Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 52 (28.12.1864)
- Date
- 1864-12-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1041 Ein hoher ReichSrath wolle geruhen״ dahin zu wirken, daß das Ntederlcissungsverbot in der k. k. Militärgrenze in Ansehung aller Juden, oder doch mlndestenS in Ansehung der verabschiedeten jüdischen Soldaten gänzlich und für immer aufgehoben werde. Szußek in Syrmien, am 13. Dezember 4864. KMW Irma. Aorresponden). Ausland. 8. Breslau, 10. Dezember. Die Wintervorlesungen des Dereins zur Verbreitung der Wissenschaft des Jndenibums wurden am 7. d. M. durch den Rabbiner Herrn Dr. Zo8l eröffnet, welcher sich ״Die -Bestrebungen jüdischer Denker in der alten und mittleren Zeit" zum Gegenstände seines Vortrages gewählt hatte. Die jüdische Wissenschaft sei in zwei Richtungen getheilt, von denen die eine sich mit dem Thätsächlichen, dem Geschehene»! befaßt, ׳ während die andere, die speku? lative, sich das tiefere Erfassen des geistigen Inhaltes des Geschehenen znr! Aufgabe gemacht hat; die ersten Keime der jüdischin Filofofie...haben sich in Alexandrien entwickelt, find jedoch aus Mangel an Lebensfähigfeit bedeutungslos verschwunden. Erst im Mittelalter ist der Baum spekulativer Forschungen im Judenthume zur Blüthe gelangt und׳ hat die herrlichsten Früchte getragen, an denen Mit- und Nachwelt sich gelabt- Vor allen mär eS MaimonibeS, der nichtjüdischen Denkern zu denken gegeben, denn wenn auch Saadias, Gabirol und Jehuda Halevi hervorragende..Plätze in der filosofischen LiteratNs des ZudenthumS einnehmen, so ist doch deren Einfluß auf nichljüdische Denker nicht so bemerkbar, als der des Verfassers vom More Nebüchim. Dieses Werk wird Herr Rabbiner Dr. Io8l in einem zweiten Bortroge behandeln, eS wird dann eine ausführliche Besprechung in diesen Blättern folgen. Inland. ״', י י Wien, 20. Dezember. Die französische Akademie hat durch ihren Sekretär nachstehende Zeilen an den Herrn Dr. Le tteriS richten lassen: ״Mein Herr! Die Akademie hat das ihr von Ihnen zugesandte Exemplar derhebräischen Ueberfetzung von G öth e'S׳ Faust erhalten. Sie hat! mich beauftragt. Ihnen ihren Dank auszudrücken, und Sie, davon zu unterrichten, daß Ihr Werk, welches in der gelehrten und. poetischen,Welt, sicherlich viel, Aufsehen machen wird, aus Anordnung der Akademie in der Bibliothek derselben aufgestellt wurde. Genehmigen Sie ^e Verficheruntz meiner besondern Werthschätzung.׳ Ml Plusnier; '' u Wien׳, ÄL^ Dezemher. Von den ansehnlichen Geschenken, welche! unlängst der hier »euerbauten Synagoge, als auch von eipemsp,nbrf - kannten den Armen gelnacht wurden, haben Sit-chol schon aus den Zeitungen erfahren; ebenso überflüssig erscheint eS mir, Ihnen sagen zu müssen, daß diese bedeutende Summe würdig vertheilt werden wird. D<!für bürgen wol die Name« Unserer Vertreter. Zn dieser Beziehung ist' aber vou der Gemeinde PreßburgS ein recht artiges Geschichtchen erzählt.!Daselbst besteht seit einigen Jahren ein Verein ״L)!>r Dallim." In allen Synagogen wurde für diesen Verein gespendet, und ejnige wohlthglige Menschen machten es sich zur Aufgabe, alljährlich Sammlungen zu veranstalten, deren Erträgnisse diesem Vereine zugewendet wurden. Mit Hilfe derselben ward eS möglich, wöchentlich 40 arme Familien mit Brod. Holz^ Kartoffeln nnd Hülsenfrüchten reichlich, zu unterstützen. Weil nun dieser Verein von den ״Vertretern" unabhängig war , so 1042 sann man auf״ejtt Äittelchen, denselben sterben zu lassen. Htkr iPrediger Fischmann-daselbst mußte die Mildthätigkeit der Preßburger in der Synagoge anrufeü, was er auch in bester Absicht .und nichts Arges wähnend, that. Es wurde eine große Sammlung eingeleittt. angeblich für den Verein ,,Osei!dallim"; doch kaum hatten sie die Summe von nahezu 1600 fl. beisammen, so wurde dieselbe auch.schon nach Gut« dünken verwaltet: arme Familienväter bekamen wöchentlich 30—50 kr., alte Witwen 30—40 fr.; den Rest vertheilte man ״würdig" s 5—10 fl. unter die frommen Lerner. Daß man um diesen Preis gern ein Ben Thora heißt, ist leicht begreiflich. Ueberhaupt ist hier die Thora längst eine Aboda (ein Geschäft) geworden, weil man dafür Gemiluth Chaßadim zu erwarten hat, Den Verein ״Oser Dallim" ließ man sterben an Entkräftung. In gleicher Weise wird in Preß bürg vorgegangen, wenn die Preßburger in Wien Geld nach Preßburg schicken. Bei meiner jüngsten Anwesenheit daselbst versicherte man mir, daß an die dürftigen Armen das Wenigste, an die ״Lerner" Alles komme. Von Preßburg nach Galantha gelangt man mit der Bahn, worüber ich die Leser dieser dieser Blätter nur deshalb belehre, weil auch ich bis dahin und von dort aber zurück nach Wartberg mußte, um den für die Kultusgemeinde Mayendorf zu installirenden Rabbiner, der aus BaSvär hieher,berufen wurde, zu empfangen. Fähnlein mit jüdischen Aufschriften sah man in Masse, verstehen konnte man aber weder den Herrn Rabiner, noch die ״Aufwartenden" so groß war die Unordnung. - Ein Wort aber hörten wir deutlich und vernehmlich: Schalom l Möge es in Israel zurSLahrheit werden. Zum Schluffe meines Briefes sei noch, eines Geschenkes erwähitt das die Preßburger erhalten haben : das ״A Hendl and". Diese Zeitschrift zitirt Aufsätze über Preßburg aus dem ״B. CH." Was nützt eS nun dem Preßburger Kasino-Vorsteher, daß das dortige Kasino den ״B. CH." nicht halten darf, weil man in demselben über Preßburg lesen könnte, wenn das ״Abendland" diesen Schachzug vereitelt? Uebrigens geht man jetzt in Pretzburg um, für die nächste Wahl des Kultusvorstandes das ״Skrutinium" einzuführen; der Erfolg wird zeigen, ob eS Ernst damit gemeint sei. , ■/ Wien, 21. Dezember. Herr Jos. Schulhof hat dieser Tage folgendes Schreiben erhalten: ״Indem ich wegen angeblicher Anhäufung Ihrer Privatgeschäfte die Gründe Ihres Ansuchens um Enthebung von Ihrer aktiven Anstellung als General-Inspektor meiner Domänen in Erwägung gezogen; finde! ich mich mit Bedauern bewogen, derselben Folge zu geben und Ihnen zugleich für .die ausgezeichneten Dienste, die Sie bei Einführung der Verpachtung meiner Domänen sowol, als auch die Sle seit drei Jahren meinem. Hause mit besonders beharrlichem Fletße, mitThätigkett und wahrhaft bezeugter Bereitwilligkeit und Anhanglichkelt un meine Person׳ und׳ Familie leisteten , Ihnen meinen warmen Dank auszudrücken, Uebxigens behalte ich mir vor, Ihre ökonomischen Kenntnisse, Einsichten und Ihre Geschäftsroutine erforderlichen Falls auch in Zukunft in Anspruch zu nehmen, und ersuche Sre, den Titel eiqsS- Aene^a.l-Insprft0HSbeizubehalteu, den. Sie auch für die Zukunft zu führen berechtigt sein sollen,׳ Wien, am 14. Dezember! 1844. - ׳ W /:!;,:'!v. : Paul Fürst Esterhazy w, p. Is. Szegpdin, 25. Dezember, Die Spenden zu der von dem Frauenverein zu veranstaltenden WohlthätigkeitS-Lotterie haben bereits in erfreulicher Weise ihren Anfang genommen. Bereits über hundert Grnrinnstücke find yorräthig. Die Bekleidung der armen Schulkinder findet morgen statt. - . Arad, 18. Dezember. Die Nachbemerkung Ihres Ll.-Korrespondenten zum Berichte über den hiesigen Frauenverem ist dahin zn berichtigen, daß es kaum einer mündlichen Erwähnung, geschweige denn einer öffentlichen Erinnerung nöthig hatte, als schon bei der in jüngsten Tagen abgehaltenen Generalversammlung erwähnten Vereines einstim»