Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 1 (4.1.1865)
- Date
- 1865-01-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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24 SS »u sei« scheinen, da Sit letztere avS dem israelitischen Volkslehrer in Ihrem ״Oholiba" mit unerheblichen Erweiterongen reproduzlreo und dennoch ausS Neue von dem ״geistreichen" Ärädchea Ella Salit (hkol), der Schwester des Israel Salit (hio!), als Setzerin an dem bekannten SchaSS beS R. Dehrmann sprechen, während diese Setzerin sich עלה בת כה״רר משה שלי״ט nennt, wo doch שלי-ט, wie jeder An« fänger weiß, eine bekannte Abbreviatur ist, möchte ich mir nur an Sic die Frage erlauben, ob die dreißig artige Er« götzlichkeiten, die Sie in meiner Uebertragung deS Schev. Ich. entdeckt haben wollen, im Ernste oder בדרך נילמא zu verstehen sind? In jenem Falle haben Sie Unrecht gethan, daß Sie dieselben unerwähnt gelassen haben, da Sie durch deren Anführung die Wissenschaft bereichert und mich sowohl belehrt als auch zu aufrichtigem Danke verpflichtet hätten; in diesem, bei Ihnen freilich wahrscheinlicheren Falle aber haben Sie dem Leser allerdings eine Ergötzlichkeil bereitet, aber wahrlich eine recht unartige. Sehen wir unS aber die unS von Ihnen nicht vorenthaltenen Ergötzlichkeiten et« waS näher an. S. 231 meiner Uebersetzung deS Schev. Ich. soll ich den Namen eines Landes (Granada) mit dem eines ManneS (Raymond Trencavel) verwechselt haben. Die» fcn Vorwurf gründen Sie ohne Zweifel darauf, baß ich die Worte des Originals שנח קלה־ מת שלטון רימון übersetzte: Im Jahre 135 starb der Herrscher von Granada, anstatt daß es nach Ihrer Ansicht heißen müßte: starb der Herrscher Raymond. Allein wen» unter letzterem Raymond Treucavel, der Vicomte von DezierS und Carcassonne, verstau« den werden soll, so würde das Datum ja nicht stimmen, da letzterer schon am 15. Oktober 1167 erschlagen wurde, vgl. Graetz VI. 398 f. Woher kommen Sie daher dazu, mir jenen Vorwurf zu machen? Doch ich will dies den Lesern verrathen. Mil Graetz' Geschichte in der Hand haden Sie meine Uebersetzung dnrchgestöbert, um etwaige Irrthümer zu entdecken und, gestützt auf dessen Angaben VI, 401, wo das Damm קלה׳ in קנה׳ verbessert und auf den Grafen Raymond V. von Toulouse bezogen wird, haben Sic in ihrer Freude über daS vermeintliche ioQrjxa. in der Eile den Vicomte Raymond mit letzterem konfundirt. Ist nun Graetz' Consektur, die allerdings Manches für sich hat. — in Beziehung auf welche ich aber bemerke, daß im Schalschelct hackabbalah ed. Amsterdam p. 93 a ebenfalls der gewaltsame Tod mehrerer Juden in Beancairc im Jahre 1175 und zwar mit den uämlichen Worten wie im Schev. Jeh. berichtet wirb ובשגרת ק^ה־(היו נזירות! נגר היהוריס) בעיר בלקוירי ohne daß jedoch deS Todes Raymonds Erwähnung geschieht, — richtig, so folgt daraus jedenfalls, daß gerade Sie bei Ihrer Rüge sich deS Fehlers schuldig machten, den Sie mir mehrfach zur Last legen. Als eine zweite ,Ergötzlichkeit" führen Sie an, daß ich daselbst S. 90 Philipp IV, König von Frankreich, 11 Jahre nach seinem Tode die Juden vertreiben lasse. Ein Jeder, der Deutsch versteht, wird hiernach glauben müssen, daß ich, da Philipp IV bekanntlich Ende Novembers 1314 starb, angebe, daß er 1325 die Juden vertrieben habe. Eine solche Angabe, findet sich aber in meinem Buche durchauS nicht. Dagegen habe ich dort allerdings einen chronologischen Jrrthum begangen, indem ich daS Wort ב?ה allein, ohne daS 2 in dem vorhergehenden בשלר1ו, zur Fest» stellung des Datums heranzog und auf diesen deuten Sie demnach vermuthlich hin; allein jenen Jrrthum habe ich bereits unter Angabe der Veranlassung desselben in meinem Emek habacha Aam. 193 öffentlich eingestanden und zu» gleich bemerkt, daß Sie die Freundlichkeit gehabt haben, mich darauf aufmerksam zu machen. Und heute nach Verlauf von sechs Jahren bringen Sie diesen Jrrthum aofS Neue zur Sprache, um damit meine Eilfertigkeit darzuthun! Nein, Herr Doktor, dies allein können Sie durch Ihr Verfahren nicht beabsichtigt haben und ich vermuthe, daß Sie durch dasselbe daS Unheil. welches Männer wie Lebrecht, Geiger, Zunz, Steinschneider und Andere längst über Sie gefällt, (siehe AscherS Benjamin ok Tudela T. II, Introduktion p. XVIII, Zunz daselbst p. 299 k. und hebr. Bibliographie au vielen Stellen), nur aufs Nene haben bestätigen wollen. — Endlich sagen Sie, daß sich in meinem Emek habacha die» selbe Flüchtigkeit zeige, indem ich S. 7 (lies 3) der hebräischen Beilagen den Proseten Ezechiel 23, 47 im hebr. Ausdrücke korrigire. Korriglrt habe ich ihn nicht, denn צ״ל kann ja auch heißen צריך לפרש und dann wäre ja וברא durch וידקרו richtig erklärt. Allein ich bekenne, daß ich bei der Korrektur deS Berichtes von Ephraim aus Bonn I die erwähnte Schriftstelle in Folge deS vorangehenden, uuj verständlichen Wortes והמקוט und deS von R. Ephraim in! איחם veränderten אותהן nicht im Gedächtnisse hatte. bin! aber später auf dieselbe sowohl brieflich durch Luzzatto und i Zunz als auch öffentlich durch meinen verehrten Frennd! Kirchheim in der Zeit. deS Jud. 1858, 158 wie auch in! einer mir augenblicklich nicht gegenwärtigen Stelle im Ha« | maggid durch einen Mitarbeiter dieses Blattes aufmerksam; gemacht worden, ohne daß cs einem der genannten Herreu! eingefallen wäre, mich deshalb der Flüchtigkeit zu zeihen. > Und Sie, mein Herr, wußten nichts Besseres zu thuu, als י diese Vergeßlichkeit jetzt noch einmal vor daS Publikum zu : bringen! Warum versuchten Sie nicht lieber, wenn Sie eS | vermochten, eine Erklärung beS schwierigen והמקום oder! des unverständlichen Ausdrucks בל הטועים in der folgenden! Zeile? Zunz vermuthel in einem Schreiben an mich, daß i für jenes והנקום zu lesen sei und hält das Wort בנילא! daselbst S. 13 Z. 5 für vi^ilias und mir scheint, daß man 1 מן הטועים für בל הטועים lesen müsse. Meine Regesten scheinen Ihnen keine Veranlassung! gegeben zu haben, auf eine ״Ergötzlichkeit" in denselben Hinweisen zu können; allein ganz unbeanstandet dursten sie nach Ihrem Plaue doch auch nicht davon kommen.. Deshalb werfen Sie mir in Beziehung ans dieselben vor, daß ich mir die Zeit nicht genommen hätte, bis ich sämmtliche Dokumente vor mir hatte, um sie alle chronologisch zu orbnen und dadurch hätte ich die Benutzung meines Bucheö sehr erschwert. Als Erwiderung hierauf gestatten Sie mir wohl, Ihnen, verehrtester Herr Doktor, zu bemerken, daß Ihnen nach dem Charakter Ihrer literärischen Produktionen über daS gedachte Buch gar kein Urtheil zusteht und zwar nicht allein deshalb, weil dasselbe, wie mir vielfach von kompetenten Kritikern zugestanden worden, eine durchaus gewissenhafte und ausschließlich im Dienste der strengen Wissenschaft unternommene Arbeit ist, sondern auch, weil Sie durch die wenigen Worte, die Sie über mein Buch sagen, nur zu deutlich bekunden, daß Sie von Dem, waS dasselbe leisten will, nicht die geringste Ahnung haben. Schade, daß Boehmer, der Schöpfer der Regestensammlungen, nicht mehr lebt und von Ihnen nicht mehr belehrt werden kann, daß er mit seinen grundlegenden Arbeiten, auf denen die ganze neuere Geschichtschreibung beruht, viel zu früh hervorgetreten sei. da er noch nicht sämmtliche Dokumente, welche die Kaisergeschichte und andere von ihm behandelte Geschichtsepochen betreffen, vor sich hatte, als er seine auSgezeichneten Arbeiten publlzirte. (Schluß folgt.). Druck vo» Sigmund Burger i» Gjrgrdi».