Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 49 (7.12.1864)
- Date
- 1864-12-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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995 996 los von dieser Gemeinschaft, der nichts heilig ist, als ihre Pakteiwuth; trennet Euch von ihr, wie in Gefinnung, so in der kommunalen Gemeinschaftl zeiget offenktindig, daß Ihr keinen Theil habet an diesem heillosen Treiben: NOVN jO*)! Pest, 29. November. Auf die Devise der Unparteilichkeit des ״B. CH." Bezug nehmend, gibt Referent der Hoffnung Raum, Sie werden diesen Zeilen um so bereitwilliger die Spalten ZhreS geschätzten Blattes öffnen, als fie im I» tereffe der Wahrheit und zur Abwehr eines unberechtigten Angriffes aus der Feder eines Unparteiischen fließen. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, dem wird es wol nicht entgangen fein, daß die neuliche Attaque des H. Bauer auf den hiesigen K-Korrespondenten des ״B. CH." von persönlicher Animosität eingegeben, die Tendenz verfolgt, R. dem Herrn Dr. Hauser zu degontiren, wie auch seine Lehrtüchtigkeit in Frage zu stellen. Dieses feindselige Vorgehen ist um so unwürdiger, da keinerlei Provokation von Seite des R. vorgelegen, und Herr B. so zu sagen die Feindseligkeit vom Zaune bricht. Herr Bauer scheint nämlich darüber ungehalten zn sein, daß R. vor Kurzem im ״B. CH.- ein Referat veröffentlichte, welches das Wirken des Lehrkörpers an der hiesigen Mädchenschule, wie das Verdienst des Herrn Dr. Hauser um dieselbe vorthcilhafter schildert, und die demselben Lehrkörper gelegentlich der vorgenommenen JahreSprüsung von dem Schulvorstand gespendete Belobung nachdrücklich hervorgehoben hat, was B. als willkommene Handhabe zu gehässigen Betrachtungen und Verdächtigungen erfaßt. Nun mein Herr B. lassen Sie sich dienen, daß Sie sehlge. schossen und Ihren Zweck vostständig verfehlt habe»! Denn Herr Dr- Hauser, dessen persönliche Vorzüge und Verdienste bei kompeteutern Personen, als Sie sind, Anerkennung finden, ist einsichtsvoll genug, um jedwede in Feindseligkeit oder Heuchelei wurzelnde Insinuation von sich zu weisen und zunächst im gegebenen Falle um so mehr , als er wol weiß, daß R. nicht von der hiesigen Gemeinde, sondern von der Regierung angestellt und honorirt ist, mithin ihm keine niedrige Schmeichelei vindizirt werden kann, wenn er dem Verdienste die Krone aufsetzt. Ueberdies übt Rnur seines Amtes, wenn er alljährlich ein Programm über die vorgenommenen Prüfungen veröffentlicht, wie es auch bei Schuldirigenten anderer Konfessionen usuell ist. Auch die Pointe Ihres Epigrammes in Betreff der Belesenheit des R. ist höchst verfänglich, da letzterer unseres Wissens sehr bescheiden und anspruchslos ist und für alles andere eher, als für einen Gelehrten gelten will. Was hingegen die Leistungen des R. an der hiesigen Mädchenschule betrifft, so herrscht darüber in der hierortigen Gemeinde nur eine Meinung und eine Ueberzeugung, daß nämlich R. in Bezug auf Berufstreue und Lehrtüchtigkeit jenem kleineu Häuflein von Lehrern beizuzählen ist, welchem anzugehören Herr Bauer sich wahrscheinlich schmeichelt. Schließlich möge Herr Bsich an das wahre Schlagwort: ״Laß jeden sein, was er ist, so bleibst du auch, was du bist" erinnern, und dasselbe beherzigen, um fernerhin seine AmlSgeuoffen mehr zu würdigen und fie nicht um ihrer unschuldigen Freude willen öffentlich zu verunglimpfen! Josef Braun. J־ Deßprirn, 24. November. Unser Oberrabbiner, Herr Hochmuth, hält wöchentlich den Lehrern zweimal Vorträge über hebräische Grammatik und Bibeleregese. Bei Gelegenheit dieser Zusammenkünfte *) Wir bemerken ausdrücklich, daß der Schreiber dieses Briefes ein frommer Greis ist, der sich um daö Iudenthum viele bleibende Derdienst« erworben hat. Wir haben diesem sehr verehrten Korrespondenten das Wort gegönnt, um zu zeigen, welche Indignation die Angebereien in gebildeten Klaffen Hervorrufen. Daö Band, daß fie mit den nordungarischen Orthodoren verbindet, werden aber die gebildeten Juden Ungarnö nicht lockern, indem fie es für ihre Aufgabe halten, die zurückgebliebenen Brüder durch Lehre und Beispiel auf die Bahn der Kultur zu leiten. Red. wird auch über die Bedürfnisse der Schuie konferirt. Auf feine Ancegung ist soeben ein Talmud-Thora-Verein ins Leben getreten. Ueber- Haupt hat die Schule unter seiner Leitung einen früher nicht gekannten erfreulichen Anffchwung genommen. Herr Vorsteher Rap och steht dem treuen Seelenhirte» getreulich zur Seite, und hilft alles Schöne und Gute realiflren. Die Synagogenweihe wird nächstens gefeiert werden. Stuhlweißenbnrg, 26. November. Es ist wahrhaft betrübend für den Freund des Fortschrittes, noch gegenwärtig so häufig auf Zerklüftungen in solchen Gemeinden zu stoßen, von denen man mit Recht voraussetzen sollte, daß der geistige Aufschwung in ihrer Mitte bereits gesichert ist. Und doch hört man fast täglich von beslagenswerthen Zwistigkeiten, die ursprünglich dem Anscheine nach sehr unbedeutend. mit der Zeit aber oft große Dimensionen annehmen, wobei nicht selten die Behörden angerusen werden. Hier streiten sich die Parteien um ein Gitter, dort um den Almemor; hier wird ein zeitgemäßer geregelter Gottesdienst gewünscht, dort perhorreszirt; überhaupt ist eS zumeist die innere Einrichtung des Tempels und des Gottesdienstes, von welchen der Streit seinen Ausgangspunkt nimmt. Wie verhält sich aber der Rabbiner gewöhnlich solchen Streitfragen gegenüber? Nur dort, wo ein wahrhaft gebildeter, dem zeitgemäßen Fortschritt huldigender Rabbiner wirkt, gehören selbstverständlich derlei Differenzpunkte zu den seltensten Ausnahmen; wo dies aber nicht der Fast ist, dorr steht leider nur zu oft der Rabbiner an der Spitze der Reaktion, deren Schöpfer er nicht selten ist. Wem sollte es hier nicht noch im frischen Angedenken sein, daß Guggenheimer der Deputation gegenüber, die sich nach Auffee verfügte, um ihn mit dem hiesigen Rabbinate zu belehnen, welches Zipser durch volle 14 Jahre zum besten Gedeihen der Gemeinde bekleidete, und diese ihm den Fortbestand des hier seit vielen Jahren bestehenden Gottesdienstes klar und unzweideutig ans Herz legte, sich vollkommen damit einverstanden erklärte, ja selbst noch längere Zeit während seines Hierseins ihn billigte? Und dennoch, es ist ja dies fast weltbekannt, scheute er sich später nicht, die arge Inkonsequenz zu begehen, daß er den Chor so zustutzen wollte, daß nur ein Zerrbild desselben noch übrig geblieben wäre. Wer bürgt nun der hiesigen Gemeinde, daß fie in der Wahl ihres künftigen Rabbiners — falls seine Reputation ihm nicht vorangeht — nicht wieder so bitter getäuscht und der so theuer erkaufte Friede nicht wieder aus ihrer Mltte verbannt wird? Nach unserer unmaßgeblichen Meinung könnte solchen Zwisten dadurch wirksam und gründlich vorgebeugt werden, wenn jede bemitteltere Gemeinde, die dem Fortschritte huldigt, den Gottesdienst durch Orgel und Chor verherrlichen würde, bevor sie zur Rabbinerwahl schreitet. Abgesehen davon, daß hierdurch der Gottesdienst ein zeitgemäß gehobener, an bestimmte Formen gebundener und geregelter würde, wäre dem Rabbiner ein für alle Mal die Möglichkeit genommen, durch etwaige Ausschreitungen von seiner Seite die bestehenden Einrichtungen im Tempel zn beeinträchtigen, er müßte dann einer entschieden auSgesprochenen Richtung angehöreu und ein Kokettiren nach recht? und links, ein Schwanken zwischen Orthodoxie und Fortschritt, wie dies häufig anzutreffen ist, müßte nokhwendig aufhören. — Ist nun diese nufere ausgesprochene Ansicht allgemeinhiu eine in der Erfahrung begründete, so dürfte fie zunächst von der hiefigen Gemeinde Beachtung verdienen, denn selten ist je ,ine Gemeinde so schwer heimgeincht worden, aber auch selten hat eine Gemeinde mehr Energie, Ausdauer und Willen an den Tag gelegt, wie die hiesige. Hoffen wir daher, daß nnftre Stimme kein leerer Schall in der Wüste bleiben wird. M. Berndorfer. L. J. Groß-Karrizfa, 30. November. In dem Augenblicke, in welchem Sie diese Zeilen lrsen, ist Herr Katschmaroff nicht mehr der Kantor der Szegediuer, sondern unserer Gemeinde. Den guten Geschmack der Szegediuer kennend, haben wir Herrn K. zum Probe»«!-