Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 7 (15.2.1865)
- Date
- 1865-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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119 120 gesehen wäre». Zn iViarr Filosofie beseitigt tt mit aflfn Äruftrn den Jtrfam unb gebraucht ihn nur in Ermanglung eine« andern System«; in der Liturgie häuft er nicht Gebet auf Gebet unb will immer still« schweigend sagen, daß die Masse von Gebeten ^icht die Essenz de« Gebete« auSmache. Die« scheine er wir wenigsten« damit an« zudeuten, wenn er sagt, diese oder jene baden nach andere Gebete, aber ich will hier nicht eine spezielle Liturgie geben (חזאנה)• (Fortsetzung folgt.) Briefe zur Charakteristik der Zeit und der Zeitgenossen.*) x. Vr. Secr an Dr. Wicucr. Dresden. 15. Zäner 1655. Werthester Herr Doktor! Zn Erwiderung Ihres Wrrthen vom 7. d. muß ich Zhne» melden, daß ich leider nicht im Besitze der gcwünschten Prager Edition des Schrwer Zehuda bin-, ich habe bloS die Amsterkamer AuSg. ^״ON.die Lew« berger.1846, eine jüd.'deulsche Uebersctzung ohne Trteldlalt und die latcinische Uebersetznng von Gentins Amsterdam 1851 sein schöne« Erem» plar, früher im Besitze R. Tb. Hartmann'S in Rostock mit dessen ei« gener Namensunterschrift.) Handschriften besitze ich überhaupt wenige! und Druckwerke gibt e« gar viele, worin man Manches findet, waS i» Anmerkungen oder Ergänzungen zu Schcwet Zehuda Platz finden könnte: > denn wie viele einzelne Momente zur Charakteristik der jüdischen Geschichte sind nicht in T)"W und ander» Werken zerstreut! — ÄaS j Sie speziell wünjchcn, will ich Zhnen zu dem verlangien Lehnst gerne aus kurze Zeit senden oder, wenn die Sendung zu schwierig wäre, das Nölbige für Sie erzerpiren. Zeder Freund und Anhänger der jüdischen Literatur muß Ihnen Dank wissen für Ihr Nnlernehmen, den Schcw. Zeh. neu zu ediren und ich freue mich schon im BorauS auf Ihre neue Ausgabe, die so wcrihvolle Zusätze enthalten soll. — Die Rcsponsen Obel Jakob von SaSvortaS. die am Ende interessante Notizen über die Berwendung der Königin Christine für die Zudeu i» Wien enthält und so viel ich glaube von Geschichtschreibern noch nicht gehörig benützt worden ist. ') werden Sie wol ans R.'S Bibliotk kennen. — Zch weiß nicht, ob Sie bei Ihrer Edition auch auf spätere Ereignisse eingeheu, sonst könnte ich Ihnen die Erzählung von drei jütischen Knaben, die zu Anfang deS vorigen Jahrhundertin Rußland weggefangen wurden, dann מקדש השם gewesen haben u. f. w., die ich in hebräischer Sprache handschrtfilich besitze, von einem Schüler de« R. Jonathan Eybeschütz selbst geschrieben, der jene — manche (besonderunter den jetzigen -Verhältnissen) interessanle Momente enthaltende — Geschichte nach der Aussage beglaubter Augenzeugen abgefaßt hat, kopireu lassen und zur Veröffentlichung mittheilen. Die Erzählung ist בכתב משו״ט auf 16 Ouartblatt geschrieben. lieber den Ursprung der Erzählung von Len drei Ringen (die auch Sche'erilh Israel audem Schewet Iehuda entnommen ha«) muß in einer früher» Schrift von L. Zink (ich glaube in der Abendzeit. Zahrg. 1623 oder 1821) etwa« enthalten sein. Indem ich gerne bereit mich erkläre, zu Ihre» historischen For« schnngen die nölhigr Auskunft an« den zu meiner Disposition stehenden Quellen Ihnen zu geben, zeichne ich hochachtungvoll Ihr ergtbenster Dr. B. Beer. Korrespondenz. Ausland. l>. Breslau, 1. Februar. Der 27. Jänner als Gedächtnißtag de« verewigten Kcwwerzienrathe- Jona- Fräulel wurde wie alljährlich ') S. VN. Ihrg S. 196. 197. 315. 353. 715.717. 718. VW. 3hrg. S. 496. ') 311 von mir in einew früheren Jahrgänge de« ׳מניד“!' ver« Sfftntlicht. Eiiisender. auch die-mal i« jüdisch.theologischen Seminar auf« Feierlichste brgan» gen. Nachdem die Feier mit Abfingung de« 16. Psalm« unter Leitung dr« Herrn Kantor« Deutsch entsprechend «ingeleitrt worden war. bestieg Herr Direktor Dr. Fränkel die Kanzel und wie« in einer erhebenden Ansprache auf da« Verdienst de« Stifter«. der di, Idee zur Gründung einer Stätte für jüdische Wissenschaft gefaßt, sowie auf dasjenige der Männer bin. welche diese großherzige Idee zur Ausführung gebracht. Hierbei nahm der Redner Veranlassung, zweier dieser im vorigen Jahre dabingeschiedener. der Kuratoren M. Milch und S. Löwv. dankbar zu gedenken. Es wurden nun die Stipendiaten verlesen und der stuck, pdil. Herr Dr. Äerson Kozmin al« derjenige genannt, welcher in diesem Jahre den Lebmann'schen Preis errungen. Hieran reibte sich die Entlassung dreier Hörer, dir in einem vorder erfolgten mehrtägigen Gramen ihre Reife bekundet batten. Bon diesen hielt im Namen seiner mitentlaffenen Kollegen, der Herren Dr. Glück aus Pleschen und Dr. Blüh ans Leip. nik, Herr Dr. Horowitz aus Krakau ei'ncn gehaltvollen Dortrag über den Beruf de- Rabbiners und seine Aufgabe in der Jetztzeit. Da« Gebet für da« Königpaar beschloß die erhebende Feier. Dem in diesem Dlatle schon mitgelbeilten Jahresberichte de« Seminar« geht eine Arbeit des Herrn Direktor« Dr. Fränkel, betitelt: ״Entwurf einer Geschichte der Literatur der nachtakmudrschen Response»*. voran. Inland. Wie», 7. Februar. Dir Staiulen de« iu Dcbrrczin grgrünbeten ״Jsr. Industrie, unb A cke r b a u «Vcr e i u e s* sind von der SianhaUere» bestätigt worden, und wird in Folge dessen die erste loustiluireiile Generalversammlung am 19. d. M. slaiifiuben. Wie ״Hörtobagy" hervor!,ebt, kann an diesem Vereine Jedermann ohne Unterschied der Konseffro» theilnehmen. (Debatte.) — Pest, im Februar. Bei der vorgenommcnen Neuwahl des Ausschuffcs des isr. ung. Vercuic« wurde Herr Dr. Heinrich Potlak zum DereinSpräscS gewählt. 8- Altofett, im Februar. Die Frau Nanelte Gotdbergcr, Gaurn des Herrn Karl Goldberger, hat zu dem von der Chewra Kaddischa vclaustaltelen WohlthaiigseitSdalle 50 fl. gespendet. GelrgkNi« lich bemerke ich. daß Josef Flrsch u! seinem in Landaus Bidet adgedriickien Gelrhrten-Verzeichnisse die von Dr. Zipser in Nr. 5 d. Bl. genannten beiten Elcazar Kallir ideutifizirt hat. Al. Daranno, im Februar. Am 26. v. M. starb der hiesige Rabbiner Abraham Splra in einem Alter von mehr Len» 80 Jahren. Er gehörte zu den strengsten Orthodoren.׳ ohne jedoch dir Petition gegen das Seminar mitunterzeichnet zu haben. Der Umstand, daß er von der Schcchila eines übel anrüchigen, aber zu den Cbaßidäern gehörenden Schächter« nichts genieße» wollte, diente dazu, daß der FanatiSmuS nach nach seinem Tode verschiedene Streiligkeilen sortlpinnt, welche auf die Kulturzustände der Juden im Zempltner Komital ein ganz eigenthümlichrS Streiflicht werfen. P. Vcßprim, 12 Februar. Wieder hat ״Ben Chattanja" Gelegenheit, über die Vollendung und Einweihung einer neuen Svuagcgr zu berichten. Die hiesige Gemeinte gehört zu den ältere» jüdischen Gemeinden in Ungarn, wie die hiesige Stadt, deren Gründung in dir Zeit der Römer fällt, zu den ältesten Städten de« Vaterlandes gehört. Die iieuerbantt Synagoge ist die dritte, welche von der Gemeinde er» baut wird; die zweite stand nicht länger als zwanzig Jahre und stürzte vor einigen Jahren ein. Der gegenwärtige Vorstand hatte bei dem Bane mit nicht geringen Schwierigkeiten zu kämpfen, indem der Kosten« Überschlag aus 32,000 fl. berechnet war. während für angekauflr Sitze ungefähr nur 16,000 st. einliefen. Der Gemeindevorsteher, Herr Rapoch, machte der Baukasse bedeutende Dorschüsse, damit da« heilige Werk des Tempelbaue« nicht unterbrochen werde. Glücklicherweise gelaug e« der Gemeinde, au« dem Schulfoude »in Anlehrn von 21.000 fl. zu erhalten, und solchergestalt die finanziellen Angelegenheiten der Gr« meiudc zu ordne«. Die Rückzahlung de« Kapital«, sowie di, Ent« richtung der Zinsen wirim Wege der Reparlilion vermittelt werden. Möglich, daß der Svnagogeudaukasse noch nachträglich freiwillige Spen« den z,!fließen, wa« sehr wünschenSwertl, wäre. Bisher liefen nur nube« deuteure Speiidrn ein; Loch darf ich nicht unerwähnt lassen, daß der Frauruverrin ein sehr schöne« Parocheth aus seine Kosten auserrigen ließ.