Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 51 (21.12.1864)
- Date
- 1864-12-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1037 Lehrer-Episode. an die der Rabbiner doch nicht den mindesten Antheil hat, und die noch traurigere Erfahrungen in Aussicht stellt. Wer möchte einem Borstande eS verargen wollen, wenn er einen untauglichen Lehrer entläßt? Die Schule, die Pflanzstätte der künftigen Generation, ist das wichtigste Gemeindeinstitut, und die Pflicht des Vorstandes ist es, mit aller Sorgfalt darüber zu wachen; hier darf auf das Individuum, wenn es wirklich nicht entspricht, keine Rücksicht ge. uommen werden. Ist aber Herr Grünhut entlassen worden, weil er vom Vorstande als untauglich befunden wurde? Nein! nur weil Herr Lichtschein beim Vorstände die Anzeige machte, daß Herr G. schon zwei Tage die Schule vernachlässigte und darauf drang, ihn nicht mehr zum Unterrichte zuzulaffen, worauf der Vorstand auf die augenblickliche Entlaffung bereitwilligst einging, um den Gehalt für die letzten zwei Monate des Semesters zu ersparen. Und doch war es nur Herr L. der Prediger, der Direktor, der Oberlehrer, der seinem Kollegen den freundschaftlichen Rath gegeben: er möge, wenn er seinen rückständigen Gehalt erhalten will, aus der Schule auSbleiben, dann werde er für ihn dem Vorstande Vorstellungen machen, und eS wird alles sogleich geordnet werden. Herr Grünhut ist das zweite Opfer der Kabalen des Herrn L. dieser ist als Direktor ebenso edelmüthig und wahrheitsliebend aufgetreten, wie als Prediger. Ts handelt sich aber da weder um den Rabbiner, noch um den Lehrer, sondern um die Gemeinde selbst, die im Grunde der leidendste Theil bei solchen Vorgängen ist; sie wird durch die Konflikte, die oft schweres Geld kosten, am meisten ins Mitleid gezogen, sie leistet über die Massen und die Institute verfallen doch; sie ist opferwillig und steht doch durch ihre Zerklüftung anrüchig in der Welt. Sollte ein ehrsamer Vorstand die Interessen der Gemeinde bei gutem Willen nicht besser wahren und fördern könne»? Wäre es nicht rathsamer, nach eigener fester Ueberzeugung die Zügel in der Hand zu halten, als sich in'S Schlepptau eines jungen unerfahrenen, ungeschulten Lehrers und Predigers nehmen lassen? Sollte der Vorstand nicht mehr im Sinne seiner Mandatgeber, als nach den eigenen Intentionen das Gemeindeschifflein lenken? Bisher haben die Gemeindeglieder noch immer gerne ihre Giebigkeiten, so drückend sie auch sind, eingezahlt; eS würde sich aber sehr traurig gestalten, wenn sie aus Erkenntniß, daß bei allen Opfern doch eine Zerfahrenheit und Zerrissenheit in den Kultusangelegenheiten stattfindet, bei aller Anstrengung doch nur ein Gespötte in jüdischen wie in christlichen Kreisen zu sein, renitent würden und die Lasten nicht mehr tragen wollten, und die Gerichte sie erst eintreiben müßten 11211 שימ1 לב□ עלית עצו. Z— Kurze literärische Nachrichten. 40. Die Grundlehren des JndenthumS und die Naturwi ssenschaft. Predigt, gehalten am Vorabend des VersöhnungSfestes, von Dr. Ä. Treuenfels, Rabbiner. Stettin bei Fr. Nagel 1863. Obschon diese Predigt bereits vor beinahe einem Jahre erschienen ist, erlaube ich mir doch, die Aufmerksamkeit der geehrten Leser des ״B- Eh." auf sie zu lenken, da das darin behandelte Thema ein allgemeines und dauerndes Interesse beanspruchen kann. Die etwas befremdende Wahl des Thema'S zu einer Jom Kippur-Predigt findet in dem in der Vorbemerkung angeführten Umstande ihre Rechtfertigung, daß zur Zeit jenes heiligen Festtages in Stettin «ine Versammlung der Naturforscher nd Aerzte tagte, in welcher einige neuere Theorien der Naturforschung - . ' ' י יי Szegedin, Selbflorrlag der Redaktion. 103S demonstrirt wurden, welche alle und jede Religion über den Haufen zu werfen schienen. Ts galt daher, den frischen Eindruck, den jene öffentlichen Verhandlungen auf viele Zuhörer gemacht hatten, zu paralyflrett, und so war diese Predigt wahrhaft ein 121 בעתו• Der Redner hebt darin fünf Grundlehren des JndenthumS hervor, nämlich: das Dasein Gottes , die Einheit Gottes und seine Herrschaft über die Natur, die Geistigkeit und Freiheit des Menschen, die göttliche ׳ Gesetzoffenbarung und die Einheit des Menschengeschlechtes, welchen Grundwahrheiten er einige der Irrlehren gegeuüberstellt, mit denen sie manche Vertreter der Wissenschaft, so namentlich der Astronomie, der Physikder Phystologie, der Chemie und der Anthropologie zu bekämpfen wähnen, und zeigt mit begeisternden Worten die Geist und Herz befriedigende Kraft unserer Gotteslehre und ihre Herrlichkeit jenen Wissenschaften gegenüber, deren Bedeutung fürs Leben und für die Entwicklung des MenschengeisteS auch der Redner, übrigens gebührend zu würdigen weiß. Bei dem großen Umfange des zn behandelnden Themas wird natürlich Niemand eine ganz erschöpfende Behandlung desselben in einer Predigt erwarten; aber in -diesem engen Rahmen hat der Redner seine Aufgabe musterhaft gelöst, und wie diese Predigt ohne Zweifel auf alle Zuhörer einen erhebenden Eindruck gemacht, so wird sie Niemand ohne Befriedigung lesen.M. M. DeflfeiUftdjer Dank. Die Gefertigten erfüllen eine angenehme Pflicht, indem sie dem Herrn Dr. Philipp Herzl für die Heilung ihres Kindes, welches einige Tage nach seiner Geburt gänzlich erblindete, hiermit ihren ergedenen Dank ausdrücken. Die unermüdliche Hingebung, mit welcher Herr Dr. Herzl die Heilung vollzog, wird ihm Gott der Allmächtige lohnen. Szegedin, 19. Dezember 1864. Farkas Silber. Julie Silber. Inserate. Konkurs. An der hiesigen Meisel-Synagoge ist die Stelle eines Kantors mit welcher ein Solair von 600 fl. ö. W. jährlich, nebst einer Wohnung und den üblichen Emolumenten verbunden ist, zu besetzen. Geeignete Bewerber, die den bereits eingeführten Chor zu unterrichten nnd zu leiten verstehen, wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse über Befähigung und bisherige Verwendung in diesem Fäche, unter der Angabe, wann sie zu einem Probe-Vortrag hier eintreffen könnten, bis 31. Jänev 1863 an den gefertigten Vorstand wenden Reisekosten werden nur dem Angestellten vergütet. Prag, 18. Dezember 1864. Der Vorstand -er Meisel-Synagoge : Veit A. Wien. Im Verlage von M. E Löwy's Sohn Buchhandlung, KönigSgaffe Nr. 2 in Pest ist soeben erschienen: שער השמים הוא סדר הפלות מכל השנה Die Himmelspforte. Tägliche Gebete der Israeliten für das ganze Jahr mit einer gediegenen deutschen Uebersetzung von Dr. Klax Letieris. Nebst einem Anhänge von der Bedeutung der Feste und dem gottesdienstlichen Gebrauch nnd Herkommen. Preis nett gebunden 1 fl. österr Währung. Auch sind daselbst feine Bände in Seide und Sammt, wie auch mit echtem Silber beschlagen, stets vorräthig. ,(3—3) Leipzig, Lommisfions-Verläg von Franz Vagurr. Druck von Sigmund Burger in Szegedin.