Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 5 (1.2.1865)
- Date
- 1865-02-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 5. י י Ächter Jahrgang. äzegedia, den l. Mruar t8trä. 'ls Zedto Mittwoib ttscheiat ei» krL2umsn»v0llrxr«!»: Sanziäbtig 7 S..-4 Lblt. 20 Ege.. balbj.S st. 50 ft.. 25:61t. 10 Sgr.. vierrrli. LA. oft. W. Einzelne Nummer« 15 kr. Mau abounirt bei «Neu Poft« ämtera u. Buchhaudluugeu de« Ja» und Au«Ia»de«. Kn Mimmy». wochenbtalt für jüdstche Theologie. Herausgeber und Redakteur: Oberrabdinet zu Ezegedi«. . ' Joserale sind au die Redaktion!i» Eze« .ge^u. au Hetto Sllt Rifflet tu Xranlfarf «. 37. oder o Herr» .3(1*0ן Lrairee (Hel« Allketgaff» Nt. 10) itz VU| zu seade». Di» Lspaltige Petitzrile wird mit 10Nlr.—2Sgr. beeechuet- Inhalt Da« VereinSwesen iu Israel feit den ältesten Zeiten bi« auf den heutigen Tag. Vom Herausgeber. — Die Schicksale und Bestrebung»» der Recbnitzer Gemeinte. Von Dr. Zipfer. — Korrespondenz. Zioslaud. Breslau. Jerusalem Bukarest. Inland. Wien. Pest. Szegedi, Ezt« gedin. Miskolc,. Arad. Stellte«. Makü. SzenteS. Proßuih. Nrulaß. S. A. Ujliely. G. A. Ujhelp. S. A. Ujhely. Steinamanqer. Steinamauger^ Rechnitz. — Literarische Anzeigen. Der Talmud, zwei Reden am Hültenfeste. Besprochen von Dt. M. Duschak. — Replik. Bon Dt. M. Duschak. — Berichtigungeu. — Inserat». Da8 Uerßinsüjefen in Israel seit den ältesten Zeiten öis ans den heutigen Lag. Eine Vorlesung. Zu den charakteristischen Lebenszeichen und Kundge« nngen der verschiedenen Völker und Zeiten gehören unstreitig die mannigfaltigen Vereine, welche sich zur Erreichung gewisser Zwecke bildeten. Die Vereine der Griechen hatten meist politische Tendenz; sie waren, genau genommen, poli« tische Parteien. Selbst der Pylhagoräische Bund hatte die Veredlung politischer Institutionen im Auge. Gewerbliche Vereine kannten die Griechen nicht, wol aber die Römer, deren Kollegien, eine Art Zünfte, sogar auf Nnma Pom« piliuS zurückgeführt werden. Vereine zur Nebung einer strengen Askese wurden vom Christenthume besonders begünstigt: schon zu Ende deS vierten Jahrhunderts gab eS in' Aegypten über hundert Tausend Mönche und Nonnen. Im Mittel« alter , treten allenthalben Schöpfungen deS AssoziationS« geistrS hervor. Aristokratischer und romantischer Sinn läßt daS Nitterthum entstehen. Politische, kirchliche und industrielle Zwecke vereinigen sich, um die Innungen in'S Leben zu rufen. Dem seit dem dreizehnten Jahrhunderte wieder auf« genommenen Studium der alten Griechen und Römer ver« danken die gelehrten Gesellschaften oder Akademien ihr Da« sein. Selbst geheime Gesellschaften wurden gegründet, weil Vorurtheile, Verirrungen, Leidenschaften, Verfolgungen die Neigung dazu geweckt und genährt hatten. Auch unter den Bekennern deS JSlamS war daS Ver, einSwesen zu Hause, und fehlte eS selbst an geheimen Gesell« schäften nicht. Die merkwürdigste der letzteren führte den schönen Namen: ״Aufrichtige Brüder und treue Freunde." Die von dieser Gesellschaft verfaßte Encyklopädie ist eines der bedeutendsten Werke der arabischen Literatur. lieber alles dies kann der wißbegierige Geschichtö« freund auS zahllosen Werken ausführliche und befriedigende Belehrung schöpfen. Nur nach einem Aufschlüsse über daS VereinSwesen in Israel sieht man sich vergebens um. DaS« selbe ist noch niemals zum Gegenstände historischer Darstellung gemacht worden. Selbst in den neueren und neuesten Pr» schtchtSwerken, welche über so viele duukle Partien der jüd^ Geschichte Licht verbreiten, findet daS VereinSwesen keine Z Berücksichtigung.;; Wie soll man sich dies erklären? Woher kommt «S, daß selbst Forscher, die die geringfügigsten Spezialitäten t»? den Kreis ihrer Untersuchungen ziehen, dem VereinSwesen keine Aufmerksamkeit schenkten? Sollte ein solches in früherer Zeit gar nicht vorhanden gewesen fein? r Gegen diese Annahme spricht schon die hinreichend btf kannte Thatsache, daß Vereine (הברות) nicht zu den nenea Erscheinnngen in den jüdischen Gemeinden gehören. WaS,; lehrt nun die Geschichte über den Ursprung, die Zwecke unk 5 die Wirkungen der Vereine iu Israel? Die Beantwortung dieser Frage sei der Gegenstand E meines Vortrages. Ich enthalte mich eines jeden Worte- | über den Nutzen, de» die geschichtliche Erkenntniß deS Ver- § einSwesengewährt. Dem Gebildeten ist jede Bereicherung | seiner historischen Erkenntniß willkommen, und unleugbar^ hat jede klarere Einsicht in die Vergangenheit auch ihre» I; praktischen Nutzen. Ich verspreche nicht, meinen Gegenstand nach allen s Seiten hin vollkommen zu erschöpftn. Der erste Versuch, eine historische Aufgabe zu löst», ist selten so beschaffen, daß f dadurch alle weiteren Versuche überflüssig gemacht werden.^ Sie dürfen jedoch erwarten, daß nichtunbeachtet bleibe» | wird, was für meinen Gegenstand einige Bedeutsamkeit hat.! AuS mancher Periode der jüdischen Geschichte werde ich In«z stitutionen aufzeigen, die, so merkwürdig und überraschend, sie auch sind, bisher gänzlich unbekannt blieben. Der Geschichtschreiber der Juden, der daS Verein-«! wesen mit in den Kreiö seiner Darstellnng ziehen wollt«/ j müßte bei jeder geschilderten Geschichtsepoche auch die Ver«! eine erwähnen, welche sich in derselben bildeten, oder ihre frühere Thätigkeit fortsetzten, oder der Auflösung anheim«! sielen. Mir ist eine andere Methode vorgezeichnet. Die all«: i gemeine Kenutniß der Geschichte vorauSsetzend, werde tchN die verschiedenen Klassen von Vereinen charakteriflrea, welch« seit den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart durch einen lä»4 gern oder kürzera Zeitraum, in weitere« oder engeren Krri« sen, mit größerem oder geringerem Erfolge ihre Thätigkeit - entwickelt haben. Ihrer Tender nach sind dieselben : ':i׳ ’■* L Politisch«relig!öse Verein«; . י$י;ז י . י' II. Industrielle Vereine; .; •;.V :!V\ UL Wohlthätigkeitövereia«;