Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 3 (18.1.1865)
- Date
- 1865-01-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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61 «it. daß nämlich unsre alt Graveur so berühmter Skanbeosgenosse, Herr Leopold Wiener in Brüssel, von Seite» de« seührru König« vou Madaga-car, Rhadaman!>., welcher in seiaru State» da« franzöffsche Decimalsystem angenommen hatte, mit der Herstellung der Münze» de, austragt worden sei, ei» Plan. dessen AuSführnag nunmehr, nachdem der genannte König da« Opfer einer reaktionäre» Revolution geworden, auf unbestimmte Zeit vertagt ist. III. Eine korrumpiere Stelle In -eu STimufiut -eS St. Menachem Merseburg. 3» den de» Gutachten de« R. Zakob Weil angehängteu Nimn« kim de« R. Menachem Merseburg wird (stehe cdiU Hanau p. 82 d) Folgende« erzähl«: Ein Richter, dem die Juden jährlich acht Mark, nämlich vier בהרטין und vier בוללבורג zu entrichten hatten, drängte dieselben, [בהרטי auch das zu zahlen, wa« .sie erst בוולבוו־נ t" ent, richten verpflichtet waren, und da ste kein Geld vorräthig hatten, so mußten sie an einem fremden Orte rin Darlehen aufnehmen. gegen welches ,in Zeder für den auf ihn fallenden Theil ein Pfand gab, da« 12ולכ1רנ tiugriök werden sollte. Al« uuu in der Mitte de« Winter«, »ach חרטין aber vor וולבורב, ein Fremder sich io jenem Orte nie» derlaffen wollte, begehrte die Gemeinde, daß er zu den ursprünglich erst בוולבורג zu entrichtenden vier Mark nach Verhältuiß beitragen sollte, wogegen derselbe fich aber sträubte, weil jene Summe bereit« erlegt sei, eine Ansicht, welcher in den Nimukim beigepflichtet wird. Aber wa« ist ננחרטץ und במלבורג? Beide Wörter, wie die Angelegenheit, um dir e« sich im Obigen handelt, werden klar, wenn man daran denkt, daß dir Juden im Mittelalter ihre Schutzgelder in der Regel in halb« jährigen Raten und zwar am 1. Mai — dem Walpurgis» oder Wal« burgatage und am 1l. November — dem Martinslage abzutragen hatten, so daß statt חרטין überast מרטין zu lesen ist. Korrespondenz. Inland. — Wien, 13. Zän. Soeben halte ich Gelegenheit, einen Brief Dr. Hildesheimer« zu lesen, in welchem er erklärt, daß er nicht im Stande ist, R. Mose« Soser gegen die in Nr. 44 de« ,93. 8H." 0,3. angeführte Beschuldigung zu rechisertigrn. Er beschwert sich über die Herausgeber des Ehatham Soser, daß sie selbst so empörende Absurditäten der Orffentlichkeit übergeben haben. Ofen, 10. Zänner. Nach einem Jntimate de« k. ung. Statt« haltereirathes find im Großwardeiner Schuldistrikte folgende jüdische Schulen ermächtigt, Privatprüfungeu vorzunehmen. Arad, Großwardei», Szegedin, H. M. Vrisärhely: im Raaber Schuldistrikte: Bouyhad, Fünf« kirchen, Gr. Kanizsa, Toti«, Veßprim. Diese Schulen haben da« Recht, über die Privatprüfungeu statSgiltige Zeugnisse auSzustesten. Szegedin, 18. Zänuer. Jubiläen find gewiß um so bedeu« tungSvollcr, find um so erhebender, je mehr Personen dabei in den Vordergrund treten, je mehr diese in der Gegenwart schon da« werden, wa« die Geschichte au« ihnen wirklich wacht, Mittelpunkte für di« Grup. pirung geschehener Thatsacheu; je mehr e« fich hierbei um den Geist, der ste beseelte, um den Fortschrrtt, den fie etwa angebahut, um die Sache, der fie überhaupt gedient, handelt, ohne zugleich die Pflicht der schuldigen Dankbarkeit gegen die betreffenden Personen au« dem Auge za verlieren. Tin solche«, wen» auch nicht pompöse« Jubiläum feierte am 10. d. der htesige jüdische Fraueuvrrein; da« Muster eine« jede» Homo« geneu Institute«. Dieser üderblickl in de« Augenblicke ein dreißig« jährige, segeurelche« Leben, und e« kann gewiß kein beseligendere« herzerhebendere« Bewußtsein geben, als eine so lange Reihe von Jahre» viel Noth g,mildert und viele Thräne» getrocknet zn haben. Zur Feier de« 30järig«n Bestände« diese« Institute«, da« unaufhörlich nur geräusch. 10« Gute« «Hut, wurde rin gläozeader Ball veranstaltet und dieser mit riuer Wohlthätigkeit-lotterie verbunden. Die Theilnahme war groß, auch von Seite der hies. christl. Bevölkerung bedeutend; kein Wunder jedoch bei dem seltenen Eiser, der anfopferuden Hingebung der io da« Komitü ge« wählten Au-schußdamen, dir auch bei jeder andern Gelegenheit Beweise ihre« Edelstuue« gegeben, deren Namen wir gerne alt Nachahmung«« 62 würdige Beispiele für kommende Generationen verzeichne». Bambeeger Rosalia, Eppinger Mina. Grünfeld Therefia, Lichleoberger Marie, Pollak Theres,. Rosenthal Adele. Roseuberg Nina, Szivesy Charlotte, Weiß Marie und Weiß Charlotte. Da« Resultat »ar auch eia sehr be« friedigende« und wird zur Vergrößerung dr« Vereiosfoode«, der i» letzter Zeit besonder« stark in Anspruch genommen wurde, verwendet werden. Ganz besonder« ist jedoch da« schöne vollkommen besriedigende Ergebuiß dem Nwäande zu danken, daß mit dem Vereine zugleich die wackere Vorsteherin de-selbeu, die rühmlichst bekauute Frau Johanna Kohen, ibr dreißigjährige« Jubiläum feierte. Vor dreißig Jahre» sam« melte diese edle, mit seltenen Geistesanlagen nod irdischen Gütern ge, segnete Frau die edelsten Frauen uosrerr Gemeinde um fich, und grün« dete den Verein, der seitdem so viel Segen um fich verbreitet, und die Frauen, die damals zu ihrer Fahne geschworen, fie hielt,» au« biauf den heutigen Tag. und dir Schaar der wohlthäligen. wahrhaft jüdischen Frauen wächst Gottlob von Jahr zu Jahr zum Wohle der Armen, der Witwen und der Waisen. Die wahrhafte Verehrung für dies, seltene Frau, die uu« Gott noch lauge erhalten möge, hat fich io einer Adresse, di« von den Mit« gliedern de« Fraueuverri»« überreicht wurde, und worin die unverwelk« lichrn Verdienste der Jubilauliu geschildert find, kundgrgeben. Außerdem lausen von vielen Verehrern und zahleichen Seiten die aufrichtigsten Gratulatiouea für die Jubilauti» und zahlreiche Spenden für den Frauenvereiu ein. So möge denn der Vater der Witwen und Warfen seinen Segen auf dem hiesigen Fraucnvereine ruhen lassen; möge er all den Gebern die gespendeten Wohltaten vergelten, und möge e« der wackern Dorsteherio gegönnt sein, ihr Amt zum Wohle der vielen Bedrückten und Armen »och sehr viele Jahre zu belleideu und sich wie bisher, eine« ungestörten glücklichen Leben« zu erfreuen. L. S׳-u. P. Scmlitt, 12. Jänner. Nicht« wäre voreiliger, al« die An« nähme, daß der vou Ihnen Nay Gebühr zueiickgewietene ״Sbetooid" die Gesinnung der gebildete» Serben au-gedrückt hat. Namniilich haben dir hicfigen Serben stet« ein wahrhaft humane« Betragen gegen die Juden beobachtet. So Waren die hiesigen Serben bereit, ein Majestät«- gcsuch, welche« die Juden vor einige» Jahren in JnkolatSangelegenheilen unterbreiteten. nach Kräften zu unterstützen. Dieselbe duldsame Gesinnung legen auch die Deutsche» an den Tag. Der Wuth de- ״Sbetovid" gegenüber verdient erwähnt zu werden, daß manche hiesige Ser« den, wie die Herren Petro wich, k. k. Major, Thoma« Miha« lacsi, Marimowitsch und Morfy zum Behuse de« Synagogenbaue« Spenden gesendet habe». Lofoncz, im Jänner. Die so oft gemachte Erfahrung, daß dem Menschen nicht selteu seine Freunde mehr schaden, alseine Feinde, bestätiget auch der Apologet unsere« Rabbiner« in Nr. 1. d. Bl. Denn r« wacht einen für deu Dertheidigten eben nicht sehr fchmeichethasteu Eindruck, wenn zugegeben wird, daß der Herr Rabbiner im Zorne die nnsiaoigsten Dinge zusammenschrrib». In Wahrheit ist Herr Singer ge« witzigt worden; seitdem leine famose Epistel im »B. Eh." erichienen ist, hütet er fich, etwa« Schriftliche« von sich zu gebe», wa« al« kluge Vorsicht anerkannt werden muß. Daß er «einen Kindern «ine bessere Erziehung zu geben beflissen ist. ist wahr; darum sollte er aber auch bedenken, daß e« «ine Ungezogenheit ist, auf freier Sasse Trauungen vorzunehmen: eine Ungezogenheit, welche ja der Talmud au-drückklich verbietet. Daß er auch rin Mau» de« Fortschritte« fein kau«, hat uuser Rabbiner durch seine Kopfbedeckung bewiesen, welche seit einigen Jahren nicht weniger, al« dreimal gewechselt hat: polnische Mütze, dreieckigen Hut, kräwpigrn Hut! S< wäre nur z» wünschen, daß er nicht nur in Ansehung der Kopfbedeckung allein den Forderungen der Zeit Rechnung trüge. Darin hat jedoch der Korr,spon» dent Recht, daß die hiesige Gemeinde bei der Rabbiuerwahl nicht mit der oölhigeo Vorsicht zu Werke ging. Der Judifferrntilmu« der Sebil« detra ist aber Gottlob seitdem geschwunden, und der reaktionäre Wider« stand de« Rabbiner« trägt nur dazu bei, da« fortschrittliche Streben intensiv und rlteusiv zu stärke». Eia Gemeind,Mitglied R. MiSkolcz, im Jänner. Herr Dr. Karzander wurde zum Schnkpräse«, Herr Dr. Schwarz zum Kommiffiou-witgliedr rrwähl».