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Ben Chananja · 1865-02-01 · 5 (1.2.1865) · page 6

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
5 (1.2.1865)
Date
1865-02-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Staatsanwaltschaft hat uLmlich nicht nur vo» der jüdischen Se- «rinde, sondern auch von der theologigischea Fakultät Au«snnft über dir Stellen verlangt, auf welche die Kirchenzeitung ihr, Anklage gegen den Talmud gegründet hat. Dir Fakultät wollte Anfang« auf die Untersnchuug gar nicht «iugrheu, und «klärt, flch für inkowprtrnt. Dem wiederholten Verlang:» der Staatsanwaltschaft könnt, fl,!,doch nicht widerstehen. Za ihrem vor Kurzem abgegeben,» Gutachten «klärt, fl,, daß flch die bezüglichen Strllen allerdings im Talmud befänden. Diese« Gutachten sendete nun di, Sta,«anwaltschaft wieder dem jüdischen Ge, meindevorstande zu. und dieser übergab e« den jüdischen Theologen zur Prüfung. Don die״» wurd, ,in, sehr geharnischt, Entgegnung ringe, sendet, in welcher der katholisch-theologischen Faknltät vorge.vorsen wird, daß dir Zitate ihre« Gutachten« nicht an« dem Talmud geschöpft, sondern dem Eisenmenger entnommen seien. Sir sehen hieran«, daß wir un« hier noch in d« Zeit d« ReligionSgespräche befinden, nur daß unsere Kon» trovrrsen nicht mündlich und öffentlich, wie oft im Mittelalter, sondern geheim und schriftlich geführt werden. Um gegen dir theologische Fa, kultät nicht ungerecht zu sein, wird di, Staatsanwaltschaft die jüdische Replik der Fakultät zusende», die schwerlich geneigt sein dürfte, ihr frühere« Gutachten zu widerrufen. Da« Ende der Fehde ist in diesem Augenblicke noch nicht abzulehen, und find die Akten noch lange nicht geschloffen. Ausfallend bleib« e« allerdings, daß die jüdischen Theologen nicht gleich zu Anfang de« Streit,« di, jüdische Lehr, vom göttlichen Wesen dogmengeschichtlich behandelt haben, woraus dir Krundlofigkeit der Anklage der ״Kirchenzeitung" flch von selbst ergebe» hätte. DaS Belh ha.Midrasch, welches bereits ein ähnliches Institut von Seiten der Orthodorie in« Leben rief, entwickelt flch trefflich. Der letzte Vor» trag Dr. Zellinek'S war dem gelehrten Munk gewidmet. Es wu.den die Verdienste bervorgehobeo, welche flch Munk durch seine Arbeiten io sozialer Beziehung erwarb. Die Zeit, in welcher Munk'S fllosofische und theologische Richtung im Belh ha,Midrasch wirb gewürdigt werden können, ist noch abzuwarten. Die neue TalmudauSgabe soll in Stockung geraih-u sein. Dagegen gibt der kundige und fleißige Weiß die Me» chiltha heraus; zwei befähigte und hoffnungsvolle Rabbinatssandidatcn ediren da« Maaße Esod von Profiat Dnrau. Z. Pest, 27. Jänner. Die in ungarischer Spracht erscheinende, beliebt, und stark verbreitete ״Sonntagszeitung" bringt in ihrer letzten Nummer die Biografie und das wolgetroffen, Bild des wackern, tüch» tigen und berufSlreueo VolksschullehrerS Ignaz Reich, der flch nicht nur al« Echulwano. sondern auch at« Schriftsteller bedeutend, Der» dieoste erworben hat. Herr Reich hat die ihm zu Theit gewordene AuS» zeichnung in jeder Rücksicht verdient, und eS verdient all, Anerkennung, daß der Redakteur der »SonntogSzeitung*. Herr Prikh, dem jüdischen Lehr« Gerechtigkeit widerfahren ließ. — Die in der lkhten Nummer der »Archive« ZsraeliteS" mitgrtheilte Entscheidung de« Kassation-Hofe-, nach welch« e« den jüdischen Konsistorien in Frankreich gestattet ist, mit Fleischhackern wegen Lieferung de- Kvscherfleische« zu kontrahiren, und dasselbe ׳mit einem Aufschläge zu belegen, ist io der hiesigen Grmeinde mit um so größer« Aufmerksamkeit gelesen worden, al« e« der hiefigen Gemeinde bi« zu diesem Augenblicke nicht gelungen ist, sich bei den Behörden die Konzrffion zu einem solchen Aufschläge zu erwirken. Bei den vorwaltendru Verhältuiffin sollte aber dir Gemeinde auf diese Einkommensquelle lieb« verzichten; zeitgemäß kann dieselbe wol kaum mehr genannt werden. Während die Gemeinde mit einem Defizit zu kämpfen ha», steht unsere Ehevra Kaddiicha im Begriff,, ein Hau« zu lausen. Biele find der Meinung, daß die gänzlich abgesondert, Admi» kistration der Cbevra von der Gemecud, vom Slaudpunkte de« Ge» meiuwohlt« rin« Modifikation u»t,rzogen »erden sollte. Die Zeit wird diese« p'uun desiderimu früher oder später realiflre». K. Szrgedin, im Jänner. Am ist. d. M. beehrte Gr. Hochwürden der Herr Oberstudieudirektor I. v. Kümmer unsere Hauptschule mit seinem Besuche. Er kam in Begleitung de« fiäbtlschen Direktor«, Herr» Tülh, und wurde in Abweirubeit uni'rre« Herrn Ob,«ab» diuer« vom SeweinteprLse«. Herrn Bamberg,r. empfangen. Der Herr Oberstudirutireklor brflchiigtr die riuzelurn Klaffen, verweilt, in jeder ziemlich lauge, hielt «tn, klrine Prüfung und ermuntert, in freundlichen und lirdevolleu Worten dir Zugend, auch fernerhin fiel. ßig »ud aufmerksam z» sein. Dan» begab er flch in die Gkäbchrus-»!«, wo Sr. Hochwürde» ebrnfall« an« de«» Lehr-egeusttude» »rüste, dir weiblich,a Handarbeit,» bkflchtigte aod mit vollkommen« Zafrt, unsere Anstalt verließ. Unser« Schuljugend wird der Besuch de« H«r, Oberstud«,»dir,ktor« io angruehw« Erinnerung bleib,». Erfreulich z« bemerken ist r«. daß Sr. Hochwürdr» Herr. v. Kümwrr die Rothw,»« digkeit und Zweckmäßigkeit de« hebräische» Unterricht,« ia den isr. Schulen warm empfiehlt, wi, er die« bet der Präsentation de« Lehr» köeper« diesem gegenüber äußerte. Zugleich will ich von einem humane» Akt der hiesigen Sparkasse Notiz nehme». Bei der am 21. d. abgehal. teoeo Sitzung beantragte Herr Anton Felmaier aon., daß dem hiesig«, israelitischen Frauenvereioe SO fl., wahrscheinlich zur Dermehrnog de« Fonde«, zugesteklt werden mögen, wa« auch einstimmig angeuommrn wurde. öl- Szcgediu, 29. Zinn«. Die Generalversammlung der Sparkasse-Aktionäre hat den bisherigeo Koutrolor. Herrn Zos. Gjivrstz, in Anbetracht d« vielfachen Derdienste, die flch derselbe um da« Z»« stitut erworben, zum Kanzleidirrktor gewählt. N. Mlskolez, s Zänner. Ein nicht geringe« Aufsehen er. regte vor einiger Zeit die plötzliche Sutpendirung de« renommirten Doktor« Herrn Popper al« Primararzt an dem hiefigen von der hohen Regierung souknonirlen allgemeinen Krankenhause, au welchem derselbe durch sein mehr al« achtjährige« Wirken de« Ersprießlichen so Diele« schon geleistet hatte. Doch selten dürste die gekränkte Unschuld so schnell an den Tag gekommen sei», noch selten« aber dürfte fie solch eine» Triumph gefeiert haben. — Kaum hatte die hohe k. Statthalter»; dir Urberzeugung gewonnen, daß Frau Medisaocr ihre vrrlrumderischr, alle« begeifernde Zunge im Spiele hatte, al« fie flch beeilte, besagten Herrn Doktor nicht nur io sein Amt zu rehabilitiren, sondern ihn sogar zum Direktor dieser Heilanstalt zu «ueunen» wa« hier bei der ganzen Bevölkerung die freudigste Stimmung hervorbrachte. — Durch die Eruenuung der beideu Herren Doktoren Kazaoder und Schwarz, rrstern zum Präses de« SchulkomitsS, letzt,ra al« Mitglied desselben, dürste unsere Schule, die an manchen physischen Nebeln kränkelt, bald radikal geheilt sein. W. Arad, im Jänner. Auf Anregung unsere« hochverdienten und von unserer ganzen Gemeinde kindlich verehrten Gemeindepräfe«, Herrn Zgnaz Deutsch, beschloß der Gewrindevoestaud, daß die Schuljugend von nun au nicht mehr auf der zweiten Gallen,, sondern iw Schiffe der Synagoge dem sabbathliche» Gottesdienste beiwohne, und daß dir Haftara von einem Schüler der höher» Klaffen vorgetragen werde. Letztere« ist am jüngstverstoffcnen Sabbathe bereit« geschehen, und hat der Vortragende Schüler von Herrn Deutsch eine» Dukaten zu« Geschenke erholten. kl. J. SzerrteS, 20. Zinn«. Der neue Vorstand hat sein Wirken damit iuaugurirt, daß er die Vervollständigung der Schulzeräthe in Angriff nahm. Der erste Borsteher, Herr Z. Fisch« u»d der zweite Herr Sonuenfeld. haben flch von dem Zustande d« Schulgerithr durch persönliche Besichtigung überzeugt, und die Anfertigung eine« 3«, ventar« angeordoet. Mako, 20. Zäun«. Do« dem dortigen Vorstände wird nn« die Berichtigung zngesendet, daß im Sinne früherer behördlicher Erläffe auch die dortige Hauptschule da« Recht hat. Privatprüfoogen vorzuoehweu und stat-giltige Zeuguiffe auSzustelleo. A. F. Sjeutes, 25. JLno«. An der Unterstützung der arme» Witwe, worüber Ihnen vor Kurzem berichtet wurde, brthriligt flch auch rin hiesig« Katholik. Herr Hitler, mit 25 fl. jährlich. Dieser Akt brüderlicher Theiluahme verdieot wol in weitert» Kreisen bekannt zu werde». ׳ P. Proßultz, 15. Zänner. Die Jubelfeier uosrrr« verehrte» Brecher hat vorgestern uud gestern flattgefundra. Da Dr. Brecher ei» verdienstvoller Arzt und eiu hervorragender theologischer Schriftsteller ist. haben flch Acrzle uud Thrologen von nahe und fern durch Trat», lationen briheiligt. Zu Wien wurde ,ine Brrcherfli'stnng zu Gunst,» arm« Studirender au« Proßnitz gegründet. In der hiesigen Gemeinde, der,» Ausschuß mit dem Rabbiner an der Spitze den Jubilar begrüßt», soll zur Erinnerung an da« Jubelfest ein Siechrnhau« g,gründet werden. Der Liefige Sesaogverri» wählte den Zubilar zum Ehrromitgliede. Dr.

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