Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 5 (1.2.1865)
- Date
- 1865-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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84 .LS Der größte Kabbalist des 16. Jahrhundert-, R. Jsak Luria, prägte seinen Anhängern mit besonderm Nachdrucke ein, dem Vereine der Kabbalisten aozuhangeu nod treu zu bleiben. . , (Fortsetzung folgt.) Die Schicksale und SefkeGimgen der israMschea Gemeinde zu liechaik- Ein Beitrag zur Geschichte der ungarischen Israeliten im 17. und 18. Jahrhundert. Dsn Dr. M. Zipfer. Oberrabbiner. (Fortsetzung.') KallirS Mutter, NamenS Chawa, war eine Tochter deS R. Mett Eisenstadt, sein Vater, ebenfalls Eleasar ge, nannt, starb wahrscheinlich noch vor der Geburt seines SohneS, da letzterer seinen Vornamen führt, waS im Judenthume nicht gebräuchlich, so lange der Vater lebt. Als Jüngling kam Aallir nach Lithanen, wo er im Hause seines nachherigen Schwiegervaters, Löv Margalioth, schon als achtjähriger Knabe Gelegenheit hatte, den berühmten Verfasser des 'שאנס ארי kennen zu lernen und sich mit ihm über das Talmudstndium zu unterhalten. Bei letzterem fiel dem Knaben besonders der eiserne Fleiß auf, da derselbe innerhalb der kurzen Zeit von 8 Tagen den ganzen Traktat B. Bathra nebst den Kommentatoren durchging. Derselbe, äußert sich ferner Kallir, ging nie z» Bette, studirte Tag und Nacht zugleich, so daß ihm daS Talmudstndium zur zweiten Natur geworden, (אזר הדש לו H). In seinem 17. Jahre machte Kallir Reisen nach Deutschland, kam nach Amsterdam und erregte durch seine in der dortigen Synagoge abgehaltene Drascha so viel Aufsehen, daß man ihn bei der Abreise drei Meilen weit begleitete (הקדמה לס׳ אור הדש עי: ססהיס). Er er. hielt darauf daö Rabbinat zu Sablndwa in Polen. Im Jahre 1766 edirte er ein Werk seines Großvaters R. Me!r Eisenstadt unter dem Titel כתמה אוד, dem er einen großen Theil seiner eigenen GeisteSprodukte beigab. Besagtes Werk befand sich alö Manuskript in Dajali bei einem Sohne deS R. Meir. Im Jahre 176-1 wurde diese Stadt von einem feindlichen Ueberfalle heimgesucht, drei Stunden lang ge« plündert und auSgeraubt, besonders richtete der Feind seine Wuth gegen jüdische Wohnungen und die große Synagoge samnit ihren Lehrhäusern) wo er alles rankte oder zerstörte. Bei diesem Sturme .gingen auch alle znrückgelassenen Schriften deS R. Meiir Eisenstadt verloren. Jndeß wurden die geraubten Gegenstände nach Brisk gebracht und dort, wie gewöhnlich, um einen Spottpreis verkauft. Die dortige Gemeinde traf die löbliche Verordnung, wonach jeder Israeli, tische Einwohner unter starkem Banne gehalten war, die gekauften Gegenstände um den Kaufpreis an die Eigrnthümer zurückzustellen. Darunter befand sich auch obenerwähntes Werk, daS Kallir an sich brachte und in Fürth erscheinen ließ. *הקדמה אור נמו למהרם אשי. KallirS Ruf stieg sehr durch seine diesem Werke beigegebeuen Arbeiten. Im Jahre 1768 machte er abermals eine Neise nach Amsterdam, bei welcher Neise er in Dessau, der GeburlSstälte unseres unsterblichen Mendelssohn, als Rabbiner sollte ausgenommen werden. Mittlerweile erhielt er einen Nus nach Rechnitz, dem er, wie oben erwähnt, als in seinem Geburtölande liegend den *) 8. ». 3- 17. 20. 21. 23. 2«. 27. 29. 30. 38. 39. 46' 47. 49. au» «de, S. Vorzug gab. Obenerwähnter Hamburger Rabbiner oeuat unfern 27jährigen Rabbi הגאון חחריף הנדול סיני ועקר הדיס ersuchte ihn bei seiner Abreise von Amsterdam, seinen Weg über Hamburg zn nehmen, damit er dem Manne persönlich seine Achtung nnd Verehrung erweisen könne, der aus weiter Ferne schon einen so guten Ruf sich zu erwerben gewußt (הקד הלכה. א). Die hiesige Gemeinde war über die Akquisition deS Kallir sehr erfreut. In einer im September 1768 gerichteten Eingabe an die hiesige Grnndherrschast, Herrn Josef v.. Batthanyi, damaligen Erzbischof von Kalocsa, äußerte sich dieselbe in Betreff KallirS, wie folgt:.... ״Da wir jetzo einen Rabbiner haben, welcher ein sehr gelehrter und justirter Mann, der weit und breit iu der Welt berühmt und promovirt. Derselbe ist ein gescheuter und in der Justiz erfahrener Mann, dahero wir unterthänigst bitten, daß die auswärtigen, mit unö in Prozeß stehenden Familieu sich vor besagtem Rabbiner stellen mögen." — Der Erzbischof gab auch daS Versprechen, an daS Szalader Komitat deshalb zu schreiben, die Renitenten hieher vor das Rabbinat zn weisen, dessen AuSspruche mit Vorbehalt der Appellation an die Grnndherrschast sie sich auch zu fügen haben. Bald nach seiner Aufnahme trat Kallir in einen fleißigen Briefwechsel mit Ezechiel Landau, der bis zum Ableben deS letztern fortdauerte. Landaus talmudische Korrespondenz mit Kallir gehört zum gelehrtesten Theile seines Werkes. Schon aus dem Jahre 1769 finden sich drei solche rechtSgntachtliche Fragen von Kallir vor. (Noda — Bij'hnda, Jore Dea I. 2, 3, 4.) Im Jahre 1770 war ein Rechtsstreit in der hiesigen Gemeinde' zwischen den Besitzern von Frcihäuseru nnd den Eigenthümern von Robothäuscru anSgebrochen. Der Markt verlangte eine Steuer von der jüdischen Gemeinde. Nun waren nach einem allen UsuS die Freihäuser von derartigen Steuern befreit und die ganze Wucht dieser Zahlung lastete auf den Inhabern der Robothauser. Dazu kam noch der Umstand, daß den letztern die zu ihren Häusern gehörenden Grundstücke und Ackerwiese,1 unter irgend einem Vorwände abgenommen wurden. Kallir glich die Sache zur Befriedigung beider Parteien auS. DaS schriftliche Dokument hat sich erhalten. ES wurde nämlich den Stcnertragenden der vierte Theil nachgelassen, welchen die übrigen HauSeigenthümer zu leisten hatten. Jene aber, die ihrer Aecker verlustig wurden, waren so lange befreit, bis sie ihr Eigenthum zurückerhalten. In einer rabbinischen Anfrage vom Jahre 1772 macht Landau Kallir ausmerksam, daß er sich zu viel mit den Werke» der später« Rabbiner befasse (Noda-Bij'huda I. 15 א״ה.) Im Jahre 1774 wünschte jedoch Kallir Rechnitz verlassen nnd nach Polen zurückzugehen. Er besuchte nämlich um diese Zeit seine Mutter zu Kletzk, bei welcher GUegenheit ihm entweder von dieser oder einer andern Gemeinde daS Rabbinat angetragen wurde. Er wendete sich in Betreff dieser Angelegenheit an Landau, der ihm jedoch den Rath ertheilte, auf seinem Posten za bleiben. ״Jene Stelle in Polen", änßert L., ״konnte den srühern Rabbiner erhalten, weil er kinderlos war, nicht viel brauchte und daher sich wenig um Einkünfte bekümmerte; nun aber sind die Leute schon daran gewöhnt, und werden seine Nachfolger schwerlich besser soutenireu" «ibiä.) Im Jahre 1776 gab Kalir sein zweites Werk (אוד הדש על סהחיס) heraus. Er machte zu diesem Behufe eine Reife nach Deutschland, nahm zu diesem Zwecke eine Anempfehlung von Herrn Naftali Rosenthal auS Moor an Mea« delösohn mit, de» er wahrscheinlich schon bei seiner frühem Reise kennen lernte. Der Brief kain Mendelssohn wirklich auch zu. (״B. Cb." 1863 Nr. 25.) Kallir hatte viele Sympalhie für diese» Weltweisen; aber nicht bloS um diese Zeit, wo die Mendelsohn'sche Bibelübersetzung noch nicht erschienen, sondern auch später, wo die.clbe bereits daS Tageslicht er-