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Ben Chananja · 1865-01-04 · 1 (4.1.1865) · page 11

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Journal
Ben Chananja
Volume
8 (1865)
Issue
1 (4.1.1865)
Date
1865-01-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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81 22 schichte ganz ander Geschichte streichen. Demnach würde freilich jede weitere Entwickelung der Grundsätze, die in den zehn Geboten niedergelegt lind, die dem Christenthume augehören, alS überflüssig betrachtet werden mäßen." Dieses Raisonuemeut beurkundet einen oberflächlichen Dilettantismus. Der ״Sbetovid" müßte beschämt schweigen, wenn er aufgefordert würde, die von ihm behauptete Ent- Wickelung und überhaupt die Vorzüge der christlichen vor der jüdischen Moral, sei eS in den allgemeinen Prinzipien, sei eS in den speziellen Doktrinen genau und wissenschaftlich nachzuweisen. Auf die Prari'S könnte er flch ebenfalls nicht berufen. Denn in der Uebnng der allgemeinen Menschenliebe haben eS ja die serbischen Christen noch nicht einmal so weit gebracht, daß sie sich entschließen könnten, den Inden auch nur daS unbeschränkte Niederlassungörecht in ihrem Lande zu gestatten. ES ist zwar nicht zu leugnen, daß die Konkurrenz der jüdischen GewerbSgenossen den serbischen Kaufleuten ungelegen ist. Aber der ״Sbekovid" wirb wol schwerlich die Kühnheit haben, zu behaupten, daß der auch vom Standpunkte der Nationalökonomie verdammliche Monopolgeist zur christlichen Entwickelung gehöre, und sich aus dem Evangelium oder auS dem von dem Kiewer Metropaliten Peter MogilaS 1646 heranSgegebenen Katechismus rechtfertigen könne! So wenig wir uns indeß genirten, dem ״Sbetovid" unumwunden unsere Meinung zu sagen, ebensowenig nehmen wir Anstand einznräumen, daß seine Polemik gegen die Inden und den Thalmud in einem gewissen Sinne einen Fortschritt beurkundet. Ans dem Standpunkte deS undnldsamen Herkommens braucht die Ausschließung der Juden weder gerechtfertigt, noch überhaupt motivirt zu werden. Sie versteht sich von selbst. Wo die Morgendämmerung der Europäischen Kultur der bisherigen Finsterniß ein Enke macht, tritt auch die Judenfrage mir ihren Ansprüchen und Forderungen hervor. Jetzt erst sehen sich die Vertreter des Herkommens nach Gründen um, welche jene Ansprüche und Forderungen znrückweisen sollen. Indem sie dies thun, erkennen sie selbst an, daß die Juden frage eristirt, und damit haben sic selbst den ersten Schritt gethan, der unausbleiblich zur endgiltigen Anerkennung der Gerechtigkeit und Nothwendigkeit der Judenrmanzipation führt. Der ״Sbetvvid" wird voraussichtlich dagegen feierlich protestiren. Nein, wird er sagen, so lange die Juden nicht öffentlich dem Thalmud entsagen, können sie der Bürgerrechte nicht theilhastig werden. Er spricht aber nur so, weil er die Geschichte der Jndencmanzipation nicht studirt hat, und daher nicht weiß, daß sich die Intoleranz auch anderSwo deS ThalmudS bediente, um ihre eigene Blöße zu decken. Der blinde Lärm der Unduldsamkeit ist viel zu schwach, um den Fortschritt der Kultur und den der Judenemanzipation verhinderen zu können. Lrwidemllg au 3r. E. (Canuofg in .fran&furt a. Rain. D«a 16. Dezember 1864. Herr Doktor! Sie haben sich in Folge meiner Aufsorderung, Jhre früher gegen mich aufgestellte unwahre Behauptung überzeugend zu begründen, bewogen gefunden, zum zweiten Male einen kritischen Brief an mich zu richten und nicht allein bei der Sache, um die eS sich handelt, ste- Heu zu bleiben, sondern zur Unterstützung Ihrer Ansicht, daß ich zwar ein fleißiger, ja sogar ein gelehrter Mann sei, allein daß bei mri Alles zu schnell und im Galopp gehe, in meinen Schriften hernmzustöbern und nach den darin, wie Sie meinen, auS Flüchtigkeit begangenen Fehlern I zu Haschen. Gestatten Sie nun, daß ich aus Ihre Eutgeg- I nung etwas näher eingehe. Wenn Sie glauben, daß ich! mich in meiner Bemerkung in der Beilage zu Nro 45 de- I ,,Ben Chanaaja" zu widersprechen scheine, so wissen Sie I ja, daß der Schein häufig, wie eS auch in diesem Falle! geschieht, trügt, und darf man eS Ihnen als Ausländer! allenfalls zu Gute halten, wenn Ihnen zuweilen daS Der-! ständniß des deutschen Ausdruckes abgeht. Was Ihnen aber ׳ nicht zu Gute gehalten werden kann, ist die zweite Unwahr,! heit, deren sie sich nach dem bekannten Satze »WM עברה I עברה zur Aufrechtcrhaltung der ersten schuldig machen. Um; meiner Aufforderung, mir überzeugend nachzuweisen, womit! ich die Jrrthümcr GhirondiS bedeutend vermehrt habe, zu! entsprechen, sagen Sie: ״Ottolinghi hat nur in einem ׳ Orte, nämlich in Riva di Trento drucket! lassen. Ghirundi j giebt dies auch zu, nur begeht er den Fehler, Cremona! mit Riva zu verwechseln. Sie aber, Herr Doktor,! geben im Widerspruche mit der ganzen Welt an, daß Otto-; linghi in zwei Orten, Cremona und Riva, drucken ließ, ן so daß Sie Editionen fabriziren, die nie eristirt haben." Glauben Sie mir, Herr Doktor, als ich diesen Satz zum ersten Male laS, wollte ich meinen Augen nicht trauen, ich laS ihn daher noch einmal und fand zu meinem Erstaunen, daß er daö wirklich enthielt, waS ich schon beim ersten Durchlesen in ihm fand, nämlich eine Unwahrheit und Frechheit zugleich. Ich sollte Editionen fabrizirt »ud behauptet haben, daß Ottolinghi an zwei Orten gedruckt habe? Habe ich doch in der ganzen Anm. 283 meines Emek habacha i n m einem N a m e n auch nicht e i n Wort über die Druckerei Ottokinghi'S gesprochen! Wie sollte ich dieö auch können, da sich in meiner nicht sehr bedeutenden, aber auf die redlichste Weise erworbenen Bibliothek auch nickt ein Buch anö jener Offizin findet! Uebcr den Druck nie gesehener Bucker zu urtheilen, ist ein Kunststück, daS Sie allenfalls auszuführen vermöchten, zu dem eS mir aber an jeder Fähigkeit gebricht. Ich theilte in jener Anmerkung nichts weiter mit, als waS mir zu jener Zeit, als ich mein Emek habacha publizirtc, über Ottolinghi bekannt war, erwähnte, waS Luzzatto, Jcchiel Heilprin und Wolf über ihn berichten und fügte dann hinzu: ״Außerdem erwähn! Ghirondi, daß er in Cremona eine hebräische Druckerei errichtet habe" u. s. w. Ich war demnach nur Referent der Angaben Ghirondi'S, ohne diese, wie sich jeder Leser leicht überzeugen kann, auch nur um ein Wort zu erweitern und doch behaupteten Sie, ich hätte dessen Jrrthümer noch bedeutend vermehrt! Und als ich Sie aufforderte, diese Ihre unwahre Behauptung zu begründen, nahmen Sie keinen Anstand, dieser Aufforderung dadurch nachzukommen, daß Sie, um nickt nackschkagcnde Leser zu täuschen, meine Worte verdrehen und eine neue Unwahrheit Vorbringen! Nein, mein Lieber, da ist unser moralischer Standpunkt dock m verschieden, als daß ich mich in einen weiteren Wort׳ streit mit Ihnen einlaffen könnte und würde ich hier in der That abbrechen, wenn nicht DaS, waS ich auf Ihre fer. nrren Bemerkungen zu erwidern hätte, ebenfalls Ihr eigen׳ thümlicheS Verfahren zu charakterisiren geeignet wäre. Sie belieben nämlich auch von meinen Regesten und meiner Uebersetzung deS Schevet Jehnda zu sprechen und sagen, daß ich in der letzteren ״dem lustigen Leser dreißig artige Ergötzlickkeiten gegeben" u. s. w. Ohne hier die Veranlaß snng zu untersuchen, die Sie wohl gehabt haben mögen, nach Erledigung deS Streitpunktenoch andere Uebereilungen, wie Sie sagen, in meinen Schriften zur Sprache zi bringen und ohne mich dafür durch Hinweisung auf dl» mannigfache» Unrichtigkeiten zu revanchiren, die sich selbst in denjenienigen von Ihren Arbeiten finden, die Ihnen, wie Ihre ״gelehrten Frauen in Israel" von besonderem Werhrt

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