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Ben Chananja · 1864-12-14 · 50 (14.12.1864) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
50 (14.12.1864)
Date
1864-12-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1009 1010 gewürdjget worden. ״ES ist", sagt er, ״gewiß schon eine staünenerregende Erscheinung, während der Perserherrschaft in der Nähe der hafenreichen Küste mit ihren vielen durch Handel und Schifffahrt unglaublich zahlreiche Bevölkerungen nährenden Städten, deren durch Kriegsunternehmungen und mächtige Kolonien beständig nach dem Westen hingelockte Bewohner durch neue vom Osten eindringende Schaaren ersetzt werden mußten, es ist, sag ich, eine Staunen erregende Erscheinung, in diesem Lande der Bewegung und des MenschengedrängeS eine Stadt, wie Jerusalem, anzutreffen, welche, von wenigen Kolonisten gegründet, von gelehrten Männern den erhabenen Grundsätzen einer grauen Vorzeit gemäß regiert, an Größe und Bedeutung rasch zunehmend, bei der weitesten Aussicht in fremde Länder und eigener TheilnahMe an dem vielbewegten Leben der Umgegend ihre eigenthümlichen Sitten und Einrichtungen, ihren bestimmten Charakter und ihre hervorstehende Art behaupten konnte. Noch größeres Erstaunen erregt es, daß ihr auch in den Wirren der griechischen Zeit ihr Erbe aus alter Zeit, ihr eigenes Besitzthum nicht verloren ging. Man wird sagen dürfen, in den hundert Jahren zwischen Esra und Alexander sei auf festen Grund ein wolbewahrtes und den Stürmen von Außen trotzendes Gebäude priesterlicher Herrschaft erbaut worden; dabei aber muß man doch gestehen, daß die geistigen Güter der israelitischen Gemeinde durch eigene Kraft und Hoheit dauernd.ern Schutz und fester« Bestand fanden, als äußere Mittel in der Zeit der Umwälzung zu geben vermocht en." (Die Bewohner Palästinas 409.) Die Quelle aller dieser geistigen Güter war das göttliche Gesetz, dessen; Kenntniß und Beobachtung durch fleißige Belehrung aus demselben nachdrücklichgefördert wurden.; Der in letzterer Beziehung stattgefundene Umschwung thut sich schon in der Sprache kund: s2!1 heißt nunmehr nicht nur verstehen, sondern anch verstehen machen, erklären. Allerdings wird die Hifilform ^2 auch in älteren biblischen Schriften faklitiv oder causativ gebraucht (Jesaj. 28, 9); ׳ in dem großen Geschichtsbuche unserer Wendung ist aber 9j־! stehender Ausdruck für die Erklärung der Schrift, - und nicht :Chachamim, nicht Soferim, sondern Mewinim heißen diejenigen, welche der Gemeinde die Schrift erklären. Der •.■מבון wird als Lehrer dem Schüler, "!תילכד, entgegengesetzt (1 Chron. 25, 8.)! •׳. . Der ältere.Hebraismus kennet für ״Erklären" ״Erläutern" ein eigenes Verbum : "1X2, welches nur im Deuteronomium und :bei Habaknk vorkommt (5 M. 1, 5. 27, 8. Hab. :2, 2.) Die Grundbedeutung dieses Zeitwortes . ist, wie ב^ר— - Brunnen.:beweist:,; g r a d en, e in g ra b en- 10) Ne hem. 8, 7. mit dem Accnsa'iv, 2 Chron. 35, 3 mit dem Lamed konstruirt. Brgl. auch Dan. 10, 14. 11, 33. In diesem Sinne gebraucht eS Habaknkr ״Schreibe die Offenbarung und grabe sie auf Tafeln ein!"") Der Hebräer hält demnach das Erklären gegebener Worte und Sätze für ein Graben nach dem richtigen Sinne derselben. Dieser Sinn lieg! ihm nicht auf der Oberfläche, vielmehr muß er erst ergründet werden: ״In die Tiefe mußt du steigen, soll sich dir das Wesen zeigen!" Dieselbe Anschauung liegt nicht nur der fast gleichlautende Wurzel ">12, — ב1ר Grube, Zisterne; בור forschen, erforschen, (Kohel. 9, 1.) — zu Grunde, sondern auch der Wurzel "ION—graben, erforschen.So geläufig nun auch diese Anschauungen dem hebräischen Sprachgenius sind, so hat doch der Sprachgebrauch in der vor uns liegenden Zeit das alte 2אר fallen lassen, und בין zur stehenden Bezeichnung der Schriftauslegung erhoben. Die Mewinim,. oder Ausleger des göttlichen Wortes und Lehrer der Gemeinde aus dem göttlichen Worte sind die Borg äug er der Rabbinen, oder die eigentlichen Begründer des Rabbinerthumes in derbiblischen Zeit. Den Mevinim war nach der ganzen Richtung der Zeit auch die Gerechtkgkeitspflege übertragen. Besoldet wurden sie weder als Richter, noch als Lehrer, wofern sie nicht als Priester oder Leviten gewisse Gebühren und Deputate bezogen. Welche Dimensionen das Studium der Schrift nunmehr annahm, beweisen folgende Aussprüche Sirachs: ״Wer die Kraft seines Geistes anstrengt, um über das Gesetz des Höchsten nachzudenken, der forschet nach der Weisheit aller Alter׳ und verwendet seine Muße dazu, die Weissagungen zn studiren. Er merket auf die Erzählungen berühmlec Männer, und sucht in den dunklen Sinn der Weisheitssprüche cinzudringen. Er forschet nach den in den Sprüchwörtern verborgenen Lehren und verweilet lange bei räthselhaflen Gleichnissen... Er (Gott) selbst leitet seinen Rath und seine Wissenschaft , und den Sinn seiner Geheimnisse schließt er ihm auf." (39. 1—3. 7 ) Hier könnte man an die Geheimnisse der Weltleitung, oder der providentiellen Weltregierung denken (Vrgl. B. d. WeiSh. 2, 22.) Sirach spricht aber auch von der unergründlichen Tiefe des Gesetzes: ״Alles dies gewährt das Buch des Bundes mit Gott dem Hochsten, daö Gesetz, welches MoseS geboten zum Erbe der Gemeinde Jakobs. Es erfüllt Alles mit Weisheit, wie der Phison und wie der Tigris u! den Tagen des Frühlings. ES fließet über von Klugheit, wte der Euphrath und der Jordan zur Zeit der Ernte. Es strömet Belehrung aus, wle ein Licht, und wie der Gihon zur Zeir der Weinlese- Der erste Mensch hat sie nicht vollkommen erkannt, und der letzte wirb sie nicht vollkommen ergründen. Denn ihre Gedanken sind tiefer, als das Meer, nnd ihre Rathschläge unergründlicher, als der große Abgrund." (24, 22-27.) ES dürfte angezeigt sein, in dieser Schilderung die Annahme der Mehrsinuigkeit der Schrift vorauszusetzen. Daß das Studium bereits viel Zeit forderte, beweist der Spruch: > , “) Die alten Versionen nehmen ->82 auch hier, im Sinne des Erkläre,lS, ErlänternS. Tharanm: Sept.: im Deuteronomio a. a. O.:

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