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Ben Chananja · 1865-01-11 · 2 (11.1.1865) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
2 (11.1.1865)
Date
1865-01-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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(0 unftm ©«n»ini» in KD,ft(» iß. Ser Himmel wird diese« schön» Beginne» gewiß mit dem beste» Erfolge segne». 2 Skferrstadt, Ans. Jänurr. Der birfig» Rabbiner Dr. Hil« de-heimer untrrhaudelt mit drr vonyhadrr Gemeinde wegen Ueberoabm» dr« dorligrn Rabblaat»«. ' G Noll ln, im Dezember. Al« Napoleon, von Elba kommend, zum zweite» Male Besitz vom Tbeone Frankreich« »ahm, rief er. En» ropa beschwichtigend, au«: Napoleon fitzt auf dem Throne Frankreich« und Franlreich ist ruhig! — Guggrnhrimer hat nun zum zweiten Male den Kollioer Nabbiaat-fitz eingenommen — und die Kolliner Gemeinde iS ruhig, jawol ruhig, wie im Grab,; di, Gegner G.'« scheinen eot« weder dr« modern gewordenen passiven Widerstande« fich zu befleißigen, oder bereuen fie etwa, dem armen G. Unrecht gethaa zu haben? fast schein» da« Letztere der Fall zu sein, denn wahrlich einen thätigern, fleißig,rn Rabbiner konnten fich die Kolliner nicht wüuschen. G. hatte kaum seinen Fuß auf da- Territorium Kollin« gesetzt, al« er schon ooverweilt zur Verbesserung de« Eruw'« schritt feine LieblingSstudie G.'« in der er e« wahrscheinlich zur VirluofitSt bringen wird); dieser bestand früh» au« Brettchen, die au den vier Eckhäusern de» rhemaligru Ghetto angebracht, and über welchen ein Drath gespannt war, <8. ließ nun au eben diesen Häusern vier respektable Stangen mit riserueu Klammern befestigen, dir da- Gute haben, bei herrschendem Glatteise, dem Au«- gleitenden zn Stütze und Halt zu dienen, und G. und Konsorten wollen ja eben die Wankenden in ihrem Sinne, selbst wenn esein muß. durch eiserne Klammrrn erhalten! Die Fleischbänke, deren Aufficht die frö- Hern Rabbiner den Schächtern und Aufsehern überließen, inspizirt <3. wöchentlich einige Male in höchsteigener Person, da« Quellenbad wurde beecit« unzähligen Revifioneu unterworfen, und in der S-bule wird da nicht Nascht und ewig nur Raschi. wie in guter alter Zeit tradirt? und rückt erst die Zeit de- Mozoth-Dackerrheran. da iü all, Ruhe und Rast von dem armen Manne gewichen, da werden dir Backhäuser in förmlichen Belagerung-zustand erklärt, und die grbeimsten Winkel von G-'- Kennerauge durchspäbt, und gewiß werden die Mazolh für den Chacham Baschi in Jerusalem nicht mit mehr Dorficht. aldie in Kostin, bereitet. . : . , Jedoch nicht minder väterlich sorgt G. für dazeitliche Wohl seiner Heerde, er weiß e« nur zu gut, daß seine Predigten nicht erwär» men, ja sogar mit der größten Kälte ausgenommen werden, daher spricht er auch während der rauben Jahre-zeil. (und diele beginnt bri ihm Anfang- Eheschwan), zu seiner Gemeinde nicht, um die natürliche Kälte nicht noch durch dir künstliche, die seine Predigt erzeugen würde, zu stei« gern. Erst wenn der Schnee von den Bergen geschwuudrn, und der lieblicht Lenz mit seinen Zephiren un« anzufächeln beginnt, am Sabbath Hagadol brich» G. sein halbjährige« Schweigen und vergißt dann nicht, seinen Getreuen, dir ״drei Worte de« Glauben«" einzuschärsen: 1. die dicken Mazoth so lange r« noch Zeit ist. aufzubrechen, ob dieselben nicht vom Schimmrk ergriffen. L am Peßachabeudr ja dir gehörige Quan« titäl Maror zu fich zu nehmen, und endlich 3. beim Verkaufe de-Eha» mez mit astem Ernste und Wahrheit ohnr aste Hintergedanken zu Werke zu grhrn!!! O Freunde! wa« begehrt ihr noch mehr!? selbst rin Dr- Lipschütz würde über solche Erhörten vor Entzückung außer sich gerathe»! Literkirische Anzeigen. אכויה P Gilhe« Faust in einer hebräische» Umdichtung und mit rrliuternden Anmerkungen von Dr. Mar Lrtteri«. Wien 1865. Eigenthum und Verlag dr< Verfass,s«. .,j. •1•: Besprochen von Herma»» Drill. (Schluß,*). : Vrußerst gelungen ist dir Szenr in Aurrbach« Kestrr, daß da« Hohrlied, welche« eine feine Satire an blutau«saugend« besternte Mini« ster ist. übergangen wurde, bedauern wir, während wir da« Lied vom heil'gea römischen Reiche — welche« nach dem Ao«spr»ch eine» de« kannten Hiftvrttrr« weder heilig, noch römisch.noch^ reich war — und dir ,Natt' ein Kesteroest" gern»',ermiss»». Wa« solle» wlr ahtrzudir unerreichbare», durch Zartheit und Innigkeit. durch Wahrheit der Empfindung und vollendet, Rundung ausgezeichlleteo Uebertragnog der R», mauz, vom .König i» Thal," sagen k Hier wird der tirfflouige. geheim» oißvoll überwältigend, Eindruck durch de» lyrischen Schwung «och AM» boten — wir wüßte» diesem kostbare» Juwel nur noch da« Spi»»ll»d zu vergleiche». - ״ •י - •»״ - ׳ - :• ׳• ■-.• ■׳? Liest man bi, geniale Eouzeptlon der Walpurgi-nacht. die Here«» küche mit der mystisch,» Beschwörungsformel de« .Eiumalrio«* — worin freilich Niemand einen Sinn verlangen wird, der nach Göthe« Selbstbekenntaiß nicht darin zu finden ist ׳- dann die Reim, der diabolischro Spuckgestaltrn und da« markerschütternde Zwiegespräch der auf schwarzen Nossen durch die Lüfte jagenden Aestalreo. so fragt man «st Recht: Wer hat dich gelehrt, de» Rieseuball der heiligen Sprache mit deinen Händen kneten, wie der Töpfer den Thon? wer hat deiner Stimme Lea Donner de« Zorne« gelirheu. der dir Tobten weckt vnd wem haß du di« wunderbar süßen Tour drr Wehmuth, der Sehnsucht und de« nagenden Schmerze« abgrlauscht, die. wie ein leise« Echo au« der uuer» meßlichtu Ferne in unserer Brust verhalle»? Herr Lettrri« hat jene glänzende Vielseitigkeit, die in den ver» schiedeusten Tonarten gleich heimisch ist und dabei jene Beherrschung drr Form, welche für jeden Inhalt den richtigen Ton trifft, in Sprach», Der« und Relm. Al« Beweis diene Ven-Abuja'« Gloubeo-bekeontaiß» da« der freundliche Leser nachschlagen möge. Hier ist keine Uebersetzung, keine Umdichtung — daiß eine schöpferische Neudichtung und wir wagen die Behauptung: De. Let» teri« hat dea Geist dee hebräischen Porste in seinen Tiefen wieder br» fruchtet; er hat frischen Duft au« dem deutschen Urwald über die hei» lige Sprache strömen lassen und bewahrheite: so den Göthe'schrn Spruch: Wer da« Dichten will versteheu, , Muß in'« Land der Dichtung gehr»; Wer den Dichter will verstehen. Muß in Dichter« Lande gehen. Eine überau« dankeuswcrlhe Zugabe ist drr Epilog, wo Br»« Abuja nachdem er alle Seeleuschmerzeo durchgelitten und durchgestrittr», io Folge Nehorai'« Gebet und einer erhabenen Difion gerettet, erlöß und der ewigen Seligkeit «heilhast wird. Belehrend and anziehend find die Anmerkungen, welche zum Vcrständniß de« Werke« dienen und Mao, chem ein Sporn zum eingänglichen Studium sein dürsten. In jedem Betracht musterhaft ist die Ausgabe, welche der Schloß« btrg'schen Verlag-Handlung zur Ehre gereicht; der korrekte, nicht z» kleine oder zu enge Druck dient dem Buche zur besonderu Empfehlung, und eignet r« fich vornehmlich zum Prämium für vorgeschritten, Schüler; dadurch wird Leo Jünglingen Gelegenhelt geboten, statt den Geist durch da« Lesen verschwommener Sentimentalitäten literarischer Jndostrieritlrr abzustumpsen, die sprachliche Gewandtheit und dea ästhetische» Sin» a» dem kiaffischrn Werke zu stärken und zu bereichern. , , Änyr Nöthen aus dem Gebiete der Literatur. 1. Al« wir in Nr. 27 de« v. I. d. Bl. die Firlowitz'sche» Grabschristeu au« Tschufut,Kal« in der Krim mitlheilte». fügte» wir S. 85« die Bemerkung hinzu, daß r« fich zuvörderst fragt, ob Herr Neubauer dieselben transskribirt, oder in Quadratschrift vorgefnode» habe, indem fie io letzterem Fall, unmöglich auf dir Assyrischen Ernkante» zurückgeführt wrrden können. Jo diesem Augenblicke liege» »»« die zu der Mittheiluog Neubauer'« gehörenden ach» lithographische» T« sei» vor, and wir finde» die Quadratschrist auf deuselbr»! Trotz der Derflcheruog dr« Prof. Ehwolson, daß an der Echtheit brr Grab« schristeu nicht zu zweifeln ist (Zeitschrift der D. M. G. 18, 830) »ab trotz dr« günstigra Bericht,« von V. Dorn und Ad. Gorbrl (ülß. tauge» Au1atique8 drr kais. Aksdemir zn Ei. Prtrriburg V. 128—1«ß) muß dir Untersuchung darüber dennoch von Nroem beginne». 2. Der Vr,irk«rabbiner Hrrr Albert Ster» i, ke»gyrltLA (Sümeger Komitat) hat uotrr des Titel 2D OV ei» hehräisch-nng^ rische« Persooennamen-Verzeichniß h»rau«gegebrn tKavizsa. Markbreit״. Prei« SV kr), um Slterv und Mairikrlsührer» zn Hilf» ,» komme». *) V. di» vorig» Nuamr».

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