES ist zu bedauern, daß seine zurückgclassenen Schriften, besonders eine große Sammlung rabbinischer Gutachten, größtentheilS durch eine FeuerSbrnnst in Kolin verloren gegangen. DloS ein Theil davon wurde gerettet, den sein Enkel, Se. Ebrw. Herr Rabbiner Lazar Horowitz in Wien, im Jahre 1835 unter dem Titel שדה הקר הקכה hcrauSgegebe». Zwei Jahre vor seinem Tode, 1799, edirte er sein Werk;א1ר הדש על קדושי und gab eS zu Wien heraus. Herr Horowitz, wie wir sehen, stammt sowol väterlichcrals mülterlichcrseitS von den größten talmndischen Heroen der Neuzeit und gehet seine mütterliche Abstammung bis zum מהרם א״ש und ש״ך zurück. Seine Vorfahren zu Frankfurt und Wien einer-, wie zu Kolin und Eisenstadt anderseits zählten nnstreitig zu den ersten!üdischen Atltoritäten drö vorigen Jahrhunderts. Ob ihre heutigen Nackfolger zu Frankfurt, Kolin nnd Eisenstadt, die in jüngster Zeit so verketzernd gegen Herrn Horowitz ausgetreten, die hinterlassenen talmndischen Werke ihrer Vorgänger: א״ה מ־א״ש .היסלאה. dem Namen nach nur kennen, kann wenigstcnS als eine bescheidene Frage gelten, weil sonst doch sie aus Rücksicht gegen die großen Ahnen schonender und milder gegen den Enkel hältcn verfahren müssen. ' Jndeß lag, wie Eingeweihten wol bekannt, dem ganzen MessiaS-Lärm gegen Horowitz eine ganz andere Absicht zn Grunde. Unsere Romantiker leben im Wahne, daß sie nur allein berechtigt sind, talmudische Jünger und Rabbinalö-Kandidaten auözustellen, ans welchem Grunde, ist der Welt unbekannt, wenn sie nicht etwa mit der Ausstellung von Talmndjüiigern nach dem Sprichworte Iuou8 a non luoencko zu verfahren gedenken. Nun wurde in Wien unter den AnSspiziett deö Dr. Jellinek ein ב המד״ errichtet. Unsere Frommen begannen zu zittern, um so mehr, da sich dabei auch Herr Horowitz betheiligte und daö neue Institut gegen Verketzerung mit seinem Namen deckte. ES mußte also Sturm gelaufen werden, nur fehlte noch die passende Gelegenheit dazu. Da kam der MessiaSprozeß durch die Denunziation eines judenfeindlichea Dlatteö und mit ihm die unschuldige Aenßerung der beidea jüdischen Geistlichen zu Wien an das Tageslicht. Mit Freude wurde diese Gelegenheit ergriffen, die MeffiaSlchre als Parole auSgetheilt, womit man die neue Burg, ביהמד״ ge« nannt, zu nnterminiren und zu erstürmen glaubte. Schließlich wollen wir noch daS Urtheil deS als Talmudisten, als Gelehrten berühmten Baruch JeiteleS ans Prag, über Kallir miltheilen. ES sollte daS Werk שער המלך . wozu JciteleS Kolektanen. unter dem Namen טעם המלך brigesügt, in Brüll» aufgelegt werden. Nun galt JeiteleS als Berliner, d. h. alö Anhänger der Mendelsohn'scben Schule, weshalb Markus Benedikt, damaliger mährischer Landrabbiner, durchaus nicht zn bewegen war, in seiner obigem Werke ertheilten Approbation au»h der Kolektanen J.'S zu erwähnen. Die HeranSgeber ersuchten daher

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