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Ben Chananja · 1864-11-30 · 48 (30.11.1864) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
7 (1864)
Issue
48 (30.11.1864)
Date
1864-11-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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975 kel'schen Monatschrist gestand wenigstens offen und ehrlich, daß er nur über die ersten. 30 Setten, die er gelesen, über die alttestamentarische Kritik, referire; der andere Referent in der ״A. Z. d. I." spricht aber von dem berühmten Verfasser in einem so ahsprechrnden, wegwerfenden Tone, als wenn er einen der Gelehrten des ״Mainzer Kladderadatschs״ vor sich hätte, sichtbar und ficherlich, ohne von dem Hauptinhalt etwas mehr als des Verfassers Resumö gelesen zu haben. Wie Raba es seinen Genossen zum Vorwurf machte, daß sie selbst dem das babylonische Talmudstudium verspottenden R. Jermijah die Waffen in die Hand gegeben, weil fie ihm nur die schlechte und nicht die gute Seite ihrer Lehren vorgelegt hätten, so müssen wir auch diesem Referenten zurufrn ".מבישותין אמריתון מטיבי־תין לא אמריתוך Wir müssen allerdings tadelnd hervoeHeben , daß im Gegensatz zu Renan, der den Monotheismus für den ursprünglichen Glauben aller ostasiatischen Völker hielt, nach Dozy selbst der MosaiSmuS polytheistisch und die Stiftshütte ein BaalStempel war, was aber von den später» Reformatoren im Pentateuch in denen Jovismws eine tendenziöse ,Umänderung erfahren hätte. Selbst historische Persönlichkeiten, wie Abra- Ham und Sara, werden zu Mythen gemacht*) und überhaupt die alten Absurditäten von Daumer, Ghilnay und Konsorten, von dem Stein- und Stier-Kultus der alten Hebräer, reproduzirt. Auf dieser bodenlosen nnhaltbaren Grundlage beruht aber keineswegs Dozys Untersuchung; denn man kann den Mosaismus auf seiner Ursprünglichkeit der göttlichen Idee belassen und die Resultate — vorausgesetzt, daß die Konjekturen des Verfassers das historische Bürgerrecht erlangen — bleiben dennoch dieselben. Mau hat nämlich nur in Betracht zu ziehen, daß bis nach dem babylonischen Gril der Götzendienst in Israel mit geringer Unterbrechung der volksthümliche Kultus war; selbst der weise Salomon hat bei aller Weisheit und Frömmigkeit, die sich nach dem Talmud sogar auf die Erfindung des Grub und netilath Jadajim ecfltcffte, dennoch seine heidnischen Frauen in der Gottesstadt und neben dem Gottestempel heidnischen Göttern opfern lassen. Das biblische Räthsel, wie ein wundergläubigrs Volk so schnell die großen wunderbaren Begebenheiten zu Mizrajim, die göttliche Offenbarung am Sinai und die vielen wunderbaren Ereignisse bei Eroberung Kanaans ■, in Jerusalem und im Tempel vergessen und so auSarlen konnte, daß trotz aller ringetroffenen Vörherverkündungen der Profeten die DiaSpara in Egypten zu Jeremiah sagte ומן אז חדלנו לקטר למלכת השמים חסרנוכל dies Alles läßt sich eben nur auf Kosten des Wunders erklären. Die Thatsache ist aber.nicht abzuleugnen, daß die Grulanten aus der ersten Tempelperiode die Lehre Moses-nicht kannten oder wenigstens fie nicht beobachteten und ein krasses Heidenthum, aber nicht die heilige Thora mit sich ins Gril nahmen. Dieses vorausgesetzt, können wir Dozys Einleitnng ganz unberührt lassen und gleich mit seinem Stück jüdischer Geschichte beginnen. Bei sehr vielen arabischen Autoren werden die Bewohner des heiligen Gebietes von Mekka und Umgebung G'horum genannt, was nach des Verfassers-Erklärung das Hebräische aber arabifirte גרים Fremde, Einwanderer bedeutet. Die Araber unterscheiden ferner zwischen den ersten und zweiten G'horum, d.h. zwischen den ersten und zweiten Einwanderern. Der Verfasser will nun beweisen, daß die ersten Gornm die Siemeoniten waren, die er mit den Jsmaeliten identifizirt, die zweiten aber Juden, die aus Judäa nach Babylonien weggeführt worden. Die erste Annahme beruht auf biblischen Konjekturen und Emendationen, die *) Mit solchen Extravaganzen haben auch provenzialische Filosofen das Zudenthum beglückt, mit dem Unterschied, daß sie Abraham und Sara zu Symbolen metaphisischer Formen machten, was den er« wähnten Referenten , die diesen Punkt besonders hervorheben, aus den verschiedenen Streit,chriften aus dem 14. Jahrhundert und aus Mai« uiuniö Briefen hätte bekannt sein sollen. 976 -weite aber auf einer historischen Bafiü und die wir als das Beste dieser Schrift zuerst hervorheben wollen. Als Nebuchadnezar Judäa eroberte, flüchteten viele Juden, wie Jeremias (40,11) berichtet, in die Länder der Moabiten, Gdomiten und in alle Länder. Bei den ältesten arabischen Autoren findet sich die Ueberlieferung, daß sich eine Anzahl Inden in Higaz, Thaima und Jathrib niedergelassen habe. Selbst der Ort Ehriber, aus der Geschichte MohamedS bekannt, ist nach BekriS Angabe so genannt nach חבר בן סאתיח בן מהללייאל, dem Ersten, der sich dort niedergelassen habe. Die beiden letzten Namen sollen nun nach Dozy identisch sein mit שפטיה בן מחלינאל, die Nehemja (11, 1) unter den Stammhäuptern vou den Söhnen Perez aufzählt, die zu seiner Zeit in Jerusalem wohnten, und die Chronologie berechtigt zu der Vermuthung, daß Cheber nach Arabien geflüchtet, nnd sich dort niedergelassen habe. Unterstützt wird noch diese Ansicht durch den Vers eines alten vorislamischen Dichters, der jagt: ״Die Perser (alpsrs) haben mit sumsender Stimme ge« betet bei Zamzäm (d. i. der heilige Brunnen zu Mekka, ehemals Brrseba); das war in ihrer uralten Zeit." Da nun vor der Entstehung des Islams die Perser keineswegs zur Anbetung nach Mekka pilgerten, so ist des Verfassers Vermuthung nicht ganz abzuweisen, daß Cheber von den Nachkomme» Perez, Perz, hier gemeint sei, der mit den Seinen dem mekkanischen Feste beiwohnte. — Auch eine Stelle bei Strabo, die von Erateshenes , dem Bibliothekar des Ptolomäus GvergeteS herrührt, sagt, daß die Stadt Gerrhaan der Wüste Arabiens von chaldäischen Ausgewanderten aus Babylon erbaut worden sei. Mit all diesem Apparate find wir dem Beweise, daß die zu Mekka sich niedergelassenen Gorum Juden waren, noch nicht näher gekommen, aber eine vom Verfaffer aufgefundene Inschrift führt uns ans'Ziel: Der zweit? heilige Stein im Heilig thume zu Mekka heißt nämlich maqam Ibrahim; an diesen Namen knüpfen die Araber die abgeschmacktesten Legenden, bei allem läßt fich aber das Wort maqam nicht aus dem Arabischen er« klären. Dozy ließ daher מקום עבריים d. h. der heilige Orr der Hebräer. Daß מקום von einem heil. Ort gebraucht wird, beweisen in der Bibel viele Beispiele.*) Ein Araber Fakisi hat (im Jahre 870) diesen Stein ausführlich beschrieben und von einer Inschrift, die in einem Kreise steht, ein Faksimile gemacht, die der Verfasser mittheilt und auf folgende Weise gelesen hat (ו) יסוז כל נש ירו שלם והעם בבית ה׳ ער נרגלדר ארמים ״Und er führte weg alle Vornehmen von Jerusalem und das Volk im Hause, Jah'S nach Nergaldad der Aramäer." Dies find die Zeilen, sagt Fakisi, die ich habe unterscheiden können, es folgte noch mehr, das ich nicht unterscheiden konnte und darum auch nicht ausgezeichnet habe- In diesem Bruchstück ist das Schwierigste, das Sachliche der zwei letzten Worte zu erklären, was dem Verfasser nur mit Nargalda gelungen ist. Dieser Name sei zusammengesetzt aus Nergal, dem Namen des Gottes, der in Kulha verehrt wird (2 St. 17, 30) und aus dem persischen dad gegeben. Nergaldad ist daher Kutya; so ist auch Bagdad zusammen« gesetzt aus bagh, dem Namen eines dort verehrten Gottes, und aus dad. Es folgt nun aus dieser Inschrift, daß die Gorum Juden waren, welche von den Babyloniern weggeführt und in die Stadt Kutha verpflanzt worden und dort mit den Arabern zusammenwohnten, und endlich, daß fie mit diesen flüchtetete» und fich zu Mekka niederließen. Daß Nebuchadnezar auch Arabien eroberte und viele nach Kutha versetzte, wird ans andern Antoren erwiesen, so sagte» auch die Quoreisiten: Wir find - . t *) Der bestimmte Artikel in ויפגע במקום, ohne tcß ein Or genannt ist, ist damit erklärt und Jbn Ezras rationelle Anficht פתחות הבית במקום רברי משח somit überflüssig.

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