Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 7 (1864)
- Issue
- 48 (30.11.1864)
- Date
- 1864-11-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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971 vention in ihre betreffenden AemterIeingesetzt werden, und haben alle Pflichten zu erfüllen, welche das Gesetz von ihnen fordert. §. 4. Auch soll in jeder DistriktS-Groß-Loge ei» Srekutiv-Komitä bestehen, gekannt unter dem Namen ״Gcneral-Komitö", zusammengesetzt aus dem G. N. A., dem G. A. und dem G. I., dessen Obliegenheiten näher durch das Gesetz zu bestimmen sind. Außerdem sollen noch so viel stehende Komitös errichtet werden, als die allgemeinen Gesetze des Ordens oder die Nebengesetze einer Distrikts-Groß-Loge bedingen. §. 5. Die Repräsentanten werden von den untergeordneten Logen aus der Mitte ihrer Erpräsibenten erwählt, und jede Loge soll zu miubestens drei Repräsentanten berechtigt sein und zu so vielen mehr, als die Nebengesetze einer DistriktS-Groß-Loge bestimmen im Verhältniß zu der Anzahl der Mitglieder in jeder Loge. §. 6. Niemand soll in der DistriktS-Groß-Loge eine Stimme haben, der nicht entweder ein Beamter der DistriktS-Groß-Loge, oder ein Repräsentant einer untergeordneten Loge ist. §. 7. Regelmäßige vierteljährige Versammlungen zur Verbandlung der Geschälte im Allgemeinen sollen von jeder DistriktS-Groß-Loge in den Monaten November, Februar, Mai und August jeden Jahres abgehalten werden, und alljährlich vor dem 25. Tage deö Monats August soll jede DistriktS-Groß-Loge eine Spezial-Generalversammlung halten zur Erwählung ihrer Beamten und der Repräsentanten zur General-Korrvention. Die Repräsentanten für die DistriktS-Groß-Loge sollen von Zeit und Ort aller Versammlungen schriftlich in Kenntniß gesetzt und die untergeordneten Logen wenigstens zwei Wochen vorher vor dem Stattfinden der vierteljährlichen Versammlungen schriftlich benachrichtigt werden. (Schluß folgt.) Inland. T. Pest, 27. November. Da es nicht selten vorkömmt, daß selbst Professoren der Universität in ihren. Vorträgen Judenhaß verralhen, freut es mich, in diesen Blättern von den Professoren der hiesigen juridischen Fakultät das Entgegengesetzte registriren zu können. Besonders verdient erwähnt zu werden -der gelehrte Professor der RechtSgeschichte und des PrivatrechtcS, Dr. Gustav Wenzel, der in einem seiner letzten Vorträge sich über die Inden folgendermaßen aussprach: ״Noch vor ungefähr 16 Jahren hat man in Ungarn über die Gleichberechtigung der Juden sehr viel geschrieben und gesprochen; heute glaube ich kaum, daß es noch einen bornirteu Menschen gebe, der gegen die Emanzipation der Inden sein Wort erheben wollte." Herr Dr. Hirschler wird über den unvergeßlichen Jakob Kern AnfangsJäner in den Lokalitäten des ״IzraelitaMagyar Egylet“ eine Denkrede halten. Der Verein konnte für diese Feier keine, würdigere Persönlichkeit, als die des Dr. Hirschler, wählen. Szegedln, 21. November. Wir veröffentlichen folgendes Schreiben nicht nur deshalb, weil wir dem Unterzeichneten, der uns von sehr glaubwürdiger Seite als ein Ehrenmann bezeichnet wird, diese Gcnugthuung schuldig sind; sondern auch des allgemeinen Interesses wegen, welches der Einblick in das Treiben der reaktionären Romantik gewährt. Das an uns gerichtete Schreiben lautet wie folgt: Tw. Ehrwürden! Seit voriger Woche wird mir zum zweiten Male die Ueberraschung zu Theil, meinen Namen unter Pamphleten unterschrieben zu sehen, deren Inhalt jeden rechtlichen Mann mit Abscheu erfüllen muß. Allein so kränkend eS eineStheilS für mich ist, nieinen Namen auf so hämische Weise mißbraucht zu sehen; ebenso lieb ist mir andererseits der ganze Vorgang, indem derselbe das Treibender Anhänger Guggenheimers vollends aufdeckt, und der Welt zeigt, mit welchen Waffen diese Leute kämpfen, und auf welche Art sie dessen Ehre zu retten suchen.׳ 972 1 Wer das mit meinem Namen Unterzeichnete Schreiben in Nr. 46 Ihres Blattes liest, muß glauben, daß ich mich zu den Anhängern Guggen« heimers zähle. Ich erkläre jedoch hiermit, — und hierorts ist dies notorisch, — daß ich ein erklärter Gegner G.'S bin, welche Meinung ich auch gleich nach seinem Eintritte in unsere Gemeinde ungescheut ausgesprochen habe. Deshalb find die Guggenheimeriäner wüthend. Deshalb haben sie nach den letzten hiesigen Vorgängen an die Redaktionen des ״Abendlandes״ und den löbl. Vorstand zu Szegedin Pamphlete, mit meinem Namen unterzeichnet, gesendet. Ebenso dumm als boshaft glattben sie, meinen ehrlichen Namen zu verunglimpfen, während ich nur ihre plumpe Bosheit anfdecke, und sie dadurch' bloSgestellt erscheinen. Wenn die Herren eine gute und gerechte Sache vcrtheidigen, warum scheuen sie sich, mit ihrem Namen in die Oeffentlichkcit zu treten? Warum nehmen sie zu Fälschungen ihre Zuflucht? Die Maulwurfs- Manöver richten sich wirklich selbst! Wenn die Berichte Ihrer Bony- Hader, Kolliner, Ausseer Korrespondenten unwahr sind, warum widerlegen und berichtigen G.'S Anhänger dieselben nicht, und warum stehen sie hiefür nicht nnt ihrem Namen ein? Ziehen sie es vor, Drohungen in die Welt zu schicken, und dies unter falfchen'Nameii? Ich frage weiters: sind die Korrespondenten des ״Ben Chananja", der ״Neuzeit", des ״Abendlandes", — letzteres erscheint nur zwei Bahnstunden von Kosiin so daß das: הרצה לשקר ירחיק עדוחו gewiß nicht darauf angewendet werden kann, —׳ welche alle gleichzeitig fast gleichlautende Berichte von Bonyhad und Kollin brachten, allesammt Lügner und in einem Einverständnisse, um dem heiligen G. Unrecht zu thun? Ich glaube,'daß alle diese Fragen sich von selbst beantworten. Wir gönnen vom Herzen G. solche Freunde und solche Vertheidiger! Ich erkläre hiermit nochmals, daß jenes Schreiben an den löbl. Vorstand der Szegediner Gemeinde fälschlich mit meinem Namen unterzeichnet ist, und ich stelle an Ew. Ehrwürden die geziemende Bitte: der dortige löbl. Vorstand möge mir das Original des Falsifikates zukommen lassen, um möglicher Weise den Schreiber durch Schrift und Siegel eruiren und gerichtlich verfolgen zu können. Genehmigen Ew. Ehrwürden die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung, mit der ich zeichne Kollin, 20. November 1864. Ihr ergebenster Simon Sachsel. A Preßburg, im November. Im August l. I. führte mich ein Freundschaftsbesuch nach Weißenburg. Zu meinem Leidwesen mußte ich daselbst erfahren, daß mein Kommen etwas verfrüht war, da meine Verwandten die Absicht hatten, mich zur Einweihung des Prachtvollen Tempels, der damals von Innen seiner Vollendung rasch entgegen ging, zu laden. Doch sostte mir während meiner Anwesenheit ein theilwciser Ersatz werden: ich wohnte nämlich einer Prüfung der vierten Klassenschüler bei. Schon das gesund gelegene, sehr zweckmäßig gebaute Schulhaus; die innern Räume, rie eine Reinlichkeit verrathen, die wir hier in Preßburg leider stets zu vermissen haben, waren überraschend für mich, und der freundliche Empfang der Herren Vorsteher und Lehrer ließen vollends mich wissen , daß ich unter echten Magyaren mich befände. Einige Fragen , die ich (nicht ohne Erlaubniß) an die lebhafte Jugend stellte (es waren keine Alltagsfragen) wurden unbefangen beantwortet. Es hat die Zeit ihre Schutzfittige über dies Schulhaus gebreitet, und der zweistündige Aufenthalt im Prüfungssaale verging mir schnell und angenehm. Beim Scheiden konnte ich mich des öffentlichen Dankes und wolverdieuten Lobes vis-ü-vis der Herren Repräsentanten sowol, als der wacker» Herren Lehrer nicht enthalten, und auf den Heimweg noch begleiteten mich die kleinen Vielwisser WeißenbnrgS; ich hatte den schönen und geschmackvoll ausgestatteten Tempel vor Augen; mir schwebte das Kasino zum geselligen Leben, die größte Eintracht pflegend