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Ben Chananja · 1865-02-01 · 5 (1.2.1865) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
5 (1.2.1865)
Date
1865-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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™J.!!סל•!! .!-!׳•!1;יןך!א . iiiri'j^v. IV. Gottesdienstliche und wissenschaftliche Vereine; V. ffaltut* und Literatur-Vereine.. ־ . , ׳ •; I. PolMsch-rrligiöse Vereine. Die Reihe der Vereine in Israel eröffnen die Profeten-Dereine, die ehrwürdigsten Verbindungen, welche überhaupt unter Menschen gegründet wurden. Da eS die Weise der alten DibelauSleger ist, die Anschauungen, Sitten und Zustände ihrer eigenen Zeit auch in daS biblische Allerthum hineinzutragen, ist eS begreiflich, daß die chaldäische Bibelübersetzung die Lehrhäuser für Erwachsene, die in ihrer Zeit vorhanden waren, als Institute der biblischen Zeit betrachtet. Aus dieser Ueberfetzung sind die sogenannten Profetenschulcn hervorgegangen, welche merkwürdiger Weise eine nicht unbedeutende Literatur besitzen, ohne daß sie jemals in Wirklichkeit vorhanden gewesen wären. Die h. Schrift spricht nicht von Profeten sch ulen, sondern von Profeten-Vereinen: חבל, להקת נכיאיס. Als Gründer dieser Vereine wird der Profet Samuel verehrt; mindestens findet sich vor seiner Zeit keine Spur von denselben. Mit der Gründung dieser Vereine tritt eine neue Wendung in der Geschichte Israels ein. Ewald sagt hierüber: ״Von Samuel geht eine neue eigenthümliche Richtung des ganzen Volkes aus, welche wir weder bei Ehud, noch bei Debora bemerken; die Möglichkeit eines endlichen Sieges der Religion Israels im Kampfe sowol mit den Heiden, als mit inneren Verderbnissen trat bei ihm zuerst klar hervor, nnd was in den nächsten Jahrhunderten immer voller sich entwickelt, sehen wir hier im Keime gegeben. Auf diese Weife sich verjüngend, und in einem Vorbilde so ge« wattigen Geistes wirksam geworden, bleibt endlich die Profetie nicht mehr Sache Einzelner oder Weniger, wie sie bis jetzt gewesen war: als eine sehr neue Zeitrrscheinnng erblicken wir im später« Alter Samuels ganze Vereine von Profeten, Profeten-Söhne oder Schüler genannt, welche zusammenlebend sich in den Fertigkeiten der Profetie, in der dieser damals noch mehr verwandten Musik und in sonstigen edlen Künsten üben, und, wie schon ihr Name zeigt, auf ein erhabenes Vorbild ihres eigenthümlichen Lebens, wie auf einen Vater blicken; die voranSgegangene Entstehung von Naziräern, welche ihres besonder» Lebens wegen gerne Vereine bilden mußten, mag zu dieser schnellen Umwandlung nicht wenig beigetragen haben; daß sie aber zu Sa« muel im engsten Verhältnisse standen, leuchtet überall her« vor. Durch solche Ausbreitung der Profetischen Fertigkeit mußten auch die Wahrheiten der bessern Profetie am schnell« sten im Volke sich verbreiten, und ein neues edleres Volks« leben sich bilden; denn, waS der beste Beweis dafür ist, bald galt eS für das nothwendige Zeichen jedes Gebildeten und Höherstehenden im Volke, dieser neuen Erhebung nicht feru geblieben, einmal wenigstens von der Profetischen Begeisterung auch selbst ergriffen, und von der himmlischen Musik der Profetenjünger dnrchzückt gewesen za sein.* WaS nun die Naziräer-Vereine betrifft, so fehlt für deren Eristenz daS Zeugniß der Geschichte. Fest steht aber, daß die Proseten-Vereine den ProfetiömuS in Israel befestigten, und die Erzeugnisse deS ProfetiSmuS find die Quelle deS Lichtes und deS Trostes geworden für alle gebildeteren Völker der Erde. ״DaS unaufhaltsame Gesetz der Vergeltung", sagt Umbreit, ״welches mit unauSlöfchlichea Buchstaben auf allen Blättern der Geschichte geschrieben steht, liegt in ungetrübter Klarheit den alten Profeteu beständig vor Augen; aus ihm schöpfen sie die nie täuschende Weisheit, dem Volke die Zukunft zu stellen; diese Weisheit entzündet in ihnen die allmächtige Wahrheit deö Wortes, und wirket der heiligen Beredsamkeit ewige Wunder." Wenn daS, waS ich 1858 und 1860 über einige Stücke im JesajaS und über den Profeten Jo8l im ״Ben Chananja" vortrug, seine Richtigkeit hat, lebte der Geist der Profetie seil der Gründung der Profeten-Vereiue ungefähr ein Jahrtausend in Israel, ohne daß er sich jedoch in den letzten Jahrhunderten auf seiner früheren Höhe hätte erhalten können. Die allerletzten Profeten sprachen nicht mehr öffent, lich, wie ihre Vorgänger; sie begnügten sich damit, zu schreiben. ״Als die Unabhängigkeit Israels verloren war", sagt Zunz, ״als fremde Völker, neue Ideen nnd eine andere Sprache herrschten, und daS geschriebeue Wort der Leitstern der Nation geworden, da verstummte die Stimme deS Profeten." Der Geschichtschreiber schreibt dies mit kaltem Blute nieder. Aber die Patrioten der HaSmonäischen Zeit konnten sich nicht mit dem Gedanken befreunden, daß die Stimme der Profeten für immer verstummt sei. Ein Psalmist der syrischeu Verfolgungszeit klagt bitter über die Entbehrung der Profeten. In der Wahlkapitulatiou Simon'S des Frommen, deö HaSmonäerS, spricht die große Nationalversammlung mit Zuversicht die Hoffnung auS, daß sich wieder die Stimme eines wahren Profeten werde vernehmen lassen. Die überwiegende Mehrheit der Nation begnügte sich mit dieser Hoffnung. Einzelne wollten jedoch die Zeit der Wiedererweckung der Profetie nicht ruhig abwarten; sie gingen darauf aus, dieselbe gleichsam künstlich herbeizuführen. Und daS ist der Schlüssel zum Verständnisse deS im Anfänge der HaSmonäischen RestaurationSzeit entstandenen Vereins der Essener! Dieser Verein hatte keinen andern Zweck, als die Wiederbelebung der Profetie. Die Gründer deS Dereins wußten auS der Schrift, daß die Profetenvereine der Blüthe der alten Profetie vorangegangen sind; sie begannen daher ihr Werk ebenfalls mit der Gründung eines Dereins. Dieser Verein stellte sich die unmittelbare Aufgabe, Alles nachzuahmen, waö die Schrift von den alteu Profeteuvereinen erzählt, und waS sich ihm hieraus als Korrolarium zu ergeben schien. Ihre Gütergemeinschaft, ihre gemeinschaftlicken Tafeln, ihre Ehrerbietung vor ihren Vorgesetzten, — alles dies ist bei den Essener-Vereinen offenkundig Nachahmung der alten Profetenvereine! In Ansehung der Ehe waren die Essener getheilter Meinung, indem ein Theil derselben daS eheliche Leben ganz und gar perhorreözirte. Die Zölibatäre hatten wol ba-Beispiel mancher Proseten, namentlich daS deS Profeten Elia» vor Augen, welche allem Anscheine nach eheloS gelebt hat« ten, während die verheirateten Essener sich auf daS Vorbild MosiS und anderer Profeteu berufen konnten, welche vach

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