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Ben Chananja · 1864-12-21 · 51 (21.12.1864) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
51 (21.12.1864)
Date
1864-12-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1027 de la Victoire ein Hotel hatte, und seine einzige Tochter taufen ließ, damit sie den Kanzler Mätthibu Mols heiraten könne; solchergestalt stammte der Graf Molä, Justizminister unter dem ersten Kaiserreiche und Präsident des MidisterratheS unter der Juli-Regierung, durch seine Urgroßmutter von einer jüdischen Familie ab׳ Graf Mols war in Gemeinschuft mit den Herren PaSquies und PortaliS׳ Kommissär bei der Berufung der Notablen und des Sanhedrin im M'el de ville von Paris während der Jahre 1806 und 1807. Es haben sich wol einige Traditionen theils in der Bezeichnung gewisser Straßen, theils in der Volksüberlieferung erhalten, welche einigen kleinen Kapellen oder kleinen Kirchen einen jüdischen Ursprung aus der Zeit des ersten Aufent- Haltes unserer Glaubensgenossen in Paris zuschreiben. Diese erste Ansiedlung reicht bis znr Besetzung durch die Römer hinauf, indem die römischen Legionen die Gewohnheit hatten, des Handels oder der Verpflegung der Armee halber, Juden mit sich zu führen. Es wird mir vielleicht, mein theurer Sohn, später möglich sein, die Dokumente dieser ersten Epoche zu sammeln; jetzt will ich mich blos auf die Gründung der zweiten Gemeinde, die kaum auf hundert Jahre zurückreicht, beschränken. (Fortsetzung folgt.) Zur Helchichte der Meu iu Überreich Von Dr. Carmoly. L. A. Frankl, L. Löw, S. G. Sterns I. Wertheimer, G. Wolf und M. Zipser haben über die österreichlschen Juden in den neueren Zeiten lehrreiche Blätter geschrieben, Ihre schönen Arbeiten zu ergänzen oder zu erklären, ist die Ausgabe folgender kurzer Notizen. 1. Mardechai Jaffeh -er keltere. Von der allgemeinen Verbannung der Israeliten auS Wien im Jahre 1670 war der Vorsteher und Hoffaktor MardechaiJaffeh, genannt Schlesinget, allein ausgenommen. Er war wegen seiner Rechtschaffenheit und Großmuth allgemein geschätzt und beliebt, und durfte seine Geschäfte für den Hof und den Staat wie vorher ungestört fortsetzen. Dieser edle Geschäftsmann starb keines natürlichen Todes und wurde nicht in Wien begraben, sondern ermordet und in die Donau geworfen. In einer kleinen Schrift, betitelt: Wunderbare Neuigkeiten vom türkischen Rumor und der Belagerung von Wien') wird dieses traurige Ende des würdigen Markus Schlesinger so erzählt: Im Monat November 1683 befanden sich mehrere angesehene Juden in Wien, als Model Haas und Elias ־ בלעגירנש (יu1־N חרושים נפלאים סון טירקשן רמור דיא שטאט דין בשנת המי׳ ג פראג ע׳״י המחוקק חר״ר יוסף ב הר״ר יהורה ב״ק דל חמ״ד. 1028 Offenheim aus Frankfurt am Main; Perez SchmelkcS und sein Söhn Metr aus Prag. Mardechai Jaffeh reiste mit ihnen und mit Behrl Süttwil aus Wien Freitag Vdn 1M-Wvember nach NikolSburg, um dort das'Neujahr zu feiern.'Allbin sie waren kaum in Klosterneuburg angelangt, als sie in das polnische Lager geriethen, und von den Soldaten, die dem Kaiser Leopold zu Hilfe gegen die Türken gekommen waren, ermordet und beraubt wurden. Denselben Tag kamen-einige polnische Juden mit Branntwein ins Lager und fanden, die sechs Ermordeten. Da es aber zu spät war, sie noch vor SamSlag zu begraben, so wurde Mardechai Jaffeh« und Behrl Sauwilj die an der Donau lagen, vom Wasser fortgerissen, und nur die vier übrigen nach Ausgang des Sabbaths begraben. 2. Wolf Jaffeh nu- Löwel Sinzheim. Wolf Jaffeh, der Sohn von Mardechai Jaffeh, führte, wie sein Vater, den Beinamen Schlesinger. Er soll durch seinen Kredit und jenen des Löwel Sinzheim dem Staate bedeutende Anleihen verschafft, vieles zur Aufnähme der orientalischen Handels-Kompagnie, des Quecksilberverschleißes, zur Vervollkommnung der Wollenzeugfabrik in Linz, zur Gründung des Arnrenhauseö in Wien u. s. w. beigetragen haben, in welcher Rücksicht auch seinen Nachkommen die Duldung in Wien von Zeit zu Zeit verlängert wurde. 2) Löwel Sinzheim warein reicherBanquierin WormS, der später vom Kaiser Karl VI. nach Wien berufen wurde und dort den 5. Juni 1744 starb. In seiner Vaterstadt hatte er ein Beth Ha-Midrasch oder Lehrinstitut für den Talmud gegründet 2) und die sogenannte Raschi-Synagoge, die 1689 von den Franzosen zerstört wurde, wieder Herstellen lassen. 4) 3. Samuel Oppenheim und Samson Wertheim. Zwei andere Banquiers von WormS, Samuel Oppenheim und Samson Wertheim, wurden vermöge Kammerpäffen im Jahre 1677 als Hoffaktoren auf unbestimmte Zeit angenommen. Der Aufenthalt in Wien wurde ihnen im Jahre 1685 und 1695 verlängert. Beide verdienen als Muster der Menschenliebe und Wohlthätigkeit aufgesteüt zu werden. Besonders haben sie für die Religionsgenoffen gemeinnützig gewirkt. Außer den bekannten Wohlthaten, wird noch in einem Schriftchen, das den Titel: Ein schönes neues Lied von Ofen^) führt, erzählt, daß Samuel Aus einigen Familienschriften. Siehe: Die vaterländischen Blätter. Memoirebuch der Synagoge von Worms. Artikel Lob Sinzheim; אססקילריא המאורה. Fürth 1776 in Fol. *) Memoirebuch der Synagoge von WormS,!bis.; שות אבו ׳השה□ N. @. A. von David Oppenheim. איין שין נויא ליר פון אובן פה פראג סמ״ח ע״י בני ף ה״ר יהודה -ב״ק מהוקק.

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