Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 8 (1865)
- Issue
- 1 (4.1.1865)
- Date
- 1865-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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11 1r Platz in der Reihe der israelilische» Gemeinde» »nsrre« valeriaude« einzuaehmeo. Möge auch fie ihrerseits bemüht fein, ihm eine von klein« licheu LebeuSsorgen freie Eristenz zu sichern, damit er mit ganzer Energie und uuzethrilteu Geiste« den Pflichten seine« heiligen Berufe» oblie« gen könne.' J. 6. Nagy-Källö, im Dezember, Am 18. d. um 4 Uhr Nachmittag starb der hiesige Oberrabbioer J-faia« Benedikt eiue« plötzlichen Tode«. Am solgeuden Tage waren di« Israeliten au« der umliegenden Gegend zahlreich versammelt, uw dem 72jährigeo Greise, ihrem Komitat-rabdiiirr, die letzte Ehre zu erweisen. Don den Trauer« reden, welche von sechs Rabbinern gehalten wurden. bedauerte die hiefige Geistlichkeit, die auch zugegen war. kein einzige« Wort verstanden zu haben. Und hätte fie die im jüdischen Jargon gehaltenen Reden ver» standen, so würde sie uicht« Audeie« vernommen haben, al« dir Hervor« Hebung de« großen Verluste«, welchen die Octhodorie jetzt erlitt, indem doch der Berblichene noch einige Stunden vor seinem Tode gegen die Errichtung eine« Seminar« mit allem Eifer ankämpfte. Eine leichte Erderschülterung, welche am selben Tage in hiesiger Gegend stattsand, gab Vielen zu der Behauptung Anlaß, daß diese Er« scheinung ein Wunderzeichen de« uners-tzlichen Verluste« sei, welchen der Tod de« Rabbiner« verursachte; ob Alerauder v. Humboldt dieser Meinung Beifall gezollt haben würde, ist sehr zu bezweifelt«. Körmend, Ende Dezember. Don dem dortigen Gemeinde« Vorsteher, Herrn Moriz Wiener, der un« seit vielen Jahren al« ein Biedermann bekannt ist. erhielten wir eine sehr umständliche Widerlegung de« in Nr. 50 nnd 51 de« v- I. d. Bl. obgedrucktcu Artlkel« ״au« dem Eisenburger Komitalr." Diese Widerlegung und da« derselben beigelegte! Dcliiment konstatiren die Thatsache, daß der Rabbiner Bodansky frei«! willig aus da« dortige Rabbina« verzichtet, und von der Gemeinde 5000 fl. al« Bonifikation erhält. Der Lehrer G. hat sich die Unanuehm« lichkeiten selbst zugezogen. Für den ״Ben Ehananja" ist die Polemik über die fraglichen Angelegcnhelten hiermit für immer geschloffen. W. Lofoncz, Ende Dezember. Ich bin durchaus nicht gewtllr. da« Vorgehen de« in dieseu Blättern zu wiederholten Malen angegris« seuen Rabbiner« zu rechtfertigen: seine Drohung mit behördlicher Affistenz muß Judignation erregen, und daß er fremde fanatische Kollegen zn Hilfe ruft, statt sich auf die Belehrung seiner Gemeinde zu beschrän« len, wird gewiß von keinem Freunde de« Frieden« gebilligt werden. Begreiflich ist r« aber, daß e« ihn tief kränken muß. sich jetzt von den Liberalen angegriffen zu sehen, nachdem er aus seinem früheren Rabbi« nate zu Bodrog«Kereßiur zehn Jahre hindurch von den Ehaßidäern allerlei Unannehmlichkeiten zn ertragen hatte, weil er sich standhaft wei« gerte, dem Heiligen io Li«ka seine Aufwartung zu machen. Er wurde verdächtiget, daß er deutsche Bücher lese, wa« er auch wirklich gethao haben muß, da er, — wenn »r nicht, wie bei der Abfassung der den Lesern d. Dl. bekannten Drohepiflel. in Zorn ist, sondern kaltblütig schreibt, — sich ziemlich korrekt auSzudruckeu weiß. Auch läßt er seine eigenen Kinder trotz der fanatischen Warnungen de« Heiligen in Szikßü mehrere lebende Sprachen lernen. Andererseits wußte die hiesige ^Gemcinde. daß er auf seinem früher» RabbinatSsitze die Gewölber der Pester Großhändler am Sabbathe mit Hilfe der weltlichen Behörde sperren ließ, wicwol er sich dadurch, mindesten« momentan, materiellen Schaden zuzog. Dir Gemeinde wußte also schon bei der Wahl, daß sie einen energischen Orthodoren beruft. Gegenwärtig besucht der Rabbiner den sabbathlicheu Gott,«dienst nicht; er ist aber bereit, denselben zu besuchen. sobald sich der Vorstand entschließt, an dem fatalen Gitter eine Vorkehrung zu treffen, die sein orlbodore« Gewiffeu beruhigen würde. k. Proßnitz, 1. Jänner. In der hiesigen Gemeinde wird ein schöne« Fest vorbereitet. Med. Dr. Gideon Brrcher. auch al« filo' sofischrr und theologischer Schriftsteller in den weitesten Kreisen rühm» lichst bekannt, har mit dem abgelanfeueo Jahre da« vierzigste Jahr seiner segeoreichen ärztlichen Prari« vollendet. Am 14. b. M.. al« am 68. Geburtstage de« vertbrwn Manne« wird die Ferer staitfindeu. Heb. Lengy-!r,»ti, im Dezember. Nusrre strebiawe Gemeinde hat einen herb«, Vertust erlitte». Herr Dr. David Srüuhul. der sich durch!)8 Jahre bleideude Verdienste um unsere Gemeinde-Institutionen rund besonder» um unsere blühende Schule erworben hat. ist am 24. d, in seinem 65. Lebensjahr, nach längerem Leid״ i» Sott entschlafen. Wie sein ganze« Leben, so wird auch der Tag seine« Leichepbegäng« niffe« in gesegnetem Andenken bleiben. Herr GrafJoh. Zichy, Grundherr Leogyel Tüti«, einer der gebildetstes Magnaten Ungarn« erschien au der Spitze einer unabsehbaren Volksmenge au dem Sarge de« Verblichene» und lauschte iu sichtbarer Rührung auf dir treffliche ungarische keicheurede unsere« geehrten Herr» Bezirksrabbinrr« A. Stern. Mich hat schon lange kein Redner so gerührt, so begrüßte der Herr Graf den geuannteo Herrn Rabbiner, und ging an dessen Seite bi« an di« wett entlegene Grabstätte de« Verblichenen, wohin auch da« sämwtkiche Ge« leite und alle Zünfte mit brruuendeu Fackeln gefolgt find. Da« Andenken an den Verblichenen hat übrigen« Herr Graf Zichy auf di» schönste und löblichste Weise zum nachhaltigen Segen gemacht, indem er au demselben Tage den hochgeachteten Schwiegersohn dt« Verblichene,, Herrn Dr. David Schwarz. Bahnarzt zu Boglär, defiuiliv al« Nach« solgcr rrsp. hrrrschafilichco Arzt rruannt ha». Es waltet ei« besonderer Schutz Gotte« über die hiesige Gemeind». Wir wünschten uur noch io die Lage zu kommen, die vielseitigen Verdienste unsere« Herr» Rabbincr« auch materiell vollkommen würdigen zu können. 8. Dukovür, Ende Dezember. Der hiefige Rabbiner, Herr David Löwy, ist zum KomilatSrabbiner im Shrwier Komilatr ernannt worden, und hat er Sitz und Stimme in der General-Kongregation de« Kowitate«. Im vergaogcuea November erhielt drr verdienstvolle Manu eia anerkennende« Schreiben von Monlefiorr für eine demselben über« sandte trefflich abgesaßte hebräische Daukadreffr. Unser Vorsteher, Hr» M. Obrrsohn. fährt fort, sich um Gemciude und Schul« Verdienste zu erwerben. M. Abony , 1. Jänner. Drr hiesige Sladtrichter, Herr Gabriel Fe je« hat au die hiesige jüdische KultuSgemeinde eine den Geist wahrer Brüderlichkeit alhmende NeujahrSgratulatiou gerichtet, welche von dem jüdischen Gemeiudevorstande in angemessener Weise beantwortet wurde. Die freie Zufuhr de« Breuuholze« wurde iu diesem Jahre auch dem Rabbiner und drr jüdischen Schule votirt. J. F. Waag-Neustadtl, 29. Dezember. Die Schulvifitatioa de« Herrn Oberdircklor« Bartou hat am 10. d. M. der hiesigen Ge« meinde. dem Lehrkörper und der Schuljugrud höchst genußreiche Gtuadeo bereitet. Der Herr Direktor hat sich über die Opferwikligkert der Ge« meinde. die Leitung dr- Direktor«, die Leistungen der Lrhree und die Antworten der Schüler sehr lobend au-gesprecheu. Al« noch zu erfüllende Wünsche bezeichuete er: Die Kreirung noch einer Realklaffe, dir behörd« liche Bestätigung der Echulkomwiffiou und einiger behördlich noch nicht bestätigter Lehrer und dir Unterstützung dr« iu« Ledrn zu ruseuden Lthrerwitwen-Ullterstützullgsfoodr«. Die kiesige Schult besieht au« einer Kiodrrbewahranstalt. fünf Knabenuud zwei Mädcheu-Hauptschulklaffen und einer Uoterrralklaffe. E« wirken au derselbeo acht Lehrer unter der Leitung de« ehrwürdigen Herrn Oberrabbiurr« Jos. Weiße. Prag, 1. Jänner. Da« ״Abendland" widmet dem am 18. v. Mmit Tote abgegaogenrn Major S'im. Prüsker einen au«führ. licheu Nekrolog. Im Jahr, 1796 gebar״, wurde Pr. 1815 zu« Mi« litär affeulirt. 1647 wurde er zum Major ernannt, 1854 prnfioairt. Cr war bei feinen Vorgesetzten und Kameraden sehr beliebt, und von Allen, dir ihn kannten. hochgeschätzt. Da« Leichenbegängoiß fand mit den gewöhnlichen militärischen Ehren am 18. v. M. statt. Prediger Professor Kämpf hielt bei« Grabe ,in« sehr ergreifende Red«. Prag« 28. Dezember. Der Oberjurist. Herr Samuel Freund, feierte dieser Tag« sein 70. Geburt«fest in stiller, würdig« Weise. Einzelne Repräsentautea der Gemeinde unterließ״ e« uicht, ihm ihre Glückwünsche darznbriage». Mehrere Korporation״ ließ״ ihm durch ihre Vorstände gratulirem Die Neu», Hoch« und Großeahofsyoa« goge sendeten mit ihren Glückwünschen auch Festgescheoke, deren e« auch von anderen Seite, uicht fehlte. Selbst au« der Fremde erhielt der Jubilar Beweis» der Liebe und Verehrung. Wir könnru .un» mit der Richtung de« Herrn Rabbiner« Freund uicht befreunden; doch konnten wir'« nicht uaierlaff״. dem grundgelehrten Talmudlst״ durch vorlir. gende Mittheiluug unsere Aufmekksamkeit zu beweisen und unsere Glückwünscht tarzabliage».