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Ben Chananja · 1864-12-07 · 49 (7.12.1864) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
49 (7.12.1864)
Date
1864-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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997 998 trage berufen. Tr Hat auch hier allgemeinen Anklang gefunden. Der Aufnahmsakt war eklatant: unter 60 Wählern fand sich keine einzige Stimme gegen ihn. Wie konnten aber die Wahl nur durch schwere :Opfer von unserer Seite erzielen. S. A. Ujhely, 83. November. Zur Berichtigung der in Nr. 46 des ״B. CH." von hier gebrachten Korrespondenz übergeben wir hiermit den freundlichen Lesern Ihres geschätzten Blattes eine nach den einzelnen Klaffen geordnete Zusammenstellung des Schülerkontin- -genis der hiesigen Mnsterhauptschule, verglichen mit dem jüngst abgetan« fetten Schuljahre. Im Schuljahre 1864-1865 sind in der Unterklasse 80 Knaben, 46 Mädchen; in der 1. Klasse*) 18 Knaben, 88 Mädchen; in der 8. Klasse 80 Knaben, 33 Mädchen; in der 3. Klasse 17 Knaben, 33 Mädchen; in der 4. Klaffe 13 Knaben, in Summe 88 Knaben, 183 'Mädchen, zusammengenommen 311 Zöglinge. Im Schuljahre 1863—1864 waren in der Unterklasse 18 Knaben, 70 Mädchen; in der 1. Klaffe 30׳ Knaben, 30 Mädchen; in der 3. Klasse 84 Knaben, 39 Mädchen; tu der 3. Klaffe 18 Knaben, 19 Mädchen; in der 4.Klasse 14 Knaben,- somit 104 Knaben, 167 Mädchen; zusammen 371 Zöglinge. Es ergibt sich hieraus in diesem Schuljahre ein Minus von 16 Knaben und 44 Mädchen, in Summe also 60 Zöglinge, trotz des neugeschaffenen erweiterten hebräischen Unterrichtes. Die zahlreichen hiesigen Winkellehrer setzten diesem Unternehmen anfangs gewaltige Konkurrenz entgegen,, daher auch die aus den Zeitungen bekannte, am 14. d. mit großer Energie ausgeführte behördliche Maßregel zur Sperrung der konkurrirenden Minkelschulen gerade Heuer in Szene gesetzt ward, wodurch nicht wenig חילול השם und der hiesigen Musterhauptschule um so mehr Feinde geschaffen wurden. Die bei den gedachten Melamdim untergebracht gewesenen Hunderte von Kindern streifen gegenwärtig scharenweise in den Gaffen herum ohne Neberwachung, ohne Unterricht!!! Dem erweiterten hebräischen Unterrichte, hier allgemein Cheder benannt, wollen die guten Leute ihre Kinder doch nicht anvertrauen, obschon bie Zöglinge in demselben auch im ChasoneS durch einen eigens hierzu angestcllten Melamed unterwiesen werden, der ganz nach meschugener Chaßidäer Weise vor dem Abtritlern des Mußaf am jüngstvergangcnen Rosch-Haschana-Feste ״chamesch Tevilot" gehalten hat. ״Chwal al dawdin!" E. Gyula, 1. Dezember. Die alte Erfahrung, nach welcher die Schriftgelehrten den Frieden in der Welt vermehren, hat sich auch bei uns bewährt. Der ehrwürdige Rabbiner Barach von Topolya ist als Friedensbote in unserer Mitte erschienen. Wirren und Prozesse haben ihr Endziel erreicht, fortan wird hoffentlich Eintracht in unserer Gemeinde wohnen. Jägevndorf, 15. November. Das in diesen sehr geschätzten Blättern bereits angezeigte ״Ioreh Dea-Lerikon" genannt JiSmach Jisrael von Rabbi Jisrael Samuel Rose, nebst dem Kommentar ״Chuke Daath" von Rabbi Iekusiel Hakohen und vielen Erlänterungeu und Znsätzen ebenfalls in lexikalischer Form unter dem ״Olleloth Zewi" von dem Schreiber dieser Zeilen, hat dieser Tage die Presse verlassen. Es bedarf wol, nachdem in den jüdischen Zeitschriften bereits der vielseitige Werth und mannigfache Nutzen einer solchen Arbeit gebührend gewürdigt wurden, keines weitern Wortes hierüber,'und beschränken wir uns daher darauf, den für dieses unter allen den ״Schulchan Aruch" behandelnden Schriften in seiner höchst zweckmäßigen Form (einzig dastchende Werk sich Intereffirenden auf unsere, demselben beigegebene Vorrede, insonders aber auf die^ihm vorgedruckten Approbationen der berühmtesten Rabbinen aufmerksam zu machen. — In wie ferne übrigens dieses in Rede stehende Lerikon durch unsere Zusätze und Erläuterungen *) Knabenklaffen gibt es außer der gemischten Unterklasse 4; Mädchenklaffeu nur 3; ein allgemein gefühltes Nebel!! einen befondern Werth der Vollständigkeit erhalten hat, wollen wir getrösten Mnthes dem Urtheile unparteiischer Fachmänner, die eine so mühevolle Arbeit zu würdigen wissen, überlassen. — Möge daher sich dieses Opus auch diesmal, wie vor 160 Jahren einer freundlichen Theilnahme zu erfreuen haben. Rabb. Dr. M. H. Fiedländer. Die Sabbathgesellschast. 11. Folgender in der S. G. gehaltener Vortrag dürfte geeignet sein, auch das Interesse weiterer Kreise zu erregen. Meine Herren. Die Brochüre, die ich Ihnen Hiermil vorzeige, enthält eine Predigt, deren drastischer Titel folgendermaßen lautet: ״Die Orthodorie ist das einzig wahre Und einzig berechtigte Judenthum." Die Predigt wurde in Butschowitz in Mähren von dem dortigen Rabbiner, Dr. Lipschitz, gehalten, und ist in Brünn bei Beruh. Epstein erschienen (8. 16.) Hören Sie den Schluß derselben: ״Glaubet sicher, m. a. Z. alle finstern Mächte des Mittelalters, die gegen Israel so grausam gewüthet, all die blutigen Verfolgungen fanaiischer Feinde, all die unmenschlichen Quälereien seiner erbarmungslosen Dränger haben dem Judcnthume nicht so viel geschadet, wie dieser innere schleichcnde Feind — das Neformgelichter. Trotz aller scharfgespitzten Pfeile, welche Jahrtausende hindurch ein grimmiges unerbittliches Schicksal gegen das Judenthum geschleudert, stand es doch fest, einig und unerschüttert da, und diese gottlose Ne form Part ei hat es gespalten nud zerrissen. Hasset und verachtet sie daher als עצרת בוגרים, als eine Rotte von Treulosen, von Bösewichten, von Abtrünnigen, von Verräthcrn. Verabscheuet sie als den zur sichtbaren Gestalt gewordenen bösen Trieb, als — d en Satan in Person!" Indem man diesen Zuruf eines jungen Doktor-Rabbinen liest, muß man wirklich staunen, daß die ungarischen orthodoxen Rabbinen gegen die Errichtung eines Rabbiner-Seminars und gegen die weltliche Bildung der künftigen Rabbinen so erbittert zu Felde ziehen. Der Styl des Verfassers der vorliegenden Predigt beweist, daß sich derselbe einige weltliche Bildung angeeignek hat. Und dennoch sprudelt er von einem Fanatismus über, den kaum ein chaßidäischer Rabbi zu überbieten vermag. Sollte die ungarische Orthodorie so viel Menschenkenntniß besitzen, um einzusehen, daß die sanatischen Ausbrüche der jungen.Romantiker Erzeugnisse einrS geheuchelten Eifers find, und einer vermeintlichen Pastoralklugheit ihren Ursprung verdanken? Fast scheint es so! Die Predigt ist vor ihrer Veröffentlichung in einer Synagoge gehalten worden, ohne Indignation zu erregen, da der junge Redner' sonst wol nicht gewagt hätte, seinen Vortrag durch die Presse zu verbreiten. Wie soll mau sich dies erklären? Steht die Gemeinde auf einer so tiefen Stufe religiöser und sittlicher Bildung, daß sie die Aufforderung, Menschen, Glaubensgenossen, Brüder zu Haffen, nicht auf's Tiefste , empört? Die Thora lehrt; ״Du sosist deinen Bruder nicht Haffen in j deinem Herzen"; und eine jüdische Gemeinde hört geduldig zu. indem ihr Menschenhaß gepredigt wird? Gibt es in Butschowitz keinen gebil- ‘ deten Juden, der den Rabbiner gewarnt hätte, diese wuthvoNe Predigt f drucken zu lassen? Oder ist es etwa den Butschowitzern willkommen, daß die tollen Extravaganzen ihres Seclenhirten auch der Lesewelt be- * kannt werden, weil sie hoffen, ihren Rabbiner recht bald an der Spitze irgend einer andern, fanatischen Gemeinde zu sehen? Fast scheint es jo! Die Predigt selbst drischt leeres Stroh, da die Reformen, welche in vielen Gemeinden der österreichischen Monarchie angestrebt werden, fich mit der Unveräuderlichkeit des Mosaischen Gesetzes, die ihnen der Verfasser entgegenstellt, recht wol vertragen. Ohne Vergleich unvcrf zeihlicher, als die Phrasenmacherei, ist die Vermessenheit, mit welcher n

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