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Ben Chananja · 1865-01-18 · 3 (18.1.1865) · page 7

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
3 (18.1.1865)
Date
1865-01-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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63 64 Statt bt* bi-herigeu Klaffensystrm« ist da« Fachsyftrm eingefühkt worden. *) FünfklrÄen» 10. Jänorr. Am 8. d. M. »rrsammrlte sich dir Grmrivde iw Grbäudr unserer Mustrrhauptschoir, uw die Neuwahl de« Vorstände« vorzuoehmeu. Dir Wahl ging schöa und geräuschlos vor sich und schloß mit begeisterten Ä^onkNufen. Herrn Sigmund Grün traf die Präseswahl, dir Herren Joachim Schapringer. Sl. Reiofeld. Leopold Justu« und Da» vid Käufer als Beiralhe desselben, ferner 14 Ausschußmitglieder. Wir graiulirrn dieseu Herreu von Herzen. und wünschen. daß die Hoffano» grn, die wir ,n fie setzen, auch in Erfüllung gehen mögen. Die bi« jetzt stief» mütterlich behandelle kön. Musterhauptschule fiebt einer schönen Zukunft entgegen und gekörtes zu unseren Erwartungen, daß der wackere Vorstand auch auf diese bedächtiger blicken, und den im Verlaufe einer kurzen Zeit unrergegaiigenen Erweiterung-Unterricht einführeu wird. Um'er ehrwürdiger Rabbiner, Herr Eduard Ehrlich, wandte fich an die Gemeinden Jerusalem« in einem wunderschönen Brief, in wel» ckem er ansucht um einen Stein von der בוחל מערבי znm Grundstein für den hiesigen Tempel.*) Der Brief ist in solch erhebender Sprache geschrieben, daß wir die Erfüllung der Bitte mit Zuversicht hoffen dürfen. Israel Bak. 8- Kollin, im Jänner. Der heilige Hillel in Szikßü hatte so Unrecht nicht, wenn er den Vollblut-Lrthodoreo, den dcutichschreibenden Kulna nicht als ebenbürtig anerkennen wollte, dir Zeit dürfte nicht mehr ferne sein, wo die Ritter der Romantik, die Neuoriliodoren mit de» Doktorhüten, zwischen zwei Stühle zu sitzen kommen, und gezwuugen srin werden, eine dritte Parte» zu bilden, indem die Stillstand«- Partei sie rbcnso perhorreszire» wird, wie sie e« grgenwärtig mit den Männern des Fortschrittes macht. Den Altortbodorr» kann man wol System und Kouseguriij nicht absprechen. welche jrdcch den Neuorthodorcn vollkommc» abgche». Alle Welt spricht von den Stuhlweißenburger durch Gugenheimer berbrigesührieii Wirren, der Uneingeweihte könnte glauben, daß die vielgcprüslen Stuhlweißenburger wenigstens das mündlich überliefertc Gesetz obrogiren. reu SamSiag aus de» Sonntag verlegen, oder ähnliches gefordert hälieu! wogegen sich GugenhelMer so sehr stemmen zu müssen glaubte, und doch geschah i» Siublweißeiiburg nur das. und noch we- Niger, als heule in Kollin unter den Augen G.'S geschieht: er besteht hier seit Jahren ein sogenannter geregelter Gottesdienst mit Ehoralgesaiig, der Kantor utid das Cliorxersonale tragen Ornat und den Talilh e׳n NnnckeViLr, das Ncziliren der Hastora wird dem Kantor übertaffen, da« de« z»e bekannte״ Stelle gekürzt, ja mirnft/lo «Uctu dir Franenaallerte an der Westseite ist um eine 2'/, Schuh hohe Brustwehr ohne Gitter und Fenster, jene an der Nord- und Sütseite ist blos mit brouzuten rtsernrn Stäben, die 6 Zoll von einander stehen, versehen, so daß nicht nur jedem ״Miltelweibr" wie der Lcfonczer Hei» l>ge zu sage» beliebt, sondern den Frauen der kleinsten Statur, die, Gelegenheit geboten ist, an dem Gottesdienste vollkommen Tlieil zu nehmen, und alles, waS im Tempel voigebt. wahrzunebmen. Gugenbeimcr, drssen Sitz neben dem Sanktilariiiiu sich befindet, bat somit die freieste Aussicht aus sämuitlichc Fraueeigakleriln, ohne daß er seui heiligcs Haupt mit dem Talith bedeckt! G.. dem dies Alles vor seiner Ankunft i» Kollin bekannt war. ging hierauf dennoch rin, läßt diralles fortbestrhen. ohne auch nur Eliisprache dagegrn zu rihedeo, wo ist also die Konsequenz dieser Herrcn? ist in Kollin erlaubt, was in Sluhlwrißendurg verboten war? daß die Gesetze, die vom enger» ReichSrath auSgchen, für die Länder jeiiseit« der Leitha, nicht verbindlicher Natur find, ist ,ins bekannt, sollte, es etwa mit dem Schulcha» Aruch ein verkehrte- Dewandluiß haben? oder glaubt G. über dasündhaft, Treiben in Kollin ,in Augr zudrücken zu müffrn, weil die G-mrinde oder vielmehr Private seine an» terwriligen Wünsch, zu befriedigen trachten?! Fast schrint eso! Literarische Anzeigen. □טע. Neue Gespräche über dir Kabbala, oder kritische, hifto» rüche und theologische Widerlegung der Gespräche über die Kab« bala de- Herrn Prosrffors S. D. Luzzato in Padua. Bon TliaS Benamozrgh. Rabbiner und Prrdigrr in Livorno, beim Verfasser und Komp. 1863. 8. VIII. 223. (hebräisch.) Besprochen von Ignaz Stern. Luzzato« Werk, dessen Widerlegung die vorlirgroden Gespräche zum Gegenstände haben, erschien 1852 bei I. B. Sritz in Törz (gr. ') Der Heer Einsender wünscht, daß hierüber Stimmen abgege. den werden mögen. Un« schrint dies «drrflüffig, da dir Erfahrung tut« schieden zu Gunsten des Klaffe»- und Aufsteig,system« spricht. Damit wollen wir aber nicht in Abrede stellen, daß »n manchen jüdischen Volks» schulen in Ungarn da- Klaff,osystem nicht durchführbar ist, und dahrr dem Fachsyftrm der Borzug gegrdru werden muß. Red. ') Ich bitte den Herrn Einftuder, mir srinrr Zeit mitzuthrilen. ob dirsrm Verlangen entsprochen worden sei. Nach Maim. B. ha- & 157. und 4 onp-gioirte Blätter.) Dasselbe ist de« al» LingUifte« rühmlich hekanntro G. I. ««koli g,widme». Der grlrhrtr Drrfaffrr sagt in seiorr französischen Dedikation, daß er dir Gespräche schon 1826 geschrieben habe. Al« Zweck derselben dezrichntt rr ,die Feststellung dr« erolischea. durchaus nicht heiligen Ursprünge« getviffrr Doktrinen, welche, indem fir sich im Mittelalter in- Judeulbum einschlichea. ia manche, Gegenden rior wrfrnttich sozial, nod humanitäre Religion io rine de, Bedürfnissen der Gesellschaft gänzlich kremden Mystizi-mu« verwandelt haben." Schonende RückstchtSnahme aus manche ängstlich, Gemüther hielten ihn ad, die Dialoge zu veröffenlllche». ,Aber", so lauten sein» eigenen Worre. ״dir gefährlichen Wirklingen, wrlch, der kabbalistische Fanatismus unter dem Namen de« EbaffidiSmu«. der rin Feind aller Kultur »st, noch in unfern Tagen unter nnsern Brüdern im Norde» brrvorgebracht; die Gewißheit, daß die wichtigste These Lieft« Werke«, diejenige nämlich, welch, da« Alter dr« Sohar betrifft, von dro de« rühmtest,u jüdischen Gelehrten unserer Zeit anerkanlit wird; und zugleich die betrübende Wahrnehmung de« Mißbranche«, welchen man noch im« mer voo den kabbalistischen Werken macht, um den Lehrern der Mlschaa und des Talmud Doktrin,a deizulegen. die mit drm, wo« dieselbro wirklich gelehrt habeu, i», Widerlpruch find, von der einen Seite nüm« lich dir Jveniilät de- Schöpfer- und der Kreatur Utid von der andern die Pluralität im göttlichen Wesen. — Allediesehat mich über« zeug,, daß nicht nur vom wissenschaftlichen, sondern auch vom reli« giöien Slandpunkie aus zeitgemäß und nützlich ist, diese Dialog, zu veröffentliche». Im Interesse teS J»d,»th»1t,S muß man ersabrea. daß die Vorschriften de- Gesetzes nach den alle» Lehrern die Tendenz haben, den Mensche» sittlich zu vervollkoininiir» und der Gesellschaft nützlich zu sein, Lrrei, Wohlfahrt auf dir Beobachtung der göttlichen Gebot, entweder als »alstrliche Wirkung der Moraliläk dr, Bürger, oder al« übernatürliche Wirkung der gölilichen Peovirenz folgt, mit nichtra aber das Erzeug,,iß des mystische» Berhäliutffe« «st, welchenach den Kab« balifle» zwischen Himmel und Erde bestehet." Da- Werk selbst zerfällt in vier Dialoge, welche in einer ruhigro würdige״ Sprache die Jiigrnv der Kabbala und ihrer Gebräuche, di, Pseudografie des Sohar »iid di, Jttgeud der Vekalpunkl, behandelt. Der Standpunkt nun. aus welchem der gelrhrte Benamozrgh in seine» neue״ Dialogen, mit welche» er. wie er sagt, die Widerlr« gung der Luz,alischcn Ansichtr» nur beginnt, stehet, ist mit dem Luz« zaiischcu ein so diam^ral entgegriigefttztcr. daß tei« Werk mehr rin» ,nie starken fanatischen Aiifluz'gehaltene Verketzerung. alS eine Widerlegniig der Luztatilchcn Anstchin, ge»a»»I wredr» kann. Mit ritirm Worte, ein Siück Mietelaiter. der ״eiieN Wissenschaft rnigrgengkhaltr», und sichrrlich wäer Prof. Liizzato dir Aniwort nicht schuldig geblieben, wäre er nicht iiberzeugt. daß. wo die Prinzipien fich so schroff gegen« über stehe», 011 rin, durch wissenschaftliche Diskussion zu rrzieleiide Der» stäiidigung nicht z» denken sei. Wenn Luzzato behaupte,. die crleeuen Doktrin,» haben unrecht« mäßiger Weift manches an trr ReligionSüdiing geändert, ruft unser Bcrsaffer S. 21 aus: Dewrisr mir, daß der Sohar nicht da« Recht hat, den Talmud »iid den spätirr» Gisetzlehreeu zu wibrrsprechrn; grgrn die Behauptung, laß der Miswua u»d dem Talmud Lehren impuiirt werden, die mit dem. was sic tedeten. וווו Wibeisprttche stehen. stellt er die These ans (31 — 33) . daß diese Gcheiuittlsse von Urdeginn in der jüdischen Lehre enthalt,» waern. »»d sowol da« schriftliche wir münd« lichc Gesetz immer mit dem äußere,׳ noch einen geheimen innern Sinu verbanden, so daß, wir er sich ftbr naiv ausdrückt. wenn der Soda» nicht cristirt bälle, rr cesnudea werden müßte. (Da« war. aber auch wirklich dir Meinung der Eesinter »nd Verfasser dr« Sohar). Freilich sagt er (33 unten): diese Art. dir ladbaitsttschr Leber zu verifizirrn, ist nur de» Adepten aiigeiiehiu, die mit alle» Geheimnisse» der Kabbala sowie mit der ganzen schriftlichen und mündlichen Leber fich vertraut gemacht haben, er aber bleibt den lritischrn Beweis ans Mangel an Raum schuldig, was läßt sich also hieraus erwiebeen i? Wie v,,trägt sich hiermit seine Behauptung (46). daß der jüdischen Nation, so lang, sie in Palästina blieb und ,u, Volt bildete, jede Art Sptkiiloiion fremd war. und dir Zerstreuung prcv'deiil'ell auch de» Zweck hatte, nu« tu der spekutative» Geestrsrichkuag aieszudrtden 111 Nebeehaupt fehlt dem Verfasser die Unbesangeuhei« der Luzzati« scheu Forschung, und i« srinew Eifer, de» Sohar auf gleichem Niveau mit dem Talmud zu stellen, behauptet er (37-42) weil eher dir Au« thentizität de« Sohar al« tieftnige de« Talmud« begeetsrn zu können, — wenn man nicht der vulgären Tradilionölthr, t> allen Stücken unbedingt folg», — s. S. 40. wer ad«, dieser Auffassung »ich, bei, pflichtet Wied, al« Karäer verdächtiget! Ebenso predigt der gelehrt, Drrsaffer eine supernaloealr Mystik, die. wen» fle nicht einig,rmaßen affeftirt ist. bei tinem wiffeiijchaftiich gebildeten Vorstand, al« ,in pstchologische« Rälbfti erscheint, da re zu« meist ein Spielen mit der kaddalistftchen Nomenklatur ist, welche be, konntlich Wort» ohne dr», »ich destuiedare Begriffe dielet. Man lese S. 15. 119. 121. 124 u. a. Auf gleicher Weis» «,klärt der Verfasser, der fich mit einer ziemlichen Dosis Seldstverlra neu als grosser Krieeker Dechira 1, 20. 6, 15. 16. Möila 5. 4. dürfte man in Jerusalem kau» genrigt srin, Len erbeteae» Stein zu senden. Red.

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