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Ben Chananja · 1864-12-21 · 51 (21.12.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
51 (21.12.1864)
Date
1864-12-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1035 1036 treue Israeliten und loyale LandeSunterthanen heran» bilden zu können. Ist dieses Ansuchen nicht das größt, ArmuthSzeugniß für das 19. Jahrhundert? — oder würde dann nicht mit Fug und Recht be- Hauptet werden können: Die ״Wiener Kirchenzeitung" sei das offizielle Organ des ungarischen orthodoren ZudrnthumS? Umsonst wird man diesen in den Annalen der jüdischen Geschichte vereinzelte» schrecklichen Chillul Ha-Schem den nnterschriebenen Personen in die Schuhe schieben wollen; haben doch, wie ich von glaubwürdigen Männern erfahre, mehrere von ihnen erst aus dem ״B. CH." den Inhalt ihres Gesuches erfahren, wodurch sie sich solch eine berechtigte Unsterblichkeit erworben, sowie es nachweislich ist, daß von manchen Rabbinen die Unterschriften zu den Petitionen mittelst Bögen in oartn blauon gesammelt wurden; und es anderseits Thatsache bleibt, daß unter den hundert Anti-Seminar-Rabbinen Namen figuriren, deren Träger vielleicht Schächter, aber keine angestellten Rabbinen find. Aber auch angenommen, daß es mit diesen Unterschriften seine Richtigkeit hätte, und angenommen, eS gäbe znSaroS, SebeS, P. Neudorf anstatt SO — der Frommen auch 150, und angenommen auch, die Thätigkeit der Szikßüer und St. Peterrer Rabbinen bringen die Unterschriftenzahl sogar auf mehrere Tausend, so entsteht doch dir Frage: wann wurden solche Angelegenheiten im Wege der Abstimmung entschieden? — Oder ist vorliegende Frage, weil die wahnwitzige Orthodoxie mit dem gesunden Glan benSgeiste nicht in Eintracht leben will, analog,mit jenem Falle, wo auf Ausspruch von 100 Rabbinen eine Ehe auszulösen sei, wenn die Geisteskrankheit der Gattin nachgewiefen wird? — Diese Rabbinen haben wahrlich die nächsten Konsequenzen dieses 8llSrs§6 univörssl nicht berechnet. Sie haben es übersehen, daß, wenn die von ihnen sogenannten Neologen zur Unterschriftensammlung auffordern sollten, diesen viel mehr schön-und richtig schreibenden Federn zu. Gebote stehen würden. 8. ,S. A. Üjhely, 24. November. Das MajestätSgesnch des . Herrn JesaiaS Benedikt, Oberrabbiner im Szabolcser Komitat. in An- ^gelegenheit des Rabbinerseminars hat bei unseren orthodoren Rabbinen . nicht geringes Erstaunen erregt und müssen wir diese Petition, wenn . nicht als unecht, doch als in keiner Beziehung zu den 7 orthodoren Rabbinen stehend, bezeichnen. Herr Oberrabbi Löv dahier, welcher den Bestrebungen des ״Ben Chananja", insbesondere soweit fie! die geistigen Interessen der ZsraeliteN kUngarnS betreffen, seine ganze Aufmerksamkeit widmet , zeigte sich in unserer Gegenwart nicht wenig über die sonderlichen Wünsche des Herrn Benedikt überrascht und stellte derselbe sowol seine Mitwiffen- .schaff,an diesem MajestätSgesuche, wie die unserer Orthodoren überhaupt in Abrede. In der That kann ein Sflann wie Löv für, das romantische Treiben unserer Neuorthodoren ebenso, wenig verantwortlich gemacht werden, wie für die abenteuerlichen Einfälle' eines Rabbiners und wird derselbe eher jeder^ Einrichtung, als chie, wie sie die Petition wünscht, das Wort reden.. Landrabbinate im Schnitte ,Mährens wurden von, diesem,׳.würdige«. Rabbiner/ nie gut geheißen, und wenn derselbe, wie wir mit . Gewißheit verbürgen können, die Würde eines KomitatSrabbinen für Zemplin ,. trotz wiederholter Aufforderung der Behörde, ja seiner>Kollegen in Homonna, Mäd, Kereßtür rc. rc. als ein Freund der Autonomie ablehnte, so!läßt sich mit eben solcher Sicherheitseine Betheiligung an einem Bittgesuch, welches eine siebener Kommission behufs Rabbinatsprüfungen eingesetzt haben will, in Ab« rede stellen. N. Miskolez, U. Dezember. Unter der Atgyde unseres geehrten,. Schuldirektors Herrn Dr. Klein. hat die hier studirende Jugend vor Kurzem einen literärischen Verein — iroMw! kör — gebildet, welcher gestern im Beisein einer zahlreichen Zuhörerschaft, wozu auch das zarte Geschlecht sein Kontingent stellte, seine Wirksamkeit «öffnete. Dr. Klein trug vor: ״Einleitung in die, Geschichte der Juden vom Abschlüsse des Talmud bis zur Blütenperiode der jüdisch-spanischen Kultur von 500—-1027." Herr A. Neubauer: ״Warum ist da» Derhältniß der Schüler zu ihren Lehrern kein intimeres?" Herr Ad. Klein setzte in ungarischer Sprache den Zweck dieses Vereines auseinander und drückte dem Gründer desselben, Herrn Dr. -Klein, für seiy Streben, die Jugend zur Wissenschaft .anzuspornen, des Vereines, innigsten Dank aus. Die übrigen ׳Musenjünger, talentirte Köpfe, berechtigen durch ihre Ausarbeitungen über gegebene Themata in ungarischer, deutscher uno französischer Sprache, von denen ich zeitweise in diesen Blättern Mittheilung machen will, zur Hoffnung uns. einen geistigen Genuß zu bereiten. ׳ •צS. A. Ujhely, 23. November. Trotz - der Skockprügel, welche ein Melamed erhielt,!find .unsere Chadarim noch immer,..nicht leer und haben sich die Musterlehrer des großen Andranges der Schüler wegen nicht zu beklagen, da unsere Chaffidim und Halbchaffidim nun einmal keine, Mathesis wollen, so nennen fie den erweiterten hebräischeu Unterricht, der dermalen in hochdeutscher Sprache und nicht im polnischen Accent von berufstreuen Lehrern an der Schule vorgetragen wird. — Von Moseö Montefiore ist in englischer und hebräischer Sprache soeben an den Vorstand ein Schreiben augelangt, . welches für. das an ihn gerichtete Anerkennungsschreiben der Ujhelyer Kultusgemeinde in warmen Worten dankt. (J Eifenbuvgee Komitat, im Nov, (Schluß.*) Die Opfer- Willigkeit der Gemeinde wird gewiß Niemand in Ahrede stellen, sie dürste hiermit vielleicht vielen Gemeinden noch voranleuchten. Eine indirekte Steuer wie-20 kr. von einer ,Gans .und 6, kr. vom kleinen Geflügel in die Gemeindekaffe!zahlen, eine Steuer» die-die; Mittelklasse und die Armen, die von der Beschäftigung, mit.der .Fette einen Nahrungszweig haben, am meisten betrifft,' und . daher oft mehr als die. Reichen beisteuern, eine Steuer, so. hoch gegriffen, findet man, selten, in einer Gemeinde; aber auch die Armen haben Sinn für die Hebung der, Gemeinde- Institute nnd tragen gerne, ihre-,Lasten. .Es hat daher״ keinen Kampf gekostet, als man gesonnen war. einen. Prediger neben..dem Rabbiner, an- -zustellen, und doch ging sogleich nach׳ der Anstellung! heS Herrn Lichtschein! das Feuer-der Zwietracht auf.!War es der Rabbiner, der .das Feuer anfachte? Nein! Der! Mißgriff in der Person des Herrn. L. war der Zündstoff. Einem Rabbiner-aus,alter.Schule, der,seine Vorträge nicht in rein deutscher Sprache halten kann, gereicht es wol nicht zur Unehre, wenn ihm ein geschulter Prediger zur Seite gesetzt wird, der ihn dieser Funktion überhehen soll,. und es ,wäre sehr, unklug von dem Rabbiner,- wenn er wemi 'ein-Veto 1' entgeg'ensetzte; Man' kann es jedoch einem gewissenhaften Rabbiner, der volle 20 Jahre in der Gemeinde ist . in welcher dessen Barer schon 39 Jahre ehrenvoll als-Rabbiner lebte und wirkte, nicht verargen, wenn er die Kanzel nicht profanifirt sehen, Vorträge nicht anhören ׳will''von einem Solchen, der statt Wahrheit und Frieden zu verkünden, in seinem ersten Auftreten sich schon kompromiltirte, von einem Manne, der gegen die Eitelkeit zu Felde ziehen soll, selbst aber die Eitelkeit und Anmaßung hatte , sich fälschlich den Doktortitel beizulegen und als Doktor sich zu fertigen. Doch hierüber ist nicht mehr zu sprechen, das ist ein faifc accompli, die Lüge hat den Sieg über die Wahrheit davon getragen,'der Rabbiner, der 20 Jahre erprobte redliche Mann wird am 1. April dem jungen Prediger Weichen; man gab sich ".her Hoffnung hin, daß mit dem Fruhlinge auch -der Friede wieder einkehren werde; das Sühnopfer ist ja gebracht, der Rabbiner ist gefallen. Da ward die Gemeinde überrascht von.dem ״Ereigniß" mit der *) S. vorige Nummer.

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