Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1864-11-30 · 48 (30.11.1864) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
48 (30.11.1864)
Date
1864-11-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2542917-2543121-2543170--3988-2547916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

981 982 meten, welchem Beispiele auch viele kleinere Gemeinden gefolgt sind, wodurch das wahre Jubenthum in diesen Gemeinden tief gesunken, und der Atheismus würde selbst das Heiligste nicht respektiren, wenn dieses nicht von den Landesgesetzen bewacht würde. Seit 1800 Jahren des Erils, wurden die Rabbiner in Israel in Klausen-vulgoJeschiwoth gebildet, denen fromme und gelehrte Rabbinen Vorständen und in denen die Jünglinge, die sich diesem Fache widmen wollten, allen sinnlichen Genüssen entzogen, nur mit dem nötigsten versehen, unter der unermüdlichen Aufsicht ihrer Vorgesetzten ihre ganze Zeit ausschließlich dem Studium der Gotteslehre, und deren Auslegung eifrigst widmeten, wobei sie aber auch das Nothwendigste der profanen Wissenschaften, die zum Verkehre mit der Welt unentbehrlich sind, nicht vernachlässigten. Durch das fromme Beispiel angeregt, wurde das Vertrauen auf Gott und dessen Verehrung der Kulminationspunkt und der Hebel ihrer Handlungen, die edlen tadellosen Gesinnungen, die hier fern vom Treiben der Welt in ihren frommen reinen Herzen tiefe Wurzel gefaßt, sie dann als Rabbiner und Seelsorger zur Ehre Gottes des gesellschaftlichen und staatlichen Lebens zu verbreiten suchten, und die ihnen anvertrante Gemeinde zur Treue gegen das staatliche Oberhaupt anzuhalten. Die aber von Leidenschaft Geblendeten und von Unglauben, der auch deren Religion schädlich werden kann, irregeleitet und von dem Gesetze und der Tradition abgefallen sind jetzt mit dem Projekte einer Rabbinatsschule hervorgetreten, um ihr gequältes Gewissen dadurch zu versöhnen, Rabbinen heranzubilden, die auch die noch Gläubigen zum Abfall verleiten sollen. Wir wagen daher einer Hohen königlichen Hofkanzlei die unterthänige Bitte vorzulegen, Hochdieselbe möge das Projekt verwerfen und unsere Rabbinen wie bisher unter der Aufsicht strenggläubiger Rabbiner in Jeschiwoth heranzubildeu zu lassen, denn das Gegentheil wäre nur ein Ruin des wahren Judenthums. Was die im Programm angeregte Kontrolle des jüdischen Schul- Wesens anbelangt, erlauben wir unterthänigst Gefertigten die Bemerkung, daß der Unterricht in allen Zweigen der Wissenschaft befriedigend ist, nur der Unterricht der Bibel im Urterte und den traditionellen Kommentaren noch vieles zu wünschen übrig läßt und eine Kontrolle nöthig hat. Dieser müßte um den Zweck zu entsprechen dem Oberrabbinen zu Preßburg übertragen werden, der die tüchtigsten Organe zur Ueberwachung erwählen würde, denn diese anderen Händen anvertrauen, hieße Feuer aufs Stroh legen. Sind unsere Gegner anderer Gesinnungen, so können wir nur diese als Jrrreligiöse betrachten, und legen Protest gegen sie ein. In Betreff, wegen Verwendung des Landschulfondes, « so möge hohen Ortes, wo Sitz und Person von wahrer! Gerechtigkeitsliebe durchdrungen ist entschieden werden, wie und auf welche Art, die Zinsen dieses Geldes zum Besten des jüd. Wohles verwendet werden können. — Vom Gefühle der Dankbarkeit durchdrungen, indem wir die Hoffnung hegen, daß die Hochlöbliche Hofkanzlei den Verfall des Judenthums nicht wünscht, sie unsere unterthänigste Bitte wegen Verwerfung, des, das ganze Judenthum untergrabenden Projektes genehmigen wird. Dieses Gesuch wurde uuterzeichnet von: Hirsch Wolf Bezirksrabbiner, Friedman,l Jakob. Koller Josef, Beer N. Löw, Friedmann H. L., Link P., Nllmann Mar, Bauthes Josa, Neimann Israel, Lewin Jsak in Gr. Tapolcsän. Ein zweites Exemplar wurde unterfertigt am 9. März von: Weiß Salamon, Kultusvorstand, Herzfeld Aron, Pallatsch I., Eifer Samuel, Rosenbaum Philipp, Berzeller Wilhem, Weiß L. Moriz, Rosenbaum Jakob, Weiß Samuel, Klein Samuel in B a la ssa- G y a r m a t. Ein drittes Exemplar wurde am 24. März unterfertigt von: Rosenzweig Moses, Rosenzweig Bernhard, Trommer Philipp in F. Do voran; Adler Daniel, Spronz Hermann pr. Arzt, Proß« nitzer Emanuel in Pereßbsny; Reichenthal Israel in Lipovnik; Datelbaum Josef, Stern Markus in Bojna. 6. Eingabe -er jüdischen Einwohner -es Angher Koinitats. Hohe königliche Ungarische Hofkanzlei! Die in tiefster Ehrfurcht gefertigten Kultusgemeinden des ganzen Ungher Komitates erlauben sich die unterthänige Bitte, eine Hohe königliche Ungarische Hofkanzlei wolle die ehrfurchtsvollen Vorstellungen der oberungarischen Rabbinen gegen die Errichtung eines Rabbiner-Seminars in Ungarn gnädigst unterstützen. Denn die in tiefster Ehrfurcht Gefertigten erklären hiermit ihre volle Billigung des Schrittes, den ihr ehrwürdiger Oberrabbiner gethan, indem er sich der Deputation der oberungarischen, konservativen Rabbinen angeschlossen hat, welche Sr. k. k. apostl. Majest. die ehrfurchtsvollen Vorstellungen gegen die Errichtung eines Rabbiner-Seminars in Ungarn unterbreitet, und eignen sich einstimmig die Prinzipien und Ansichten desjenigen Memorandums an, welches die erwähnte Deputation zu den Stufen des allerhöchsten Thrones niedergelegt hat, um ihre allunterthänigsten Vorstellungen zu begründen und ausführlich zu motiviren. Unghvür, den 5. Mai 1864. . Schia Neismann, Ignatz Spitz. Goltlieb Michael, Leopold Goldstein, Reisman Jakob. H. Eingabe der jüdischen Einwohner -es Hußter Sezirkes im Märnmroser Komital. Hohe königliche Ungarische Hofkanzlei! Aus den vaterländischen öffentlichen Tageöblättern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.