Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1865-01-18 · 3 (18.1.1865) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
3 (18.1.1865)
Date
1865-01-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2542917-2543219-2543223--4064-2547999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

nicht Scharfblick genug besaßen, daS Treiben der Parteien Nar zu durchschauen. Aus dem Gesagten ergibt fich nun soaueuklar, daß die Anklage des Herrn Dr. Gugenhetmer in allen ihren Theilen ungegründet ist. Ich bitte daher, Ein wohllöblicheS f. k. Komitatögericht wolle dieselbe als unstatthaft znrückweisea. Szegedia, den 4. November 1860. OderrMiner Iöio, Redakteur de« ״Den Ehanauja.* ״Nie /khrilng des Einsamen" Don Leopold Duke«. (Fortsetzung.*) Die Anschauungen Alfarabi'S, welche wir soeben zur Betrachtung vorführten, dienten auch dem Jbn Alzeijeg zum Muster. Auch er stellt in der in Rede stehenden Abhandlung Geistiges als Mittelpunkt auf. ״Der Zweck des Einfa. men", sagt er, ״ist die Erkenntniß des Geistigen." י) Auch er spricht viel von dem noblen Lande, wo die Menschen keinen Arzt brauchen, *) weil sie so mäßig leben, daß keine Unregelmäßigkeit im Körver vorkömmt, und wo auch Advokaten überflüssig sind, weil die Menschen so redlich leben, daß sie an keinen Prozeß denken. Unser Autor hielt also Aerzte und Advokaten nicht nur für überflüssig; ihre Nichteristenz erschien ihm sogar als ein Zuwachs deS menschlichen Glückes. Auch Plato hat auS seiner Muster-Republik, — wo der einzelne Bürger übcrhobcn ist, Narrheiten zu machen, weil sie der Staat für ihn macht, — die Advokaten verbannt.-י) Er hält dieselben für Rechtsverdreher, die den Richter verblenden. Da dies auch die geschicktesten Advokaten thun können, so kann man sagen, daß Plato auch die geschicktesten Advokaten aus seiner Republik verbannt hat. Man liest im Talmud,^) daß man nur solche Schrift, gelehrte zu Mitgliedern deS Sanhedrin wählte, welche im Stande waren, die Reinheit deS Scherez (Gewürm—ושרץ anö der Thora selbst zu beweisen, d. h. die eine solche dialektische Gewandtheit besaßen, daß sie für einen Augenblick AUeS, auch das der Wahrheit handgreiflich Widersprechende, beweisen konnten. Für diese Haarspalter von Fach wäre in der Platonischen Republik kein Platz gewesen. Die angeführten Stellen sind jedenfalls ein Beitrag zur Geschichte der Ansichten über den praktischen Werth der Dialektik. •) Die Platonische Republik trat niemals in das Reich der Wirklichkeit. Ob die Menschen, wäre bieS geschehen, *) S. die vorig» Nummer. ׳) Hrbr. lauten d. SB.: ,,וכוונת המתבודד היא ר,שנר־ הרוחנית, welche zwar ni$t dem Autor, sondern dem Mos. Nardonue gehören; sie drücken aber sehr bestimmt die Hauptsache au«. ') 2m Hebräischen finden fich auch dir Worte: ולא יצטרכו לקבסא• Ueber letztere« Wort s. UNI. Ben Gabirol S. 70. (wo t« der Hr. Vrf. für .Ueberladuug de« Magen«* erklärt. Ned.) ') Montaigne in seinen hochberühmten »Essai«* spricht von einem kleinen Städtchen in Fräukreich, wo bi« ganz kurz vor seiner Zeit weder ein Arzt, «och ein Advokat wohnte, und wo die Einwohner weder Krankheiten, noch Prozesse kannten. Nachdem fich eia Arzt und «in Advokat, beide au« Pari« kommend, daselbst niedergelassen hatten, gab e« bald kranke Frauen und Prozeß führende Männer. 2 Plato, von de« Gesetzen. zu Ende de« U. Buch,«. ') Sanh. 17. ». Da Scherez in der Thora ausdrücklich verböte« ist (3 M. 11. 30 ff.), springt da« Hyperbolische der Phrase in dir *) E. ToK. das. Schlg«. שיורע, wo die« sehr treffend al« eitler Scharfflnu (הריסות של הבל) bezeichnet wird. Wa« diesen Ausdruck glücklicher gewesen wären, als sie anderwärts Ware», »ob sind, ist zu bezweifeln. Sie wären vielleicht vor Laagwetle gestorben. ״Der Filosof", sagt Madame Matnteno» 1a ihren interessanten Briefen, ״kann sich wol über Mang^ aller Art hinwegsetzen, aber nicht über die Laagewelle." DaS ״noble Land" der arabischen Ftlosofen, welche-,' beiläufig gesagt, im Ganzen höher steht, als die Platonische Republik, ist, wie bereits bemerkt, das Land der Glück ktchea und Vernünftigen.') Die Zahl beider ist, wie allgemein angenommen wird, nicht sehr beträchtlich. (Fortsetzung folgt.) Ä n a I e ft f t 1t. Doa Dr. M. Wiener. I. Mofcheh ben ChabkbS Darke Stoa«. Im 30. Hefte der Kochbe Jijchak S. 20 theiltZelliuek ei« vo» Mofcheh ben Chabib verfaßte« kleine« Gedicht, anfangend נאוו בנות עירי (wo aber עירי Druckfehler ist, für עירי) mit, und bemerkt dabei, daß dasselbe in dem von Mofcheh Nigrin edlrten דת נשית erwähnt werde. Mein gelehrter Freund, Herr Rosenihal Hierselbst, machte mich aber darauf aufmerksam. daß jene« Gedichlchen fich im Mofcheh ben Ehabib« Darke Noam selbst finde, imd zwar in fett edit. Soncino 1520 auf der letzten Seite in vier Reihen, in der edit. Venedig 1546 ans dem vorletzten Blatte, aber in acht Reihen und ebenso in'der dieser genau folgenden edit. Hridenheim, Roed.lhrrui 1506, S. 17 L. Zu dieser letzten Edition S. 15, a kommt auch Nach der Venetianer An«- gäbe ein Gedicht vor, da« mit den Worten אשר יסרוץ בעיונו be-; ginnt «nd denjenigen lächerlich zu machen beabsichtigt, der fich mit Wiffensfächern beschäftigt, welche über seinen Horizont gehen. Nach den ersten acht Versen folgen folgende vier Zeile«: . בכל אומות לישראל יבקשו להטעותם כרתן ואבירם אני ירא והוא יסיל מקנאים שאול חיים כרתן ואבירם von r»neu man nicht begreift, in welchem Zusanimenhange sie mit dem Vorangebenden stehen. Dasselbe ist in der Venetianer Ausgabe der Fast, nur beginnt hier eine neue Seite, an deren Spitze, wie mir Herr Ro« sentbal ebenfalls bemerkte. eine Neberschrist auSgefaklcn ist, ohne daß die« von Hridenheim beachtet wurde. Zu der Sonciner Ausgabe steht s nämlich hirr als Nederschrifl: י ווה חרשתי כננד אומות העולם המקנאים לדתנו . so daß mit בכל אומות ein ganz andere« Gedicht, :j chen beginnt, dessen Sinn erst durch die nur in dieser Ausgabe fich fi«. : dende richtige Lesearl klar wird, wo e« in der zweiten Reihe heißt s להטעותם בדת; ואבירם mit B,th. II. Eine falsche jüdische Münze. Zn der Revue de la Numiamutique Böige IV Serie T. I f p. 219 wird über die Notice aur uns mödaille höbraique trouvöe; & Bousso, par M. Elie7.0r Lambert berichtet, in welcher e« fich «m 1 eine ziemlich spät von deutschen Jude« rabrizirte Münze handelt, deren ן Naechtheit schon au» der auf derselben gebrauchten Quadratschrift ein- - keuchte. da fich auf den echten jüdischen Münzen bekanntlich samarita- ■ Nische Buchstaben finden. Dieselbe Revue a. a. O. p> 342 theilt auch f »in, wir e« scheint, in jüdischen Kreisen noch wenig bekannte« Faktum «och interessanter macht, ist der Umstand. daß die dort gegebene Expo- 4 filien dieser Stelle in dieselbe Klaffe gehört. Da« ANgemeine in höchst j schlagender Weise, worin die Stärke der talmudischen Hyperbel liegt, s ist i« der dort gegebenen Erpofilion, sehe scharfsinnig zwar, auf eine»; ganz bestimmten Fall rednzir». Da« Piquantr der Stesse ist aber daj durch gänzlich verwischt. Der Ausdruck ,Charifnih Schel Hrwel* hat :ן an und für fich gerechte Ansprüche auf literarhistorischen Werth. Etwa«, | da« sehr lauge großen Einfiuß auSübte, ist damit charakteristisch de« | zeichnet. . | ל Der Spruch Abu Zosef'« (S. .B. Eh.* v. Z. S. SOS) darf :4 hier auch in Erinnerung gebracht werde«. |

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.